Wahnsinn im Alltag


Moppel-Mode
September 20, 2007, 7:47 am
Filed under: Wahnsinn im Alltag

Ich bin ein Katalog-Junkie. Von Alba Moda bis Wenz hab ich eine erkleckliche Menge dessen im Regal, was da draußen auf dem Markt rumschwirrt.

Natürrrrlich gibt es weit Wichtigeres auf der Welt. Dennoch frage ich mich seit Jahrzehnten beim Betrachten der Damenmodeseiten: Warum ist Kleidergröße 40 eigentlich schon Übergröße? Ab da ist’s Moppel-Mode und man kann (und sollte?) bei Ulla Popken, Happy Size und den diversen Übergröße-Sonderkatalogen der bekannten Versandhäuser einkaufen.

Hm … wenn etwas „übergroß“ ist, dann muss es logischerweise auch eine Normalgröße geben. Das wäre dann wohl Größe 36 -38.

Hat irgend jemand da draußen den Eindruck, Mitteleuropa bestehe aus Damen, die Kleidergröße 36 – 38 tragen? Wenn ich mich so umschaue, glaube ich das eher nicht. Ein paar zierliche Frauen gibt’s. Und, okay, eine Anzahl dünner Teenager-Girls. Versauen die uns vielleicht die ganze Statistik?

Auch aus einer anderen Ecke heraus betrachtet ergibt das mit der Übergröße keinen rechten Sinn: Ich z.B. bin 1,76 m groß, und egal, wie ich es berechne, mit erweiterter Broca-Formel, dem Body Maß Index oder womit auch immer: Ich hab Normal- bis Idealgewicht. Mithin müsste ich eine Normalgröße tragen. Aber nix is’, Ratten hat’s! Ich benötigte auch in jungen Jahren mit klarem Untergewicht (52 kg) schon Größe 40 und war folglich eine Kandidatin für die Moppel-Mode.

Irgendwie pervers, oder?

Wer oder was, bitte, ist denn die Norm, nach der der ganze Kleidergrößenschmonzes berechnet wird? Die klapperdürren Hungerhaken, die über die Laufstege stelzen? Sagt wer? Ein paar männerliebende und frauenhassende Modemacher? Wenn das so ist, ist das aber ein höchst willkürlich festgelegter Wert! Oder, wie mein ehemaliger Kollege gesagt hätte: „Kokolores“.

Für die VerschwörungstheoretikerInnen unter uns: Steckt vielleicht gar die Diätindustrie dahinter? Damit wir uns alle fett fühlen und feste deren „Diät“- und „Light“-Produkte kaufen …?

Ich dachte immer, Norm hätte was mit normal zu tun. Und normal ist mehr oder weniger das, was am häufigsten auf freier Wildbahn vorkommt. Das, was üblich ist. Durchscheinende Magermädchen, die ihr Gewicht nur mit Hilfe von Koks halten können, sind aber nicht besonders üblich draußen in der Welt. Gott sei Dank.

Und was ist nun mit den Kleidergrößen? Möchte das vielleicht mal jemand der Realität anpassen? Die Mädels werden doch immer größer. In meiner Jugend fiel ich noch auf mit meiner Länge, heute guckt da kein Schwein. Viele junge Frauen überragen mich. Doch zeig mir eine ausgewachsene einsachtzig-Frau, die Kleidergröße 36 trägt, und ich zeig dir eine Magersucht-Patientin. Unter Größe 40 kann doch da kaum etwas gehen, sonst stimmt was nicht.

Irgendwann müssen alle Frauen vollends bei den Mollig-Moden einkaufen, weil außer minderjährigen Schulmädchen niemand mehr die angeblichen „Normalgrößen“ trägt.

Nee, Leute, normal ist das alles nicht!

Foto: http://www.pixelio.de

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Geschichtenweber (Autorengruppe): Pandaimonion – Die Formel des Lebens
September 17, 2007, 4:06 pm
Filed under: Bücher

Geschichtenweber (Autorengruppe): Pandaimonion – Die Formel des Lebens; Nittendorf 2007, Wurdack-Verlag; ISBN-13: 978-3938065237-3, 214 Seiten; Format: 14 x 21 x 1,9 cm, EUR 10,95

Formel des Lebens

Das Konzept
„Die Formel des Lebens“ ist ganz ohne Zweifel ein Kurzgeschichtenband: 11 Storys von 11 verschiedenen Autoren. Das Buch ist aber auch ein Beweis dafür, was man aus so einem Konzept machen kann, wenn man durchdachte Vorgaben und ein erfahrenes Autorenteam hat. Unter diesen Startbedingungen wurde hier nämlich aus einer Kurzgeschichtensammlung ein Episodenroman gemacht, der die Geschichte einer Familie im Verlauf mehrerer Jahrhunderte erzählt.

Wie der Titel schon andeutet, ist es keine x-beliebige Familiensaga, sondern eine, die auf den Spuren von Mary Shelley, H. P. Lovecraft und Edgar Allan Poe wandelt: Phantastik mit einem Schuss Horror.

„Ex faece inferna terrarum surge“ – Erhebe dich aus dem untersten Bodensatz der Erde.
Das ist die Formel, die Alexander Draganov beim Studium eines Paracelsus-Manuskripts entschlüsselt. Die Formel, mit der man künstliches Leben schaffen kann und die fortan von Generation zu Generation in der Familie Draganov weitergereicht wird. Selten zum Wohl und Nutzen derer, die sie anwenden …

Die nun folgenden Geschichten der Familie Draganov und ihrer Geschöpfe beginnen um 1790 und reichen bis in die Gegenwart. Ein chronologischer Streifzug nicht nur durch die Geschichte der Familie sondern auch durch die Geschichte Europas.

Die einzelnen Episoden sind locker miteinander verbunden, bauen zum Teil aufeinander auf. Immer wieder wird Bezug genommen auf Ereignisse und Personen aus vorangegangenen Geschichten. Eine Verzahnung und Verknüpfung, die für die Autoren sicher einen enormen Abstimmungsaufwand bedeutet hat. Doch die Mühe hat sich gelohnt.

Die Geschichten
1. Bernhard Weissbecker: DER SINN DES LEBENS
Zwei Mal bereits hat Claudius Draganov die lebensmüde Christine zu neuem Leben erweckt. Doch Christine sieht keinen Sinn mehr im Dasein. Draganov spricht den Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe an. Kann er, der Autor von „Die Leiden des jungen Werther“, Christine Lebensmut zusprechen?

2. Timo Bader: DIE FRUCHT DER NACHTSCHATTEN
David jagt „das Monster von Marburg“, das anscheinend wahllos ehrbare Bürger tötet. Doch das ist nicht sein einziges Problem: Er liebt die Pfarrerstochter Johanna, die dem verschollenen Soldaten Anton versprochen ist. Als Anton nach Jahren wieder auftaucht, droht die Katastrophe. – Wo hier die Draganovs in Spiel kommen und welcher der Akteure der künstliche Mensch ist, werde ich an dieser Stelle nicht verraten.

