Wahnsinn im Alltag


Verklemmtes Murmeln im „Open Space“
Juli 8, 2009, 7:52
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Hier eine Stellwand, da eine Stellwand – und dazwischen steckt ein Schreibtisch mit Mensch. Vor dreißig Jahren hieß dieses Konzept schlicht „Großraumbüro“. Heute heißt es „Open Space“, soll Platz sparen, Geld sparen und die Kommunikation fördern. Ist aber haargenau der gleiche Sch**ß wie damals.

OfficeZup

Wie bitte wird denn die Kommunikation gefördert, wenn alles so hellhörig ist, dass man sich nicht mal mehr zu grüßen traut, aus Angst, ein fröhliches „Hallo“ könne die Kolleginnen und Kollegen in ihrer Konzentration stören?

Ich bin relativ lärmresistent. Wir hatten nicht nur ein trautes sondern auch ein lautes Heim. Als Kind hatte ich kein Problem damit, meine Hausaufgaben zu machen, während wenige Meter weiter Mutters Nähmaschine surrte und die Kundinnen schnatterten. Am Abend kannte ich dann die Lateinvokabeln, die aktuellen Trendfarben und den neuesten Dorfklatsch. Deshalb stört es mich auch nicht besonders, wenn man jetzt im neuen Bürogebäude hört, wie die Kollegin vier Zellen weiter den Locher betätigt oder Kaffee kocht, wenn bei den „Zellennachbarn“ das Telefon klingelt, die Tastaturen klappern oder jemand Möhren knurpst. Ausufernde, laute Gespräche und Telefonate sind natürlich nervig, ob sie nun dienstlicher oder privater Natur sind.

Andere Kollegen sind da empfindlicher. Das Tippgeräusch stört sie. Äh … wir sind Texter. Wir leben vom Schreiben. Wir müssen tippen, dafür werden wir bezahlt. Jetzt hab ich mir eine Schaumgummimatte unter die Computertastatur gelegt. Ob’s was bringt, weiß ich nicht. Aber vielleicht zählt auch schon der gute Wille.

Wenn der Mensch auch alleine zwischen seinen zwei Großraumbürostellwänden sitzt und keinen sichtbaren Ansprechpartner hat, liegt es trotzdem in der Natur der Dinge, dass er ab und zu mal was sagt. „Mist“ wenn der Kugelschreiber runterfällt oder. „Lahme Kiste!“, wenn es wieder mal eeeeeewig braucht, bis der Computer ein Programm öffnet. Und wenn ich höre, dass jemand zur Tür reinkommt und fragt: „Wo iss’n der Kollege Sowieso”?“, kann’s schon sein, dass ich aus meiner Zelle heraus nach hinten rufe: „Den ganzen Vormittag im Meeting!“

Das sollen wir alles nicht mehr tun, hat’s geheißen. Keine Kommentare zum eigenen Tun und dem des Computers. Keine Unterhaltungen von Zelle zu Zelle. Private Telefongespräche nur noch mit dem Handy auf dem Gang. Geschäftliche Telefonate wo immer möglich durch Mails ersetzen, Besprechungen unter vier Augen nicht am Arbeitsplatz führen, sondern draußen auf dem Flur. Und wenn ein geschäftliches Telefonat unumgänglich ist, so muss es an der Grenze zum Flüsterton geführt werden. „Verklemmt murmelnd“ trifft es besser. Auf diese herrliche Formulierung kam dieser Tage ein Kollege.

Hausintern mag das Flüstern und Murmeln am Telefon ja noch angehen, da kennt ja jeder die räumliche und akustische Situation. Aber wenn man am Telefon mit Fremdfirmen verhandeln soll und nur verhuscht vor sich hinwispern darf, was macht das dann draußen für einen Eindruck?

Nichtsprechen

Ich hab mir jetzt einen Denkzettel an den Computer geklebt: Nicht sprechen! Damit ich auch gewiss daran denke, wenn mir das nächste Mal ein Programm abkackt, ein Stift runterfällt oder jemand ein paar Zellen weiter eine Frage stellt, auf die ich die Antwort wüsste.

Vielleicht sollte man uns allen die Gebärdensprache beibringen. Die macht keinen Krach.



Eine Million Giraffen …
Juli 2, 2009, 4:31
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Giraffen

Eine Million handgezeichnete, gemalte oder gebastelte Bilder von Giraffen möchte der Norweger Ola bis 2011 auf seiner Website gesammelt haben. Warum? Weil sein Kumpel Jorgen gesagt hat, dass das nicht geht. Das ist natürlich ein Grund …

7.250 Giraffenbilder hat er schon, Stand heute. Fehlen also nur noch 992.750 weitere. Wer Lust hat, Ola ein Giraffenbild zu schicken, kann es auf seiner Website hochladen: http://www.olahelland.net/giraffes/

Dort kann man auch die Galerie der bisher eingereichten Kunstwerke betrachten. Wie man sieht, muss das Bild nicht sensationell künstlerisch wertvoll sein. Hauptsache, man kann die Giraffe als solche erkennen.

Ich wünsche Ola viel Erfolg für seine tierische Wette und werde ihm, sobald ich Zeit finde, auch ein Viech zeichnen.



