Wahnsinn im Alltag


Jürgen Sobeck: Lanzarote. Wanderungen, Naturkunde, Landhotels. Das Buch zur Insel
Juni 25, 2008, 9:31 am
Filed under: Bücher, Lanzarote 2007

Jürgen Sobeck: Lanzarote. Wanderungen, Naturkunde, Landhotels. Badenweiler 2008, Oase-Verlag, ISBN 978-3-88922070-7, 187 Seiten, zahlreiche Farbfotos und Karten, Taschenbuch, Format 11 x 18 x 1,5 cm, EUR 16,80.

Schon der Untertitel verrät es: In diesem außergewöhnlichen Reiseführer geht es nicht ums flotte Strand- und Nachtleben, und luxuriöse Einkaufsmeilen kommen darin auch nicht vor. Hier gibt es Natur pur: Wandertouren und naturkundliche Informationen für Touristen, die von der Kanareninsel Lanzarote mehr sehen wollen als nur den Badestrand und die bekannten Sehenswürdigkeiten.

11 Inselwanderungen stellt der Autor vor, zwischen 2 und 12 Kilometern Länge, von leicht bis anspruchsvoll. Und das nicht im journalistisch-knappen Stil, den man von herkömmlicher Reiseliteratur her kennt, sondern persönlich und poetisch, sachkundig und mit leisem Humor. Es ist, als würde man den erfahrenen Wanderer und Lanzarote-Kenner auf seinen Streifzügen begleiten und sich von ihm die geologischen, biologischen und auch kulturellen Besonderheiten der Insel zeigen lassen.

Auf Schritt und Tritt merkt man, dass hier keine am Schreibtisch angelesenen Fakten vermittelt werden, sondern dass ein echter Experte sein Wissen mit uns teilt. 15 Jahre lang hat Jürgen Sobeck auf Lanzarote gelebt und dort als Wanderführer gearbeitet. Was er uns erzählt, damit kennt er sich aus.

Jeder Tourenbeschreibung, die von eindrucksvollen Farbfotos illustriert wird, stehen die „technischen Daten“ der Wanderung voran: Länge, Dauer, Schwierigkeitsgrad, Karte und Wegbeschreibung, eventuelle Einkehrmöglichkeiten und, wo nötig, besondere Hinweise.

Und so tauchen wir ein in die stille geheimnisvolle Welt des Barranco de Tenegüime, der tiefsten Schlucht der Insel … begegnen der Heiligen Jungfrau des Schnees … erklimmen den höchsten Gipfel Lanzarotes … erkunden das Reich von Turmfalke und Kolkrabe – und unternehmen einen Abstecher auf die Insel La Graciosa, das „merkwürdige Paradies“, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Wir erfahren Interessantes über das alltägliche Leben auf dieser nicht alltäglichen Insel, die erst 1984 ans Stromnetz angeschlossen wurde. Zum Beispiel entdecken wir, welche enorme Bedeutung dort die gewöhnliche Schubkarre hat. Und welche erstaunlichen Zusammenhänge zwischen der Ansiedlung eines Inselarztes und der Lebenserwartung der Bevölkerung bestehen. Und nein, gestiegen ist sie nicht …

Wir bestaunen eine gigantische Vulkan-Bombe und werfen einen Blick in den eindrucksvollen Caldera Blanca, den größten Vulkankrater der Insel. Ein besonderes Erlebnis ist auch die Rundwanderung durch das Weinbaugebiet La Geria, das mit seinen Trichtern, in denen die Weinreben gedeihen, aussieht, als hätte ein Architekt es entworfen. Wanderung Nummer 11 schließlich ist ein vulkanologischer Spaziergang durch den Parque Natural de los Volcanes, führt uns direkt in Lanzarotes feurige Vergangenheit – und mitten hinein in einen aktiven Vulkan!

Der geübte Wanderfreund wird sich mit Hilfe der Angaben in dem Buch, einem guten Orientierungssinn und eventuell etwas detaillierterem Kartenmaterial sicher zurechtfinden. Dem gewöhnlichen Stadtmenschen [oppidanus vulgaris], der allenfalls mal sonntags durch den Park spaziert, würde ich nicht raten, auf eigene Faust loszuziehen. Das sind keine vom örtlichen Wanderverein penibel ausgeschilderten Rundwanderwege, wie man sie aus Deutschland kennt. Für uns Städter ist das Wildnis! Wer als gänzlich unerfahrener Wandersmann die unberührte Natur Lanzarotes entdecken möchte, sollte im eigenen Interesse seine pfadfinderischen Fähigkeiten realistisch einschätzen und sich besser einer geführten Wandertour anschließen.

Der naturkundliche Teil des Reiseführers gibt anschaulich und unterhaltsam Auskunft über den Vulkanismus, der auf der Insel eine so bedeutende Rolle spielt. Nach der Lektüre wissen wir nicht nur, was Aa-Lava ist und warum sie so heißt, sondern noch viele hochinteressante Dinge mehr.

Wir erfahren die Wahrheit über den „Halbedelstein“Olivin – und darüber, was es mit dem „echt lanzarotenischen Olivin-Schmuck“ auf sich hat. Wir lernen die Besonderheiten des Wetters auf der Insel kennen und die Tierwelt. Wenn wir bislang noch nicht gewusst haben, warum es ratsam ist, einem Wiedehopf [Upupa epops] aus dem Weg zu gehen, nach dem Lesen des tierischen Kapitels ist es uns sonnenklar.

Ein weiteres Kapitel ist den Naturstränden der Insel gewidmet. Hier entdecken wir nicht nur die schönsten und einsamsten Badestrände, sondern erfahren unter anderem auch, wo auf der Insel „gute Chancen auf die höchsten Kaffeepreise und die miesesten Sandwiches“ bestehen. Vielen Dank für die freundliche Warnung! So kann man bei der Ausflugsplanung schon Vorkehrungen treffen.

Und wer die passende Herberge zum Wanderurlaub sucht, findet unter den casas rurales, den Landgasthöfen, interessante Möglichkeiten. Auch wenn der Name rustikal klingt: Primitiv sind diese Unterkünfte keineswegs. 7 ausgewählte casas rurales (von insgesamt rund 30) werden hier in Wort und Bild vorgestellt. Unter der Rubrik „Einkehren, Unterkommen, Ausruhen“ finden wir noch eine Auswahl von Bars und Restaurants.

„Vergessen Sie alles über Reiseführer, diese hier sind anders“, schrieb das BÜCHERJOURNAL über die Publikationen des Oase-Verlags. Das trifft auch auf den Lanzarote-Reiseführer von Jürgen Sobeck zu. Ich habe knapp anderthalb Regalmeter Reiseführer zu Hause stehen, darunter auch einige von der Insel, aber das ist der erste und einzige, den ich je wie einen Roman von der ersten bis zur letzten Seite durchgelesen habe. Dass ein Reiseführer sachkundig und informativ ist und aussagekräftig bebildert, ist ja geradezu eine Grundvoraussetzung. Dieser hier ist obendrein noch von persönlicher Erfahrung geprägt, überaus vergnüglich zu lesen und eröffnet ganz neue Perspektiven: Auch wenn Sie schon oft auf Lanzarote waren: So haben Sie die Insel mit Sicherheit noch nie gesehen!



Lanzarote 2007: Die Insel der schlafenden Vulkane, Teil 1
Dezember 27, 2007, 9:30 am
Filed under: Lanzarote 2007

Lanzarote 22.07 – 31.07.2007
Die Insel der schlafenden Vulkane – Teil 1

„Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie so ein Brocken Basalt das Meer in Aufregung zu versetzen vermag“ – Alexander von Humboldt

Immer, wenn uns kein originelleres Reiseziel einfällt, landen wir auf Lanzarote. So auch dieses Mal. Wir sagten daheim, wir gehen noch mal „Blackys Heimatgebüsch“ besuchen, denn wir fuhren wirklich genau in das Hotel, in dem wir 1994 unseren langhaarigen Lanarzote-Kater Blacky aufgelesen und vor dem sicheren Vergiftungstod gerettet hatten.

Leider konnten wir Blacky nicht mehr davon berichten, wie es heute in seiner alten Heimat ausschaut. Er ist am 1. Juni 2007 an einem Krebsleiden gestorben. Nicht, dass er es tatsächlich verstanden hätte, das mit seiner Heimat. Aber ich bin mir sicher, wir hätten es ihm trotzdem erzählt. So sind sie eben, die Katzenhalter.

Es sollte auch ohne Blacky eine Reise in die Vergangenheit werden. Immerhin war das Hotel RIU Paraiso unser erstes Riu-Hotel überhaupt. Wir waren damals so begeistert, dass es seither für uns nichts anderes mehr gibt. Würde es uns, viele Jahre und viele Hotels später, im RIU Paraiso noch immer so gut gefallen? „All inclusive“ hat das Hotel jetzt. Hmm … das hatten wir noch nie.

Sonntag, 22. Juli 2007: Anreise

Am Sonntag, den 22. Juli heißt es bereits um 2:34 Uhr aufstehen. Sicherheitshalber habe ich mir zwei Wecker gestellt. Wäre aber nicht nötig gewesen, vor lauter Reisefieber schlafe sich sowieso unruhig und werde alle naselang wach. Pünktlich um 3:45 Uhr kommt Taxifahrer Michele, ein Bekannter von Gerhard, der am liebsten nachts fährt. Und, wie immer, ist Gerhard längst mit allem fertig, während mir noch 47 ungeheuer wichtige Kleinigkeiten einfallen, die man jetzt noch schnell wegräumen, wegwerfen oder einpacken muss. Noch schnell von den beiden Katern Cooniebert und Yannick verabschieden, die in der Obhut von Gerhards Eltern zurückbleiben. Und noch rasch aufs Klo … Gerhard geht schon mit seinem Koffer hinaus, ich hechle mit meinem wenige Minuten später hinterher. Immer mit dem Gefühl im Hinterkopf, ganz bestimmt was Wichtiges vergessen zu haben.

Die Straßen sind frei zu dieser frühen Stunde und wir sind zeitig am Flughafen. Der Abflug ist „erst“ um 6:00 Uhr, da ist es auch nicht furchtbar schlimm, dass wir hübsch eine Weile durch die Halle irren, bis wir endlich den Schalter der Gesellschaft Tuifly finden. Aha … da, wo die meisten Leute stehen! Die Schlangen werden lang und länger, weil der Flughafen erst im Erwachen begriffen ist. Die Schalter sind noch gar nicht besetzt. Und einen Kaffee gibt es auch noch nirgends.

Die Schweizer Jugendgruppe vor uns am Schalter hat ein Problem mit ihren Flugticktes. Ein endlos erscheinendes Palaver entspinnt sich. Warum müssen wir immer in der Schlange stehen, in der vor uns jemand „ein Sperrpaket nach Honolulu, unfrei und mit Zollerklärung aufgeben“ muss? Sprich, irgendwelche langwierig zu klärenden Sonderwünsche hat. Irgendwann regelt sich auch das, irgendwie … Und es geht los. Wir starten! Mit nur 10-minütiger Verspätung. Das Flugzeug ist neu, eine 737-800. 4 Stunden und 15 Minuten dauert der Flug. Die Hälfte davon verschlafe ich.

Und natürlich gibt’s am Zielflughafen in Arrecife wieder Gedöns mit dem Gepäck. Es gibt immer Gedöns mit dem Gepäck. Nachdem schon eine Handvoll Gepäckstücke von ihren Besitzern in Empfang genommen wurden, verreckt das Förderband und das Gepäck muss auf ein anderes Band umgeladen werden. Das geht dann doch erstaunlich flott.

