Wahnsinn im Alltag


Bin mal laden …
Oktober 31, 2007, 5:33 pm
Filed under: Wahnsinn im Alltag

Alles, was modern, mobil und elektronisch ist, hat einen Nachteil: Es muss irgendwann wieder mit Energie aufgeladen werden. Und schon hat man ein Problem mehr, das es „seinerzeit auf den Bäumen“ noch nicht gab: die Ladegeräte.

Es fing so harmlos an … mit den ersten beiden Handys. Sie waren baugleich, und somit waren es auch die Ladegeräte. Das eine Ladegerät lag in einem rosaroten Weidenkörbchen in der Küche, das andere bei mir im Büro. Soweit, so gut. Dann kam die erste Digitalkamera dazu, natürlich mit Ladegerät. Das natürlich an der entscheidenden Stelle ganz anders aussah als das der Handys. Also nicht kompatibel. Okay, das war nicht weiter schlimm. Das Ladegerät wurde zu dem anderen ins rosarote Körbchen gelegt und bei Bedarf eingestöpselt.

Zwei solcher Dinger kann man ja noch ganz gut auseinander halten.

Doch dann ging es Schlag auf Schlag: Weitere digitale Kameras kamen dazu, ein Akku-Staubsauger, diverse ferngesteuerte Mini-Helikopter und sonstiges technisches Gedöns, das der moderne Mensch zu brauchen glaubt. Aus den zwei Ladegeräten im rosaroten Weidenkorb wurden ein halbes Dutzend und mehr. Jedes anders als das andere, und keins ist mit irgendeinem anderen Gerät kompatibel.

Manchmal hab ich sogar den Verdacht, die vermehren sich ohne unser Zutun. Ob Ladegeräte Junge kriegen?

Müssen wir ein Gerät aufladen, fängt das große Wühlen, Vergleichen und Entwursteln an: „Jetzt lass mal gucken: Da ist ein rechteckiges Loch, irgendwie geriffelt. Also brauch ich ein Ladegerät mit dem dazu passenden Stecker. Das? Oder das? Oder vielleicht doch eher das da?“ Ich zerre an dem Kabel und hoffe, das richtige Gerät aus dem Wirrwarr befreit zu haben. „Ach, Mist, nee, jetzt hab ich an dem falschen gezogen! Das da hat ein rundes Dingens vorne.“ Und das Wühlen und Wursteln geht in die zweite Runde. Wenigstens beim Laptop gibt es kein Vertun: dessen Ladegerät wird in der Laptoptasche aufbewahrt, getrennt von allen anderen.

In der Zwischenzeit haben schon zwei bis drei Familien-Handys das Zeitliche gesegnet und sind durch neue ersetzt worden, eine Kamera und auch ein paar Helis hat das gleiche Schicksal ereilt. Ihre Ladegeräte existieren allerdings immer noch und liegen weiterhin im rosaroten Weidenkorb. So quasi als Geister längst verstorbener elektronischer Geräte. So ähnlich wie bei unseren Fernbedienungen, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Weil längst niemand mehr weiß, welches Ladegerät zu welchem Apparat gehört, getraut sich auch keiner, eines davon wegzuschmeißen. Es könnte ja zu Verwechslungen kommen, und dann steht man irgendwann da und braucht’s – und dann isses weg. Nicht auszudenken! Man kann ja nicht einfach ein anderes nehmen. Es passt ja keins.

Wir fragen uns seit Jahren, warum selbst Geräte ein und derselben Art von ein und derselben Firma unterschiedliche Ladegeräte haben müssen. Er hatte ein Handy der Firma S. und ich hatte ein Handy der Firma S. Nix ist kompatibel. Die Gestalten und Erscheinungsformen der Ladegeräte scheinen so individuell und vielfältig zu sein wie die der Menschen. Das macht die Sache so unübersichtlich. Warum das so ist? Wie gesagt: keine Ahnung. Im Zweifelsfall liegt’s an einem EU-Gesetz. Oder am Marketing.