Laila El Omari: Tage des Monsuns – Roman
Juni 29, 2009, 1:24
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Laila El Omari: Tage des Monsuns – Roman, München 2008, Droemer Knaur, ISBN 978-3-426-63820-0, Taschenbuch, 640 Seiten, mit Landkarten und einem Personenregister, EUR (D) 8,95. Es gibt auch Bertelsmann- und Weltbild-Ausgaben dieses Romans.

Monsun-Cover

Ootacamund, Nilgiri-Distrikt, Südindien, 1875: Katrina Alardyce, Mitte 20, ist die intelligente und selbstbewusste Tochter eines erfolgreichen Teepflanzers – und gesellschaftlich ruiniert. Ihr Fehler: ein Missgriff bei der Wahl des Ehemanns. Ihr Gatte, Stephen Alardyce, erweist sich nicht nur als unfähiger Geschäftsmann sondern auch als Charakterschwein.

Als Katrinas Familie es ablehnt, ihm finanziell unter die Arme zu greifen, beschließt er, seine Frau loszuwerden und sich anderweitig zu orientieren. Er kauft sich ein paar „Zeugen“, bezichtigt Katrina des mehrfachen Ehebruchs und lässt sich scheiden. Auch die Vaterschaft des gemeinsamen Sohns Caleb zweifelt er vor Gericht an. Nur aus diesem Grund wird der Sohn der Mutter zugesprochen.

Seit ihrer skandalösen Scheidung lebt Katrina im Haus ihres Bruders Charles, von ihm geduldet, von seiner gehässigen Gattin Cynthia gepiesackt – und argwöhnisch beobachtet von der guten (englischen) Gesellschaft in „Ooty“. Und diesen Leuten kann Katrina es einfach nicht Recht machen, egal, wie zurückgezogen sie lebt. Um einen erneuten Skandal hervorzurufen, genügt es schon, dass ein Fremder im Park des Ooty-Clubs ein paar belanglose Worte mit ihr wechselt.

Der Fremde ist Aidan Landor. Was der Leser sogleich erfährt, aber die gute Gesellschaft von Ooty nicht: Aidan ist Lieutenant der Bengalen-Kavallerie und für die Armee als Kundschafter tätig. Kurz gesagt: Er ist ein Spion. Nach außen hin lebt er das Leben eines Müßiggängers, eines Ex-Soldaten, der nicht so recht weiß, was er will und rastlos durch die Gegend reist. Selbst sein eigener Vater, Baron Mountbatton, denkt das – und verweigert seinem „missratenen Sohn“ die finanzielle Unterstützung für den Erwerb einer Teeplantage im Nilgiri-Distrikt. Das aber ist Aidans großer Traum.

Durch Zufall hört Aidan Landor vom Schicksal der geschiedenen Katrina Alardyce. Dass ihr Bruder jeden Betrag als Mitgift zahlen würde, um sie vom Hals zu haben, lässt ihn aufhorchen. Er ist Katrina ein paar Mal begegnet und weiß, wie sehr sie unter dem Leben als geduldeter und scharf beobachteter Gast im Hause ihres Bruders leidet. Er bietet ihr einen Tauschhandel an: „Ich dachte ein einen Tausch jener Art, in der Ihr Bruder Ihnen eine Mitgift stellt, die ausreicht, das Haus zu kaufen, und ich biete Ihnen dafür meinen Namen und die Freiheit, die Sie sich wünschen.“ (S. 58)

Spontan ist Katrina empört über diesen Vorschlag. Erst als ihr Ex-Gatte Anstalten macht, seinen Sohn und Erben zurückzubekommen, willigt sie in die Zweckehe mit Aidan ein. Einer wiederverheirateten Frau kann er den Sohn nicht mehr wegnehmen. Denkt sie …

Wesentlich besser wird Katrinas Leben nach der Heirat nicht. Aidan bleibt seltsam distanziert und verschwindet oft wochen- und monatelang ohne eine zufrieden stellende Erklärung. Die Arbeit auf der Teeplantage bleibt allein an Katrina hängen. Rat und Hilfe findet sie nur bei ihrem Bruder Charles, auch wenn ihre Schwägerin Cynthia das missgünstig zu hintertreiben versucht. Mit Katrinas Freiheit ist es auch nicht weit her. Die Gesellschaft beobachtet sie weiterhin mit Argusaugen, vor allem, wenn ihr Ex-Mann Stephen ihre Nähe sucht. Dabei will er nur eines von Katrina: seinen Sohn Caleb.

Und dafür, dass im großen und ganzen alles so schlimm ist wie vorher auch, hat Katrina nun einen unzuverlässigen und womöglich untreuen Ehemann am Hals?