Dafür ist der Bus überbucht, der uns ins Hotel bringen soll. Mehrere Leute müssten stehen, aber das verbieten die hiesigen Sicherheitsvorschriften. Die Reiseleiterin kann nicht glauben, dass ein Fehler passiert ist, und vermutet, dass ein paar Reisende im falschen Bus sitzen und gar nicht Riu Paraiso gebucht haben. Vermutlich hängt sie derselben Theorie an wie mein Vater: „Die meisten Leut’ sind Deppen“.

Als sich auf ihren wiederholten Aufruf hin niemand meldet, der hier falsch ist, macht sie sich seufzend ans Werk: Jeder muss sein Ticket herauskruschteln und sie prüft die Namen der Unterkunft. Das Ergebnis bleibt dasselbe: Die Gäste sind hier alle richtig, die Planung ist falsch. Irgendwer im Büro hat da nicht richtig gezählt. Es bleibt ihr nichts anderes übrig: Sie lässt die überzähligen Gäste aussteigen, deren Gepäck wieder ausladen und fordert in der Zentrale einen weiteren Bus an.

Eine Viertelstunde später, gegen 10:30 Uhr, kommen wir im Hotel an. Da wird es geschwind turbulent. Mehr als 100 Leute wollen einchecken – und die Zimmer sind noch nicht fertig. Was ja um die Uhrzeit zu erwarten ist. Man sagt uns, wir sollen in einer Stunde wiederkommen und dann einchecken. Okay, kein Problem, erkunden wir eben so lange das Hotel. Und wenn hier schon alles inklusive ist, gibt’s vielleicht irgendwo auch einen Kaffee.

Gehen wir einfach mal gucken, was sich hier in den vergangenen 13 Jahren alles getan hat. Ob Blackys Heimatgebüsch noch steht?

Ist inklusiv das Gegenteil von exklusiv?

Wir ziehen los – und sind spontan entsetzt. Unser erster Eindruck: cheap and shabby. Leicht heruntergekommen und Kantinen-Atmosphäre. Das all-inclusive-Konzept empfinden wir als Verrat an der RIU-Philosophie, wie wir sie kennen. Das hier ist die Neckermannisierung der ursprünglichen Geschäftsidee. Inklusiv ist offenbar das Gegenteil von Exklusiv. Wenn das der alte Luis Riu sehen könnte, der Firmengründer! Ich glaube kaum, dass ihm das gefallen würde. Die wirtschaftliche Notwendigkeit für diese Personal-Sparmaßnahmen sähe er sicher ein, aber das Resultat fände er womöglich so traurig wie wir.

Wo man immer so viel Wert auf liebevolle Gestaltung bis ins kleinste Detail gelegt hat, steht jetzt ein wirres ein Sammelsurium kitschiger Anbauten. Es ist laut und rummelig. Nein, das ist nicht mehr RIU, wie wir es kennen!

Blackys Heimatgebüsch gibt es auch nicht mehr, da ist jetzt ein gepflegter Rasen. Okay. Aber den großen schwarzen Felsbrocken am Pool, auf dem Blacky und seine Katzengeschwister gelegen und sich gegenseitig gewärmt hatte, wenn es abends kühler wurde, den gibt es noch. Und das Klima ist, wie wir es kennen und lieben: Es ist windig und hat angeblich 26 Grad.

Beim Einchecken gibt es eine Überraschung: Wir bekommen – wohl wegen unserer RIU-Treuepunkte – ein Zimmer im vormaligen Hotel Riu Palace. Paraiso und Palace gehören mittlerweile zusammen. Das Palace war damals vor 13 Jahren eine Klasse, bzw. einen Stern, besser als das Paraiso und hat und durch seine Vornehmheit beeindruckt, ja geradezu eingeschüchtert. Mit Mühe und Not hatten wir uns getraut, einen Fuß in die Hotelhalle zu setzen. Aber nur einen, aus Angst, dass uns die Security auf Anhieb als Unbefugte erkennt und umgehend an die Luft setzt. Inzwischen haben wir so viel gesehen, dass unser Urteil lautet: „Gut – ganz so schäbbisch wie das RIU Paraiso ist es nicht …“

Die luftige Innenhof-Architektur des Paraiso, die einen ins Freie treten lässt, sobald man sein Zimmer verlässt, ist allerdings nach wie vor unerreicht klasse.

Wir richten uns sein und gehen in den Ort, Puerto del Carmen. Auch da ist entweder das Niveau ein wenig gesunken oder unsere Ansprüche sind höher geworden. Es schaut alles ein wenig billiger und schäbiger aus, als wir es in Erinnerung hatten.

Aber das Essen im Hotel ist gut. Mag es auch in anderen RIU-Hotels raffinierter sein wir sind zufrieden. Auch da sind allerdings gewisse „Kantinisierungs-Tendenzen“ erkennbar: Zum Beispiel Getränkeautomaten (sogar für den Wein) statt einer Bestellung beim Kellner. Wein aus dem Automaten?! Ein bisschen ist es schon so, als würden wir hier durch die Ruinen einer überkommenen Geschäftsidee wandeln.

Montag, 23. Juli 2007: Die Informations-Veranstaltung

Am nächsten Tag ist um 10:15 in der Bar die bei Sekt und Saft die obligatorische TUI-Informations-Veranstaltung. Der ganz große Aufmarsch wird geboten, vom Chef des Hotels über den Vize-Chef, die Hausdame und den Koch bis hin zu den Animateuren. Alle stellen sich und ihre Zuständigkeitsbereiche vor.

Der zweitwichtigste Mann bei den Animateuren ist ein Spanier, der in Villingen-Schwenningen aufgewachsen ist. Man hört’s! Statt „Gymnastik“ sagt er, wie bei uns in der Region üblich: „Gümnaschtig“.

Die TUI-Reiseleiterinnen erzählen Wissenswertes über den Ort und die Insel und geben einen Überblick über das angebotene Ausflugsprogramm. Auch ein paar externe Anbieter kommen zu Wort und dürfen ihre Ausflugsangebote präsentieren, so z.B. das Katamaran-Segeln und die U-Boot-Tour mit dem „Yellow Submarine“. Letzteres hört sich zwar ungemein interessant an, aber ich würde es mich nie getrauen, an Bord eines U-Boots zu gehen. Unter Wasser fürchte ich mich. Mehr noch: Ich würde vermutlich in Panik geraten.

So wie hier kennen wir die Info-Veranstaltungen. In den wenigsten Hotels wird das noch so ausführlich und informativ gemacht.

Unsere Fluchtposition an der Tür zahlt sich aus: Nach Ende der Veranstaltung sind wir ruckzuck draußen und als einer der ersten am Desk der Reiseleiterin. Innerhalb von drei Minuten haben wir unser Ausflugsprogramm für diesen Urlaub gebucht:

Dienstag, 24.07.: Kratertour/Süden der Insel, Abholung 8.52 Uhr
Mittwoch, 25.07.: Nordtour, Abholung 8:59 Uhr
Freitag, 27.07.: Biosphäre/Vulkantour, Abholung 8:20 Uhr

Enorme Bau-Aktivitäten
Nach der Informationsveranstaltung wandern wir den Strand entlang bis zum Flughafen – und auf der Strandpromenade wieder zurück. Das ist das Schöne in Puerto del Carmen: man kann ewig den Strand entlang latschen. Und das tun wir gern.

Auch rund ums Hotel hat sich einiges verändert. Gegenüber, auf der anderen Straßenseite, war vor 10+ Jahre noch nichts, nur Wildnis. Jetzt hat’s dort lauter kleine Ferienhäuschen, eine komplette Siedlung. Auch zwischen Hotel und Flughafen war damals noch nicht viel. Heute gibt es den Playa Matagorda – Hotels, Bars, Restaurants und Geschäfte. Und im Osten, also Richtung Flughafen, wird wie wild weiter gebaut. An der Strandpromenade wird gearbeitet und an den Zugängen zum Strand. Da werden die Hotels, die Ferienhäuser, Geschäfte und Restaurants nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die haben dort wohl Größeres vor.

Zurück im Hotel reichte die Energie gerade noch zum Abhängen am Pool und am Abend zum Essengehen. Nur kein Stress, sagen wir uns, schließlich haben wir Urlaub.

Katzen mit veilchenblauen Augen
Nach dem Abendessen stellen wir bei einem Streifzug durchs Hotelgelände fest, dass es hier fast noch genau so viele Katzen gibt wie zu Blackys Zeiten. Ob noch Verwandte von ihm dabei sind? Schwarze und Langhaarige hat es hier einige. Außerdem graue, die uns an unseren verstorbenen Kater Smokey erinnern, Standardmodelle mit Streifen, in Beige und in Grau, eine Dreifarbige wie unsere Dusty, die allerdings extrem zickig und bissig ist und sich gern mal Reste von unbeaufsichtigt herumstehenden Servierwagen schnappt. Gerhard nennt sie „Katzicke“.

Schöne Birmakatzen-Mischlinge sind auch darunter. Einer schaut mit seiner Maskenzeichnung im Gesicht aus, als hätte er eine Schweißerbrille auf. Mein letzter Wille, eine Katz mit Brille. Und eine andere hat so hinreißend veilchenblaue Augen wie Liz Taylor, weshalb wir sie auch so nennen.

Leider sind die Blauäugigen anscheinend lichtempfindlich und kamerascheu. Was ein Blitzlicht ist, wissen sie wohl schon. Tagsüber, wenn man unter Umständen ohne Blitz auskäme, lassen sie sich nicht sehen. Da ist es ihnen zu warm und sie verkrümeln sich ins Gebüsch. Erst in der Dämmerung werden sie aktiv und schleichen den Gästen um die Tische, immer in der Hoffnung, dass etwas für sie abfällt. Und wer könnte diesen Augen – ob blau, ob grün, ob bernsteinfarben – schon widerstehen?

Dienstag, 24. Juli 2007: Die Kratertour – der Süden der Insel

Kann es denn wirklich sein, dass ein Ausflugsbus mal früher kommt als angekündigt?! Nein – wir sind gleich mehrfach „fehlgestartet“. Die Busse, die vors Hotel fuhren, hatte alle andere Ausflugsziele. Irgenwie muss heut ausflugstechnisch Großkampftag sein. Zum Glück kontrollieren die Reiseleiter die Tickets, ehe einer einsteigt. So ist gewährleistet, dass keiner beim falschen Ausflug landet.

Um 8:55 ist es dann so weit: Unser Bus ist da. Für 8:52 war er avisiert, also sensationell pünktlich. Wer macht eigentlich immer diese krummen Termine? Jemand im Büro mit Hilfe einer Landkarte oder eines Computerprogramms? Die Reiseleiter amüsieren sich jedenfalls in vielen Ländern darüber.

Unser Bus hat die Nummer 61, gefahren wird er von Luciano. Unser Reiseleiter heißt Juan. Es hört sich aber ein bisschen so an, als habe er einen niederländischen Akzent. Auf dem Weg zum Timanfaya Nationalpark machte er uns mit den „Basics“ der Insel vertraut:

Lanzarote ist die am weitesten nordöstlich gelegene der sieben großen Kanarischen Inseln. Sie liegt ca. 130 km vom afrikanischen Festland entfernt, ist rund 1.000 km von Marokko entfernt und ist rein vulkanischen Ursprungs. Entstanden ist sie vor etwa 16 – 20 Millionen Jahren. Die Insel hat eine Fläche von rund 800 qkm, ist ca. 60 km lang und 34 km breit und ist damit die viertgrößte Insel der Kanaren. Sie hat ca. 130-000 Einwohner.

Die Hauptstadt der Insel ist Arrecife, die Landessprache Spanisch. Lanzarote gehört zur spanischen Provinz Las Palmas und seit 1996 zur EU. Sie besitzt einen eigenen Inselrat, den cabildo insular, und ist in die sieben Gemeinden Arrecife, Haría, San Bartolomé, Teguise, Tías, Tinajo und Yaiza gegliedert. Als erste vollständige Insel wurde Lanzarote 1993 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.

