Wahnsinn im Alltag


Kris Benedikt: My Tomcat from Mars, Mein Kater vom Mars. Zweisprachiger SF-Roman ab 12
Dezember 30, 2008, 10:28 am
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Kris Benedikt: My Tomcat from Mars – Mein Kater vom Mars. Zweisprachiger SF-Roman aus der Reihe „Boy Zone“, ab 12 Jahren, München 2008, Langenscheidt KG, ISBN 978-3-468-20547-7, Taschenbuch, 120 Seiten, 11 x 18 x 1,2 cm, EUR 5,95 (D), EUR 6,20 (A)

Ein Urlaub fällt ins Wasser
Familie Weber macht Urlaub im Haus der Familie Youngblood in Cornwall. Ihr Sohn, Mike Weber, fliegt mit der Familie seines Kumpels Bass nach Teneriffa zum Surfen. Und im Haus der Webers wohnt unterdessen die „Haustausch-Familie“ Youngblood. Soweit der Plan. Doch kurz vor der Abreise nach Teneriffa hat Bass einen schweren Surf-Unfall und die Reise der Jungs fällt buchstäblich ins Wasser.

Was wird jetzt mit Mike? Seine Eltern sind schon in Cornwall, bei der Familie seines Kumpels will er nicht wohnen, also bleibt er im Elternhaus, zusammen mit der Familie Youngblood.

Mit den Youngbloods stimmt was nicht
Gleich bei der ersten Begegnung wird Mike Weber klar, dass mit den Youngbloods etwas nicht stimmt. Was schleppen sie da kistenweise ins Haus? Und was ist mit Mrs. Youngblood los? Man sieht sie kaum je ohne intensiven Sonnenschutz, ihre Haut schimmert blass-grünlich und alles, was man sie je essen sieht, ist Rote Grütze. Nova, die Tochter, hat eine abgefahrene Punkfrisur, wirkt nicht ganz so zerbrechlich wie ihre Mutter und ist eigentlich ganz nett.

Mike kontaktiert seine Familie in Cornwall, und erfährt neben anderen mysteriösen Dingen, dass das Haus des Astrophysikers überquillt von Informationen über den Mars. Selbst Novas Kinderzeichnungen sind von der Mars-Manie der Familie beeinflusst. Stammen die Youngbloods von einer geheimen Mars-Kolonie? Ist Mrs. Youngblood gar ein Alien? Mike will unbedingt herausfinden, was los ist. Statt Surfurlaub auf Teneriffa macht er nun Detektivurlaub im eigenen Haus.

Ein Kater schnurrt Klartext
Eines Morgens liegt roter Marssand im Weberschen Wintergarten, Mr und Mrs. Youngblood sind mitsamt ihren Kisten spurlos verschwunden und Tochter Nova ist verzweifelt. Als wäre das noch nicht genug, geistert auf einmal ein Kater mit grünem Fell durchs Haus. Er schnurrt so intensiv, dass der Marssand in Bewegung gerät und die Worte formt: „Do you speak English?“

Der Kater stellt sich als „Earl Grey“ vor – und als marsianischer Ureinwohner. Was er zu erzählen, bzw. in den Sand zu schnurren hat, klingt unglaublich: Gerade als die Youngbloods durch ein Moongate ihre Kisten zur Marskolonie transportiert haben, ist er versehentlich dazwischen gestolpert und so im Haus der Webers gelandet. Das Gate wurde dabei zerstört. Und noch eine schlechte Nachricht hat er: Die Youngbloods sind auf dem Mars in Lebensgefahr, weil der Inhalt ihrer Kisten dort unschätzbar wertvoll ist. Dafür würden manche Kolonisten töten …

Drei Retter auf der Flucht
Mit sieben Purrolatoren aus dem Gepäck der Youngbloods improvisieren Nova, Earl Grey und Mike ein neues Moongate und stürzen sich ins Abenteuer Mars. Sie müssen Novas Eltern finden und warnen – oder retten.

Sekunden später stehen sie im marsianischen Zukunftsmuseum. Doch wem kann man hier trauen? Wen um Hilfe bitten? Und wie funktioniert diese exotische Gesellschaft überhaupt? Durch Zufall geraten die beiden Teenager an Novas Großeltern und erzählen ihnen alles. Doch das war keine gute Idee. Offenbar vertrauen die Großeltern den falschen Leuten und geraten in Schwierigkeiten. Jetzt sind Mike und seine Freunde nicht nur auf zweifacher Rettungsmission, jetzt sind sie auch noch auf der Flucht. Wer immer Novas Eltern mit ihrer wertvollen Fracht in seiner Gewalt hat, kann keine Zeugen gebrauchen.