Das wäre alles nicht nötig gewesen, wäre der Ruf einer Frau nicht so ein zerbrechliches Gut. Wie schnell man aus der guten Gesellschaft ausgestoßen werden kann, das erfahren auch andere Damen in Ooty:

Da wäre Gillian McEwan, eine Kaufmannstocher aus Kalkutta. Jung und naiv hat sie den schönen Worten von Lieutenant Brian Casey geglaubt und ist mit ihm durchgebrannt. Doch statt zur Offiziersgattin hat sie es nur bis zum gefallenen Mädchen gebracht. Allerdings ist Gillian keine, die sich so leicht unterkriegen lässt …

Amelia Holt ist an ihrem Schicksal einer „lebendig begrabenen“ Frau gänzlich unschuldig. Sie ist vom gesellschaftlichen Leben praktisch ausgeschlossen, nachdem ihr Mann gestorben ist. Und genau wie Katrina kämpft sie darum, ihren Sohn behalten zu können. In ihrem Fall sind es die Schwiegereltern, die ihr den Jungen wegnehmen wollen.

Besonders hart trifft es Ashley, die junge Ehefrau von Captain Nicolas Allenger-Brown. Als sie einen aufdringlichen Verehrer in die Schranken weist, rächt sich dieser auf besonders perfide Weise: Er verbreitet pikante Details aus dem Leben ihrer Mutter. In der guten Gesellschaft ist es offenbar wie bei der Zucht von Rassekatzen: ein Makel im Stammbaum und man ist draußen. Auf einmal will niemand mehr etwas mit Ashley Allenger-Brown zu tun haben. Und genau wie Katrinas sauberer Ex-Ehemann kommt auch der abgewiesene Verehrer mit dieser Nummer durch. Zunächst …

Wie eng das gesellschaftliche Korsett tatsächlich ist, merkt eine junge Frau, die trotz der Ächtung Ashleys weiterhin mit ihr in Kontakt bleiben möchte. Ein gesellschaftlicher Makel ist ansteckend – und scheint einem ein Leben lang anzuhaften. Katrina Landor kann ein Lied davon singen.

Als Katrina mit Aidan zur Hochzeit seiner jüngsten Schwester nach Kalkutta reist, wird sie während ihres gesamten Aufenthalts von seiner Familie beleidigt, gedemütigt und außerordentlich respektlos behandelt. Unfassbar, dass Aidan nicht auf dem Absatz kehrt macht und mit Frau und Stiefsohn wieder nach Hause fährt, zumal Katrina gerade von ihm schwanger ist! Aber Aidans Prioritäten liegen eben nicht unbedingt bei Frau und Kindern. Würde er sonst, kaum dass seine Tochter auf der Welt ist, in den Norden des Landes aufbrechen? Zu einer gefährlichen militärischen Mission, wie der Leser, nicht aber Katrina weiß.

Dieses Mal geht es schief. Auf dem Weg nach Kabul geraten Aidan und ein Kamerad in einen Hinterhalt. Banditen haben sie als Soldaten enttarnt und wollen bei der Armee Lösegeld für sie erpressen. Doch die Armee stellt sich quer. Da erfährt Baron Mountbatton, Katrinas verhasster Schwiegervater, von der wahren Profession seines Sohnes – und begibt sich schnurstracks zu seiner Schwiegertochter auf die Teeplantage. Was hat er vor? Wie wird Katrina die aktuellen Entwicklungen verkraften? Und gibt es noch Hoffnung für Aidan Landor, den Spion im Dienste der Krone?

Auch wenn die Covergestaltung diesen Eindruck erwecken mag: Ein Liebesroman ist TAGE DES MONSUNS nicht. Oder zumindest nicht in erster Linie. Natürlich spielen Gefühle eine Rolle: Die Partner in einer Zweckehe nähern sich mit der Zeit emotional einander an. Doch durch die Einblicke ins Aidans Kundschaftertätigkeit erhält die Geschichte auch Motive eines Abenteuerromans. Doch vor allem ist es ein Gesellschaftsroman, der uns das Leben im kolonialen Indien plastisch und farbenprächtig vor Augen führt.

Insbesondere die Frauenschicksale sind sehr fesselnd und berührend. Man leidet mit ihnen mit, ob sie nun Haupt- oder Nebenfiguren sind und ist ein ums andere Mal entsetzt und fassungslos darüber, welche enormen Beschränkungen die gesellschaftlichen Regeln damals den Frauen auferlegt haben. Auch wenn man es „theoretisch“ wusste – es an konkreten Beispielen und Personen mitzuerleben, ist doch etwas ganz anderes.

TAGE DES MONSUNS ist aufregend, mitreißend und exotisch. Der Roman ist lebendig und sachkundig geschrieben und noch dazu informativ. Was will man mehr? Weitere Bücher von Laila El Omari, vielleicht? Das ist zum Glück kein Problem. TAGE DES MONSUNS ist der dritte Roman der Autorin. Und der vierte erscheint im September 2009.

Die Autorin
Laila El Omari, geboren in Münster als Tochter eines palästinensischen Vaters und einer deutschen Mutter, studierte Orientalistik, Germanistik und Politikwissenschaften in Münster und Bonn. Sie arbeitet in den Bereichen Kommunikation und Forschung.



Lydia Albersmann: Chaoso – Ein Kater sorgt für Stimmung
Juni 23, 2009, 8:58
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Lydia Albersmann: Chaoso – Ein Kater sorgt für Stimmung, Norderstedt 2009, Books on Demand GmbH, ISBN 978-3-8370-3859-0, Softcover, 87 Seiten, mit s/w-Illustrationen der Autorin, Format: 12 x 19 x 0,6 cm, EUR 8,90.