Nach jedem Wühl- und Wursteleinsatz räumen wir den Weidenkorb wieder in die Ecke und sagen uns, dass es ja im Grunde so einfach wäre: Man müsste nur mal hergehen, und die Ladegeräte alle zuordnen und beschriften: Handy E. und Handy G., Kamera groß und Kamera klein, Staubsauger, Gedönsbach und Dingenskirchen sowie Heli 1 bis Heli X … und den Rest entsorgen. Wenn wir mal viel Zeit haben, dann machen wir das. Ehrlich! Das schwören wir uns jedes Mal. Und alles bleibt beim alten.

Also wühlen und wursteln wir immer noch im rosaroten Weidenkorb, bis es uns eines Tages wirklich mal zu bunt wird und wir uns endlich dazu aufraffen, in dem Ladegeräte-Chaos Ordnung zu schaffen.

Ich erzähle es euch dann, wenn es so weit ist. Bis dahin gilt: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann wursteln sie so weiter …

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Paul Grote: Verschwörung beim Heurigen. Der Mensch, der Wein – und das Böse
Oktober 29, 2007, 3:18 pm
Filed under: Bücher

Paul Grote: Verschwörung beim Heurigen. Der Mensch, der Wein – und das Böse. München 2007, dtv; ISBN-13: 978-3-423-21018-8, 397 Seiten; Taschenbuch, Format: 12 x 19 x 2,2 cm, EUR 8,95

Sie haben sich nicht mehr viel zu sagen, der Übersetzer Carl Breitenbach und seine Frau Johanna. Im Lauf der Jahre hat sich das Ehepaar auseinander gelebt. Fragt man Johanna, ist Carl ein weltfremder Bücherwurm, der einen gut dotierten Dolmetscherposten in Brüssel aufgegeben hat um sich der nahezu brotlosen Kunst des Bücherübersetzens zu widmen. Auf ihre Kosten. Denn Hauptverdienerin bei Breitenbachs ist die Umweltingenieurin Johanna. Fragt man Carl, hat Johanna irgendwann ihre Ideale verraten. Die ehemals radikale Umweltaktivistin hat sich frustriert auf die Gegenseite geschlagen und zeigt heute den Unternehmen, wie sie Gesetze und Vorschriften zum Umweltschutz am besten umgehen können. Aus der einstigen Idealistin ist eine zynische Karrierezicke geworden.

Der geplante dreiwöchige Urlaub am Neusiedler See steht von vornherein unter keinem guten Stern. Insgeheim ist der Weinliebhaber Carl wegen Maria Sandhofer dort, einer Winzerin, der er bei einer Weinprobe in Stuttgart begegnet ist und die er gerne näher kennen lernen würde. Und Johanna fährt hin, um auf dem Neusiedler See ihrem Hobby, dem Windsurfen, nachzugehen. Fast unnötig zu sagen, dass jeder die Freizeitaktivitäten des anderen albern und uninteressant findet.

Doch der Urlaub nimmt einen Verlauf, der selbst die schlimmsten Alpträume der Breitenbachs noch übertrifft: Nach einem Besuch bei Maria bemerkt Carl, dass er sein Handy und seine Unterlagen bei ihr vergessen hat. Er kehrt zurück – und findet die Winzerin tot im Weinkeller. Er sieht gerade noch, wie sich ein Unbekannter klammheimlich aus dem Staub macht. Für Chefinspektor Herrndorf, Wien, ist Carl der Hauptverdächtige. Da nützt es auch nicht viel, dass der einheimische Inspektor Alois Wechter auch andere Möglichkeiten in Betracht zieht.

Carl Breitenbach wird recht bald klar: Wenn er der Polizei nicht selbst den Täter auf dem silbernen Tablett serviert, ist er dran. Von seiner Frau Johanna ist keine Hilfe zu erwarten. Sie betrachtet den Mordfall allein als Carls Problem. Und vielleicht wäre sie sogar froh, den ungeliebten Gatten auf gute Weise los zu werden.