3. Maike Schneider: NEUES LEBEN
Die junge Waise Isabella von Draganov weiß nichts von der Formel des Lebens. Aber ihr zwielichtiger Vormund Hendrik von Falkenstein ist dahinter her. Isabella mag jung sein, doch sie ist klug und belesen und erkennt eine Chance, wenn sie sie sieht …
Hier kommt erstmals eine neue Zutat bei der Erschaffung des künstlichen Lebens ins Spiel: Mumienstaub. Und der hat eine ausgesprochen nachhaltige Wirkung.

4. Michael Buttler: DIE GEHEIMNISVOLLE KOMTESS
Mysteriös, intelligent und ungewöhnlich gebildet ist die schöne Komtess aus dem Hause Draganov. Und sie hat eine reichlich unkonventionelle Vorstellung von einer „Patchwork-Familie“ …

5. Dorothee Kaiser: MEMENTO MORI
Keine Schauspielerin ist in den Augen des Autors Alexander Draganov würdig oder auch nur in der Lage, die Hauptperson in seinem Theaterstück zu verkörpern. Also schafft er sich selbst eine: Er erweckt eine Statue zum Leben. Doch „Diana“ kann zwischen Bühne und Realität nicht unterscheiden …

6. Marion Charlotte Mainka: PANTA RHEI
Philippa Boyens hat den Verdacht, dass Lord Vladislav Draganoff, sie um ihr Erbe betrogen hat. Ihre bulgarische Großtante könnte Licht ins Dunkel bringen, doch leider ist die Dame schon tot. Philippa hat eine Idee: Ein Medium soll mit der Verstorbenen Kontakt aufnehmen. Aber auch im Jenseits verfolgt man eigene Interessen und so läuft die Séance ziemlich aus dem Ruder …

7. Claudia Hornung: DIE LETZTE VORSTELLUNG
Was stimmt nicht mit der bulgarischen Zirkusartistin Katharina? Ist sie tatsächlich unverwundbar? Medizinstudent Tomas will es unbedingt herausfinden und verliebt sich dabei in die geheimnisvolle Schöne. Doch die Wahrheit über sie ist schwer zu begreifen – und noch schwerer zu ertragen …

8. Jörg Olbrich: HERZ AUS STEIN
Andrej Draganov hat eine, wie er meint, geniale Idee: Er verschafft sich mit Hilfe der Formel einen Doppelgänger, der ihn im Alltag vertreten soll, damit er ungestört seine Forschungen betreiben kann. Allerdings entwickelt der Doppelgänger schon bald eigene Ansichten …

9. Hannah Steenbock: DIE ARISCHE FRAU
SS-Untersturmführer Rudolf von Draganov hat ein Problem: Man erwartet von ihm, dass er heiratet und eine Familie gründet. Doch er bevorzugt männliche Partner. Eine Alibi-Gattin muss her. Draganov macht es wie seine Vorfahren Alexander und Andrej und erweckt eine Statue zum Leben. Ob er damit mehr Glück hat als seine Verwandten …?

10. Oliver Hohlstein: SIMULATION
Auch wenn man die Formel des Lebens in Unkenntnis der Sachlage ausspricht, tut sie ihre Wirkung. Susanne liest den Satz von einem herumliegenden Zettel ab, als ihr Kumpel Michael gerade am Computer simuliert, was im Fall einer atomaren Verstrahlung passiert. Das hat dramatische Folgen …

11. Nina Horvath: DIE GETEILTE SEELE
Der Musiker Kamil Draganov erbt eine Kassette mit Familienpapieren. Das Theaterstück von Alexander Draganov ist darunter – und auch die Formel des Lebens. Auch wenn Kamil nicht so recht an die alten Familiengeschichten glaubt, fände er es ganz interessant, sich mal mit dem verstorbenen Autor über sein Werk zu unterhalten. Er besucht Alexanders Grab und beginnt, mit einem Knochensplitter zu experimentieren …

Nebenfiguren aus der einen Geschichte werden zu Hauptfiguren in der anderen und umgekehrt. Eine besonders interessante Dame aus dem Hause Draganov, die Komtess, ist gar Hauptperson in zwei aufeinander folgenden Beiträgen (NEUES LEBEN/DIE GEHEIMNISVOLLE KOMTESS). Das kommt nicht von ungefähr: Diese außergewöhnliche Lady hätte das Zeug zu einer Romanheldin!

Die eine oder andere Geschichte bringt so viel Personal und Stoff mit, dass es den Rahmen einer Kurzgeschichte beinahe zu sprengen droht. Da endet dann eine ausführlich erzählte Episode plötzlich sehr schnell (DER SINN DES LEBENS). Oder es wird „personell“ streckenweise leicht unübersichtlich (DIE FRUCHT DER NACHTSCHATTEN). Doch eine verschwenderische Fülle von Ideen ist ja nichts, was man einem Autor ankreiden muss.

„Die Formel des Lebens“ ist ein gelungenes Experiment der Geschichtenweber. Phantastik an der Grenze zum Horror, Kurzgeschichten an der Grenze zum Roman. Fesselnd, unterhaltsam, ungewöhnlich. Solche interessanten Projekte können sie gerne öfter in Angriff nehmen.

Hat eigentlich jemand daran gedacht, dem Buch eine eigene Beschwörungsformel mit auf den Weg zu geben? Oder muss man dazu ein echter Draganov sein? Wenn nicht, schlage ich vor: Erhebe dich in den Rang eines Bestsellers!



Tina Zang: Der Karate-Hamster legt los, Band 1
September 10, 2007, 7:52 am
Filed under: Bücher

Tina Zang: Der Karate-Hamster legt los, Band 1; München 2007, Ars Edition; ISBN-13: 978-3760716213, 152 Seiten; mit Plüsch auf dem Umschlag. Covergestaltung und schwarz-weiß-Illustrationen im Buch von Claudia Fries; für Leserinnen und Leser ab 8 Jahren; Format: 21,7 x 15,5 x 2 cm, EUR 8,95 [D]; EUR 9,20 [A]; CHF 16,95

Partner seid ihr ab sofort –
Da hilft euch kein Widerwort!

Eigentlich sind Hamster ja Einzelgänger. Doch der geschäftstüchtige Inhaber einer Tierhandlung schafft es, der 12-jährigen Japanerin Kira und ihrem jüngeren Stiefbruder Heiko gleich drei davon aufzuschwatzen. Damit sind die kleinen Nager und ihre Menschen Schicksalsgenossen: Die Hamster werden ungefragt zu „Zwangsfreunden“, genau wie Kira und Heiko durch die Heirat ihrer Eltern ungefragt zu „Zwangsgeschwistern“ wurden.

Es hilft alles nichts – Menschen und Nager müssen sich mit der neuen Situation arrangieren. Das tut jeder auf seine Weise, und schon bald geht’s mächtig rund im Haushalt Yusumi-Putz.