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Von klein auf hat der junge Maine-Coon-Kater eine ausgeprägte eigene Meinung. So gefällt ihm zwar die Aussicht auf eine Karriere als Deckkater, doch dass dem Vergnügen die Tortur einer Rassekatzenschau vorausgeht, das hat ihm keiner gesagt. Eine Menschen-Jury soll über seine Kater-Qualitäten urteilen und nicht die Katzendamen? Das findet er derart empörend, dass er sich wie die wilde Jagd aufführt und den Juroren kratzend und beißend ins Gesicht springt.

Vorbei ist’s mit der Deckkater-Karriere. So ein rabiates Vieh, über dessen Eskapaden sogar die Zeitung berichtet, ist zuchtuntauglich, findet die Züchterin und beschließt, den Kater kastrieren zu lassen und ihn an Privatleute zu verkaufen.

Das Kastrieren ist schnell geschehen, das Verkaufen erweist sich als weitaus schwieriger. Ein halbes Dutzend Interessenten hat der Kater schon vergrault. Dazu muss er sich gar nicht besonders anstrengen. Er weiß: „Wir können sehr menschenbezogene und verspielte sanfte Riesen sein, aber wir strotzen auch vor Kraft.“ (Seite 21). Ein beherzter Sprung hier, ein Pfotenhieb da, und die Interessenten haben genug von ihm und treten von ihrer Kaufabsicht zurück.

Familie Nummer sieben ist nicht so leicht ins Bockshorn zu jagen. Auch dann nicht, als der Kater mit Anlauf auf den Kaffeetisch springt. Insbesondere der Mann, Lars, scheint Nerven wie breite Nudeln zu haben, wirft einen Blick auf den Kater und sagt: „Der ist cool, den nehmen wir.“ (Seite 28)

Gesagt, getan. Der Kater wird ins Auto verfrachtet, bekommt unterwegs den treffenden Namen „Chaoso“ verpasst und zieht bei Lars und Tanja ein. Dass er sein Revier mit einem großen, wuscheligen Hund teilen muss, findet er zunächst weniger prickelnd. Dass zum Haushalt auch noch Fische und Mäuse gehören, die er nicht anrühren darf, empfindet er als Zumutung.

Chaoso lebt sich ein. Das heißt in seinem Fall: Er dekoriert zunächst einmal das Haus nach seinen Vorstellungen um und betätigt sich im Folgenden als Aquariumsangler, Vogelfänger, Schmetterlingsjäger, Nachbarschaftsschreck, Wasserwerfer und Brandstifter. Kurzum, er macht seinem Namen alle Ehre. Und nicht alles, was er anstellt, ist harmloser Natur. So mancher tierische Unfug endet in einer kleinen oder größeren „Katerstrophe“.

Ob Chaosos Zukunft in der Party-Organisation liegt, nachdem er seine Deckkater-Karriere so gründlich in den Sand gesetzt hat? Dank seines kreativen Eingreifens wird die Überraschungsparty für Tanjas Bruder auf jeden Fall zu einem Ereignis, über das man noch nach Jahren sprechen wird: eine Feier, bei der nicht nur das Geburtstagskind, sondern auch sämtliche Gäste und die Veranstalter restlos von den Socken waren. Ja, für Stimmung sorgen, das kann der Kater …!

Katzenhalter jeden Alters – ob sie nun für Maine-Coons oder für eine andere Rasse die Futterdosen öffnen – werden aus dem Schmunzeln, Kichern und zustimmenden Nicken nicht mehr herauskommen. Und manch einer wird froh sein, dass seine Katzen nicht ganz so temperamentvoll und einfallsreich sind wie der Held im Buch.

Wer selbst so einen vierbeinigen Tornado daheim hat (oder zwei oder drei), wird nach Lektüre dieses Büchleins seinen Haushalt verstärkt auf Katzensicherheit überprüfen, um tierischen Karrieren als Dekorateur, Wassermann, Feuerteufel oder Party-Crasher einen Riegel vorzuschieben. Denn so vergnüglich es ist, darüber zu lesen – im eigenen Haus möchte man so ein Chaos doch lieber nicht haben.

Wenn sich die Katzen ihren Namen zum Programm machen, hätte man den Kater vielleicht besser „Angelo“ (Engel) nennen sollen. Obwohl … dadurch wären uns viele herrlich komische Erlebnisse entgangen und es hätte dieses Buch nie gegeben. Brave Tiere machen keine Geschichten. Frechdachse, pardon, Frechkatzen schon.

Die Autorin
Lydia Albersmann, geboren 1968 in Köln, arbeitet seit 2004 als freie Grafikdesignerin und Autorin. Seit 2006 lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Hund in Düsseldorf. Tiere haben im Leben der Autorin schon immer eine sehr große Rolle gespielt. Somit stand von Anfang an fest, dass sie auch die Hauptrollen in ihren Büchern spielen werden.



Coonieberts Tierklinik in der Zeitung
Juni 16, 2009, 9:32
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In der Esslinger Zeitung vom 6. Juni 09 erschien ein Artikel über die http://www.tierklinik-stuttgart.de/ – die Stuttgarter Tierklinik am Hasenberg.