Johanna hat auf jeden Fall eigene Pläne. Die betreffen den attraktiven Surflehrer Hansi Petkovic und sein Projekt „Surfen und Siegen“ – ein geplantes Trainingszentrum mit Surf- und Eisseglerschule, mit Unterrichtsräumen, Restaurant, Bar, Büros, Bootshaus und Anleger. In dieses Projekt will Johanna einsteigen. Hansis Partnern, dem schmierigen Anwalt Günther Wollknecht und dem großspurigen Winzer Thomas Thurn, der aus der maroden Kellerei seines Vaters einen Vorzeigebetrieb gemacht hat, ist es nur Recht, eine so kompetente und erfahrene Mitstreiterin zu bekommen. Und so bezieht Johanna bald ein Büro in der Anwaltskanzlei und wird für „Surfen und Siegen“ tätig.

Carl macht sich unterdessen in eigener Regie auf die Suche nach dem Mörder. Unterstützung bekommt er vom Fotografen Frank Gatow, dessen Frau ein Weingut in der Toskana betreibt und der schon deshalb mit wertvollen Einblicken dienen kann. Auch der Vater der Ermordeten ist auf Carls Seite – und „Die Sieben“, eine Winzerinnen-Vereinigung, in der Maria Sandhofer Mitglied war. Im Hintergrund recherchiert noch ein befreundeter Journalist daheim in Deutschland.

An Verdächtigen scheint in der Tat kein Mangel zu herrschen. Marias Cousin Richard ist hinter dem Sandhoferschen Weingut her. Hat er etwa seine Cousine aus dem Weg geräumt? Oder war es vielleicht Marias geheimnisvoller Ex, über den niemand so recht sprechen will? Im Zuge von Carls Nachforschungen stellt sich außerdem heraus, dass Maria vehement gegen eine geplante Autobahn war. Und dass hinter den Kulissen dieses Vorhabens nicht unerheblich gemauschelt wird.

Carl, der weltfremde Bücherwurm, wächst bei seinen Recherchen über sich selbst hinaus. Hat er mit seinen Nachforschungen den Täter schon aufgeschreckt? Oder bildet er sich nur ein, von zwei Männern in einem grauen Passat beschattet zu werden? Doch nicht nur Carl und seine Freunde recherchieren. Auch die Initiatoren von „Surfen und Siegen“ machen sich schlau – über Johanna sowie über ihren Mann Carl und dessen Aktivitäten.

Als Carl schließlich den Mann zu erkennen glaubt, den er am Tatort heimlich verschwinden sah, überstürzen sich die Ereignisse …

Auch wenn sie einem nicht auf Anhieb sympathisch sind, Carl Breitenbach und seine Johanna: Es sind sehr authentische, glaubwürdige Personen und man kann nachvollziehen, was die beiden umtreibt. Dass es keine Superhelden sind, sondern Menschen mit ganz gewöhnlichen Eigenschaften und Problemen, macht es dem Leser leicht, sich mit ihnen zu identifizieren. Vor allem mit Carl und seiner Situation. Es könnte einem schließlich jederzeit selbst passieren, dass man zur falschen Zeit am falschen Ort ist – und auf einmal mitten im dicksten Schlammassel steckt. Gespannt verfolgt man das Geschehen: Wird Carl den Mörder erwischen bevor dieser ihn erwischt? Wer ist Freund und wer ist Feind in diesem Amigo-Filz? Wie weit wird Johanna in ihrem Ehrgeiz und ihrer Machtbesessenheit noch gehen? Und natürlich: Wer hat Maria Sandhofer umgebracht – und warum?

Wer die Region um den Neusiedler See kennt und vielleicht noch ein bisschen was vom Wein(bau) versteht, hat bei diesem Kriminalroman natürlich „Heimvorteil“ und sozusagen eine weitere „Genuss-Ebene“. So ist das ja immer bei Regionalkrimis, in denen der Ort der Handlung eine wichtige Rolle spielt. Wer noch nie im Burgenland war und vielleicht gerade mal Rotwein von Weißwein unterscheiden kann, wird sich dennoch blendend unterhalten. Er wird viel Neues und Interessantes erfahren und sich möglicherweise sogar zu einem Besuch der Region inspirieren lassen. Fotos zum Buch und viele weitere aufschlussreiche Informationen befinden sich auf der Homepage des Autors: http://www.paul-grote.de