In rasantem Tempo führt ihre Marsmission die drei Helden quer durch die Kolonie. Sie landen unter anderem in einer Katzenkonferenz und mit einem Gleiter mitten in der Stadt. Es geht ab durch die Hecke, mitten durchs Abwassersystem, hinein in ein Katzenkonzert und mit einem marsianischen Teeholz-Surfbrett einen unterirdischen Fluss entlang, wo Mike und Earl Grey eine ungeheuerliche Entdeckung machen …

Führt der Höllenritt durch die Marskolonie zum Erfolg? Werden Mike und seine Freunde Novas Eltern und Großeltern finden und retten können? Werden die Finsterlinge zur Rechenschaft gezogen? Was ist mit der wertvollen Fracht in den Kisten? Und welche Konsequenzen hat Mikes und Earl Greys Entdeckung?

Das Konzept: Englisch lernen mit Vergnügen
Zum Konzept der zweisprachigen Lektüre schreibt Langenscheidt: „Hauptfiguren unserer Lektüren sind immer deutsche Kinder, die aus einem bestimmten Grund mit der englischen Sprache konfrontiert werden, sie im Zusammenhang mit ihren Erlebnissen lernen und dabei durchaus auch Schwierigkeiten haben. Die altersgerechte, fesselnde Handlung wird – aus der Perspektive der Hauptfiguren – auf Deutsch erzählt. Wenn diese sich aber mit englischen Kindern unterhalten müssen sie natürlich Englisch sprechen. Die Dialoge sind daher auf Englisch.“

„Wer schon ungefähr zwei Jahre Englisch an Realschule oder Gymnasium gelernt hat, kann mit Mike auf dem Mars surfen. Wenn dann doch mal ein Wort nicht ganz klar ist, hilft ein Blick auf die Vokabelangaben auf derselben Seite garantiert weiter.“

Das Konzept scheint aufzugehen. Die zweisprachigen Lektüren wurden in den vergangnen Jahren bei Langenscheidt immer weiter ausgebaut. Es gibt sie für die unterschiedlichsten Zielgruppen, Alters- und Lernstufen. Und die Rezensentin kennt mindestens einen English Bookshop, in dem diese Lektüren zu den absoluten Bestsellern zählen …

Der Autor. Oder besser gesagt: Das Autorenteam
Wer jetzt denkt, diese skurrilen Personen und Szenarien klingen aber verflixt nach den Kinderbüchern von Christine Spindler/Tina Zang, dem sei versichert: Autor Kris Benedikt hat nicht etwa bei ihr abgeschrieben. Kris Benedikt ist ein Pseudonym für ein Autorenteam. Die eine Hälfte davon ist Christine Spindler, die andere Hälfte der Autor Thomas Endl, der Kinderbücher schreibt und Dokumentarfilme fürs Fernsehen dreht.

Ein tolles Team, mit dessen irrwitzigen Abenteuern Englischlernen ungefähr hundertfünf Mal so viel Spaß macht wie mit herkömmlicher trockener Schullektüre. Mike Weber und sein grüner Kater vom Mars hätten im Übrigen das Zeug zu Serienhelden …

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Christine Brügge: Und dann kam Luna
Dezember 29, 2008, 9:45 am
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Christine Brügge: Und dann kam Luna, Stuttgart 2008, Frankh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, ISBN 978-3-440-11672-2, Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 239 Seiten, Format 21,8 x 13,8 x 2 cm, EUR 14,95

coverluna

Als die Journalistin Christine mit ihrem Mann aufs Land zieht, möchte sie sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen: Sie will wieder einen Hund. Ihr Mann Jonas, ohne jegliche Hundeerfahrung, sagt leichtfertig: „Klar!“ Er ahnt ja nicht, worauf er sich einlässt!

Wer einen Hund will, braucht ein dickes Fell
Es stellt sich als schwierig heraus, einen Hund zu bekommen. In den Tierheimen wird Christine nicht fündig, obwohl sie keineswegs übertrieben anspruchsvoll ist. Sie verlegt die Suche ins Internet, doch auch das funktioniert nicht. „Wochenlang füllte ich redlich Fragebogen aus und erfuhr, dass die von mir ausgewählten Pelznasen vor genau einer Minute bereits vergeben wurden oder schon vor einem Jahr.“ (S. 15)

Gerade, als Christine aufgeben will, kommt Luna ins Haus, ein blondes, mittelgroßes Hundemädchen aus Italien, 6 Monate alt. Und die frisch gebackenen Hundehalter stellen alsbald fest: „Wenn ein Hund einzieht, ist nichts mehr wie zuvor. Auch die Besitzer nicht.“ (S. 19) Der Anfang gestaltet sich in der Tat schwierig. Doch nach und nach gewöhnt sich Luna an ihr neues Zuhause. Wer sich nicht so leicht an seine neue Rolle gewöhnt, ist Jonas. Er muss erst lernen, mit Luna so zu kommunizieren, dass sie ihn versteht. Frauchen gibt Nachhilfe in hundgerechter Kommunikation, was zu komischen bis peinlich-absurden Szenen führt.