Da wir unseren Kater Cooniebert auch schon mehrfach zur Behandlung dort hatten und immer froh und glücklich waren, wenn wir ihn wieder gesund mit nach Hause nehmen konnten, dachte ich, schreibst mal einen Leserbrief zu dem Thema. Das kann man ja ausnahmsweise auch dann machen, wenn man mal nix zu meckern hat. Und nun steht Cooniebert samt „seiner“ Tierklinik in der Zeitung.

Ich hoffe, es ist rechtlich okay, wenn ich meinen Leserbrief aus der Esslinger Zeitung vom 16. Juni 2009, S. 14, hier als Ausriss einstelle. Eine Copyrightverletzung dürfte ich damit nicht begehen, es ist ja mein eigener Text.

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Auf die Abbildung doppelklicken, dann wird sie größer!

Ein schönes Foto von Cooniebert hatte ich auch mitgeschickt, aber den Gefallen, das abzudrucken, haben sie mir nicht auch noch getan. Reicht ja auch, dass er ein Jahr lang die Rückseite eines kleinen Flyers in einem millionenfach verbreiteten Werbebrief geziert hat. Auch wenn mein lieber Kollege immer „räudiger Kater“ zu dem Bild sagte. Aber das ist wieder eine andere Geschichte …

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Asta Scheib: Agnes unter den Wölffen – Roman
Juni 13, 2009, 9:55
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Asta Scheib: Agnes unter den Wölffen – Roman, München 2009, Deutscher Taschenbuch Verlag dtv, ISBN 978-3-423-21145-1, 171 Seiten, Format 12 x 19 x 1,5 cm, EUR 8,95 [D], EUR 9,20 [A].

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Seit der Scheidung der Eltern ging es nur noch bergab. Das findet jedenfalls die 16-jährige Agnes Ruge. Ihr Vater Michael, der erfolgreiche Drehbuchautor, der aussah wie Robert Redford, lebt nicht mehr. Mutter Juliane, eine Schauspielerin, ist seit einer verpfuschten Operation gehbehindert und derzeit wieder einmal im Krankenhaus. Und Stiefvater Andreas, als Drehbuchautor längst nicht so erfolgreich wie Agnes’ leiblicher Vater, nervt mit sozialpädagogischem Gelaber.

Aber hat eigentlich irgend jemand in Agnes’ Bekanntenkreis eine heile Familie? Ihre Freundin Lula jedenfalls nicht. Bei den vielen Geschwistern gibt es keinerlei Privatsphäre, die Mutter ist beruflich viel unterwegs und der Vater hat was mit dem „angestrengt hübschen“ Au-pair-Mädchen. Bei der pummeligen Patti zu Hause schaut es nicht viel besser aus. Da leben drei Generationen in einem Haushalt. „Der Alte von Patti soll ein ziemlicher Arsch sein.“ (…) – „Dafür ist ihr Opa aber lieb.“ (Seite 114)

Agnes’ exzentrische Schulkameradin Alexandra, genannt Danda, die Drogen nimmt und jeden Tag in einer anderen Verkleidung in der Schule erscheint, behauptet zwar: „Meine Familie ist okay.“ (Seite 78), aber warum reißt sie dann immer wieder von zu Hause aus?

An einem Sonntagabend in der U-Bahn kommt Agnes mit dem gleichaltrigen Simon Wolff ins Gespräch. Weil sie den gut aussehenden Jungen für einen reichen Angeber hält, lässt sie sich von ihm nicht auf einen Cappuccino einladen. Als sie sich an der Haltestelle voneinander verabschieden, kommt es zu einer unheimlichen Begegnung: Simons Vater fährt mit dem Auto vor, begrüßt seinen Sohn und starrt Agnes an, als habe er einen Geist vor sich, fragt sie nach ihrem Namen – und fährt grußlos weiter.

Agnes hat jetzt schon genug von den beiden „Wölffen“ – und fällt aus allen Wolken, als kurz darauf Simon Wolff vor ihrer Schule steht und sie zu sich nach Hause einlädt. Sie will nicht. Wer ihr erstaunlicherweise hinterher telefoniert und auf einen Besuch und ein Gespräch besteht, ist nicht Simon, sondern sein Vater Lorenz Wolff. Er hat dafür seine Gründe, und die liegen 20 Jahre in der Vergangenheit …

Irgendwann gibt sich Agnes geschlagen und stellt bei ihrem Besuch fest, dass es auch bei der wohlhabenden Familie Wolff mit der glücklichen Familie nicht weit her ist. Simon verachtet alles, was mit der Firma seines Vaters zu tun hat, der Vater hält den Sohn für einen Versager, und Mutter Wolff hat keine eigene Meinung oder hat sich zumindest abgewöhnt, eine zu äußern.

Lorenz Wolffs Interesse an Agnes ist in keinster Weise väterlich, sondern eher erotischer Natur. Was in diesem speziellen Fall ein wenig befremdlich ist, um nicht zu sagen: pervers. Agnes fühlt sich vom Interesse des reifen Mannes gleichermaßen geschmeichelt und abgestoßen.