Südlich von Lanzarote liegt in elf Kilometern Entfernung die Insel Fuerteventura, und im Norden nur einen Kilometer entfernt der Chinijo-Archipel mit den kleinen Inseln La Graciosa, Montaña Clara, Alegranza, Roque del Oeste und Roque del Este.

„In der Geschichte sind die Kanarischen Inseln kaum erwähnt. Während Italien und Griechenland ihre antiken Schriftsteller, gelehrten und Feldherren hatten, haben die Kanaren eigentlich nur ihre Naturkatastrophen.“ http://www.lanzarote-site.de

1730 kam es auf Lanzarote zu schweren Vulkanausbrüchen. Am 1. September bildeten sich auf einer Strecke von 18 Kilometern 32 neue Vulkane. Die Ausbrüche, die von dem Pfarrer von Yaiza, Don Andrés Lorenzo Curbelo, bis 1731 detailliert dokumentiert wurden, dauerten insgesamt 2.053 Tage und endeten im Jahr 1736. Am Ende hatte die Lava rund ein Viertel der Inselfläche unter sich begraben, darunter die fruchtbarsten Böden der Insel und mehrere Dörfer und Gehöfte. Stattdessen entstanden an dieser Stelle hundert neue Vulkane, die den Namen Montañas del Fuego (Feuerberge) erhalten haben

1768 kam es zu einer Dürrekatastrophe, nachdem die Winterniederschläge mehrere Jahre lang nicht fielen. Die Dürre forderte zahlreiche Tote, viele Bewohner wanderten auf die Nachbarinseln oder nach Kuba und Amerika aus. Im Jahre 1824 kam es zu einem erneuten Vulkanausbruch im Bereich von Tiagua, der aber bei weitem nicht so schlimm war wie die Ausbrüche in den Jahren 1730 bis 1736.

1974 wurde der Timanfaya-Nationalpark (span.: Parque Nacional de Timanfaya) gegründet. Er wird auch als Montañas del Fuego (Feuerberge) bezeichnet.

Die 14 Kilometer lange Rundfahrt kann man nur mit dem Bus unternehmen. Privat-PKWs, Wanderer o.ä. haben keinen Zutritt. Von dem 350 Meter hoch gelegenen Montaña Rajada erhält man einen Überblick über den größten Teil des Timanfaya-Nationalparks. Das große Areal, das heute das Lavameer einnimmt, gehörte vor den Ausbrüchen zum fruchtbarsten Teil Lanzarotes. Nach der Katastrophe lag die unglaubliche Menge von acht Millionen Kubikmetern Lava dort, wo zuvor kleine Ortschaften und einzelne Gehöfte existiert hatten; insgesamt wurden etwa 420 Häuser zerstört. Die zerstörten Dörfer waren Timanfaya, Los Rodeos, Mancha Blanca, Santa Catalina, Mazo, Jarretas, Tingafa, Peña Palomas, Testeina, La Geria, Macintafe, Mozaga, Guagaro, Masdache und Iguadén, außerdem die Landgüter von Maretas und Chupaderos.

Der Ritt auf dem Kamel
Bevor es auf die Bustour durch den Nationalpark geht, steht zunächst mal ein Kamelritt auf dem Programm. Ich wollte das schon immer mal machen, aber Gerhard zieht nicht so recht. Er setzt sich nicht auf so ein Viech, meint er. Was das arme Tier zu schleppen hat! Es stimmt schon: Da wir unterschiedlich viel wiegen und auf einem Gestell quasi links und rechts am Kamel hängen, wird beim leichteren Partner das Gewicht mit Sandsäcken ausgeglichen. Da kommt schon was zusammen.

Gut, sag ich, dann reite ich eben allein, mit einem fremden Partner oder einem Sandsack auf der anderen Seite. Ich mach das jetzt. Ich wäre mir so was von blöd vorgekommen, wenn ich jetzt gekniffen hätte, wo Ulrike Renk mir in einem unserer verlagseigenen Bücher eigens eine Kurzgeschichte über einen Kamelritt gewidmet hat! Nee, nee, das muss jetzt sein! Da müssen wir durch. Ich zumindest.

Also gut – er stellt sich doch auf die andere Seite des Kamels und ist dabei. Ein bisschen mulmig ist mir schon – der „Sicherheitsgurt“ ein Kälberstrick. Wir sind die ersten der Karawane und unser Viech schnauft und schwankt mächtig. Andere Tiere haben einen ruhigeren Gang.

Ich hab die ganze Zeit Ulrikes Geschichte im Hinterkopf und schau tatsächlich nach, ob unser Kamel auch so lange Wimpern hat wie das in der Geschichte. Ja, doch – stimmt!

Die ganze Zeit rede ich dem Kamel gut zu: „Ja, bist ein braves Kamel, musst so sehr schleppen. Machst einen guten Job. Wir schaffen das, ich weiß, dass du das kannst …“

Beweisfotos gibt es auch. Ein Fotograf und der marokkanische Kamelführer sorgen dafür. Und ich selber schieße auch die andere Aufnahme mit der kleinen Kamera aus der Hüfte. Wenn ich mich getraue, meinen Klammergriff für einen Moment vom Sitzgestell zu lösen.

Irgendwann steigen wir heil wieder runter von und klettern, nach Kamel duftend, zurück in unseren Bus. Es geht zum Islote de Hilario. Der Berg wurde nach einem Mann namens Hilario benannt, der der Sage nach als Einsiedler 50 Jahre lang hier lebte. Sein einziger Gefährte war ein Kamel. Man erzählt, dass Hilario einen Feigenbaum gepflanzt hatte, der, obwohl er Wurzeln schlug, niemals Früchte trug, weil die Blüte sich nicht von Flammen ernähren konnte.

Wir stellen uns im Halbkreis auf. Ein Mitarbeiter der Parkverwaltung nimmt eine Schaufel voll Lapilli vom Boden auf und gibt jedem von uns ein paar Krümel davon in die Hand. Ui, ist das heiß! Jeder schüttet seine Krümel von einer Hand in die andere, um sie abzukühlen. Ja, hier ist noch was zu spüren von den vulkanischen Aktivitäten.

Das zeigt auch ein weiteres Experiment. Der Park-Mitarbeiter stopft dürres, dorniges Gestrüpp … so eine Art Kameldornbusch … in ein Erdloch. Die trockene Pflanze geht sofort in Flammen auf.

Bei einer weiteren beeindruckenden Demonstration wird Wasser in ein senkrecht im Boden eingelassenes Rohr gegossen. Da die Temperatur wenige Meter unter der Erdoberfläche über 400°C beträgt, entsteht eine explosionsartig empor schießende Dampffontäne. Westlich des Hauptkraters des Montaña del Fuego beträgt die Temperatur in 27 Metern Tiefe etwa 700°C.

Durch die Kraterlandschaft mit dem Bus
Im vom Inselkünstler Cesar Manrique entworfenen Restaurant werfen wir einen Blick auf Lavagrill, der wirklich nur mit vulkanischer Hitze betrieben wird. Wir essen hier aber nicht, wir machen nur eine Pinkelpause und dann geht es mit unserem Reisebus auf die Rundfahrt durch den Nationalpark. Der Fahrer legt eine CD ein – die eine wesentlich bessere Tonqualität aufweist als die ausgeleierten Cassetten, die wir von unseren früheren Besuchen kennen – und es geht los. Zu unheimlichen musikalischen Klängen erzählt uns der Sprecher die Geschichte des Vulkanausbruchs. Natürlich darf dabei der Augenzeugenbericht des Pfarrers von Yaiza nicht fehlen. Don Andrés Lorenzo Curbelo hat seine Eindrücke handschriftlich festgehalten.
Etwas verkürzt wiedergegebener Bericht, der handgeschriebenen Aufzeichnungen des damaligen Pfarrers von Yaiza, Don Andrés Lorenzo Curbelo:

„(…). Am 1.September1730, zwischen 9 und 10 Uhr abends, öffnete sich plötzlich die Erde bei Timanfaya, zwei Wegstunden von Yaiza. Ein gewaltiger Berg bildete sich bereits in der ersten Nacht, und Flammen schossen aus seinem Gipfel, die 19 Tage lang weiter brannten. Wenige Tage später brach ein neuer Schlund auf und der Lavastrom ergoss sich über Timanfaya, Rodeo und einen Teil von Mancha Blanca. Die Lava floss nach Norden, anfangs wie sprudelndes Wasser, später zähflüssig wie Honig. Doch am 7. September stieg mit unheilvollem Donnern ein riesiger Fels aus der Tiefe und zwang die Lava dazu, ihren Fluss nach Westen und Nordwesten zu wenden. Dort zerstörte sie die Orte Maretas und Santa Catalina.

Am 11. September erneuerte sich die Gewalt der Lava. Sie bedeckte und verbrannte das Dorf Mazo und stürzte danach acht Tage lang als feuriger Katarakt unter furchtbarem Tosen ins Meer, so dass tote Fische in riesigen Mengen an der Oberfläche schwammen oder ans Ufer geworfen wurden. Danach beruhigte sich alles und die Eruptionen hörten auf.

Jedoch am 18. Oktober brachen direkt über dem verbrannten Santa Catalina drei neue Schlünde auf, aus denen schwere Rauchwolken strömten, die sich über die ganze Insel verbreiteten. Sie trugen Unmengen an Asche und Sand mit sich und überall fielen dicke Wassertropfen nieder. Die dadurch verursachte Finsternis, Asche und Rauch, vertrieben mehrfach die Einwohner von Yaiza und Umgebung. Doch kehrten sie wieder zurück, als auf die Eruptionen keine weiteren Ausbrüche mehr folgten. Am 28. Oktober, als diese Ereignisse zehn Tage angedauert hatten, fiel in der ganzen Region das Vieh tot um, erstickt vom stinkenden Dunst.

Vom 1. bis 20. November brach unaufhörlich Rauch und Asche aus den Kratern hervor und am 27. wälzte sich mit enormer Geschwindigkeit ein Lavastrom die Hänge hinunter. Am 1. Dezember erreichte er das Meer und bildete dort eine erstarrende Insel. Am 16. Dezember änderte die Lava plötzlich ihren Lauf, floss nicht mehr ins Meer, sondern verschüttete das Dorf Chupadero und vernichtete die fruchtbare Ebene von Uga.

Am 7. Januar 1731 kam es zu neuen Ausbrüchen, die die früheren Krater wieder zerstörten. Aus zwei Öffnungen brach Lava heraus, begleitet von dichten Rauchwolken, in denen rote und blaue Blitze tobten. Dazu donnerte es wie bei Gewittern, was für die Bewohner sehr erschreckend war, da sie auf ihrer Insel keine Gewitter kannten.

Am 10. Januar türmte sich ein hoher Berg auf, der noch am selben Tag wieder in sich zusammenstürzte. Steine und Asche regneten auf die Insel und Lavaströme flossen über den Malpaís ins Meer.

Am 7. März entstanden gleich mehrere Vulkane, die sich in einer Reihe von Ost nach West erhoben.

Am 4. Juni öffneten sich in der Timanfaya-Region drei Krater auf einmal. Sie verbanden sich schnell zu einem einzigen Vulkankegel, aus dem ein Lavastrom ins Meer floss. Aus einem Nebenkrater schossen Asche und Blitze heraus, aus einem anderen entwich weißer Dampf, wie man ihn bisher nicht gesehen hatte. Ende Juni waren alle Küsten an der Westseite der Insel mit riesigen Mengen von toten Fischen bedeckt, von denen man viele Arten noch nie gekannt hatte. Nordwestlich von Yaiza stiegen mit heftigen Detonationen Rauch und Flammen aus dem Meer empor.