Nur ein Irrer
Ärgert Kira

Schon der Heimtransport der drei Hamster verläuft nicht ohne Zwischenfälle: Kira und Heiko begegnen Marcel und Boris, zwei miesen Mobbern aus der Schule, die sich gut dabei vorkommen, jüngere Schüler abzuziehen. Unter Androhung von Gewalt wollen sie von Heiko Geld erpressen. Doch sie haben die Rechnung ohne Kira gemacht, die sich von solchen aufgeblasenen Möchtegern-Helden denkbar unbeeindruckt zeigt. Aus gutem Grund …

Karatestunde –
Erste Runde

Die karatebegeisterte Kira, die seit frühester Jugend in der Kampfsport-Schule ihres Vaters Unterricht nimmt, benennt die drei Hamster nach ihren Filmidolen: Neo, Lee und Chan. Der drahtige, abenteuerlustige Neo ist hingerissen von der Idee, im Haushalt eines Karatelehrers gelandet zu sein und möchte am liebsten sofort selbst Unterricht nehmen. Sein Kumpel Chan denkt dagegen nur ans Fressen und Lee ist, ganz im Gegensatz zu seinem menschlichen Namensvetter, ein Weichei und ein Jammerlappen und hat für Neos Ambitionen nicht das geringste Verständnis.

Die Gelegenheit zum Karatetraining ergibt sich schneller, als Neo gedacht hat. Versteckt in Kiras Maskottchen schmuggelt er sich in die Trainingsstunde. Und als wären Kampfsportübungen für den kleinen Hamster nicht schon aufregend genug, wird just an diesem Abend im Dojo eine Straftat verübt!

Im Dojo gibt es einen Dieb,
das weckt des Hamsters Schnüffeltrieb

Einem der Karatetrainer wird die Brieftasche aus der Umkleidekabine gestohlen. Kira und ihr Schulkamerad Jan machen sich Gedanken über den Vorfall. Ist vielleicht Kiras Zwangsbruder Heiko der Täter? Schließlich hat er immer noch „Schulden“ bei der Mobber-Gang.

Wäre es nicht toll, wenn sie den Fall aufklären könnten? Sie packen Neo, Lee und Chan als Teamverstärkung in ihren Rucksack und beschatten Heiko. Dabei kommt es erneut zu einem Zusammenstoß mit den miesen Mobbern. Haben diese beiden – direkt oder indirekt – mit dem Fall zu tun?

Ach du Schreck –
Hamster weg!

Bei der anschließenden Tatortbegehung hat Neo einen Geistesblitz. Jetzt weiß er, wer der Täter ist! Doch ehe das tierisch-menschliche Detektivgespann dem Verdacht nachgehen kann, wird unser Karatehamster entführt!

Können ihm seine Freunde rechtzeitig zu Hilfe eilen? Werden sie den Dieb tatsächlich dingfest machen? Lernen die miesen Mobber ihre Lektion? Und … wo sind Lee und Chan?

Ob alt, ob jung:
Begeisterung!

Nach der Mica-und-Marty-Trilogie, in der eine abenteuerlustige Ratte die Hauptrolle spielt, ist der „Karatehamster“ der zweite saukomische Nager, der Tina Zangs Phantasie entsprungen ist.

Sämtliche Kapitelüberschriften sind gereimt, so wie ich es hier in Rezension nachzuahmen versucht habe. Und wenn Kira beim Hausaufgabenmachen missmutig vor sich hingrummelt und die Hamster sich wundern „was für merkwürdige Fächer die Kinder in der Schule hatten: Grammatikschrott, Beknackte Vokabeln und Scheißbruchrechnen“, dann grinst oder kichert der Leser, ganz egal, wie alt er ist. Auch der hypochondrische Hamster Lee und sein verfressener Kumpel Chan sind für so manchen Lacher gut.

Witzig, spritzig und spannend ist die Geschichte vom Karatehamster und ganz nebenbei lernt man noch ein bisschen etwas über Hamster und Karate. Über Mobbing und über Freundschaft ebenfalls. Vielleicht sind die Zwangspartnerschaften in diesem Fall doch nicht ganz so ätzend wie von Mensch und Tier zunächst befürchtet …

Neos Abenteuer gehen weiter:
Frühjahr 2008 – „Der Karatehamster startet durch“
Herbst 2008 – „Der Karatehamster hebt ab“

Na denn: Mach weiter so, Neo! Gib den bösen Buben Saures!



Es ist ja kaum zu glauben …
September 6, 2007, 12:32 pm
Filed under: Wahnsinn im Alltag

… aber ich hab noch nie die Bilder-Hochladefunktion von WordPress ausprobiert. Wird Zeit.

Yannick-Portrait

Yannick, unser Jungkater.

coonundyan03.jpg

Cooniebert und Yannick auf dem Balkon.

Naja, bissi langwierig ist das ganze ja schon … Für kurze Beiträge mag das ja angehen. Aber wenn ich einen eeeeeelendslangen Text mit vielen, vielen Bildern zu beackern habe, ist meine bisherige Methode zwar nicht werbefrei aber schneller.



Fuerteventura 2006, Teil 4: Hafen, Strand und „Katastrophen“
September 4, 2007, 5:13 pm
Filed under: Fuerteventura

23 und 24. Juli: Strandleben
Der Sonntag diente der Erholung, den haben wir am Meeresstrand verdämmert. Am Montag war Strandwanderung und der Rückweg über die Shoppingmeile angesagt. Der Mountain-Shirt-Händler erzählt, dass sein Laden eine Homepage hat, die ab September 2006 freigeschaltet sein wird: http://www.almasdefuego.com. Beladen mit Zigaretten und Mountain-T-Shirts kehrten wir im Cha-Cha-Café ein … dort gab’s wenigstens einen passablen Kaffee. Was die im Hotel da zusammenpanschten, war eher nix.

Wir saßen also an einem kleinen Tischchen draußen vor dem Cafe, mitten in der Einkaufsmeile und sahen uns die Leute an, die da so vorbeiflanierten. Ab und zu mussten wir doch den Kopf schütteln über die optisch-ästhetischen Zumutungen. Auch wenn die Leute im Urlaub sind und nicht auf der Schönheitskonkurrenz – ein bisschen die äußere Form sollte man doch schon wahren.

Aber nein, man zeigt, was man hat: Speck und schlecht gemachte Tätowierungen. Und was man nicht hat: Stil und Geschmack. Das fängt ja schon beim Frühstück an: Die Dame 70+ mit ihrer „Arschgardine“, einem durchsichtigen Chiffonschal, den sie über dem Bikini trägt. Das ist ein Anblick, den man unbekannten Mitmenschen doch tunlichst ersparen sollte.

Auch nicht viel besser: Die Mullet-Family. Vater, Mutter und Sohn mit identischer Vokuhila-Fußballerfrisur. Erste Reaktion: „Grundgütiter – ist das etwa erblich?“ Zweite Frage: „Ist das etwa wieder modern?“ Naja, die sehen wenigstens nur prollig aus und führen sich nicht auch noch so auf. Nicht so, wie der Geselle, der, obwohl im Restauran an mehreren Stellen des Buffets mehr als genügend Besteck ausliegt, ungehemmt an die Schubladen des Oberkellners geht und dort herumkramt. Gerhard macht ihn ohne Interpretationsspielraum auf seinen Fauxpas aufmerksam. 😉

Nach dem Abendessen setze ich mich noch schnell an eins der Computerterminals in der Hotelhalle und gehe ins Internet. Ein letztes Mal auf dieser Reise, weil der Server bald danach den Geist aufgibt.