Wer einen Hund hat, hat ganz neue Sorgen
Was tut man, wenn das Tier sich langweilt? Ausgiebig spazieren gehen? Ganz viel Spielzeug kaufen? Einen Hunde-Spielkreis gründen? Und was macht man, wenn sich der neue Gefährte als extrem mäkeliger Fresser erweist, der vor vollen Näpfen zu verhungern droht? Sich einmal quer durchs Tierfutterangebot kaufen oder den Hund selbst bekochen? Warum alle diese Maßnahmen grandios scheitern, erzählt Christine Brügge auf hinreißend komische Weise.

Wer einen Hund hat, hat auch Ärger …
… mit verantwortungslosen Haltern anderer Hunde, zum Beispiel. Und mit klugsch***enden Mitmenschen, die einem immerfort ihre ungebetenen Ratschläge aufdrängen. Und auch Luna selbst sorgt für Verdruss, weil sie sich standhaft weigert, ins Auto zu steigen. Weil sie nicht für 5 Minuten alleine bleiben kann, ohne zu jaulen und das Haus umzudekorieren. Und weil sich mit Hund eine Partnerschaft fast ebenso stark verändert wie mit Kind.

Wer einen Hund hat, macht Erfahrungen
Christine und Jonas entdecken, welchen enormen Aufwand es bedeutet, mit dem Hund auch bei anhaltendem „Schietwetter“ täglich hinaus zu gehen. Sie erfahren, in welchen emotionalen Ausnahmezustand man versetzt wird, wenn das vierbeinige Familienmitglied krank ist – und wie grenzenlos die Erleichterung ist, wenn es wieder gesundet.

Wer einen Hund hat, macht sich manchmal zum Affen
Dass nicht alle Hundehalter ganz normal sein können, dämmert Christine und Jonas, als sie in Internetforen Rat für ein Hundeproblem suchen. Eine Lösung finden sie dort zwar nicht, aber jetzt wissen sie immerhin, was „Trolle“ sind. Als die beiden die Nachbarschaft samt Hunden anlässlich Lunas zweitem Geburtstag zu einer Party einladen, fragen sie sich selbst, ob sie nicht ein klein wenig übertreiben …

Wer einen Hund hat, lernt die Menschen kennen
Die einen halten Hunde für gefährliche Bestien, die anderen für Wilderer, die dritten verfallen in hysterische Bazillenfurcht, sobald ein Hund nur das Haus betritt. Aber darauf hat Christine die passende Antwort: „Hunde haben ein gutes Gespür für Menschen. Unser Hund will garantiert nichts von Ihnen.“ (S. 127) Heimlich denkt sie: „Und wir auch nicht.“ Hundefreunde werden das nachvollziehen können. Genau wie die Liebeserklärung in der Danksagung am Schluss des Buchs: „Luna, du bist ein komischer Hund. (…) Du bringst uns so oft zum Lachen. Und zum Staunen. Du bist eine Bereicherung auf vier Beinen. Wir lieben dich.“ (S. 139)

Ob man erfahrener Hundehalter ist oder eher der Jonas-Fraktion zuneigt – tierlieb aber ahnungslos – man wird sich über die turbulenten Geschichten des Paares, das auf den komplizierten Hund gekommen ist, köstlich amüsieren. Christine Brügge zieht ihre eigenes Verhaltens und das ihres Mannes mit einer gehörigen Portion (Selbst-)Ironie durch den Kakao. Und auch das Tun und Treiben von Freunden und Bekannten … die sicher so weit verfremdet sind, dass sich die realen Vorbilder nicht wiedererkennen. Denn auch wenn’s für die Leser saukomisch ist – wer möchte sich schon als nervige Nachbarin oder superpingelige Freundin porträtieren lassen?