Im Oktober und November verstörten neue Eruptionen die Einwohner. Am 25. Dezember fühlte man das stärkste aller Erdbeben, und am 28. Dezember schoss ein Lavastrom aus einem neu entstandenen Kegel, zerstörte ein weiteres Dorf und eine Kapelle bei Yaiza …“

An dieser Stelle brechen die chronologischen Notizen des Priesters ab. Don Andrés Lorenzo Curbelo konnte wahrscheinlich nicht mehr länger im schwer bedrohten Yaiza bleiben, er floh mit vielen anderen Inselbewohnern nach Gran Canaria. Die Eruptionen sollten noch fünf Jahre dauern.

Wir fotografieren wie wild und wissen, dass bei Fotos aus dem Bus raus wegen im Weg sitzender Leute und Spiegeleffekten nur ein Bruchteil der Bilder brauchbar sein wird.

Zum dritten Mal erleben wir nun diese Tour, und es ist immer wieder faszinierend und eindrucksvoll.

Wir erfahren unter anderem, dass innerhalb der ersten 5 Monate der Eruptionen die Hälfte der Bevölkerung Lanzarotes emigirerte. Entweder auf die Nachbarinseln oder nach Venzuela oder Kuba. Wenn sie nach Südamerika gingen, dann ohne Chance auf eine Rückkehr. Noch nicht mal 3% der Einwanderer sind waren so erfolgreich, dass sie zurückkehren konnten. Wer es in der Fremde zu nichts brachte, kam auch nicht heim. Wie auch? Dafür fehlten ihm die Mittel. Es kam natürlich vor, dass nach zwei oder drei Generationen die Nachkommen die Heimat ihrer Eltern besuchten.

Die moderne Emigration verläuft anders: Von Afrika auf die Kanaren.

Auch von der Flora und Fauna im Timanfaya-Nationalpark ist die Rede. Man sollte angesichts der kargen Mondlandschaft ja nicht glauben, dass es so was da überhaupt gibt. Aber hat Vögel und Insekten, Flechten und das oben bereits erwähnte Dornengestrüpp. Das größte Tier, das im Park lebt, ist der Aasgeier.

Und auch vom Klimawandel erzählt man uns. Nicht nur wir in Deutschland merken, dass die Sommer immer heißer werden, der Herbst stürmischer und die Winter unberechenbar. Auch auf Lanzarote tut sich was. Vor zwei und vor drei Jahren gab es mehr Regen als je zuvor. Das hatte ein erhöhtes Pflanzenwachstum zur Folge und eine Rekordernte im Weingebiet La Geria.

Weiter geht’s. Wir kommen durch Yaiza. Die malerische Ortschaft im Süden von Lanzarote wurde mehrfach als schönstes Dorf Spaniens ausgezeichnet. Die Vulkanausbrüche des 18. Jahrhunderts haben auch in Yaiza eine Vielzahl von Gebäuden vernichtet Eine kleine Säule mit Gedenktafel erinnert in Yaiza an die Verwüstungen der Jahre 1730 bis 1736. Sie ist dem damaligen Pfarrer von Yaiza, Don Andres Lorenzo Curbelo, gewidmet. Durch seine Tagebuchaufzeichnungen wurden die Eruptionen des Timanfaya für die Nachwelt dokumentiert. Siehe oben.

Wir fahren durch Uga, der Heimat der Kamele. Uga ist das Zentrum der Kamelzucht auf Lanzarote. Hier also sind die bei den Besuchern des Nationalparks Timanfaya heiß begehrten Dromedare beheimatet. Das recht einträgliche Geschäft mit den kamelreitenden Touristen hat einige Familien im Dorf wohlhabend gemacht.

El Golfo – der grüne Kratersee
Unser nächstes Ziel ist El Golfo. Weniger das Fischerdorf selbst als der grüne Kratersee, der sich südlich davon befindet. Jetzt kenne ich die Insel schon seit 13 Jahren, war mehrfach hier und habe bis eben geglaubt, dass der Kratersee El Golfo hieße. Stimmt nicht. Er heißt Charco de los Clicos. Der Name stammt von einer essbaren Art Meeresfrüchten, den Clicos, die früher gehäuft an diesem Ort vorkamen. Ich habe das jetzt im Nachhinein gelesen – aber noch nie zuvor gehört. Ich schwöre, dass das noch kein Reiseleiter jemals erwähnt hat.

Wie dem auch sei – El Golfo der Charco de los Clicos – es ist ein großer, unter Naturschutz stehender, teilweise im Meer versunkener Vulkankrater, in dem sich eine Lagune gebildet hat, die etwa 30 Meter von der Küste entfernt liegt. Sie müssen einen neuen Zugang gebaut haben, in den Jahren, in denen wir nicht da waren. Früher konnte man von oben einen Blick auf den Kratersee werfen – und wurde beim Hinunterspähen fast vom Felsen geweht. Diesmal näherten wir uns der Sehenswürdigkeit auf See-Ebene.

Dieser Vulkankrater ist ein seltenes Beispiel des Hydrovulkanismus – der Interaktion zwischen Lava und Wasser, die meistens an der Küste vorkommt. Die markante grüne Farbe der Lagune entsteht durch die Alge Ruppia Maritima, die bei dem extrem hohen Salzgehalt des Sees gut gedeiht. Mit etwas Glück findet man in der Umgebung Olivin, ein durch Vulkanismus entstandenes Mineral, aus dem man Schmucksteine herstellen kann.

Die inzwischen abgesperrte grüne Lagune verdunstet in den letzten Jahren leider immer mehr und besitzt heute nur noch einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Größe. Durch unterirdische Verbindungen zum Meer strömt Meerwasser in die Lagune nach, und sorgt für ständigen Ausgleich. Dieses Gleichgewicht der Natur ist seit einigen Jahren gestört. Wissenschaftler suchen verzweifelt nach Ursachen, damit dieses einmalige Naturwunder nicht für immer verschwindet.

Los Hervideros
„Los Hervideros“, das sind die Klippen zwischen den Salinas de Janubio und dem Golfo-Krater – vom Meer ausgewaschene Löcher im Lavagestein. Auf winkligen Pfaden und über Steintreppen kann man diese natürlichen Höhlen aus der Nähe besichtigen. Viele dieser Treppen und Zugänge müssen auch neueren Datums sein, Ich kann mich nicht erinnern, dem Schauspiel früher einmal so nahe gekommen zu sein. Und wenn ich die Möglichkeit habe, irgendwo rein- oder raufzuklettern, um etwas besser zu sehen, dann nutze ich die.

Der Name bedeutet wohl so was die „Siedekessel“. Laut Reiseführer sollte folgendes passieren:

„Dem Besucher bietet sich hier ein bizarres Schauspiel, in dem die Wellen des Meeres mit Urgewalt gegen die schroffen Felsen knallen. Die Wellen erzeugen eine kochende Gischt, die einen wunderschönen Kontrast zum schwarzen Lavagestein bilden. Teilweise spritzen die Wasserfontänen turmhoch. Das Wasser hat mit seiner Kraft Löcher und Schneisen in die Felsen geschlagen, und die Lava an dieser Küste grottenartig ausgehöhlt. Hier kann man sich stundenlang aufhalten und diesem Naturschauspiel zuschauen.“

Ja … wenn starke Westwinde das Meer aufwühlen! Bei uns war es windstill und es kochte nix. Aber wir kennen das Schauspiel noch von früheren Besuchen. Wir glauben es auch so. Wind und Wetter ordnen sich noch nicht dem Timing der Touristen unter. Und das ist ganz gut so.

Auf die Salinen und den schwarzen Lavasandstrand von Janubio warfen wir nur einen Blick im Vorbeifahren.

La Geria
Der letzte Stopp auf der Nortour ist das Weinbaugebiet La Geria, das uns, neben dem Timanfaya-Nationalpark und El Golfo – dem Krater –bei unseren Besuchen auf der Insel am meisten beeindruckt hat.

La Geria bezeichnet ein 5.255 Hektar großes Gebiet im geographischen Zentrum der Kanareninsel Lanzarote, auf dem sich auf eine spezielle Art bestellte Kulturflächen befinden. Es erstreckt sich etwa zwischen Yaiza und San Bartolomé am Rande des Timanfaya-Nationalparks. Überwiegend für den Weinanbau genutzt, bildet das Naturschutzgebiet La Geria das größte Weinanbaugebiet der Kanarischen Inseln. Es wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Faszinierend ist das Farbspiel von schwarzer Lava, grüner Rebstöcke, weißen Anwesen und rötlich schimmernder Berge. Diese farblichen Kontraste von La Geria sowie die einmalige Anbaumethode veranlasste das Museum of Modern Art in New York in den 1960er Jahren dazu, die grandiose Kulturlandschaft La Geria zum Gesamtkunstwerk zu erklären.

Nach den schweren Vulkanausbrüchen in den Jahren 1730 bis 1736 wurde hier ein Gebiet mit einer dicken Schicht Vulkanasche bedeckt, mit mächtigen Lapillischichten (genannt: picón) von 1 bis 2,5 Metern Dicke. Wohl zunächst aus der Not heraus entwickelte sich hier eine erfolgreiche, besondere Art von Trockenfeldbau.

Um wieder an fruchtbaren Boden zu gelangen, wurden trichterförmige Vertiefungen in die Lapillischicht gegraben und an ihren Grund jeweils eine einzelne Pflanze gesetzt. Die grobporige Schicht lässt die mit 100 bis 200 mm pro Jahr sehr geringen, fast ausschließlich im Winter fallenden Niederschläge schnell in den durchwurzelten Boden versickern. Gleichzeitig verringert sie – neben einem seitlichen Abfließen des Wassers und der damit verbundenen Erosion – durch ihre geringe Kapillarwirkung und Wärmeleitfähigkeit die Verdunstungsverluste. Zusätzlich zu der Vertiefung schützen oft noch halbkreisförmige Mauern aus basaltischen Lavabrocken die einzeln wachsenden Reben vor den teils kräftigen Winden.

Der in dieser reizvollen Umgebung entstehende Wein wird bevorzugt aus den Rebsorten Moscatel und Malvasier hergestellt. Die lanzarotenischen Weinbauern produzieren mit Unterstützung der starken Sonneneinstrahlung auf dieser Kulturlandschaft etwa fünf Millionen Liter Wein pro Jahr

Zwischen den Weinstöcken werden vereinzelt Feigenbäume gepflanzt. Die hier auch mehr Feigensträucher sind.

Natürlich gehört auch eine Weinprobe dazu. Doch bei der Malvasier-Verkostung erwies sich alles als für unseren Geschmack zu süß. So kamen wir nicht ins Geschäft, wohl aber schnell aus der Bodega La Geria wieder hinaus – und zu vielen Fotos.

Gegen 14 Uhr geht es wieder zurück ins Hotel und an Pool. Am Getränkeautomaten beobachten wir einen hoffnungsvollen „Jungchemiker“, einen kleine Steppke, der kaum die Getränkehahnen erreicht. Dennoch schafft er es, von allem, was da angeboten wurde, ein bisschen was in ein Glas zu füllen. Cola, Bier, Sprite, Mineralwasser, Apfelsaft …

Ich hab schon drauf gewartet, dass das Zeug im Glas blau anläuft und zu rauchen anfängt. Stolz trägt er seine kreative Mischung fort. Ob er sie selber trinkt oder einem ahnungslosen Geschwisterchen andreht …? Wie auch immer – da kein Krankenwagen gekommen ist, werden alle Beteiligten das Experiment unbeschadet überstanden haben. Vielleicht hat er das Gepansch auch einfach weggeschüttet.

Mittwoch, 25. Juli 2007: Die Nordtour

Wieder so ein buckliger Abholtermin: 8:59 Uhr! Wer macht denn so was? Der Bus ist fast pünktlich. Unsere Reiseleiterin heißt Silvana, der Bus und sein Fahrer sind dieselben wir gestern auf der Kratertour: Bus Nr. 61, gefahren von Luciano. So setzen wir uns auch an den selben Platz wie am Vortag. Links vorne.