Ich muss sagen, in Bulgarien war das besser organisiert – da gab es einen speziellen Computerraum. Hier sitzt man trotz eines Milchglasparavents auf dem Präsentierteller und habe alle Hände voll zu tun, neugierige Kinder wegzuscheuchen, die mir trotz wiederholten Bitten, das doch bitte zu unterlassen, andauernd über die Schulter glotzen. Kann ich nicht brauchen, wenn ich geschäftliche Nachrichten lese und verschicke. Schließlich betätige ich mich als Kinderschreck und mache einen Brüller. Das verscheucht sie.

25. Juli: Im Hafen von Morro Jable
Für den Dienstag hatten wir uns in den Kopf gesetzt, den Hafen von Morro Jable zu besuchen, auch wenn Reiseleiter Erwin erklärt hatte, es sei dort nicht los. Da man den Hafen von der Promenade aus sehen konnte, dachten wir, müsste es uns ein Leichtes sein, dort hin zu finden. Immer an der Promenade entlang …

Nach dem Frühstück zogen wir, bewaffnet mit unseren Kameras, los. Doch ganz so einfach war es nicht, unser Ziel zu erreichen. Plötzlich hörte der Promenadenweg auf. Der Weg, den wir einschlugen, führte zur Kirche und danach in den Ort. Zusammen mit einer anderen deutschen Familie, die trotz mitgeführten Stadtplans genauso ratlos war wie ihr, schlugen wir noch so manchen Irrweg ein und landeten in Sackgassen, Hinterhöfen und Hotelzufahrten Die Kinder der Familie schwärmten aus, um den besten Weg zu suchen. Irgendwie und irgendwann schafften wir es dann doch, den großen Felsen zu umwandern, der Jandia vom Hafen trennte, und im Hafen einzutreffen.

Die Familie schlug den Weg zum Restaurant ein, wir gingen direkt zum Hafen, schauten uns um, fotografierten Fischer- und Freizeitboote und schauten den enorm staubigen Bauarbeiten in den Bergen zu. Wüstenfarbige Berge und Wasser – das ist einfach eine tolle Kombination.

Statt im Restaurant einzukehren, kauften wir uns an der Tankstelle Mineralwasser, setzten uns auf eine etwas hinfällige Steinbank und schauten dem geschäftigen Treiben im Hafen zu. Als wir davon genug hatten, machten wir uns wieder auf umständlichen Weg zurück ins Hotel. Ein paar Irrwege, die wir auf dem Hinweg gemacht hatten, konnten wir uns auf dem Rückweg zum Glück ersparen, und wir fanden nun auch den Weg zwischen der Kirche und den Restaurants hindurch direkt zur Promenade. Ein bisschen Wind kam auch auf, und so war der Heimweg recht angenehm.

Wir wunderten uns, warum so viele Leute auf der Promenade standen und die Steinmauern zu den Hotels hinaufschauten. Kinder klopften immer wieder gegen die Steine – mit Kieselsteinen? Nein, mit Nüssen! In den Mauernischen lebten Streifenhörnchen, die immerhin so zutraulich waren, sich die angebotenen Nüsse abzuholen und in ihre Höhlen zu zerren. Wir zückten unsere Kameras, aber die A-Hörnchen und B-Hörnchen und ihre Verwandten sind derartig schnell, dass es gar nicht so einfach war, sie aufs Bild zu bannen.

Nach unserer Rückkehr gingen wir an der Poolbar was trinken und lümmelten den Rest des Nachmittags am Pool herum. Am Abend gab es im Restaurant marokkanisches Essen. Kochen können sie, die Nordafrikaner! Aber das wissen wir ja schon lange.

26. Lange Strandwanderung
Diesmal führte uns die Strandwanderung „bis zum bitteren Ende“ – bis zur Steilküste, an der es dann nicht mehr weiterging. Dort hatte es wesentlich höhere Wellen als bei uns am Hotel. Nachdem wir zwei Stunden lang am Strand entlang getapert waren, kehrten wir über den Steg und die Einkaufsmeile wieder zurück. Unvermeidlich die Einkehr im Shirt-Shop. Aber die T-Shirts von Blue Liquid mit den interessanten Musik-Motiven (Plattencover der 70-er Jahre), erwiesen sich als sehr teuer und von zweifelhafter Qualität. Ebenso unvermeidlich war der Boxenstopp in der Cha-Cha-Bar für Wasser und Kaffee.

Schwimmen gehen wollten wir nach der langen Strandwanderung dann nicht mehr. Wir riefen zu Hause an und erkundigten uns nach dem Fortschritt unserer Baustelle am Haus (natürlich hatte sich nichts getan. Aus den angekündigten 4 Wochen Bauzeit wurden schlussendlich mehr als drei Monate).

Am Abend fragte ich das Paar am Nebentisch, woher sie die T-Shirts mit dem Hotel-Logo (Riu) hatten. Leider sprachen sie nur französisch. Aber irgendwie konnten wir uns doch durchstottern, so auf Franglish, und ich erfuhr, dass sie die Hemden nicht hier in Fuerteventura sondern in einem RIU-Hotel in Andalusien gekauft hatten.

Und weil wir schon am Fragen waren, erkundigten wir uns beim Oberkellner, wer eigentlich der korrekt gekleidete Herr mit Anzug und Krawatte war, der seit Tagen bei den Mahlzeiten im Restaurant herumstand und alles aufmerksam beobachtete: Der Subdirektor … der Vizechef. Nun gut. Dann wussten wir das auch.

27. Juli: Der Wochenmarkt. Dinge, die die Welt nicht braucht, Teil 2
Donnerstags ist Wochenmarkt in Jandia. Das wussten wir von der Reiseleiterin Anja Christoph. Der Markt fest in schwarzafrikanischer Hand, und das Angebot wiederholt sich alle paar Meter. Schmuck, Klamotten, Sonnenbrillen.

Wir latschten unter dem Baldachin über das staubige Gelände und stellten alsbald fest, dass es dort nichts gibt, was wir haben wollen. Ein olivgrüner Stufenrock hätte mich interessiert, aber da der Händler nicht mit sich handeln ließ, habe ich auf einen Kauf verzichtet. Am Marktausgang stieß Gerhard dann noch auf einen Stand mit billigen Geldbeuteln. Da er diesbezüglich einen hohen Verschleiß hat und die billigen so lange halten wie die teuren, hat er einen erworben.

Im Mountain-Shirt-Shop erstanden wir noch ein Tiger-Shirt, dann ging es zurück ins Hotel, und wir verbrachten den Nachmittag am Pool.

28. Juli bis 30. Juli: Am Strand
Den Freitag verbrachten wir am Strand, den Samstag und Sonntag mit Strandwanderung und dem obligatorischen Rückweg über den Steg und die Shoppingmeile. Wir kauften Souvenirs … ess- und trinkbare – und fragten uns angesichts der am Strand telefonierenden Leute, ob es nicht vielleicht schon wasserdichte Handys gibt. Damit könnten die Leute sogar noch beim Schwimmen telefonieren. „Und wenn eine Welle kommt, macht’s nur noch blubb-blubb-blubb“, sage ich. „Das macht’s ja sonst auch nur“, meinte Gerhard.