Wolff senior hat Einfluss, verschafft Agnes’ Mutter einen Platz in einer besseren Klinik. Ihr Lebensgefährte Andreas soll sie dorthin begleiten. Damit Lorenz bei Agnes freie Bahn hat? Und Simon? Hat er den Machenschaften seines Vaters etwas entgegenzusetzen? Ein ungleicher Konkurrenzkampf um Agnes’ Zuneigung nimmt seinen Lauf …

Doch die „Wölffe“ sind nicht Agnes’ einziges Problem. Die Freizeitgestaltung von Stiefvater Andreas würde ihrer Mutter ganz und gar nicht gefallen. Soll sie schweigen oder ihre Mutter einweihen?

„Agnes war müde. Sie hatte alle Leute satt, die über zwanzig waren, aber immer wieder wurde sie in ihr Familien-Hickhack oder Liebesgedröhn hineingezogen.“ (Seite 132) Und auch die unter Zwanzigjährigen machen nichts als Schwierigkeiten: Freundin Danda, die Exzentrische, hat es wieder einmal nicht zu Hause ausgehalten und ist ausgerückt. Und es kommt noch viel schlimmer …

Wird die Zeit des Chaos und der Verwirrung jemals vorübergehen? Wird Agnes’ Leben wieder „in Ordnung“ kommen, wenigstens so einigermaßen? Im Moment sieht es jedenfalls nicht danach aus …

Der Roman wurde 1995 als Jugendbuch erstveröffentlicht, spielt also zu einer Zeit, in der man noch mit DM bezahlte und nicht in jeder wachen Minute ein Mobiltelefon am Ohr kleben hatte. Doch auch wenn Zeitgeist und Modeströmungen sich wandeln – das Erwachenswerden gehorcht doch immer den selben Gesetzmäßigkeiten. Es ist eine Zeit der Freundschaft und Verliebtheit, der Ablösung vom Elternhaus, des Begehrens und der Enttäuschungen, der Zukunftspläne, der Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Tod.

„Manchmal glaubte Agnes, sie könne das Leben nicht mehr aushalten. Dann ging ihr alles zu nah. Die Bilder im Fernsehen von den Verstümmelten der Kriege. Vergewaltigte Frauen und Mädchen, abgefackelte Häuser, Angriffe auf Ausländer (…). Agnes fühlte sich hilflos. Regte sich auf. Verzweifelte. Wollte was tun. Aber was? – Am nächsten Tag schob sie das alles weit weg von sich. Wollte gar nichts mehr tun, sich zusammenrollen auf dem Bett und nicht einmal mehr denken.“ (Seite 47/48)

Kennen wir das nicht alle, ganz gleich, in welcher Zeit wir jung waren?

Nur wenige Monate begeleiten wir Agnes durch ihr Leben und werden doch Zeuge dreier entscheidender Lebensphasen. Ihre Erinnerungen und Rückblicke zeigen sie uns als Kind, als Teenager lernen wir sie kennen. Und am Schluss der Geschichte hat sie sich weiter entwickelt und denkt schon sehr erwachsen.

Ist es ein Jugendbuch, weil es früher einmal als solches verkauft wurde? Es ist ein berührender und fesselnder Roman über das Erwachsenwerden, aber eher etwas für Jugend-Nostalgiker als für Jugendliche von heute. Mit Sicherheit können sich auch Teenager in Agnes’ Gefühlswelt hineinversetzen, doch werden sie sich vermutlich vor dem Hintergrund moderner Mediennutzung an entscheidenden Punkten der Geschichte fragen, was die Leute hier eigentlich für Probleme haben.

Eine Agnes des 21. Jahrhunderts käme gar nicht erst in die Verlegenheit, sich über längere Zeit von einem ungebetenen Verehrer am Telefon belästigen, bedrängen und zu etwas überreden zu lassen, was sie nicht tun will. Sie würde einen kurzen Blick aufs Display werfen und das Gespräch einfach wegdrücken. Böse Wölffe, ob groß oder klein, müssten sich heute etwas anderes einfallen lassen.

Die Autorin:
Asta Scheib, geboren am 1939 in Bergneustadt/Rheinland, arbeitete als Redakteurin bei verschiedenen Zeitschriften. In den Achtzigerjahren veröffentlichte sie ihre ersten Romane und gehört heute zu den bekanntesten deutschen Schriftstellerinnen. Sie lebt mit ihrer Familie in München.



Kater Indies Geheimnisse
Juni 13, 2009, 8:43
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Nach seinen nächtlichen Aktivitäten hat unser Jungkater Indie zwei Geheimnisse. Das erste: Was im Fernsehen läuft. Denn nachdem er die Programmzeitschrift „gelesen“ hatte, stand nix mehr drin. Vielleicht fand er auch, das TV-Programm sei derart ekelhaft, dass man es wie Katzendreck verscharren muss.

Fernsehzeitung

Und das zweite Geheimnis: Wohin er das Döschen mit dem Süßstoff gekickt hat. Am Donnerstag Abend stand das Dingens noch auf dem Tisch, am Freitag Früh war es unauffindbar verschwunden. Und auch wenn das ein schlechtes Licht auf meine hausfraulichen Qualitäten wirft: Ich habe es auch beim Putzen nicht gefunden.