Doch geht es in diesem Buch nicht nur um die Komik der Verzweiflung, die ausbricht, wenn das Chaos tobt, weil ein Hund den Alltag und die Partnerschaft auf den Kopf stellt, es geht auch um die erstaunliche Liebe zwischen Mensch und Hund. Ein Buch mit komischen und nachdenklichen Momenten – ideal für Hundehalter, die sich in vielem wiedererkennen werden, und für Menschen, die im Begriff sind, es zu werden. Die wissen dann gleich, was auf sie zukommt …



Ulrike Renk: Seidenstadt-Schweigen. Tatort Niederrhein. Kriminalroman
Dezember 21, 2008, 1:36 pm
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Ulrike Renk: Seidenstadt-Schweigen. Tatort Niederrhein, Krefeld 2008, Leporello-Verlag, ISBN 978-3-936783-26-1, Taschenbuch, 240 Seiten, Format: 11,5 x 19 x 2 cm, EUR 9,90

schweigen

Eigentlich sollte im Krefelder Zoo nur ein Rohrbruch repariert werden, doch der Bagger legt weit mehr frei als nur eine defekte Wasserleitung: eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg – und einen erschossenen Soldaten in Wehrmachtsuniform, den jemand fein säuberlich in eine Plane gewickelt hat. Ein sechzig Jahre alter Mordfall? Hauptkommissar Jürgen Fischer lässt den Leichnam in die Rechtsmedizin bringen. Vielleicht kann man den Toten identifizieren und die Angehörigen über sein Schicksal unterrichten. Mehr dürfte nach sechs Jahrzehnten kaum möglich sein.

Auch ohne einen cold case aus dem Krieg hat Fischer genug am Hals: Er muss seinen Chef vertreten, kämpft mit einem hohen Krankenstand im KK11 und ist zudem gerade dabei, mit seiner Lebensgefährtin Martina in ein gemeinsames Haus zu ziehen. Als wäre das nicht schon Stress genug, bekommt er anonyme Briefe, die erschreckend jenen gleichen, mit denen vor Jahren ein Serientäter seine Morde anzukündigen pflegte.

Um die Identität des toten Soldaten kümmert sich die zuständige Stelle beim Innenministerium und die Bauarbeiten im Zoo gehen weiter – da wird in der Baugrube ein zweiter Toter gefunden. Dieses Mal ist der Fall brandaktuell: Der Tierpfleger Henning Roepstorf wurde erschossen und an der Fundstelle des toten Soldaten abgelegt.

Das kann kein Zufall sein. Irgendwie müssen die beiden Fälle zusammenhängen. Nur wie? Der Tierpfleger war ein unauffälliger junger Mann. Eine traurige Kindheit und ein paar Jugendsünden sind das einzig Besondere in seinem Lebenslauf. Jetzt ist er engagiert im Beruf und im Vereinsleben, hat eine Freundin und einen großen Bekanntenkreis. Ist das Mordmotiv vielleicht in seiner Freundesclique zu suchen?

Dass es zwischen dem Mord an dem Soldaten und dem Mord an dem Tierpfleger einen Zusammenhang geben muss, davon ist der Leser noch weitaus stärker überzeugt als die Ermittler. Denn die Autorin erzählt uns parallel zu der Geschichte um den ermordeten Tierpfleger die Geschichte des neunzehnjährigen Fritz, einem Weberssohn aus Krefeld, der 1939 nach dem Reichsarbeitsdienst die Grundausbildung bei der Wehrmacht antritt und den Willen seines Vaters die Offiziersausbildung macht. Fritz kommt an die Front, es verschlägt ihn nach Dünkirchen und Nordafrika.

In Fritz’ Kriegserlebnissen tauchen immer wieder dieselben Familiennamen auf wie im aktuellen Fall des toten Tierpflegers. Schnell wird klar: Etwas so Ungeheuerliches muss damals geschehen sein, dass es Folgen hat bis zum heutigen Tag. Tödliche Folgen.

Doch die beiden Mordfälle sind nicht Hauptkommissar Fischers einziges Problem. Seine Noch-Ehefrau Susanne ist verschwunden. Als Fischer zu ihrem Haus fahren will, um nach Hinweisen auf ihren Verbleib zu suchen, setzt er sein Auto in den Graben. Die Ermittlungen ergeben: Ein Unfall war das nicht! Ist Fischer dem Mörder aus dem Zoo zu dicht auf den Fersen – oder hätte er die anonymen Drohbriefe ernster nehmen sollen?

Dieser hervorragend recherchierte Kriminalroman hat alles, was ein guter Krimi braucht: Spannung, Dramatik, raffiniert verwobene Handlungsstränge, überraschende Wendungen – und auch der menschliche Aspekt kommt nicht zu kurz. Die Polizeibeamten des KK11 sind weder Superhelden noch Schablonen, es sind Menschen wie Sie und ich, mit Stärken, Macken und Problemen. Jürgen Fischer hat sich von seiner Frau getrennt und fängt mit der verwitweten Staatsanwältin Martina Becker ein neues Leben an. Seine Kollegin Sabine Thelen hat noch an traumatischen Ereignissen aus jüngster Vergangenheit zu knabbern.