Paul Grote, geboren 1946 in Celle, arbeitete 15 Jahre lang für Presse und Rundfunk in Südamerika. Dort lernte er die professionelle Seite des Weins kennen und machte den Weinbau bald zum Thema seiner Veröffentlichungen. Seit 2003 lebt Grote wieder in Berlin und widmet sich der schriftstellerischen Arbeit und der Ausrichtung von Weinseminaren. „Verschwörung beim Heurigen“ ist der vierte Roman seiner europäischen Wein-Krimi-Reihe. (Autorenvorstellung aus dem Klappentext von dtv.)



Mein Streik-Gemotze in der Zeitung!
Oktober 24, 2007, 7:09 am
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So, jetzt isses passiert: Heute steht meine Hasstirade auf den Bahnstreik ungekürzt und ungefiltert bei uns in der Tageszeitung. Nein, nicht das mit dem Blitz, sondern die Arie über die 40 geklauten Minuten. Ob ich jetzt Hausverbot bei der Bahn kriege? Zumindest ist mit Reaktionen am Telefon zu rechnen. Na gut, ich werd’s überleben. Auch wenn ich immer sage: „Wer sich in die Öffentlichkeit begibt, kommt darin um.“



Bahnstreik und kein Ende
Oktober 17, 2007, 4:41 pm
Filed under: Wahnsinn im Alltag

Ich fass es nicht! Jetzt streiken die staubigen Brüder und Schwestern von der Bahn ab morgen schon wieder! Sachliches oder gar Solidarisches fällt mir dazu wirklich nimmer ein. Nur noch Rustikales: DIE SOLL DOCH DER BLITZ BEIM SCHEISSEN TREFFEN!



Bahnstreik: 40 geklaute Minuten
Oktober 12, 2007, 7:22 am
Filed under: Wahnsinn im Alltag

Gaaaaah! Ich habe es satt – aber so was von! Ich hab kein einziges solidarisches Atom mehr im Leib. Scheiß Bahnstreik! Können die jetzt vielleicht endlich mal wie normale Menschen miteinander reden, so ganz ohne gorillahaftes Imponiergehabe?

Durch die verdammte Streikerei verlängert sich mein ohnehin langer Weg zur Arbeit um 40 Minuten. Latschen darf ich, quer durch Stuttgart, statt mit der Bahn zu fahren. Und komme mir jetzt keiner damit, Gehen sei gesund. Isses sicher. Aber wenn ich zu Fuß latschen will, dann mach ich das bei mir daheim im Grünen und trample nicht nächtens durch den Mief der Stadt.

Ist denen natürlich alles egal. Bezahlt hab ich die ausgefallenen Bahnfahrten ja schon – mit meiner jedes Jahr teurer werdenden Jahreskarte.

Wer, zum Geier, sind diese Fredls eigentlich, dass sie mir 40 Minuten meiner Zeit stehlen dürfen. Am Tag!

Ich arbeite hart, ich arbeite lang, ich hab’s weit zum Job. Ich hab Familie und Haushalt und hätt’ gern auch noch ein ganz klein bissi Privatleben. Und, wenn’s geht, auch ein wenig Schlaf.

Und da gehen so Jodler einfach her, ziehen mich ungefragt in ihre privaten Streitigkeiten rein und klauen mir dabei 40 Minuten von meinem Tag. Eine Frechheit ist das. Ich sollte denen eine Rechnung stellen. Oder sie anzeigen … wegen Zeitdiebstahls. Gibt ja nix Kostbareres als Zeit, oder?

Dann soll man halt mit dem Auto zur Arbeit fahren, riet so ein Schlaumeier in den Medien. Ja, vielen Dank auch! Weil jeder Auto fährt. Und was machen die mit vielen Familienmitgliedern, bei denen jeder in eine ganz andere Richtung muss? Dass auf jedes Familienmitglied ein Auto kommt, gibt’s nur bei den Großkopferten.

Ich hasse weltfremdes Gesülze. Und ich hasse alles, was mein ohnehin schon komplexes und stressiges Leben noch komplexer und stressiger macht.