Wo er Recht hat …

Am Sonntag Nachmittag schaute Gerhard sich das Formel 1-Rennen im Fernsehen an. Während der auf dem Zimmer ist und fernsieht, war ich am Pool und ging ein letztes Mal schwimmen.

Am Sonntag hieß es auch schon zeitig Kofferpacken – bis auf einen kleinen Rest noch notwendiger Gegenstände, denn die Koffer wurden via „Easy Check In“ schon am Sonntag nach dem Abendessen im Hotel abgeholt. Da hieß es schnell essen, ins Hotelzimmer eilen und das Gepäck in die Hotelhalle bringen. Wo schon zahlreiche andere Urlaubsgäste warteten. Nach einer Viertelstunde – da hätten wir in aller Ruhe zu Ende essen können – kam dann endlich auch jemand von TUI und Sicherheitspersonal vom Flughafen. Das Gepäck wurde registriert, versiegelt und zum Flughafen transportiert.

Ich traute dem Frieden nicht so recht. Noch eine Station mehr, zu der man nicht dazusieht. Aber es gab keine andere Möglichkeit. Da wir am nächsten Morgen schon sehr früh abflogen, wäre keine Zeit zum Gepäckaufgeben vor Ort gewesen, hieß es in den Unterlagen.

31. Juli: Heimreise. Und wieder ist ein Koffer weg!
Am Montag war es dann soweit – es ging wieder nach Hause. Nach einem Schmalspurfrühstück, bestehend aus einem mit lauwarmem Wasser „aufgebrühten“ grünen Tee, den wir auch prompt stehen lassen, und einem Marmeladenbrot, checken wir aus. Meine Kreditkarte hat sich derart in der Plastikhülle des Geldbeutels festgesaugt, dass wir sie wir nur mit vereinten Kräften und mit Hilfe eines Kugelschreibers und schließlich einer Schere befreien und bezahlen können. Vor lauter Zirkus mit der Karte vergessen wir glatt, unseren Zimmerschlüssel abzugeben, was erst bemerkt wird, als wir schon fast im Bus sitzen. Ein Hotelangestellter rennt uns hinterher und macht uns auf unser Versäumnis aufmerksam.

Um 6:35 Uhr sollten wir abgeholt werden, um 6:45 fuhren wir dann tatsächlich ab. Nachdem wir diverse Hotels angefahren und die Gäste dort aufgesammelt hatten, ging es gegen 7 Uhr endgültig Richtung Flughafen. 20 Kreisverkehre später waren gegen 8:15 Uhr dort.

Es ist ganz angenehm, ohne Koffer am Flughafen einzutreffen. Wir mussten nur noch Pass- und Handgepäckskontrolle finden. Die Beschreibung der Reiseleitung war nicht besonders exakt. „Links und dann die Rolltreppen hoch.“ Das führte ins Nichts. Nach länglichem Herumirren sahen wir dann, dass wir hinter den Gepäck-Eincheckschaltern vorbei mussten. Wir erledigten die Formalitäten und begaben uns dann hinauf ins Freie, auf die Raucherterrasse, bis es Zeit war, an Bord zu gehen.

Gegen 10 Uhr startete das Flugzeug, und mit Essen und dem Lesen von Zeitschriften, die wir sonst nie lesen (Park Avenue! Furchtbar!) verging die Zeit sozusagen „wie im Flug“. Nahezu planmäßig landeten wir. Das Wetter war nicht ganz schon schön wie auf Fuerteventura. Es regnete.

So unspektakulär wie beim Flug hätte es auch am Boden weitergehen sollen. Viel kam ja nicht mehr. Wir mussten nur noch das Gepäck abholen. Nach den Erfahrungen des letzten Urlaubs war das schon ein bisschen eine Aufregung. Ich war so froh und erleichtert, als mein Koffer endlich kam. Und genervt und panisch, als Gerhards Koffer nicht kam. Wir hatten ein déja-vu. Genau wie letztes Jahr – Koffer fort. Den würden wir wohl auch nicht wiedersehen. Schöner Scheiß! Gerhard hatte sich vor dem Urlaub fast komplett neu eingekleidet. Jede Menge Shirts, Shorts, nagelneue sündteure Sportschuhe. Und nicht zuletzt waren die Kabel für die Kameras in der Tasche. Und die Reisemitbringsel. Alles futsch!

Besonders das mit den Kabeln war ätzend. Die wurden ja gebraucht, um die Bilder von der Kamera herunterzuladen. Und vor allem, um die Kamera aufzuladen, die in wenigen Tagen für Aufnahmen bei einer Veranstaltung wieder gebraucht wurde.

Nun, den Schriftverkehr „verlorener Koffer“ vom letzten Jahr hatte ich noch auf dem Computer, ich würde einfach Neuauflage 2006 mit anderen Daten anlegen … Dem gewohnten Prozedere folgend, machten wir uns auf zum Lost-&-Found-Schalter und sangen dort unser Lied. Rund um den Schalter waren –zig Gepäckstücke aufgetürmt, die für ganz andere Destinationen bestimmt waren … ein Kinderwagen, der irgendwo in den USA erwartet wurde und aus Versehen in Stuttgart gelandet war. So ganz im Griff schienen sie es in der derzeitigen Hochsaison nicht zu haben. Da verflog sich jede Menge Gepäck.

Die Dame am Schalter füllte ein Formular aus, beruhigte nebenher eine verzweifelte Asiatin, deren Gepäck auch verschwunden war, und sagte, wir sollten am Abend anrufen.

Wir nahmen uns ein Taxi und fuhren nach Hause. Der Taxifahrer kannte die Arie vom verschwundenen Koffer und erzählte, dass er selbst öfter verspätetes Gepäck an dessen Eigentümer ausfahren müsse. Das komme häufiger vor.

Zuhause angekommen, begrüßten wir zunächst mal unsere Katzen, vorbildlich versorgt von Gerhards Eltern, meldeten uns bei unseren Familien und gingen dann an die „Reisenachbereitung“: Post holen, einkaufen, Wäsche waschen … Man kennt das ja.

Am Abend rief ich am Flughafen an. „Ach“, erhielt ich zur Auskunft, „das ist viel zu früh. Da kann schon zwei bis drei Tage dauern, bis so ein Gepäckstück wieder auftaucht.“ Ich müsse nicht mehr anrufen, sie würden sich bei mir melden, wenn sich der Koffer wieder anfände. Ja, wenn. Der, den sie im letzten Jahr verschlampt hatten, war nie wieder aufgetaucht.

Doch es kann ja nicht immer alles so Scheiße laufen. Am nächsten morgen klingelt mich das Telefon aus dem Bett. „Flughafen Stuttgart. Wir haben eine Lieferung für Sie – ein Gepäckstück.“ Ich: „Super! Nur her damit! Mensch, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet.“

Eine halbe Stunde später war der Mann mit dem Koffer da. Es gibt extra einen Lieferwagen und Mitarbeiter für diesen Service. Das muss also so oft vorkommen, dass sich das rechnet. Ein Wunder, dass das bei unseren Reisen so lange Jahre gut gegangen ist …

Wie auch immer – nun war die Reise endgültig zu einem positiven Abschluss gekommen. Der Koffer war da! Gerhard versorgte die Souvenirs und kümmerte sich um die Kameras und Bilder, und ich konnte mich der zweiten Fuhre Schmutzwäsche widmen.