Unsere Tour wird folgende Stationen umfassen: Jameos del Agua * Mirador del Rio * Los Valles * Teguise – und zurück.P

Auf dem Weg zu den Höhlen fahren wir durch Arrecife. Für deutsche Verhältnisse sei das ein etwas größeres Dorf, sagt Silvana.

Als wir ein auf einer Verkehrsinsel stehendes riesiges Windspiel passieren, erklärt sie uns, dass an dieser Stelle vor im Jahr 1992 der Inselkünstler César Manrique bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Auf dem Friedhof in Haria ist er begraben. Wenn wir das gewusst hätten! In Haria waren wir schon mehrmals, da hätten wir doch sein Grab besuchen können!

Silvana zählt uns die Kanaren-Inseln der Größe nach auf:

o Teneriffa
o Fuerteventura
o Gran Canaria
o Lanzarote
o La Palma
o Gomera
o Hierro

Allerlei Lausiges
Da wir für einen Besuch der Jameos del Agua sind wir noch zu früh dran sind, machen wir vorher eine kleinen Abstecher nach Guatiza und Mala, zwei Dörfer, in denen die Kochenille-Laus gezüchtet wird, die roten Farbstoff liefert für die Kosmetik- und Lebensmittel-Industrie. Selbst Campari arbeitet angeblich mit diesem Farbstoff.

Die Läuse werden auf Kakteenfeldern gezüchtet, auf den Opuntien-Pflanzen, die selbst im malpaís gedeihen, also auf schlechtem Boden. Die Früchte der Opuntien, die Kaktusfeigen, sind auch für den menschlichen Verzehr geeignet. Sie sind reif ab August und man macht Marmelade, Gelee und Likör daraus. Allerdings lohnt sich die Ernte kaum, und so bleiben die Feigen oft an den Kakteen, fallen runter und vergammeln. Man könnte sie also, weil sie keiner will, im Vorbeigehen mitnehmen. Aber Vorsicht: Sie stechen!

Hauptzweck des Opuntien-Anbaus ist nun mal die Läusezucht. Die Kochenille-Laus (Cocus cacti), schmarotzt auf den Kaktuspflanzen und bildet dabei den begehrten Farbstoff der Karminsäure.

Kaktus und Laus stammen eigentlich aus Mexiko, werden auf den Kanarischen Inseln angesiedelt, nachdem Don Ildefonso Ruiz del Rio im Jahr 1820 der königlichen Wirtschaftskammer in Cadiz ein Läuse-Exemplar vorgeführt hat. Am 29. Juni 1822 beschloss der spanische König Fernando VII, die Laus in Spanien anzusiedeln. Ab ca. 1831 kam sie auf die Kanaren.

Wenn das Wetter mitspielt, können pro Jahr 5 Läuse-Generationen geerntet werden. Das heißt, es werden die dicken, mit Karmin prallvollen Larven, die die Opuntien überziehen, abgesammelt, Die geschlechtsreifen Tiere spielen für die Farbstoffgewinnung keine Rolle. Die Läuseernte ist kein besonders gut bezahltes Geschäft, es ist meist ein Nebenjob für Rentner.

Im Rhythmus von 2.5 bis 3 Monaten werden die Larven von den Opuntien abgestreift, im Wasser abgetötet, an der Sonne getrocknet und verkauft. 1 kg entspricht ca. 150.000 Larven. Pro Hektar Land können 350 – 400 kg Läuse geerntet werden.

Wir sind immer noch zu früh dran für die Höhle, die erst um 10 Uhr öffnet und fahren noch schnell an César Manriques Kaktusgarten vorbei. Zum Hineingehen reicht es nicht. (Den Garten werden wir beim nächsten Ausflug besuchen.).

Jameos del Agua
Nun wird’s aber Zeit für die Jameos del Agua. Sie sind trotz früher Stunde schon sehr gut besucht. Es wuselt. Wir bekommen unsere Eintrittskarten und stürzen uns ebenfalls ins Getümmel.

Die Jameos del Agua gehören zu einem unterirdischen Lavatunnel, der vor ca. 3.000 Jahren entstanden ist. Die Lava stammt vom Monto Corona und floss die Steilküste von Famara hinunter. Oben erstarrte das Magma, unter der Oberfläche fl0ss es munter weiter. Dabei bildeten sich Höhlengänge. Der Unterirdische Kanal ist bis zu seinem Austritt in den Atlantik 6.100 m lang. Aus erhöhter Position kann man seinen Verlauf erkennen, weil seine Oberfläche an vielen Stellen wie ein Tunneldach gewölbt ist.

Jameo heißt Kessel, und wo das Dach des Tunnels eingebrochen ist, entstand eben ein „Jameo“.

Unter César Manriques Aufsicht wurde in die Jameos del Agua ein Restaurant, eine Bühne, ein Pool – in dem das Baden mittlerweile nicht mehr erlaubt ist – sowie ein Kongress- und Kulturzentrum und ein Auditorium eingebaut. Anscheinend gibt es in den Höhlen auch „die schönsten Klos der Insel“. Aber das hat man uns erst nach unserem Besuch der Höhlen gesagt. Und so waren wir nicht drin und konnten uns nicht vom Wahrheitsgehalt der Behauptung überzeugen.

Ein bisschen was von Disneyland hat das in der Höhle schon, aber es ist eben die manriquesche Variante. Ob nun kitschig oder nicht – wir fanden die Höhlen eindrucksvoll und machten viele Fotos. (Waren die Jameos del Agua nicht der Wohnsitz des Teufels im legendären TV-Mehrteiler „Tim Thaler“?)

Bis zum Treffpunkt am Bus ist noch Zeit, also besuchen wir das angrenzende Vulkanmuseum. Leider ohne Führung. So etwas bekomme ich lieber erklärt, als dass ich mir die Erläuterungen selbst übersetze und mich in eigener Regie eindenken muss. Das Fach-Vokabular fehlt einem bei solchen speziellen Themen sowieso.

Mirador del Rio
Die nächste Station ist der Mirador del Rio auf dem „Risco de Famara“ in 480 m Höhe. Hier hat César Manrique die alte Artelleriestellung „Batterias del Rio“ zu einem Aussichtspunkt umgebaut. „El Rio“ heißt die Meerenge, die die Insel Lanzarote von der Insel La Graciosa trennt. Der Mirador del Rio ist eine der frühen Arbeiten Manriques und wird von Architektur-Kritikern als eines der gelungensten Bauwerke überhaupt gefeiert. Leider ist es ziemlich diesig und der Ausblick auf La Graciosa nicht wirklich klar.

Wie wir – wieder mal nachträglich – erfahren, hätte es eine Treppe nach ganz oben gegeben. Man hätte dem Mirador sozusagen aufs Dach steigen können. Aber, na ja, wenn es diesig ist, bringt ein noch höherer Ausguck auch nichts.

Trockenfeld-Bau
Auf der Fahrt nach Teguise erfahren wir ein bisschen was über die hiesige Trockenfeld-Anbauweise. Um etwas zu pflanzen, wir ein Krater gegraben und der Mutterboden mit Ziegendung gemischt. Die Mischung trocknet etwa einen Monat lang in der Sonne. Dann kommen 20 cm Lapilli (Vulkanasche) daüber. Wenn es regnet oder taut, dringt das Wasser in die Lapilli ein und die Feuchtigkeit sickert in den Mutterboden.

Gleichzeitig sind die Lapilli ein Schutz für den Mutterboden. Sie werden vom Wind als erstes weggeweht und schützen den Boden so also vor Erosion. Und auch vor Austrocknung.

Die Felder werden im Winter bestellt, wenn es regnet. Es hat hier ja nie weniger als 14 Grad. Im Sommer würde nichts wachsen, da kein Regen fällt. Dieses Jahr fiel kaum Regen, deshalb wurden manche Zwiebelfelder nicht mehr bestellt. Die Zwiebel ist das landwirtschaftliche Hauptprodukt der Insel.

Haria
Wir kommen an Haria vorbei, das Dorf im Tal der 1.000 Palmen. Wenn hier ein Junge geboren wird, werden zwei Palmen gepflanzt, bei Geburt eines Mädchens nur eine. So will es die Tradition.

In Haria hatte César Manrique seinen Alterssitz, und hier ist er auch beerdigt. Wir haben leider nicht mal angehalten um Haria von oben fotografieren zu können. Es gibt nur diesige Fotos aus dem Bus raus.

Los Valles
Wir passieren Los Valles, wo einige der wenigen noch erhaltenen Profanbauten aus dem Conquista-Jahrhundert zu sehen sind. In diese Gegend flüchteten viele Insulaner bei den Vulkanausbrüchen im 18. Jahrhundert. Auf der Insel gibt es zwei Kartoffelernten im Jahr und die besten Kartoffeln kommen angeblich aus Los Valles.

Am Straßenrand sehen wir Agavenblüten. Und Reiseleiterin Silvana erzählt uns, dass diese Afavenblüten manchmal als „Weihnachtsbaum“ zum Einsatz kommen. Nadelbäume müssten importiert werden – also werden die getrockneten Blüten „gefällt“, mit Gold besprüht, dekoriert und daheim als Weihnachtsbaum aufgestellt. Heutzutage gibt es natürlich auch viele künstliche Weihnachtstannen in den Wohnzimmern.

Teguise
Um 12:45 Uhr kommen wir in Teguise an. Wir erfahren, dass Teguise im Jahr 1418 gegründet wurde und bis zum Jahr 1852 Hauptstadt und Bischofssitz war, Man dachte, im Landesinneren sei man sicherer vor Piratenüberfällen, von denen es in Teguise aber dennoch reichlich gab. Im Jahr 1586 plünderten und brandschatzten die Algerier die Stadt, im selben Jahr noch mal die Engländer und 1618 kamen die Berber. An dieses Gemetzel erinnert die Callejón de la Sangre, die Gasse des Blutes. Die Stadt wurde geplündert, die Einwohner verschleppt und in die Sklaverei verkauft.

Ich war jetzt noch nie in Südamerika, aber man sagt, architektonisch erinnere Teguise an Orte in Mexiko oder Kuba. Hier hat’s überhaupt keine maurischen Formen. Jetzt, wo sie’s sagen … Ein bisschen streng und trutzig wirkt das Städtchen schon. Sind das die Merkmale der hispanisch amerikanischen Architektur? Na, dann!

In der Kirche Virgin Guadelupe entdecken wir eine Christus-Statue mit angeklebter Echthaar-Perücke. Da hat wohl eine Frau ihre Haare geopfert. Das wirkt nicht nur alt und staubig sondern auch ein bisschen makaber-gruselig. Als wäre es ein ekeliges Artefakt aus einem Voodoo-Ritual und nichts aus einer katholischen Kirche.

Wir haben versucht, den Kunsthandwerker wiederzufinden, bei dem wir vor 13 Jahren auf einen Tipp meines Kollegen hin Ringe gekauft haben. Aber die Gassen ähneln sich alle und wir haben den Laden nicht mehr gefunden. Ich hätte im alten Fotoalbum nach der Adresse auf der Visitenkarte gucken sollen! Vielleicht gibt es das Geschäft auch längst nicht mehr.

Um 13:30 Uhr sind wir wieder am Bus verabredet. Und dann geht es zurück. Am Wegesrand sehen wir bunte Strelizien blühen, die es bei uns nur in Blumenläden gibt. „Die typischen Blumen der Kanaren“, sagt Silvana.

In Tahiche sehen wir Graffiti und Plakate mit der Aufschrift „No al a carretera“. Damit protestieren die Einwohner gegen Pläne, die Straße vierspurig auszubauen. Eine „Rennstrecke“ wollen die Leute hier nicht haben. Wer wird sich wohl durchsetzen?

Gegen 14:30 Uhr sind wir wieder im Hotel.