Irgendwie beunruhigt mich der Gedanke, dass es in unserer Wohnung Ecken gibt, die ich mit Staubsauger und Wischmopp nicht erreiche. Wenn wir eines Tages ausziehen, wird hoffentlich auch das geheime Kater-Depot entdeckt werden. Ob da auch mein Autoschlüssel ist? Und die gefühlten 500 Kugelschreiber, die in den letzten 20 Jahren in diesem Haushalt verschwunden sind?



Ich texte für Geld
Juni 2, 2009, 5:08
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Als ich dieses textguerilla-T-Shirt im Shop der Protextbewegung sah, musste ich es unbedingt haben. Und ich trag es auch gnadenlos im Verlag. Es steht ja auch nichts als die Wahrheit drauf.

Arb-Platz

Hier is’ der Shop mit diversen Artikeln für Menschen der schreibenden Zunft: http://409389.spreadshirt.net/de/DE/Shop/Index/index/category/Textguerilla–105172/



Bücherwurms Albtraum: Der Regal-Crash
Mai 31, 2009, 10:52
Gespeichert unter: Wahnsinn im Alltag

Irgendwann musste es ja so kommen! Als Leseratte und langjähriges Verlagswesen horte ich einfach viel zu viele Bücher. Als wir gestern mal wieder Regalbretter versetzten um die Bücher-Neuzugänge nach optimaler Platzausnutzung einräumen zu können, kam’s zum gefürchteten Regal-Zusammenbruch.

Ich stellte gerade ein paar DVDs ins Regal, als mir der ganze Segen entgegenkam. Die Dübel lösten sich aus der Wand alles kippte auf mich herunter. Zentnerweise Hardcover-Bände, Taschenbücher, DVDs und Regalbretter rumpelten in die Tiefe – und rissen den neuen Fernseher mit, der darunter stand.

Wir wissen zwar seit über 20 Jahren, dass die Wände in diesem Haus quasi aus Butter und Käse bestehen und Dübel nicht so rasend gut halten. Aber ein Regal ist uns noch nie von der Wand gefallen. Irgendwie müssen wir’s wohl doch überladen haben. Und nu’ war eben Crash-Premiere. Eine Erfahrung, auf die wir aber liebend gerne verzichtet hätten.

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Ich stand zwar während des Unglücks gerade vor dem Regal , war aber leider nicht geistesgegenwärtig genug, den Fernseher zu halten. Ich hab reflexartig die Arme gehoben und versucht, das Regal aufzuhalten. War natürlich illusorisch. Wie in Zeitlupe habe ich gesehen, wie die Bücher und Regaltrümmer auf mich runtergekippt sind. Mein hysterisches Geschrei dürfte man bis kurz hinter Haifa gehört haben.

Fernseher kaputt, Regal kaputt, Bücher derangiert, und ich hab blaue Flecke und Splitter in den Fingern. Nur der Lautsprecher hat’s unbeschadet überlebt.

Jetzt können wir uns um ein neues, stabileres Regal kümmern und um einen neuen Fernseher. Den „alten“ hatten wir ja erst sein ein paar Monaten. Super.

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Und ich hatte mich so gefreut, dass wir jetzt so langsam mit den Reparatur-, Austausch- und Renovierungsmaßnahmen durch sind. Sch***e war’s, zurück auf Feld 1. Statt Ordnung in der Wohnung zu haben, hause ich jetzt wieder zwischen Kisten und Kasten, die den Krempel beherbergen, der in ein fehlendes Regal gehört. Dieser Zustand dauert nun, mit Unterbrechungen, schon ein halbes Jahr an. Und irgendwann mal hat man vom renovierungsbedingten permanenten Ausnahmezustand genug.
„Ich glaub, wir lassen einfach alles hier liegen und ziehen aus“, hab ich gestern zu meiner besseren Hälfte gesagt.
Er: „Bist verrückt? Ich lass doch meine Anlage nicht hier!“
Ah ja, okay. War ja nur so eine spontane Idee … :-D

Ich hab nicht daran gedacht, das Chaos gleich nach dem Zusammenbruch für die Nachwelt festzuhalten. Aber die „Nachwehen“ kann ich euch zeigen:

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Und wieder steht ein Regal-Inhalt in Kisten und Kasten im Weg herum



Lydia Albersmann: Gernonimos Pferdegeschichten – für LeserInnen ab 8
Mai 26, 2009, 7:57
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Lydia Albersmann: Geronimos Pferdegeschichten – Der kesse Schimmel erzählt, Norderstedt 2009, Books on Demand GmbH, ISBN 978-3-8370-8101-5, 128 Seiten, mit s/w-Illustrationen der Autorin, Softcover, 13,5 x 21,5 x 0,8 cm, für Leserinnen und Leser ab 8, EUR 10,90

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Den mutigen Schimmel-Wallach Geronimo, Bezwinger des gefährlichen Knistermonsters aus der Gattung der Abdeckplanen, kennen viele noch aus dem ersten Band: GERONIMO – MIT DEN AUGEN EINES PFERDES: Die Autorin veröffentlichte damals unter dem Namen Lydia Schweigert.