Ende

Der komplette Reisebericht:

Teil 1: Das Labyrinth von Jandia –
https://edithnebel.wordpress.com/2007/09/02/fuerteventura-2006-teil-1-das-labyrinth-von-jandia/

Teil 2: Nordtour –
https://edithnebel.wordpress.com/2007/09/03/fuerteventura-2006-teil-2-nordtour/

Teil 3: Südtour –
https://edithnebel.wordpress.com/2007/09/04/fuerteventura-2006-teil-3-sudtour/

Teil 4: Hafen, Strand und „Katastrophen“ –
https://edithnebel.wordpress.com/2007/09/04/fuerteventura-2006-teil-4-hafen-strand-und-%e2%80%9ekatastrophen%e2%80%9c/



Jon Evans: Blutpreis – Thriller
September 4, 2007, 10:04 am
Filed under: Bücher

Jon Evans: Blutpreis
Thriller
München, Juli 2007, dtv premium,
ISBN 978-3-423-24606-4
480 Seiten
Format: 20,8 x 13,2 x 4 cm
Aus dem amerikanischen Englisch von Bela Stern
Euro 14,50 [D] 15,00 [A], sFr 25,20

Klappentext:
Als Paul mit seiner Freundin Talena 2003 im Nachkriegs-Bosnien ankommt, ist ihre Beziehung auf dem Nullpunkt. Doch die eigenen Probleme rücken in den Hintergrund, als klar wird, dass Talenas Schwester Saskia, die sie in der Nähe von Sarajewo besuchen, von ihrem Mann seit Jahren brutal misshandelt wird. Talena ist eines klar: ohne ihre Schwester wird sie das Land nicht verlassen. Da für Saskia eine legale Ausreise unmöglich ist, bleibt nur der Weg über Menschenhändler. So geraten sie an Sinisa, der anbietet, Saskia nach Amerika zu bringen. Er will dafür kein Geld, sondern Pauls Dienste als Programmierer. Für ein dubioses Unterfangen, dessen Ausmaße Paul noch nicht erahnen kann… Eine gefährliche Reise über den halben Globus beginnt …

Zum Autor: (Klappentext):
Jon Evans, geboren 1973 und aufgewachsen in Kanada, lebt in Montreal. Wenn er nicht gerade auf Reisen ist oder an einem neuen Thriller schreibt, verdient er sein Geld als IT-Consultant. Mit „Tödlicher Pfad“ gewann er 2005 den Arthur-Ellis-Award für den besten Erstlingsroman. Blutpreis ist sein zweiter Roman.

Meine Meinung:
Dieser Roman erfüllt zielsicher die Erwartungen an einen kleinen, harten Thriller ohne dabei großartig literarische Ambitionen zu entwickeln.

Der Stil wird geprägt vom Erzähler, Paul, ein arbeitsloser Computerprogrammierer, der gerne den leicht großmäuligen Globetrotter macht. Dadurch entsteht ein flapsiger Ton, der den Thriller prägt. Paul war auch schon Jon Evans ersten Roman „Tödlicher Pfad“ die Hauptfigur, die mir besser gefällt als ein Spion oder Agent in üblichen Durchschnittsthriller.Er prägt auch die Perspektive: Die Sicht eines in Kanada geborenen Kaliforniers, der den Balkan bereist.

Die Schauplätze sind das Originelle an dem Roman: Bosnien, Albanien, Lateinamerika und San Francisco.

Hier fängt Jon Evans viel Atmosphäre ein. Dass der Erzähler aber ständig penetrante Vergleiche zu amerikanischen Filmen zieht, nervt leider etwas. Klischees werden auch manchmal eher bedient als vermieden, aber da Atmosphäre und Tempo überwiegen, ist das vom Leser leicht zu verschmerzen.

Ein ganz wichtiger Handlungsfaden erzählt die schwierige Beziehung zwischen Paul und seiner Freundin Talena, die gespannt ist durch Pauls Arbeitslosigkeit – er liegt ihr auf der Tasche –, den amerikanischen Alltag und durch Talenas Herkunft. Ein verstecktes Thema im Roman ist ihre geteilte Heimatlosigkeit.

Die abenteuerlichen Geschehnisse in Bosnien sind fast eine Therapie ihrer Beziehung, in den Abschnitten, die sie getrennt sind, wird seitenweise über e-Mail kommuniziert. Aber als die bosnischen Kriegsverbrecher amerikanischen Boden betreten, wird es richtig gefährlich für die Beiden und eine Bewährungsprobe ihres Zusammenhaltens.

Über den 0815-Showdown im letzten Abschnitt sollte der Leser großzügig hinwegsehen.

Der Roman ist flott und unterhaltsam geschrieben, 8 von 10 Punkten sind gesichert und es gilt, das Augenmerk auf künftige Romane des Autors zu richten.

Rezensent: Herr Palomar
Mit freundlicher Genehmigung von http://www.buechereule.de



Fuerteventura 2006, Teil 3: Südtour
September 4, 2007, 9:09 am
Filed under: Fuerteventura

Fuerteventura 2006, Teil 3: Südtour

22. Juli: Ausflug in den Süden „Villa Winter und Cofete“
* Der Hafen von Morro Jable
* Piste; „Ziegenweg“ nach Cofete
* Barranca dos Mosquitos mit endemischen/einheimischen Pflanzen, u.a. Kameldorn, Cardon (eine Euphorbienart)
* Punto de la Vento (windiger Aussichtspunkt)
* Cofete (Bretterhütten und eine Bar)
* Strand von Cofete
* Villa Winter
* Punto Jandia (mit Leuchtturm)
* Puerto de la Cruz, Mittagessen im Fischrestaurant El Caleton
* Playa des Ojos
* Caleta de la Madeira
* Punta Pesebre

TUI-AUSFLUGSBESCHREIBUNG:

Villa Winter und Cofete
(Jandia und Costa Calma)
Mit einer kleinen, individuellen Gruppe entdecken Sie die “mystische” Seite des Südens von Fuerteventura. Sie lernen eine einzigartige Pflanzenwelt kennen und entscheiden selbst wo unterwegs gegessen wird. Über eine Piste geht es zum Kapo und in Richtung Cofete, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Noch bevor Sie das Dorf erreichen, bietet sich Ihnen ein traumhafter Ausblick auf die Westküste von Jandia. Ein Ziel Ihres Ausflugs ist die sagenumwobene Villa Winter hinter Cofete. Sie liegt direkt oberhalb eines fast 12 km langen Sandstrandes am Fuße des Pico de la Zarza, des höchsten Berges der Insel.

Diesmal waren es noch weniger Reiseteilnehmer. Nur 8 hatten Platz in dem kleinen, geländegängigen Bus. Der Reiseleiter hieß Fauzi, stammte aus Tunesien und sprach ein ganz annehmbares Deutsch. Er sei schon sehr lange in der Touristikbranche, erzählte er, habe aber Job wie Animation oder Tennislehrer zugunsten familienfreundlicherer Arbeitszeiten aufgegeben und arbeite nun als Reiseführer.

