Wahnsinn im Alltag


Steffanie Burow: Das Jadepferd. Roman
April 28, 2009, 8:10 am
Filed under: Bücher

Steffanie Burow: Das Jadepferd. Roman, Müchen 2008, Knaur Verlag, ISBN 978-3-426-66297-7. Hardcover mit Schutzumschlag, zwei Landkarten und Glossar, 472 Seiten, Format: 15 x 22 x 3,5 cm, EUR 19,95

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Marion Reuter, Anfang 30, ist eine erfahrene Rucksacktouristin. Als sie sich auf einer Asientour von ihrem Lebens- und Reisegefährten trennt, ist es deshalb keine Frage, dass sie alleine in den Westen Chinas weiterreist. Aber ob das so eine gute Idee ist?

Um einem einsamen Abend im Hotelzimmer zu entgehen, unternimmt sie einen Abendspaziergang durch das muslimische Viertel Kashgars – und stürzt in eine schlecht gesicherte Baugrube. Als sie wieder zu sich kommt, stellt sie fest, dass sie nicht allein in der Grube liegt. Doch was sie für einen Betrunkenen hält, der im Kanalisationsrohr seinen Rausch ausschläft, ist in Wahrheit eine Leiche!

Für einen winzigen Augenblick verlässt Marion das gesunde Urteilsvermögen und sie begeht einen folgenschweren Fehler: Der Tote hat ein kleines, ramponiertes Lackkästchen bei sich. Marion steckt es ein und ruft erst dann um Hilfe.

Der Junge Mann in der Baugrube erweist sich als Mordopfer. Kommissar Li Yandao nimmt die Ermittlungen auf. Nun wäre es das Klügste, das unterschlagene Kästchen dem Kommissar mit einer halbwegs plausiblen Erklärung auszuhändigen. Doch Marion verpasst den richtigen Zeitpunkt und kommt aus dieser Geschichte nicht mehr mit Anstand heraus.

Im dem Lackkästchen befindet sich die vordere Hälfte einer Pferdefigur aus Jade und ein paar beschriftete Bambusstäbchen. Dass es sich bei dem Pferdchen mitnichten um gut gefälschten Touristenkitsch handelt, dämmert Marion, als sie ihr Hotelzimmer durchwühlt vorfindet. Gestohlen wurde nichts. Was sollte bei einer Backpackerin auch zu holen sein? Wer immer in ihr Zimmer eingedrungen ist, muss das Kästchen mit dem Pferd gesucht haben. Doch das trägt sie stets bei sich.

Was hat es mit dem Jadepferd auf sich? Musste schon der junge Mann in der Baugrube wegen dieses Artefakts sterben? Und ist es Einbildung, oder wird Marion wirklich von einem riesenhaften Uighuren und einem jungen Chinesen mit einem Muttermal im Gesicht verfolgt? Ein etwas auffälliges Team für eine unauffällige Beschattung …

Marion beschließt, Kashgar zu verlassen, auch wenn sie inzwischen mehr als nur Sympathie für Kommissar Li Yandao empfindet. Dieser ahnt zwar, dass „Ma Li Huo“, wie er sie nennt, ihm etwas verschweigt, doch Beweise hat er nicht, und so muss er sie ziehen lassen.

Marions Verfolger lassen sich nicht so einfach abschütteln. Was sie zunächst nicht ahnt: Der hochgewachsene Uighure und sein Kollege sind nur Handlanger. Professioneller und um einiges gefährlicher ist „der Russe“ Nikolai, der die Verfolgung aufnimmt, als Marion in Turfan eintrifft. Nicht nur sie selbst ist jetzt in Gefahr, sondern auch ihre Reisebekanntschaften, wie zum Beispiel die uighurische Ärztin Batügül, die ihr in Khotan spontan eine Unterkunft angeboten hat. Oder die Backpacker Robert, Greg und Jenny, die sie in Turfan kennen gelernt hat.

Wird Marion herausfinden, was es mit dem Fund auf sich hat und warum alle Welt dahinter her ist? Rechtfertigt der rein materielle Wert des Jadepferdchens wirklich eine Hatz quer durchs halbe Land, Mord und Totschlag inklusive? Wird es Marion gelingen, genügend falsche Fährten zu legen, um sich und das Jadepferd unbeschadet außer Landes zu bringen?