Freunden der Reihe sei verraten, dass natürlich auch Jakob Schink, der gut informierte alte Herr mit Hund, wieder seinen Auftritt haben wird. Wenn dieser Mann freundlich zu plaudern anfängt, hört man besser ganz genau zu …



Kitschigster Weihnachtsbaum der Welt
Dezember 18, 2008, 11:25 am
Filed under: Wahnsinn im Alltag

Vor einem Jahr hab ich in der Weihnachtstombola unserer Abteilung einen superkitschigen silbernen Plastik-Weihnachtsbaum gewonnen und mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, dass da noch Deko drankommt. Heuer hab ich ihn wieder herausgekramt, vor meiner Großraumbüro-Zelle geparkt und mich von meiner Kollegin überzeugen lassen, dass da uuuuunbedingt lila- und pinkfarbene Kugeln dran müssen.

Da sich derlei nicht in meinem Besitz befindet, hat sie einen ganzen Korb voller Deko von daheim mitgebracht. Und wir haben uns vorhin ausgetobt. Jetzt braucht man eine Sonnenbrille, wenn man unser Großraumbüro betritt, denn das erste, was man sieht, wenn man zur Tür reinkommt, ist dieses … äh … gleißende Kunstwerk:

weihnachts-buero

Um in den vollen Grusel-Genuss zu kommen, Bild bitte anklicken. Dann wird’s größer.



Der eingesparte Weihnachtsmann
Dezember 17, 2008, 3:52 pm
Filed under: Wahnsinn im Alltag

Nein, das Gedicht ist nicht von mir. Das ist von Horst Winkler von http://www.verseschmiede.com . Ein Kollege hat es mir vorhin gezeigt, und ich dachte, das ist so klasse, das muss ich unbedingt weiter verbreiten:

Der eingesparte Weihnachtsmann

Der Weihnachtsmann ist übel dran
Er muss jetzt alles tragen
Hat keinen Schlitten, kein Gespann
Hat nicht mal einen Wagen

Sein Antrag wurde abgelehnt
Die Gelder sind gestrichen
Das ist nun mal der große Trend
Man kennt das ja inzwischen

Mit Auto oder Bahn zu fahr´n
Ist Luxus heutzutage
Man will an allen Stellen spar´n
Und streicht trotz mancher Klage

Der Weihnachtsmann fragt: Liebe Leut
Ja, wollt ihr mich verkohlen?
Soll´n sich die Kinder weit und breit
Die Sachen selber holen?

Da tönt´s: Wir sparen ganz gerecht
Bis alle Schuld beglichen
Und wenn du aufmuckst, alter Knecht
Dann wirst du auch gestrichen

nikol

Foto: © Gerd Altmann (geralt) / pixelio

Verfasser: Horst Winkler
http://www.verseschmiede.com



Frohes Fest!
Dezember 17, 2008, 11:35 am
Filed under: Wahnsinn im Alltag

Liebe Leserinnen und Leser,

jetzt wollte ich anlässlich der Feiertage ein ganz tolles und einzigartiges Gedicht online stellen und habe dafür extra den Gedichtegenerator http://www.poetron-zone.de bemüht. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass dabei nur Unfug herauskam (siehe unten).

Also überlasse ich die Dichterei denen, die das viel besser können als ich, und wünsche Ihnen und Euch frohe Festtage, ob ihr nun Weihnachten feiert, Chanukka oder Euch einfach nur über ein paar freie Tage freut. Für die guten Wünsche zum Opferfest bin ich heuer leider zu spät dran – und fürs islamische Neujahrsfest noch zu früh. Das ließ sich letztes Jahr irgendwie besser koordinieren.

kerzenlicht

Foto: © gabi hamann / pixelio

Benehmende Feiertag

Feiern und eilen …
Feiertag flüstern!
Sie feiern!

Ach wundervoller Tag …
Oh zermalmter Dichter …
Feiertag flüstern!

Leser ist wundervoll!
Leser ist gelassen!
Und Benehmen!
Doch sei es auch mild!

***

Feiernde kichernde Feiertage

Die Feiertage, jene wie es nun sei,
Sie feiern ja so wundervoll!
Sie kichern!
Leser, erschaure!
Welch liebliches Jubilieren!
Feiertage!
Feiernde Feiertage in ewiger Zeit.

***

Edith