Um 9.56 ging es los. Ich fand meinen Platz ganz hinten im Bus, Gerhard neben dem Fahrer, was ihm tolle Aufnahmen aus dem Fahrzeug heraus ermöglichte.

Als erstes machten wir einen Abstecher in den Hafen von Morro Jable und ließen uns bei einem Fischhändler zeigen, was hier alles gefangen wird. An Papageienfische und Barracudas kann ich mich erinnern. Sonst kenne ich mich sowieso nicht aus mit den verschiedenen Arten.

Hatte ich mich gefragt, was zum Geier an diesem bisschen Ausflug einen ganzen Tag dauern soll, wurde mir das jetzt klar: Es ging hier nicht über gepflegte Straßen sondern über Schotterpisten, teilweise im Schritttempo. Nun ja, wenn wir so unterwegs sind, dauert das freilich bis zum Abendessen!

Wir bekamen diverse endemische Pflanzen zu sehen, niedrige Kameldornbüsche und giftige Euophorbien, deren Gift man früher zur Betäubung der Jagdtiere genommen hat. Ähnlich wie die Indianer Südamerikas mit dem Curare umgingen. Wurde die Giftpflanze samt dem Jagdverfahren von nordafrikanischen Verbannungsopfern auf die Insel mitgebracht?

Fauzi zeigte uns einen Kaktus namens Cardon sowie rote Flechten auf den Steinen, die die Engländer als Farbstoff für die Anilinfarben benutzt haben. Steine mit Salz und Muscheln zeigen, dass die Insel sich aus dem Meer erhoben hat. Und wir erhielten auch hier die Auskunft, dass Fuerteventura eine sehr alte Insel sei mit starker Erosion. Tagsüber wird es in dieser Einöde bis zu 80 bis 90° C heiß, nachts ist es kühl und feucht, die Steine zerbersten zu Sand.

Den „Ziegenweg“ bekamen wir zu sehen, den Vorläufer zur Straße nach Cofete. Noch heute gibt es im Juli eine Prozession, die über diesen Weg führt. In rund drei Stunden gelangt man auf diesem Weg von Jandia nach Cofete. Bei dieser Hitze das aber auch Geschmacksache!

Der nächste Weg führte uns in eine Geisterstadt, eine kleine Ansiedlung, in der die Leute früher Tomaten angepflanzt hatten, dies aber aufgaben und wegzogen, als es sich nicht mehr lohnte. Heute arbeiten sie vermutlich im Tourismus und Ort gehört den wilden Ziegen, die sich an einer Wasserstelle einfinden.

Vor 30 Jahren war da, wo heute die Hotels stehen, auch nur Wildnis, erklärte uns der Reiseführer. Genau so ein wildes, ödes Land wie hier, im Hinterland von Cofete.

Nach einer weiteren Fahrt durch unwegsames Gelände kamen wir an einen extrem windigen Aussichtspunkt, der den passenden Namen „Punto de la Ventio“ trug. Man musste schon sehr aufpassen, damit es einen nicht wegwehte. Zum Glück war ich so schlau gewesen, nicht in einem Rock auf diesen Ausflug zu gehen, sonst wäre ich hier im Freien gestanden.

Der Reiseleiter war ganz begeistert von den Gesteinsschichten in dieser Gegend. Sie erinnerten ihn an Marmorkuchen. Und in der Tag, die Farbigkeit und die Struktur erweckte entsprechende Assoziationen.

Die Südhalbinsel, so erzählte uns Fauzi, sei ein Teil eines Vulkankraters – was ihre Form erklärt. Die Hälfte des Kraters befinde sich unter Wasser. La Pared – die Gegend mit den Wanderdünen – bildet eine Brücke zwischen dem südlichen und nördlichen Teil der Insel.

Jetzt ging es weiter nach Cofete und damit der sagenumwobenen Villa Winter entgegen. Von Cofete war ich enttäuscht. Vernachlässigte Terrassenfelder, ein paar baufällige Hütten, eine Kirche, eine Kneipe. Das sah nicht sehr einladend aus. Im Mittelalter, sagte Fauzi, sei die Gegend die Kornkammer der Insel gewesen, man hätte Weizen und Mais angebaut. Heute ist das nur noch eine ärmliche Feriensiedlung für Einheimische. Jetzt weiß ich, was der Falk-Reisführer unter „etwas heruntergekommen“ versteht.

Hier sahen wir auch das Ende des „Ziegenwegs“, der von Jandia nach Cofete führt.

In Cofete selbst hielten wir uns nicht auf. Zum Glück. Es ging am Friedhof vorbei direkt an den Stand, Playa Cofete. Es war diesig, feucht und fast menschenleer. Gerade mal ein Paar hatte sich dort niedergelassen und ging in wieder ins Wasser. Das Baden ist dort wegen der Strömungen sehr riskant.

Durch den Dunst und die Menschenleere, die hohen Wellen, die Stille und die gedämpften Farben, herrschte an dem Playa Cofete eine geradezu unheimliche Stimmung. Wäre nicht ab und zu mal eine Colaflasche am Strand herumgelegen, hätte man sich wie auf einem fremden Planeten fühlen können. Ich musste immer an den SF-Roman „Ancient Shores“ von Jack McDevitt denken.

Wir gingen den menschenleeren Strand entlang in Richtung Süden, bis es Zeit wurde, wieder zum Bus zurückzukehren und zur Villa Winter zu fahren. Die Villa Winter war die einzige Sehenswürdigkeit auf Fuerteventura, von der ich schon vor unseren Reisevorbereitungen gehört hatte. Sie muss wohl von irgendwelchen Verschwörungstheoretikern im Internet erwähnt worden sein.

Was man weiß, ist, dass Gustav Winter 1893 in Deutschland geboren wurde. Er verbrachte viele Jahre als Ingenieur in Spanien und ließ sich in den 30-er Jahren in Jandia nieder.1937 pachtete er die Halbinsel. Es ist ferner dokumentiert, dass er im Jahr 1938 Admiral Wilhelm Canaris, den Chef des deutschen Geheimdienstes, zu einer Projektbesprechung traf.

Danach kamen Arbeiter aus Deutschland nach Jandia, und 1940 wurde mit dem Bau der Villa Winter begonnen – nach Entwürfen Gustav Winters.

1941 verkaufte die gräfliche Familie ihren Besitz (Jandia) an eine spanische Gesellschaft, die Gustav Winter als Verwalter einsetzte. Kurz darauf erklärte die spanische Regierung Jandia zur geschlossenen Militärzone. Und das ist der Moment, an dem die Gerüchte, Spekulationen und Verschwörungstheorien anfangen. Was danach nämlich in der Villa Winter passierte, weiß niemand so genau. Jedenfalls kamen im Zweiten Weltkrieg viele U-Boote zum Auftanken nach Fuerteventura, trotz Spaniens angeblicher Neutralität. Taucher berichten, dass bei Cofete in 200 Metern Tiefe ein U-Boot-Wrack liegt.