Band 2 setzt da auf, wo Band 1 aufgehört hat: Nachdem Geronimo, der Schimmel, und sein Freund aus Fohlentagen, der Fuchswallach Fidel, durch viele Menschenhände gegangen sind und sowohl gute als auch schlimme Erfahrungen gemacht haben, treffen sie sich zufällig in einem Reitstall wieder. Geronimos – „Ronnys“– Besitzerin, die klassische Reiterin Jenny und Fidels Besitzerin, die Westernreiterin Anke, sind befreundet.

Nette Menschen, gute Freunde unter den Artgenossen, eine schöne Aufgabe als Reitpferd und eine angenehme Unterkunft – so könnte das Leben eigentlich bleiben. Doch Ronnys bisherige Lebenserfahrung lässt ihn ahnen, dass paradiesische Zustände nicht lange anhalten.

Und in der Tat: Als Anke aus gesundheitlichen Gründen das Reiten aufgeben muss, soll Fidel verkauft werden. Mehr noch als die Angst vor dem Verlust des besten Freundes, macht Ronny die Vorstellung zu schaffen., dass Fidel es bei seinen neuen Besitzern kein schönes Leben haben könnte. Die Menschen, die vorbeikommen, um Fidel „auszuprobieren“ lassen nicht viel Gutes ahnen …

Kaum ist für dieses Problem eine zufriedenstellende Lösung gefunden worden, steht das nächste Unheil ins Haus: Bei einem Machtkampf mit Hengst Paolo wird Ronny so schwer verletzt, dass er in die Tierklinik muss. Schmerzhaft und erschreckend für Ronny – dramatisch und teuer für seine Besitzerfamilie.

Ronny lässt sich von seiner Verletzung nicht unterkriegen und freut sich unbändig, als er endlich wieder nach Hause darf zu seinem Kumpel Fidel, zu seinen Menschen und zu seiner neuen Freundin, der russischen Rappstute Maddi.

Kehrt jetzt wieder Ruhe ein in seinen Alltag? Schön wär’s! Kaum ist Ronny genesen, geschieht die nächste Katastrophe: Pferdediebe machen sich im Reitstall zu schaffen und entführen Ronny und seine Kollegen. Den Pferden ist klar, dass sie in Lebensgefahr schweben. Ausgerechnet an Fidel, der gern als „Weichei“ und „Zwerg“ geschmäht wird, beißen sich die Ganoven die Zähne aus. Er lässt sich nicht einfangen und entkommt. Wird es ihm gelingen, Hilfe zu holen?

Ganz ohne Blessuren geht das Abenteuer nicht ab. Wieder werden hohe Tierarztkosten fällig. Doch das ist nicht das einzige Problem der Pferdebesitzer.

Wenn Geronimo in seinem bisherigen Pferdeleben etwas zu fürchten und zu hassen gelernt hat, dann sind es die „Krisensitzungen“ der Menschen. Denn das hieß für ihn bislang immer, dass ein Besitzerwechsel ins Haus stand. Jetzt gibt es in es im Reitstall gleich mehrere Krisensitzungen, und das Ergebnis könnte schlimmer nicht sein: Ronnys und Fidels Besitzer sind in finanziellen Schwierigkeiten und beide Pferde sollen verkauft werden.

Lässt sich das Unglück noch aufhalten? Wird jemand rechtzeitig eine bessere Lösung finden?

Welche Rolle dabei ein Karomonster, eine Schlammpfütze sowie fliegende Pferde spielen und wie die Geschichte für Ronny und Fidel ausgeht, das steht im Buch …

Mit ihren unterhaltsamen und spannenden Geschichten aus der Sicht des Schimmel-Wallachs Geronimo weckt die Autorin bei großen und kleinen Tierfreunden Verständnis für die Bedürfnisse von Pferden. Oder, wie sie Ronny in ihrem Buch sagen lässt: Indem ihr möglichst viel über uns lernt und versucht, uns zu verstehen könnt ihr dazu beitragen, unser Leben besser zu machen. So viele Pferde leiden aus Gedankenlosigkeit ihrer Besitzer oder werden aufgrund von Missverständnissen unfair behandelt. (…) Wir Pferde sind euch Menschen ausgeliefert. Und es liegt in eurer Hand, unsere Welt Stück für Stück ein bisschen besser zu machen.“ (S. 123/124)

Hoffen wir für die Pferde, dass das Vorhaben gelingt und dieses unterhaltsame Buch zur Aufklärung beiträgt.

Die Autorin
Lydia Albersmann wurde 1968 in Köln geboren. Seit frühester Kindheit hat sie jede Minute ihrer Freizeit mit Pferden verbracht. Und weil ihr das noch nicht ausreichte, beschloss sie, ihr Hobby zum Beruf zu machen und arbeitete sieben Jahre lang hauptberuflich als Pferdepflegerin. Nach erfolgreichem Abschluss eines Grafikdesign-Studiums ist sie seit 2004 als freie Illustratorin und Schriftstellerin tätig. Die Pferde sind weiterhin ihre große Leidenschaft.