Wenn Marion all das wüsste, was die Autorin uns erzählt, wäre sie da nicht so sicher. Als Leser erfahren wir nämlich nach und nach die Geschichte von Marions Jadepferd. Sie beginnt im Juli 102 v. Chr., als der Hohe Sekretär Zhao Shan zwei Tagesreisen von Chang’an entfernt einen Boten des Kaisers abfängt und ihm ein Lackkästchen mit einer Nachricht an den General Li Guangli abnimmt – eine Tat mit weitreichenden Folgen.

Seither sind mehr als zweitausend Jahre vergangen. Das Kästchen mit dem Pferd und den Bambusstäbchen hat inzwischen einen langen Weg von Chang’an bis in den äußersten Westen Chinas zurückgelegt. Es hatte im Lauf der Zeit viele Besitzer und kaum einem hat es Glück gebracht.

Mit Spannung und Faszination verfolgt man Marions Flucht von West nach Ost. Gleichermaßen fesselnd und womöglich noch exotischer als Marion Reuters Tour de Force durch halb China ist die Jahrtausende lange Reise des Jadepferdchens.

Manchmal möchte man sie schütteln, diese halsstarrige Marion, die auf Biegen und Knochenbrechen an ihrem Vorhaben festhält, das Artefakt zu behalten und nach Deutschland zu bringen. Dabei ist sie gar nicht so hartgesotten wie sie selbst glaubt, auch wenn man ihr eine gewisse kriminelle Energie und Kreativität nicht absprechen kann. Der Trick mit dem Ferrari, zum Beispiel, der ist klasse …

DAS JADEPFERD ist eine packende Mischung aus Abenteuerroman, Krimi, Reisebericht und Landeskunde. Man merkt deutlich, dass die Autorin hier kein angelesenes Wissen zum Besten gibt, sondern die Region selbst bereist und sich intensiv mit den Gegebenheiten des Landes beschäftigt hat.

Hat sich eigentlich schon jemand die Filmrechte an dem Stoff gesichert? Auch wenn die historischen Rückblenden sicher eine Herausforderung wären: Diese temporeiche Story würde auch in Kino oder Fernsehen eine gute Figur machen.

Die Autorin
Steffanie Burow war Art-Direktorin und Werbetexterin, bevor sie gemeinsam mit ihrem Mann ausgedehnte Reisen durch die Länder des Fernen Ostens unternahm. Heute lebt die Autorin in Hamburg.



Neue Fotos aus dem Multi-Katzen-Haushalt
April 24, 2009, 8:33 am
Filed under: Tierisches

So richtig nett ist’s nur im Bett, denkt sich Kater Cooniebert, und nimmt eine ganz sonderbare Ruhehaltung ein. Naja, das muss ja er wissen, ob das bequem ist oder nicht.

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Indie pennt auf der Felldecke. Das sieht schon entspannter aus. Nur die Ohren, die sind wach. „Die Kleine Katze mit den großen Ohren“ nennen unsere Nachbarn ihn. Ob er jemals zu seinen Lauschern dazu wächst?

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Ist keine Felldecke zu Hand, taugt notfalls auch Onkel Yannick als Schmusekissen.

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Indie in Action – mit seinem Cocktailwedel.

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Onkel Yannick greift ein. Oder an.

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Cooniebert, Indie und Yannick auf dem Balkon-Kratzbaum. So langsam wird das Möbelstück nicht nur zu klapprig, sondern auch zu klein für die drei.

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Tina Zang: Der Karatehamster ist nicht zu bremsen
April 12, 2009, 9:36 pm
Filed under: Bücher

Tina Zang: Der Karatehamster ist nicht zu bremsen, für Kinder ab 8, München 2009, Ars Edition GmbH, ISBN 978-3-7607-3440-8, Hardcover mit Plüschfell-Einsatz, 152 Seiten, mit s/w-Illustrationen von Claudia Fries, Format: 15 x 21,7 x 1,8 cm, EUR 8,95

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Die Hamster Neo, Chan und Lee:
Viele Leser kennen sie.

Für die Leser, die die Karatehamster-Reihe noch nicht kennen, hier eine kurze Vorstellung der wichtigsten Personen: Die drei Hamster Neo, Chan und Lee leben bei der deutsch-japanischen Patchwork-Familie Yusumi-Putz. Sie gehören der Tochter des Hauses, Kira Yusumi.

Neo ist der Abenteurer und Sportler unter den drei Hamstern. Weil Herr Yusumi eine Karateschule betreibt, in der Kira eifrig trainiert, hat auch Neo eine Leidenschaft für diesen Kampfsport entwickelt. Er ist der Karatehamster. Seine Hamsterkumpels haben andere Interessen: Lee ist der Philosoph, Schöngeist und Jammerlappen unter den dreien. Beim pummeligen Chan dreht sich alles nur ums Fressen. Alle drei sind verliebt in die Hamsterdame Mariechen, die einer Freundin der Familie gehört.