Einigt euch jetzt endlich, ihr Bahnsinnigen, verdammte Hacke noch mal!



Gregor Schürer: Es schneit nicht im August – Geschichten für jede Jahreszeit
Oktober 9, 2007, 2:03 pm
Filed under: Bücher

Gregor Schürer: Es schneit nicht im August – Geschichten für jede Jahreszeit
Norderstedt 2003, Books on Demand GmbH; ISBN: 978-3-3833402371, 67Seiten; Taschenbuch, Format: 12 x 19 x 0,5 cm, EUR 7,50

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18 Kurzgeschichten hat der Autor in diesem Band vereint: humorvolle, traurige, nachdenklich machende. Die thematische Klammer bilden die vier Jahreszeiten. Manche Geschichten können eben nur im Sommer und andere nur im Winter spielen.

FRÜHLING

* Blutiger Spaziergang – Eigentlich will Agnes nur mit dem Hund raus und dabei einen Abstecher auf den Friedhof machen. Doch nicht jeder, der aufbricht, kehrt auch wieder heim.
* Mein Vater war ein Wandersmann – Ziemlich aus der Übung ist der Erzähler, der als Kind viel gewandert ist. Das stellt sich jetzt beim Volkswandertag heraus. Dumm nur, dass er gegenüber seinem Kumpel den Mund ganz schön voll genommen hat. Wie kommt er aus dieser Nummer wieder raus, ohne sich bis aufs Hemd zu blamieren …?
* Max Mümmel im Spaghettitopf – Eine etwas andere Ostergeschichte. Jung-Osterhase Max versemmelt das Eier-Austragen. In einem Menschen-Haushalt will er Ersatz für die zerbrochenen Ostereier besorgen. Aber auch das geht nicht ganz glatt …

SOMMER

* Küssen wie John Wayne – Sie hieß Angelika, war 14 und hatte lockige schwarze Haare. Eine romantische und auch ein wenig selbstironische Erinnerung an den ersten Kuss.
* Schöne Ferien!? – Diese Sommerferien stehen ganz unter dem Motto „Pleiten, Pech und Pannen“. Schlecht für die verreisende Familie – höchst vergnüglich aber für den Leser!
* Urs macht Hügel – Kleine Ursache, große Wirkung. Der Maulwurf Urs macht das, was Maulwürfe eben so tun: Tunnel graben und dabei Erdhügel aufhäufen. Kann er ahnen, dass dieser eine Hügel heute von nationaler Bedeutung sein wird? – Was wie eine naiv erzählte Kindergeschichte daherkommt, ist gar keine.
* Fundsache Schildkröte – Beim Spazierengehen findet der Erzähler eine herrenlose Landschildkröte. Jetzt muss er zwei Herausforderungen meistern: sich um ein Tier kümmern, dessen Bedürfnisse er nicht kennt und zusehen, dass es wieder zu seinem rechtmäßigen Besitzer kommt …
* Es schneit nicht im August – Die kleine Susanne ist todkrank und freut sich schon so auf Weihnachten. Das kommende Weihnachtsfest wird sie aber aller Voraussicht nach nicht mehr erleben …

HERBST

* Nur ein Tag – James W. Gordon hatte schon immer ein gestörtes Verhältnis zu Zahlen. Und so vertut er sich um einen Tag, als er die Flüge zur Geburtstagsfeier seines Enkels bucht. What a difference a day makes …
* Ein helles Licht im dunklen Kerker – Der Autor macht Kindern von heute die Legende des Heiligen Martin verständlich.
* Ein Weckmann namens Robert – Nie werden die Kollegen wissen, warum der Erzähler an diesem Tag zu spät zur Arbeit kommt. Wir aber erfahren, welcher spontanen Eingebung er gefolgt ist …

WINTER

* Lucky – Im Autoradio dudelt gerade Britney Spears’ Song „Lucky“, als Andreas Zeuge eines Autounfalls wird. Ganz spontan trifft er eine verhängnisvolle Entscheidung …