Lanzarote 2007: Die Insel der schlafenden Vulkane, Teil 2
Dezember 27, 2007, 9:23 am
Filed under: Lanzarote 2007

Lanzarote 22.07 – 31.07.2007
Die Insel der schlafenden Vulkane – Teil 2

Donnerstag, 26. Juli 2007: Plane-Spotting

Nach so viel Ausflugsprogramm tapern wir heute mal wieder durch die nähere Umgebung. Geht’s nicht auch rechts den Strand entlang …? Wir probieren es. Gerhard meint, sich an Strandwanderungen bis zu einem Leuchtturm hin zu erinnern. Ich auch – aber das war nicht auf Lanzarote. Hier ging es rechts rum noch nie irgendwo hin. Man stieß immer recht schnell auf unwegsames Gelände voller spitziger Steine. Und daran hat sich auch nichts geändert. Also Kehrtwende und wieder links rum, Richtung Flughafen. Erst am Strand entlang mit den Füßen im Wasser, und wenn das steinige Gelände anfängt, setzen wir mit sandigen Füßen den Weg oben auf der Strandpromenade fort.

Eine Dreiviertelstunde sind wir zum bzw. vom Flughafen unterwegs, wenn wir nur auf der Strandpromenade unterwegs sind. Geht man auch am Wasser kommt man etwas langsamer voran.

Wenn die Eisenbahn-Beobachter „Trainspotter“, sind die Flugzeugbeobachter dann „Planespotter?“ Es wäre logisch. Und wenn es den Begriff bis heute noch nicht gegeben haben sollte, dann gibt es ihn jetzt. Es ist erstaunlich, wie viele Leute sich in unmittelbarer Flughafennähe versammelt haben, einfach um die Flugzeuge starten und landen zu sehen. Einige Besucher haben Ferngläser dabei, andere höchst eindrucksvolle Kameraausrüstungen.

Unbeeindruckt von Lärm, Kerosingestank, aufgewirbeltem Sand und Steinchen kleben manche der Planespotter wie die Fliegen am Flughafenzaun.

Ich bin in Flughafennähe aufgewachsen, ich hab kein so großes Interesse an dem Geschehen. Ich setze mich auf eine Mauer und beobachte lieber die Beobachter. Das Hobby muss erblich sein – man sieht oft Väter mit ihren Söhnen begeistert in den Himmel starren.

Einschließlich Planespotting-Pause sind wir drei Stunden unterwegs. Zurück im Hotel setzen wir uns erst mal in den Schatten an die Bar und tanken Wasser. Und dann geht’s ab in den Pool. Innerliche und äußerliche Kühlung, sozusagen.

Fürs Abendessen haben wir uns in dem Grillrestaurant auf dem Hotelgelände angemeldet. Man muss ja fast alles mal ausprobiert haben. Es gibt ein Salatbuffet, Wrackbarschfilet und Countrykartoffeln und Nachtisch vom Buffet. Nicht schlecht, aber auch kein Service, also ebenfalls Kantinenatmosphäre.

Während wir uns nach dem Essen draußen auf dem Gelände wieder an Katzenporträts versuchen und den Birmakatzenmischling „Liz Taylor“ wieder nicht zu einem Blick in die Kamera überreden können, springt ein verkleideter Animateur durchs Gelände und wirbt für eine Abendveranstaltung. In dem Kostüm sieht er aus wie Daniel Küblböck im Fummel. Nun zickt auch noch die Kamera und wünscht, gereinigt zu werden. Wir hoffen, dass sie am nächsten Tag anständig ihren Job macht, wir wollen ja zum Biosphären-Ausflug und durch Vulkankrater klettern.

Freitag, 27. Juli 2007: Biosphären-Tour: Wir kraxeln durch Vulkane

Wir starten um 8:20 Uhr. Der erste Bus in unserer Urlaubergeschichte, der überpünktlich ist! Diesmal ist es ausnahmsweise nicht der Bus Nr. 61 sondern ein anderes Fahrzeug, und unser Fahrer heißt Honorio. Jürgen Sobeck vom Veranstalter Viajes Lanzakultura S.L. ist ein erfahrener Reiseleiter und gibt zunächst mal einen Ausblick auf den Verlauf des Tages:

Wir fahren zum Parque Natural de los Volcanos und steigen dort in den Krater des Caldera de los Cuervos (Rabenkessel) hinab. * Danach geht es zum Montana Colorada, wo, wie Herr Sobeck sagt, eine Überraschung auf uns wartet * Weiter geht es in den Norden, nach La Caleta de Famara zu einem kurzen Stopp an den Playa de Famara. * Nach Teguise ins Castillo Santa Barbara * Mittagessen im Restaurant Acacife in Teguise * Dann ist ein Spaziergang zu Lanzarotes einzigem Wäldchen angekündigt. (Spaziergang!) * Und zum Schluss besuchen wir César Manriques Kaktusgarten.

Bei einem Blick aus dem Fenster sehe ich die Aufschrift auf einem Linienbus: NO SINTI.
Wie bitte? Keine Zigeuner? Sowas Diskriminierendes kann doch unmöglich auf einem Bus stehen! Wohl wieder ein Fall von verzerrter Wahrnehmung. Ich gucke also noch mal hin: Aha! NO SIN TI – nicht ohne dich! Schon besser. Jetzt sehe ich auch die Illustration darunter: Ein kleines Mädchen mit gesunden Beinen spielt Ball mit einem Mädchen im Rollstuhl. Aha. Ein Appell an die Integration von Menschen mit Behinderung. Sehr löblich!

Auf dem Weg zu den Vulkanen erfahren wir allerhand Wissenswertes. Zum Beispiel, dass die Urbevölkerung Lanzarotes keineswegs Guanchen waren sondern Mahoreros. Und dass es erst seit den letzten Vulkanausbrüchen Weinbau auf der Insel gibt.

Wir kommen am Grandhotel Arrecife vorbei, das 17 Stockwerke hat. Später erbaute Hotels haben dank des Einflusses von César Manrique nur noch bis zu 6 Stockwerke, so dass der Insel die Mega-Bettenbunker erspart blieben.

Dass es männliche und weibliche Mühlen gibt (Molinos und Molinas) wissen wir schon lange. Nun wissen wir auch, wie es zu der Bezeichnung kommt: Die steinernen Molinos sind derber gebaut und schwerer zu handhaben als die leichter gebauten Molinas. Erstere konnten nur von Männern bedient werden, zweitere auch von Frauen. Damit wäre das auch geklärt.

Unter der kundigen Führung von Herrn Sobeck wandern wir durch eine bizarre Mondlandschaft und nähern uns dem Caldera de los Cuervos. Für Leute wir uns, die in der Vulkanologie völlig unbewandert sind, gibt es hier ganz schön viele Informationen. Wir können das alles gar nicht verarbeiten.

Das eine oder andere bleibt doch hängen. Dass hier Wilder Tabak wächst, zum Beispiel, denn Tabak folgt dem Feuer. Und dass das, was im Timanfaya-Nationalpark über die Vulkanausbrüche erzählt wird, auf dem Wissenstand von vor 20 Jahren ist. Mittlerweile hätte man in vielem neue Erkenntnisse, was z.B. die Dauer der Ausbrüche angeht. Aber wo genau die Unterschiede liegen, das kann ich nicht mehr reproduzieren, das ging mir alles zu schnell. Aber vielleicht kann ich das ja eines Tages alles nachlesen, denn Herr Sobeck hat ein Buch geschrieben … doch dazu später mehr.

Wir lernen, was Basalt ist: Es handelt sich um erkaltete Lava in verschiedenen Formen. Das Gestein ist fest und dunkelgrün bis grauschwarz. Fast der gesamte Boden der Insel besteht aus basischem Vulkangestein.

Magma heißt die glutflüssige, gashaltige Masse, die als Lava an die Erdoberfläche gelangt. Die Temperaturen liegen zwischen 1100 und 1300 ºC.

Lava nennt man den glutflüssigen Gesteinsbrei, der mit einer Geschwindigkeit von mehreren Metern pro Sekunde fließt. Ein erkalteter Strom wird auch als Lava bezeichnet. Lava verfestigt sich bei ca. 1.100 ºC, bei 760 ºC etwa erstarrt sie.

Wo die Lava erkaltet, bildet sie verschiedene Formen:

Pahoehoe – ein hawaiianischer Begriff – bezeichnet eine glatte Lava, auf der man barfuss gehen kann, ohne sich an den scharfkantigen Steinen zu verletzten.

Brocken-, Block- oder Fladenlava entsteht, wenn die einzelnen Lava-Blöcke von nachrückender Lava zusammengeschoben werden. Die Lavamasse erkaltet langsam und erstarrt. Unterhalb fließt die heißere, dünnflüssigere Lavamasse oft noch weiter. So entstehen Höhlengänge wie die im Malpais de la Corona.

Aa-Lava – auch eine Form der Brockenlava – hat nix mit Stuhlgang zu tun. Aa-Lava ist von den verschiedenen Lava-Arten die zähflüssigste Form. Ihr Name gibt den Laut wieder, den man ausstößt, wenn man barfuß über die erstarrte Lava geht. Er stammt aus dem polynesischem Sprachraum. Bei der Erstarrung des Schmelzflusses zerbricht dessen Kruste und hinterlässt eine Oberfläche, die mit scharfkantigen, ungleichmäßig geformten Brocken und Schollen durchsetzt ist. Am Ende des Stromes bildet sie eine steile Front.

Die Stricklava ist stark basaltisch, dünnflüssig und recht schnell fliessend. Die Lava erkaltet außen, innen fließt sie aber weiter. Dadurch entstehen die Wülste, die der Lava den Namen gaben.

Als Malpais (span. schlechtes Land) bezeichnet man durch Lavaströme unwirtlich gewordenes Gebiet.

Der Olivin ist ein olivgrünes Mineral aus Eisenmagnesiumsilicat. Es findet sich in kieselsäurearmen vulkanischen Gestein und ist ein begehrtes Souvenir aus Lanzarote. Als Peridot bezeichnet man geschliffenen Olivin. Es ist kein Halbedelstein, auch wenn das immer wieder behauptet wird. Der Begriff Halbedelstein ist per se Unfug. Entweder ist was ein Edelstein oder es ist keiner. Außerdem bestätigt der Reiseleiter, was ich schon seit Jahre vermutet habe: Der Peridot-Schmuck, der auf Lanzarote angeboten wird, wird aus importierten Steinen gefertigt.

Parasitär-Krater sind sozusgen Nebenkrater, die entstehen, wenn die Lava nicht nur aus dem Hauptkrater austritt sondern aus Spalten an der Flanke. Auf diesen Eruptionsspalten entstehen aus den ausgeworfenen Pyroklastika Schlackenkegel, die als Parasitärkrater bezeichnet werden.

Pyroklastisches Material/Pyroklastika ist/sind das Auswurfmaterial von Vulkanen. Je nach Größe spricht man von Asche (bis zu 0.2 cm Durchmesser), Lapilli (auch Picon genannt, bis zu 6.5 cm Durchmesser), Schlacken (über 6.5 cm Durchmesser) oder Vulkanbomben (können die Größe von Findlingen besitzen).

Anschauungsmaterial gibt es in der Gegend genügend. Kletterkünste braucht man für den Abstieg in den Krater des Caldera de los Cuervos“ („Rabenkessel“) übrigens nicht. Nur festes Schuhwerk. Das wird auch ausdrücklich erwähnt, wenn man die Tour bucht. Mit Badelatschen sieht man da alt aus. Auf einem gut begehbaren Weg (ca. 2 km) geht es im Gänsemarsch hinein. Da steht man dann da unten drin im Krater, guckt rund ums sich herum nach oben und wagt gar nicht, sich vorzustellen, dass es hier lavatechnisch mal mächtig rundgegangen ist.