Wichtig ist auch noch der Tierarztsohn Jan Winkler, Kiras Schulkamerad und bester Freund, der sich besonders gut mit den Hamstern versteht, vor allem mit dem abenteuerlustigen Neo.

Pechvogel und Tunichtgut Heiko Putz, Kiras Stiefbruder, ist diesmal nicht derjenige, der aus irgendwelchen Schwierigkeiten herausgepaukt werden muss. Aber sicher nur deshalb, weil er gerade nicht da ist. Er verbringt die Ferien bei seinem Vater.

Die drei Hamster flippen aus:
Marie wird Urlaubsgast im Haus!

Neo, Chan und Lee drehen vor Begeisterung am Rad: Kira übernimmt die Urlaubspflege von Hamster Mariechen, für die sie heftig schwärmen. Jeder der drei tut nun sein Möglichstes um Mariechen zu beeindrucken. Inspiriert durch ein Varietéprogramm, das sie zufällig im Fernsehen gesehen haben, bringt Lee sich das Jonglieren mit Maiskörnern bei und Chan bildet sich ein, zaubern zu können. Neo setzt mehr auf handwerkliche Fähigkeiten, doch beim Versuch, Mariechens Laufrad zu reparieren, stürzt er in ein Sprudelglas und muss wegen eines anhaltenden Schluckaufs zum Tierarzt gebracht werden.

Zwei Hamster geh’n ins Lichtspielhaus.
Das geht doch sicher übel aus!

Der erste Punkt beim Mariechen-Beeindrucken geht eindeutig an den Maiskörner-Jongleur Lee, der zu allem Überfluss auch noch den Abend allein mit seiner Angebeteten verbringen darf, weil Kira und Jan auf die abwegige Idee kommen, Neo und Chan mit ins Kino zu nehmen. Der Film entpuppt sich zwar als langweilig, aber dafür lernen sie den Kinobesitzer Jonas kennen, einen richtig netten Kerl. Und sie erfahren, dass er das „Gloria“ leider in Kürze verkaufen muss, weil er sich die anstehende Sanierung nicht leisten kann.

Ob dem Mann mit einer Benefiz-Veranstaltung zu helfen wäre? Genügend talentierte Freunde und Bekannte, die etwas aufführen könnten, müssten doch aufzutreiben sein. Da wäre zum Beispiel ein jonglierender Hamster …

Als die Kinovorstellung wegen einer technischen Panne vorzeitig abgebrochen werden muss, stellen Kira und Jan entsetzt fest: Chan ist weg! Tagelang suchen sie ihn, aber der pummelige Hamster bleibt verschwunden. Wurde er versehentlich mit dem Müll entsorgt? Oder hat ihn gar jemand entführt?

“Wir retten Chan und Gloria!
Wozu sind Freunde denn sonst da?“

Die Freunde müssen Chan finden, ehe ihm da draußen etwas passiert. Und sie wollen unbedingt die Wohltätigkeitsveranstaltung für das „Gloria“ auf die Beine stellen, damit es nicht verkauft werden muss. Als wäre das nicht schon Stress genug, verschwindet plötzlich auch noch Hamster Neo!

Was ist dem Karatehamster und seinem verfressenen Freund nur zugestoßen? Werden Kira und Jan die beiden wiederfinden? Und werden sie das kleine Kino vor dem Verkauf retten können? Von der großen Schweinerei, die hinter den Kulissen im Gange ist, ahnen die beiden Schüler noch nichts …

Ein Feuerwerk an Witz und Spaß,
und nebenbei lernt man noch was.

Ein Feuerwerk von kuriosen Einfällen, slapstickartigen Szenen und sprühendem Wortwitz sorgt für ein zwerchfellerschütterndes Lesevergnügen. Und ganz nebenbei kann man aus den Abenteuern von Kira und ihren Hamstern noch ein bisschen was lernen:

* Mit einer zündenden Idee und der Hilfe guter Freunde kann sich auch eine aussichtslos erscheinende Lage zum Besseren wenden.
* Nicht hinter jeder Missetat steckt böser Wille. Mitunter will jemand Gutes tun und erreicht genau das Gegenteil.
* Auch aus dem übelsten Schlammassel kann noch etwas Gutes entstehen, wenn man offen miteinander spricht.
So nett verpackt lässt man sich auch die etwas bittereren Lektionen des Lebens gerne schmecken.