Es gibt eine ganze Reihe wüster Gerüchte. Um Schiffsbau bzw. einen U-Boot-Stützpunkt für die Nazis soll es gegangen sein … Ein Tunnel soll von der Villa bis an den Strand runter führen und die U-Boote sollen auch dazu genutzt worden sein, um geflohene Nazis nach Südamerika zu schaffen. Eine andere Theorie besagt, die Villa Winter sei als Exilsitz für Adolf Hitler geplant gewesen …

Unter der Regie von „Don Gustavo“ entwickelte sich die El Golfo-Region nach dem Krieg wieder zu einem wichtigen Weidegebiet. 1968 bekam er die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen auf Jandia von der Gesellschaft geschenkt. 1971 starb Gustav Winter, ohne die Geheimnisse seiner Villa gelüftet zu haben.

Wir hörten, die Villa sei nie fertiggestellt worden, er halbe also dort gar nicht gewohnt. Nichts Genaues weiß man nicht, die Villa ist nie von einer unabhängigen Kommission untersucht worden. Es pilgern nur mehr oder weniger Neugierige dorthin und schauen sich das alles an. Ab und zu rennen mal welche mit Metallsuchgeräten durch die Gegend.

Heute kann man wenigstens rein in die Villa – sofern man die halsbrecherische Piste passieren kann, die dort hinaufführt. Vor Jahren noch soll das Gelände von Hunden bewacht und nicht zugänglich gewesen sein, was den Gerüchten noch mehr Vorschub leistete.

Die Villa wird von drei Geschwistern in den 70-ern bewohnt, die da mehr schlecht und recht mit Hühnern, Ziegen und Katzen hausen. Und für ein bisschen Trinkgeld dankbar sind. Die Villa ist mindestens so baufällig und heruntergekommen wie das benachbarte Cofete, und das ist eine wahre Schande. Warum man da kein Museum draus macht? Interessant genug wäre die Geschichte ja. Vielleicht stellt es ein Problem dar, dass die Villa inmitten eines Naturschutzgebiets liegt. Das hat schon die Pläne der Firma in Las Palmas vereitelt, der sie heute gehört: Sie wollte ein Hotel daraus machen.

Also rottet und gammelt die Villa eben vor sich hin und bleibt eine Pilgerstätte für Verschwörungstheoretiker. Viel sieht man darin sowieso nicht. Keine alten Möbel oder so. Nur einen wild bewucherten Innenhof und den mehr als ärmlichen Hausrat der drei alten Geschwister.

Im Hof trafen wir ein junges Schweizer Paar, das mit uns im selben Hotel wohnte und auf eigene Faust mit dem Mietwagen in der Villa war. Als wir uns größten, fragte der Reiseleiter: „Kennen Sie sich“. Wir: „Aus dem Hotel“. Und durften sich die beiden unserer Führung anschließen.

Nach einer kurzen Zigarettenpause hinter dem Haus ging es danach über die Schotterpiste an die Steilküste an der Südwestspitze, in den kleinen Fischerort Puerto de la Cruz. Bekannt wurde der Ort durch seinen modernen Windgenerator, der mittlerweile sein Wahrzeichen darstellt. Der Generator ging nie in Betrieb, weil seine Leistung für die paar Einwohner viel zu stark ist. Murks und Fehlplanungen sind eben international!

Murks war auch der Fuji-Film, mit dem ich in im äußersten Westen der Insel fotografiert habe. Die Hälfte der Bilder war schwarz, was mir mit dieser Kamera noch nie passiert ist.

Wir machten Mittagspause in der Tapas-Bar El Caleton, auf der Terrasse mit Meerblick. Nach der Pause ging es zum Punto de Jandia, der Westspitze der Insel. Dort steht seit 1950 der Leuchtturm Faro de Jandia. Bei klarem Himmel sieht man bis nach Gran Canaria. Wir konnten die Nachbarinsel eher ahnen.

Hier im Südwesten ist die zweitschmalste Stelle der Insel. In den 50-er Jahren gab es so schwere Stürme, dass sich das die Wellen von beiden Seiten des Meeres hier über Land berührt haben. „Die Wellen küssen sich“, sagen die Leute. Und wir dachten, wir sind froh, dieses Naturschauspiel nicht miterleben zu müssen.

Und wieder hieß es, in den Bus zu klettern, eine kurze Pistenstrecke zu absolvieren und beim nächsten Highlight wieder aus dem Fahrzeug herauszukrabbeln. Es ging zum Playa de Ojos, auch an der Westküste, aber etwas weiter nördlich. Eine atemberaubende Steilküste mit verschiedenfarbigen Gesteinsschichten. Ein bisschen sah das aus wie eine bunte Variante des Baumkuchens. Ich kann nichts dafür, der Reiseleiter hat mit den Kuchenvergleichen angefangen! Unten hat es nahezu unzugängliche Strände, was vielleicht auch besser so ist, denn das Baden dort ist sehr gefährlich.

Noch etwas weiter nördlich kam der nächste Aussichtspunkt, Calete de la Madeira, nicht ganz so farbenfroh wie der Playa de Ojos, aber nichtsdestotrotz eindrucksvoll – und windig.

Der letzte Haltepunkt auf dieser Tour war der Punta Pesebre. An dieser Steilküste befindet sich jede Menge schwarzen Vulkangesteins. Schaut man von der Klippe runter, sieht es unten ein bisschen aus wie ein Amphitheater. Vielleicht gibt’s da wirklich regelmäßige Fischkonzerte, wie der Reiseleiter witzelte.

Ein letztes Mal hievten wir unsere müden Knochen und die eingestaubten Klamotten und Brillen in den Bus zurück, und nun ging es über die Schotterpiste auf die Straße nach Jandia, und wieder zurück in die Hotels. Gegen 16:30 Uhr waren wir wieder „daheim“.

Am Abend traten vier Sänger aus Südafrika in der Hotelbar auf, drei Männer, eine Frau. Sie sangen Songs aus den 50-er und 70-er Jahren, von den Platters und diverse Motown-Stücke. Nicht schlecht. Hier ist die Musik sowieso um Klassen besser als in vielen anderen Hotels. Die Gruppe fordert zum Mitsingen auf, was Gerhard natürlich begeistert macht. Der grauhaarige Bass kommt von der Bühne, zeigt auf ihn und röhrt: „I like that voice“. Sie hören es, wenn einer was kann. Immer.

Fortsetzung folgt

Der komplette Reisebericht:

Teil 1: Das Labyrinth von Jandia –
https://edithnebel.wordpress.com/2007/09/02/fuerteventura-2006-teil-1-das-labyrinth-von-jandia/

Teil 2: Nordtour –
https://edithnebel.wordpress.com/2007/09/03/fuerteventura-2006-teil-2-nordtour/

Teil 3: Südtour –
https://edithnebel.wordpress.com/2007/09/04/fuerteventura-2006-teil-3-sudtour/

Teil 4: Hafen, Strand und „Katastrophen“ –
https://edithnebel.wordpress.com/2007/09/04/fuerteventura-2006-teil-4-hafen-strand-und-%e2%80%9ekatastrophen%e2%80%9c/