Die nächsten drei Winterstorys gehören in die Kategorie „leicht skurrile, märchenhafte Kindergeschichten, die auch Erwachsene zum Schmunzeln bringen“.
* Gefrorene Sterne – Die kleine Sabine kann nicht einschlafen. Da taucht eine geheimnisvolle Gestalt in ihrem Zimmer auf, die ein wenig ausschaut wie eine korpulente Ausgabe von Karl Lagerfeld, und bietet an, eine Frage zu beantworten, auf die ihr noch nie jemand Auskunft geben konnte …
* Der traurige Rentierfahrer und das nutzlose Insekt – Hier räumt der Autor ein für alle Mal mit dem Mythos von der Herkunft des Nikolaus auf. Bischof von Myra? Alles Quatsch! Hier lesen Sie, wie’s wirklich war. Köstlich!
* Achsbruch am Himmel – Gleich noch ein weihnachtlicher Mythos muss dran glauben: Der Rentierschlitten. Der ist nämlich nur eine Notlösung. Hätte der Nikolaus auf seine Edeltraud gehört, dann wäre er heute noch mit dem richtigen Fortbewegungsmittel unterwegs!

* Der Gameman – Keinen Gameboy, sondern einen Gameman wünscht sich der neunjährige Cornelius zur Weihnachten. Doch der viel beschäftigte Vater versteht die Botschaft nicht …
* Dschingel bellt – Moos für die Weihnachtskrippe wollen Vater und Tochter im Wald holen. Dabei finden sie jedoch etwas ganz anderes …
* Ein unvergessliches Neujahrskonzert – „Unmöglich, diese Banausen mit ihren schnurlosen Telefonen!“, regt sich der Erzähler auf, als so ein wichtigtuerischer Jungmanager das Neujahrskonzert mit dem Klingeln seines Handys stört. Doch es kommt noch schlimmer! – Warum dieses Konzert dem guten Mann unauslöschlich in Erinnerung bleiben wird und weshalb er nichts davon seiner Familie erzählt, verrät uns der Autor in dieser amüsanten Geschichte.

Das Büchlein mit seinen ernsten und heiteren Beiträgen für Erwachsene und Kinder zeigt die Bandbreite von Gregor Schürers Kurzgeschichten. Es ist für jede Stimmung und jeden Geschmack etwas dabei.

Die ernsten und traurigen Geschichten werden ihre Fans haben, da bin ich sicher. Mir persönlich sind sie oft zu düster und zu verstörend. So als würde man auf einmal die Hintergründe der tragischen Kurzmeldungen in der Zeitung erfahren. Mir geht es da wie den großen Verlagen: Wenn sie Beiträge von Gregor Schürer in ihren Zeitschriften oder Büchern veröffentlichen, dann stürzen sie sich auf die skurril-märchenhaften oder, noch häufiger, auf die heiteren Geschichten, in denen ein Mensch wie Sie und ich mit den Tücken des Alltags kämpft – und sich dabei womöglich noch ein wenig zum Affen macht. Geschichten wie „Mein Vater war ein Wandersmann“ oder „Schöne Ferien!?“. Man schmunzelt, amüsiert sich – und erkennt sich insgeheim in dem Helden wieder. Diese Geschichten sind einfach die besten!



In Bewegung mit der Bahn
Oktober 5, 2007, 11:52 am
Filed under: Hausfrauen-Poesie

„Täglich in Bewegung mit der S-Bahn“ heißt ein Gedichtwettbewerb der Stuttgarter S-Bahnen, der derzeit läuft. Ja – das Thema kommt mir angesichts des erneuten Bahnstreiks heut grad geschliffen!

In Bewegung

Der Fahrer steigt nicht in die Lok.
„Für die paar Kröten – keinen Bock!“
Er streikt. Und die Kollegen auch.
Der Fahrgast hat ’ne Wut im Bauch.

Der Güter- und der Fernverkehr
darf fahren als ob gar nichts wär’.
Bestreikt wird S- und Bimmelbahn.
Die Zeche zahlt der kleine Mann.

So sorgt die Bahn für Zornesregung.
Und auch – zu Fuß – für viel Bewegung.