Die Illustrationen von Claudia Fries ergänzen Tina Zangs Geschichte ganz wunderbar. Sie sind derart einprägsam, dass sich vor dem geistigen Auge so manches Karatehamster-Fans die Handlung in Gestalt eines Trickfilms abspulen dürfte. Und falls sich jemand fragen sollte, warum die Zwischenüberschriften in dieser Rezension gereimt sind: Das ist der Versuch, die gereimten Kapitelüberschriften des Buchs nachzuempfinden.

Wir dürfen gespannt darauf sein, in welche haarsträubenden Abenteuer sich der Karatehamster und seine Freunde im nächsten Band stürzen werden. Lassen wir uns überraschen!



Katharina von der Leyen: Dogs in the City
April 7, 2009, 8:17 am
Filed under: Bücher

Katharina von der Leyen: Dogs in the City, Stuttgart 2009, Franckh-Kosmos-Verlag, ISBN 978-3-440-113363, 43 farbige Abbildungen, Hardcover mit Schutzumschlag, 178 Seiten, Format: 14,5 x 21 x 2,3 cm, EUR 16,95.

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Die Journalistin und Buchautorin Katharina von der Leyen lebt in Berlin, hat vier Hunde, einen Kater und einen Mann. Dass in so einem außergewöhnlichen Haushalt gelegentlich der Bär steppt, wird niemanden verwundern. In diesem Buch erzählt uns die Autorin mit viel Humor und Sachverstand von den tierischen Turbulenzen des Alltags.

Ob Katharina nun ein ganzes Hunderudel hält, damit die Tiere nicht nur unter Menschen sein müssen, wie sie sagt, oder ob sie es einfach tut, weil es ihr Spaß macht, wie ihr Lebensgefährte meint, darüber lässt sich trefflich spekulieren. Tatsache ist, dass sie seit ihrer frühesten Kindheit Tiere liebt. Doch den Wunsch nach einem Hund konnte sie sich erst als Erwachsene erfüllen.

Im Lauf der Jahre hat Katharina von der Leyen viele Hunde gehalten: Mischlinge, Rassehunde, gerettete und gefundene Hunde und welche vom Züchter. Hier ist die Rede von der aktuellen Besetzung: Da ist zunächst einmal der beigefarbene Mops Theo, der Senior der Truppe, der von jung auf viel Wert auf seine persönliche Bequemlichkeit legt. Er geht nicht gern spazieren, schon gar nicht bei schlechtem Wetter, und liegt mit Vorliebe auf menschlichen Füßen. Neben seinem Gespür dafür, wie man sich in Szene setzt, verfügt Theo auch über einen enormen Gerechtigkeitssinn, was ihn zu Katharinas Entsetzen gelegentlich dazu bewegt, sich in die Auseinandersetzungen viel größerer Hunde einzumischen.

Nach dem Tod seiner Mops-Gefährtin Emily wird Theo krank und verfällt regelrecht in Depressionen. Nachdem das Experiment „Ersatz-Mops“ an Theos Ablehnung gescheitert ist, legt sich Katharina einen Großpudel zu, auch als Königspudel bekannt. Pudelmädchen Luise ist sehr groß, sehr schwarz, hat wunderschöne Mandelaugen, ziemlich viel Grips – und das Zeug zur Diva. Luise wird überall bewundert und genießt bald mehr Aufmerksamkeit als Frauchen. Mit Theo und Luise hat Katharina nun zwei Superstars an der Leine, denen das Publikum zu Füßen liegt.

Was man nie tun sollte, wenn man zur „Vielhunderei“ neigt: eine befreundete Hundezüchterin besuchen, wenn es dort gerade niedliche Welpen gibt. Sonst geht es einem wie der Autorin: Man kommt mit einem neuen Hundekind nach Hause. Der Neuzugang heißt Ida, ist ein braungelocktes Königspudelbaby, etwas krummbeinig, sportlich, begeisterungsfähig, freundlich und temperamentvoll – wenn auch nicht gerade ein Raketenforscher. Sie hat mehr verrückte Einfälle als Astrid Lindgrens Michel von Lönneberga und ihr Hobby, sich in allerlei unappetitlichen organischen Substanzen zu wälzen, ist auch nicht jedermanns Geschmack. Aber Ida hat einen unwiderstehlichen Charme.

Katharinas Lebensgefährte bringt es wieder mal auf den Punkt: „Wenn Luna die Callas ist, ist Ida eher ein polnischer Schlagerstar. (..) Voller Hurra, die personifizierte gute Laune. Auf dem Weg zum Grand Prix d’Eurovision.“ (S. 55) Für Kommentare wie diesen könnte man den Mann knutschen.