Mit dem Bus fahren wir anschließend in Richtung Montana Colorada, die letzte Strecke gehen wir zu Fuß. Unterwegs kommen wir noch in den Genuss einer kleinen Gesteinskunde mit Proben, die der Reiseleiter mitgebracht hat.

Entlang des Weges lassen sich deutlich die Vulkanbomben erkennen: Unter hohem Druck werden bei Vulkanausbrüchen mitunter riesige Gesteinsmassen herausgeschleudert die dann in einer Rotation zu einer runden Form erstarrt. Herr Sobeck nennt die Gebilde auch Akkretions-Kugeln, weil sie unterwegs noch wie ein Schneeball Material aufsammeln. Die größten dieser Vulkanbomben haben einen Durchmesser von bis zu vier Metern und wiegen ca. 50 Tonnen. Als wir am rötlich schimmernden Vulkan Montana Colorada ankommen, sehen wir auch die versprochene Überraschung: eine besonders stattliche Vulkanbombe mit einem Durchmesser von ca. 4 Metern. Also definitiv eins der größeren Trümmer. In einem Reisebericht hat ein Autor die Vulkanbomben von der Form her mit Schokoladenküssen verglichen. Was fällt einem dazu spontan ein, so als Werber? „Mann, sind die Dickmann!“

Da möchte man auch nicht in der Nähe sein, wenn so ein Teil geflogen kommt.

Kleiner Tipp am Schluss: Es empfiehlt sich nicht nur festes Schuhwerk, sondern auch Bootcut-Jeans, die – wie bei der guten alten Zunftkleidung der Zimmermänner – die Schuhe bedecken. Meine Jeans waren am Fuß zu eng und zu kurz geschnitten – bei mir landeten immer wieder spitze Steinchen in den Schuhen..

La Caleta de Famara
Weiter geht’s in den Norden in das ehemalige Fischerdorf Caleta de Famara und den Naturstrand Playa de Famara. Mit 5 km der längste Strand der Insel.

Unterwegs erfahren wir, dass man die hellen Sandfelder, die man beim Näherkommen schon sieht, Jablas heißen und eine Fläche von 40qkm bedecken. Das ist Seesand und kein Sand aus der Wüste, wie oft fälschlich erzählt wird. Die Muscheleinsprengsel sind der Beweis. Diese Art von Sand gibt es nicht nur auf Famara, sondern auch an den Palagayo-Stränden auf Lanzarote sowie in der Region Maspalomas auf Gran Canaria sowie in Corralejo auf Fuerteventura.

An der Playa de Famara weht fast immer eine kräftige Brise, verbunden mit dem entsprechenden Wellengang. Das macht den Strand zum Eldorado der Wassersportler. Wegen tückischer Unterströmungen sollte man jedoch nicht weit hinaus schwimmen.

Bei uns geht es nicht ums Schwimmen, sondern nur um eine kurze Fotopause – verbunden mit der eindringlichen Warnung, nur ja nicht in den Sand zu latschen, da es dort Teerablagerungen gebe, die man dann an den Schuhen mit den den Bus schleppe. Das Resultat seien ruiniertes Schuhwerk und ein eingesauter Bus. Ein angesäuerter Busfahrer obendrein … aber das haben sie nicht ausdrücklich erwähnt.

Also bleiben wir mehr oder weniger brav auf dem Asphalt stehen, fotogafieren ein bisschen und steigen dann wieder in den Bus um nach Teguise weiterzufahren – zur Mittagspause.

Mittagspause in Teguise
Gegen 12 Uhr kommen wir in Teguise an. Im Restaurant Acacife sind für uns Tische reserviert. Es ist eines der ältesten Restaurants auf der Insel und war immer in Familienbesitz. Es gibt Linsensuppe mit Gofio, frische Brötchen, Fisch, Kartoffeln und Mojo, dazu Wasser und Weißwein. Und als Nachtisch Obst. Den Reiseleiter ereilt eine Warnung von der Gemeinde: Eine Hitzewelle ist im Anmarsch. Es wird von Minute zu Minute heißer werden. Wir nehmen zusätzliche Wasservorräte mit für die weiteren Stationen unseres Ausflugs.

Nach dem Essen steht uns noch ein bisschen freie Zeit zur Verfügung, die wir für Fotos in einem anderen Licht nutzen als bei unserem letzten Besuch. Um 13:45 Uhr sitzen alle wieder im Bus.

Castillo Santa Barbara
Die zunehmende Hitze ist deutlich zu spüren, als wir oben beim Castillo Santa Barbara aussteigen. Vor 11 Jahren hatten wir die Burg schon mal besucht, in Eigenregie, und auch das dortige Auswanderermuseum entdeckt und besucht. Das steckte damals noch ganz in den Anfängen und war auch nur auf Spanisch beschriftet, so dass wir nur einen Bruchteil dessen mitbekamen, was uns da erzählt werden sollte. Das fanden wir damals bedauerlich und dachten, da könnte man doch viel mehr draus machen. Irgendwann mal sind die Verantwortlichen wohl zum selben Schluss gekommen.

Das Castillo de Santa Bárbara, auch Castillo de Guanapay genannt, ist eine Festung östlich von Teguise und 135 Meter über der Stadt auf dem Vulkan Guanapay gelegen, 452 m über dem Meeresspiegel. Sie gleicht einer Ritterburg, besitzt eine Zugbrücke und kleine Rundtürme.

Anfang des 14. Jahrhunderts wurde auf dem Vulkan Guanapay das kleine Fort Guanapay errichtet. Im 16. Jahrhundert wurde eine Festung auf den Resten des alten Forts von Sancho de Herrera erbaut, um die Stadtbevölkerung vor Piraten-Überfällen zu schützen. Jedoch verursachte die Belagerung durch Piraten im Jahre 1586 große Schäden.

Das spanische Königshaus beauftragte Leonardo Torriani mit ihrer Rekonstruktion. Seit 1596 behielt die Festung ihre Struktur. Der im 17. Jahrhundert durchgeführte Ausbau, gemäß dem Projekt Torrianis, verstärkte die Struktur der Festung. In der Caldera, dem Kessel des Vulkans, sind heute noch Reste einer Zisterne aus dem 18. Jahrhundert zu erkennen. Der strategisch gut ausgewählte Standort sollte weiterhin die Bewohner von Teguise vor Piratenangriffen warnen und schützen. So kann man bis zur West- und Ostküste Lanzarotes, zur heutigen Inselhauptstadt Arrecife, zum Timanfaya-Nationalpark im Süden und zur Insel La Graciosa im Norden sehen. Trotzdem fiel die Festung mehrmals in die Hände von Piraten und wurde zerstört.

Wir machen tolle Fotos vom Castillo selbst – und natürlich von der Landschaft drum herum. Man sieht wirklich unendlich weit von da oben.

Im Castillo de Santa Bárbara befindet sich seit 1991, nach zweijähriger Renovierung, ein Emigrantenmuseum (Museo del Emigrante Canario), welches nach Unterlagen der Gemeindearchive und ehemaliger Auswanderer eingerichtet wurde. In den Räumen können Fotos, Stiche, grafische Darstellungen, Originalkarten, Briefe und Habseligkeiten der Auswanderer, sowie Nachbildungen der Emigranten-Schiffe jener 250 Familien besichtigt werden, die um 1880 wegen einer Dürrekatastrophe nach Kuba, Venezuela, Florida und Argentinien ausgewandert sind.

Das Museum sehr verwinkelt und interessant. Fotografien, Dokumente, Schiffsmodelle, Tagebücher und vieles andere mehr zeigen die Geschichte der damaligen Auswanderer. Damals war das ein Abschied für immer. Wer heute auswandert und die nötigen Kröten zusammenkratzen kann, kann seine Angehörigen in der alten Heimat bei jeder sich bietenden Gelegenheit besuchen. Die Auslandsverwandtschaft sieht man ja heute oft häufiger als die Verwandten, die im Nachbarort wohnen. Wenn der Onkel aus den USA oder aus Australien kommt, dann rennt die ganze Verwandtschaft zusammen. Nach denen, die man jeden Tag sehen könnte, wenn man wollte, kräht in der Regel kein Hahn. Wer jedoch damals ins Ausland ging, der war für den Rest seins Lebens weg. Und gab seine alten Bindungen für immer auf.

Wir halten uns geraume Zeit in dem Museum auf, studieren die Exponate – und finden dann den Ausgang nicht mehr. Treppenaufgänge gibt es viele, aber keiner scheint wieder hinunter zu führen von der Burg. So langsam werden wir nervös – der Bus wartet ja schon. Er würde sicher nicht ohne uns fahren, aber die Vorstellung, dass die anderen alle auf uns warten müssen, ist uns extrem unangenehm. Ehe ich restlos in Panik verfallen kann, finden wir in diesem Fuchsbau dann doch das richtige Loch und finden uns rechtzeitig am Bus ein.

Das Wäldchen und der Mirador Riscos de Famara
Einen „Spaziergang“ hatte uns der Reiseleiter für die Zeit nach dem Mittagessen versprochen. Es wird ein recht anstrengender Marsch – vor allem der Rückweg -, denn mittlerweile hat uns die Hitzewelle voll im Griff.

Mitten in der Einöde hält der Bus und wir steigen aus. In größter Hitze latschen wir querfeldein, vorbei an einer Baustelle, auf der Bauarbeiter unverdrossen an einem Haus werkeln, und tapern noch tiefer in die Pampa. Und immer feste bergauf. Irgendwann mal kommt der Punkt, an dem ich mich frage, was zur Hölle ich hier eigentlich mache. Und an dem ich hoffe, dass sich die Latscherei in der Gluthitze in irgendeiner Form lohnen möge.

Mit El Bosquecillo, dem Wäldchen, ist nach dem Sturm von 2005 nicht mehr viel los. Ein paar strubbelige, niedrige Bäumchen, das ist alles, was noch davon übrig ist. Es muss auch ordentlich gewettert haben, wie der Reiseleiter erzählt. Eh ein Wunder, dass überhaupt noch was übrig ist von dem Gesträuch.

Es geht noch ein Stückchen weiter bei der Affenhitze, zu einem Picknickplatz hoch oben über den Famara-Klippen (600 m). Hier trifft man wochentags höchstens mal auf einzelne Wanderer oder Ausflügler. An Wochenenden kommen einige Einheimische zum Picknicken und Grillen her. Holzbänke, Grillplätze und Mülleimer sind vorhanden. Nur ein altes, unscheinbares Holzschild weist den Weg zu diesem nur 1.300 Meter jenseits der Asphaltstraßen gelegenen, traumhaften Ausflugsziel, das nur in wenigen Reiseführern erwähnt wird.

Gelohnt hat sich der Weg zum Mirador Riscos de Famara wegen des phantastischen Ausblicks: Die Klippen fallen fast 600 m steil ab. Vom Hochplateau hat man eine wunderschöne und atemberaubende Aussicht auf die Feuerberge, Famara sowie auf La Graciosa mit Nachbarinseln.

Die Aussicht und der Wind auf den Klippen oben lenken von Hitze und Durst ab – und dann kommt der Rückmarsch. Der geht so stramm vonstatten, dass ich mich nicht mal stehen zu bleiben getraue, um die Wasserflasche aus dem Rucksack zu pulen und einen Schluck zu trinken. Wenn ich den Anschluss an die Gruppe verliere, gehör ich der Katz – ich finde den Bus im Leben nicht wieder.

Geschafft und verschwitzt, sonnenverbrannt und durstig kommen wir schließlich wieder zum Bus. Und sind dankbar für Wasservorrat, Schatten und die Klimaanlage.

Eigentlich hätten wir jetzt genug, aber es kommt noch ein Programmpunkt. Und wenn es wieder was zu sehen gibt, kommt auch die Energie zurück. Jedenfalls bei manchen Menschen …

Jardin de Cactus – der Kaktus-Garten
In einem alten Steinbruch zwischen Guatiza und Mala wurde der „Kaktus-Garten“ angelegt, eines der letzten Werke von César Manrique. Vor dem Eingang steht das Wahrzeichen, ein acht Meter hoher Kaktus aus Metall.