Wenn Katharina und ihr „Rudel“ durch die Stadt gehen, erleben sie die unterschiedlichsten Reaktionen: freundliches Interesse, neugierige Distanzlosigkeit und hysterische Hundefurcht. Sie treffen auf verständnisvolle Mitmenschen, übermotivierte Tierfreunde, ergebene Bewunderer und auf den einen oder anderen nervigen Besserwisser. All diese Anekdoten sind so unterhaltsam erzählt, dass man am liebsten sofort auch mit Mops und Pudeln durchs Leben gehen würde. Oder zumindest durch die Stadt. Und auf jeden Fall zum Agility-Training!

Und dann kommt Harry ins Haus, und der Leser sieht, was Katharina von der Leyen aufgrund ihrer Hunde-Erfahrung längst weiß: Nicht immer ist das Leben mit Hund(en) eitel Sonnenschein. Harry ist Hund Nr. 4, ein italienisches Windspiel, ein Welpe aus jener Rasse, die schon Friedrich der Große mit Begeisterung gehalten hat. Harry kommt von einer Züchterin aus den USA, und das ist schon mal ein gigantischer organisatorischer Aufwand.

Auch wenn Harry aus einer seriösen Zucht stammt, die lange Reise schadlos übersteht und von seiner neuen Familie gut aufgenommen wird, hat er Probleme: Er wird immer schüchterner und traut sich nach ein paar Tagen überhaupt nicht mehr aus dem Haus. Durch Rücksichtnahme allein wird nichts besser.

Katharina und ihr Lebensgefährte schränken ihr Leben und das der anderen Hunde bis zum Gehtnichtmehr ein, doch Harry fürchtet sich weiterhin vor allem und jedem. Hat er vielleicht eine Angststörung? Katharina bemüht sich nach Kräften, Klein-Harry zu therapieren. Wird es ihr gelingen, aus dem Nervenbündel einen glücklichen Hund zu machen, der selbstbewusst mit seinen Rudelkumpels durch Leben tobt?

Katharina von der Leyen erzählt so wunderbar, dass man von den humorvollen Geschichten und den treffenden Porträts der höchst unterschiedlichen Tierpersönlichkeiten gar nicht genug bekommt und noch ewig so weiterlesen könnte. Man ist amüsiert und gerührt und wird ganz nebenbei noch sachkundig informiert.

Auf den Farbtafeln in der Mitte des Buchs kann man die tierischen Helden bewundern und selbst sehen, dass die Autorin nicht übertrieben hat: Die Hunde und Kater Noah sind hinreißend. Und die kleine „Frisurengalerie“ von Pudeldame Ida ist der Brüller schlechthin.

Hundehalter werden Katharina von der Leyen aus vollem Herzen zustimmen, wenn sie schreibt: „Ich kann mir keinen Tag ohne die weiche Schnauze eines Hundes auf meinem Bein vorstellen, das Geräusch, das Schlappohren beim Schütteln machen, das Hurra in den Gesichtern meiner Hunde jeden Morgen, wenn ich sie begrüße, weil es wieder Tage geworden ist und sie kaum fassen können, dass sie an ihm teilhaben dürfen.“ (S. 178) Und wer bislang unbehundet durchs Leben gekommen ist, wird sich nach der Lektüre dieses Buchs fragen, ob er nicht was ganz Wesentliches versäumt hat …

Die Autorin
Katharina von der Leyen ist Lifestyle-Journalistin und Autorin zahlreicher Sachbücher zum Thema „Hunde“. Sie ist Kolumnistin bei dem Magazin „Dogs“ und schreibt für weitere Zeitschriften sowie diverse Tageszeitungen. Seit ihrem 17. Lebensjahr lebt die gebürtige Münchnerin in den verschiedensten Metropolen der Welt, von Los Angeles bis Sydney – und immer mit Hunden. Heute wohnt und arbeitet Katharina von der Leyen in Berlin. </p9



Googlebert – Kater Cooniebert bei Google
April 2, 2009, 4:39 pm
Filed under: Tierisches

Aus Jux und Dollerei hab ich heut mal nach „Cooniebert“ gegoogelt – und amüsiert festgestellt, dass unser Kater mit Bild an erster Stelle steht. Wir sind aber nicht die einzigen Bekloppten im Lande, die auf die Idee gekommen sind, ihren Kater so zu benennen.

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