Hier findet man Kakteen aus Amerika, Afrika und den Kanarischen Inseln in den verschiedensten Formen und Größen. Der Garten ist in Form eines großen Amphitheaters terrassenförmig angelegt, die Wege und Stufen bestehen aus Vulkangestein. Auf den Stufen wachsen die Kakteen – fast 10.000 Exemplare von über 1.400 verschiedenen Spezies aus Amerika, Madagaskar und der Kanarischen Inseln, die vom Botaniker Estanislao González Ferrer, gesammelt wurden. Jede Pflanzenart ist mit einem Schild beschriftet, so dass man immer genau weiß, wen man da gerade vor sich hat. Einen didaktischen Zweck hat der Kaktusgarten nicht, nur einen ästhetischen. Vorbild waren die japanischen Gärten.

Auf einem Hügel steht eine alte Windmühle, in der früher das kanarische Grundnahrungsmittel „Gofio“ aus geröstetem Mais und verschiedenen Getreidearten gemahlen wurde.

Der Kaktus-Garten war das letzte Werk das César Manrique 1990 auf Lanzarote beendete. Der Kaktus-Garten entstand auf dem Gelände einer ehemaligen Vulkanaschengrube. Dort wurde das Material abgebaut, das „rofe“ oder „picón“ genannt wird und das die Bauern für den Trockenfeldbau nutzen, um auf den Felder die Feuchtigkeit des nächtlichen Taus zu speichern.

Der Kaktus-Garten hat auch ein kleines Restaurant – unter dessen Schatten spendendes Sonnensegel das sich die Durstigen und Fußkranken, die Sonnen- und Kakteenmuffel alsbald zurückziehen. Gerhard sitzt mit dem Reiseleiter an einem Tisch und unterhält sich, während ich im Kaktus-Garten herumklettere und mit der kleinen Kamera fotografiere. Als ich auch ins Restaurant nachkomme, erfanre ich zweierlei: Erstens: Unbedingt die Klotüren angucken, die von César Manrique höchst originell und plakativ gestaltet wurden. „Wer jetzt noch aufs falsche Klo geht, macht das mit Absicht“, höre ich jemanden sagen.

Und zweitens: Reiseleiter Jürgen Sobeck hat ein Buchmanuskript geschrieben mit Berichten über seine Wanderungen, angereichert mit geologischen Hintergrundinformationen und farbigen Abbildungen. Als nach Titel und Verlag frage, erklärt er mir, dass bislang nur das Manuskript existiere und er noch auf Verlagssuche sei. Ich gebe mich reflexartig als altes Verlagswesen zu erkennen und verspreche, ihm wenigstens so weit behilflich zu sein, dass ich ihm Adressen einschlägiger Verlage zuschicke. Was ich nach unserer Rückkehr nach Deutschland auch umgehend erledige. Eine nette Antwort habe ich auch bekommen mit einem Foto von einem „unserer“ Vulkane – jetzt warten wir mal ab, was mit dem Buchprojekt passiert.

Samstag, 28. Juli bis Montag, 30 Juli 2007: Calima – Sandsturm light

Die Affenhitze hat einen Namen: Calima! Das ist eine Wetterlage mit Ostwind auf den kanarischen Inseln (Sandwind aus Afrika).

So funktioniert es: Von der Sahara kommt mit östlicher Strömung trockene, warme Luft und bringt oft feinen Sandstaub mit. Hochdruck über der Sahara erhöht die Temperatur und verringert die Luftfeuchtigkeit. Die Sicht ist dann leicht getrübt, die Niederschlagsneigung bei der geringen Feuchte aber sehr gering. Es kann im Flugverkehr zu Problemen kommen. Bei dem Staubgehalt der Luft ist das warme, trockene Wetter aber nicht angenehm, und führt leicht zu Reizungen der Atemorgane.

Calimaeinbrüche können mitunter sehr heftig sein, so kann z. B. plötzlich ein starker Sturm einsetzen und die Luftmassen austauschen. Es kann auch in der Nacht zu starkem Temperaturanstieg kommen, während gleichzeitig die Luftfeuchte rapide absinkt.

Es ist nicht außergewöhnlich, dass bei Calima auch alle im Freien abgestellten Autos, andere Gegenstände, wie weiße Hauswände, sowie die Straßen mit feinem ockerfarbenen Sandstaub bedeckt werden. Calimawetterlagen können mehrere Wochen andauern.

Die Calima kommt üblicherweise in den Sommermonaten, also Juni bis September vor. Der Himmel wird diesig, die Aussicht in die Ferne nach und nach geringer. In der Regel erkennt man eine heranziehende Calima schon ein oder zwei Tage vorher.

Und so wirkt es: Wir gehen am Morgen einkaufen: T-Shirt – Gerhard hat wieder mal zu wenige Hemden dabei – Wein, Mojo, Postkarten … aber dann machen wir, dass wir wieder zurück ins Hotel kommen. Man fühlt sich durch diesen „Sandsturm light“ wie gefönt, gedörrt und sandgestrahlt. Ein paar Unverdrossene wandeln mit ihren Luftmatratzen in Richtung Strand, kommen uns aber sehr schnell wieder entgegen.

Wieder im Hotel angekommen, schauen wir mal im entsprechenden Informations-Ordner nach unseren Rückflügen. Unser Flug sollte gebucht sein für Dienstag, 31.07, 14:00 Uhr, Abholung gegen 11:25 Uhr … aber wir sind nicht mit auf der Liste. Panik kommt auf. Sollten die nicht mitbekommen haben, dass wir nur für 10 Tage gebucht hatten? Hat man uns vergessen? Mit der Zeit kommen wir dahinter, dass man die Blätter aus dem Ordner herausfingern muss, um alle Informationen lesen zu können. Ein Teil des Textes versteckt sich unter dem Werbe-Passepartout in der Plastikhülle. Also, ausgraben mussten wir unsere Rückfluginformationen noch nie. Auf die Idee muss man erst mal kommen. Aber nun ist ja alles klar, die Flugzeit bleibt wie gehabt, die Abholzeit auch. Abholung am späten Vormittag ist eine feine Sache. Weder muss man mitten in der Nacht abreisen noch den halben Tag auf gepackten Koffern sitzen.

Da bei dem Wetter kein Mensch an den Strand kann und auch nicht in die Stadt will, drängelt sich alles um den Pool. Es sind viel, viel weniger Plätze an den Pools als Feriengäste im Hotel. Die ersten haben schon morgens um 6 mit den Handtüchern ihre Liegen reserviert. Da hat man keine Chance, wenn man erst am Vormittag kommt oder gar erst um die Mittagszeit. Erst gegen 15, 16 Uhr, wenn die anderen keinen Bock mehr auf Schwimmen und Sonnen haben, kann man wieder eine freie Liege ergattern. Und ein paar Schwimmzüge im Pool machen.

Wir suchen uns ein gemütliches Plätzchen im Schatten und lesen bis es gegen 15 Uhr kühler wird und das Gedrängel am und im Pool nachlässt.

Sonntag, 29.07.2007
Immer noch Calima. Wir haben auf dem Gelände ein Thermometer entdeckt. Morgens um 9:00 Uhr hat es 31° C, gegen 10:00 Uhr sogar schon 35° C. Am Nachmittag gucken wir noch mal: Jetzt sind es 42° C. Da ist es sogar im Pool zu heiß.

Montag, 30.07.2007
Heute erst entdecken wir am Frühstücksbüffet die originelle Übersetzung für „Instant-Kaffee“. Auf dem Steingutbehälter, der selbigen enthält, seht: „Kaffee augenblicklich“.

Calima hin oder her – wir müssen in die Stadt, um letzte Souvenirs und Mitbringsel zu kaufen. Man muss sich ja bald wie die Wüstenaraber vermummen, wenn man hier aus dem Haus geht. Im Internet heißt es, die Hitzewelle geht bis Donnerstag. Ja, schön, da sind wir längst wieder zu Hause. Und haben dort bestimmt alles andere als eine Hitzewelle.

Dienstag, 31. Juli 2007: Heimreise mit Hindernissen

So … wir sind so gut wie weg, und nun lässt die Calima nach. Vielen Dank auch! Ein letztes Mal frühstücken wir im Hotel – so einen Aufwand betreibt man daheim ja nie – packen unser restliches Zeugs in die Koffer und checken aus.

Der Kiosk-Heini, der die Hotelbadetücher wieder zurücknehmen und das Pfand dafür rausrücken soll, ist nirgendwo zu sehen. Wir haben heute schon mehrfach das Gelände nach ihm abgesucht. Hoffentlich akzeptieren die auch eine Rückgabe an der Rezeption. Ich habe keine Lust, 10,- Euro pro Badetuch Strafe zahlen zu müssen, nur weil der Hurgler nirgends zu finden ist.

Aber es klappt anstandslos. Beim Ausschecken stellen wir überrascht fest, dass auch die Telefongebühren inklusive sind. Gut, dass sie das nicht vorher sagen, sonst würde mancher sich auf Kosten des Hauses einen Wolf labern. Wir dagegen haben nur zwei, dreimal kurz zu Hause angerufen. Wir sind da immer recht bescheiden und hätten auch nicht mehr gequasselt, wenn wir gewusst hätten, dass wir das nicht separat bezahlen müssen.

Wir schleifen unsere Koffer vors Hotel und nun heißt es warten. Auf den Bus. Um 11:40 Uhr kommt er dann schließlich und ist – na was? Richtig: Heillos überbucht. Irgendwer in der Zentrale kann da nicht zählen. Der Fahrer telefoniert mit dem Handy nach einer Lösung. Ein zweiter, kleiner Bus wird bestellt und endlich geht es los.

Am Flugplatz heißt es wieder: warten. Tut sich da eigentlich was an den Abfertigungsschaltern? Es scheint kein bisschen vorwärts zu gehen. Und wo muss man denn hinmarschieren, wenn man eingecheckt hat? Ach ja, die latschen alle hinter die Theken, dann machen wir das nachher einfach auch so.

Nach weiterem Gewarte schaut es fast so aus, als flöge diese Maschine ausnahmsweise mal pünktlich ab. Um 14:05 Uhr sitzen alle brav angeschnallt auf ihren Plätzen. Aber ätsch: Es müssen alle wieder aussteigen! Die Maschine ist zu schwer, um über die Berge in den Norden starten zu können. In Richtung Süden geht nicht wegen des Windes. Also muss Kerosin abgepumpt werden. Dazu müssen alle Passagiere aus Sicherheitsgründen raus. Erst wenn das Zeugs abgepumpt ist, dürfen wir all wieder rein. Aber da wir nun weniger Sprit an Bord haben, reicht der nun nicht für einen Direktflug nach Stuttgart. Wir fliegen erst mal eineinviertel Stunden lang nach Faro in Portugal, landen dort zwischen, tanken nach – und dann geht es endlich heim.

Mit eineinhalbstündiger Verspätung landen wir schließlich um 20:25 Uhr in Stuttgart. Wenigstens kommt dann der Koffer recht flott. Mit dem Taxi geht es nach Hause. Der Fahrer, ein Franzose, erzählt von seiner Zeit in Dubai. Dubai, ja das wäre auch mal ein Reiseziel …

Aber ehe wir die nächste Reise planen, muss erst einmal diese nachbereitet werden. Als erstes in Gestalt von 11 Waschmaschinenladungen Wäsche. Post, Fotos, Reisebericht … das alles wartet noch auf mich. Und das Fotoalbum, das ich nach wie vor konventionell mit ausgedruckten Bildern anlege und nicht online. Dann können wir an den nächsten Urlaub denken. Vielleicht Teneriffa …?

*** Ende***