Wahnsinn im Alltag


Hinter jeder erfolgreichen Frau …
September 30, 2010, 7:36 am
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… steht ein Mann, der ihr auf den Arsch glotzt. Das ist nicht von mir, obwohl es sich zweifellos nach den Sprüchen anhört, die ich so von mir gebe. Das steht auf einem Werbeplakat für die Fernsehserie „Mad Men“, die auf ZDF Neo läuft.

Solche Wörter kennt man beim biederen ZDF? Und schreibt sie auch noch auf Plakate? Unfassbar! 😀

Zum Wahrheitsgehalt des Spruchs kann ich nicht viel sagen. Bin ja kein Mann. Aber vermutlich ist davon auszugehen, dass Kollegen durchaus ihre Meinung zu den Allerwertesten ihrer Kolleginnen haben. Solange sie diese für sich behalten, soll mir das Wurscht sein. Denken darf immer noch jeder, was er mag.

Verzeiht mir die Bildqualität. Das Plakat hängt an „meiner“ Stadtbahnhaltestelle und ich hab’s gestern so im Vorbeigaloppieren mit der kleinen Kamera aufgenommen. Die Leute haben zwar ein bisschen komisch geschaut und sich vermutlich gefragt, was ich hier treibe, aber sei’s drum. Wenn sie hier in den Blog schauen, wissen sie’s jetzt.

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Anja Jonuleit: Herbstvergessene – Roman

Anja Jonuleit: Herbstvergessene – Roman, München 2010, dtv Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-24788-7, Softcover/Klappenbroschur, 428 Seiten, Format: 13,5 x 21 x 3,3 cm, EUR 13,90 (D), EUR 14,30 (A)

„Ich hatte eine Mutter, der es schlicht zu langweilig war, sich um ein Kind zu kümmern. Da gab es nichts, wo sie glänzen konnte, keine Bühnen, auf den sie sich präsentieren konnte. Wissen Sie, dass sie meinen Geburtstag meistens einfach vergessen hat?“ (Seite 332)

Die Raumausstatterin Maja Sternberg, 41, hat aus gutem Grund ein überaus distanziertes Verhältnis zu ihrer Mutter, der erfolgreichen Konferenzdolmetscherin Lilli. Seit 10 Jahren haben sie sich nicht mehr gesehen, abgesehen von einer kurzen Zwangsbegegnung auf einer Beerdigung. In all den Jahren haben sie lediglich Weihnachtskarten ausgetauscht.

Aufgewachsen ist Maja in verschiedenen Internaten und bei ihrer Großmutter Charlotte. Seit deren Tod ist das Thema „Familie“ für sie erledigt. Umso überraschter ist sie, als Lilli eines Tages bei ihr anruft und sagt: „Es gibt da etwas, was ich dir sagen muss … und zeigen.“ (Seite 15)

Maja verabredet sich mit ihrer Mutter für die folgende Woche. Doch als sie in Wien eintrifft, steht sie vor verschlossener Tür. Den Grund dafür erfährt sie von der Nachbarin Erna Buchholz: Lilli Sternberg ist tot. Sie ist vom Balkon gesprungen – Selbstmord aus Angst vor Schmerzen und Siechtum. Die Kettenraucherin Lilli litt an Lungenkrebs.

Maja ist wie vom Donner gerührt. Selbstmord? Das passt so gar nicht zu ihrer Mutter. Und selbst wenn sie diese Absicht gehabt hätte … hätte sie nicht noch die paar Stunden gewartet und erst das Treffen mit ihrer Tochter hinter sich gebracht, wenn sie sie schon eigens nach Wien bestellt hat? Ob Lilli ermordet wurde? Ein Unfall kann es nicht gewesen sein, versehentlich kann man nicht über diese Balkonbrüstung fallen. Und was war es eigentlich, das Lilli ihrer Tochter so dringend mitteilen wollte?

Maja bleibt erst einmal in Wien. Die Beerdigung muss organisiert und die Wohnung aufgelöst werden. Vielleicht ergibt ja die Durchsicht des Nachlasses Hinweise darauf, was ihre Mutter in jüngster Zeit bewegt hat. Doch alles, worauf Maja stößt, ist eine Fülle von Rätseln und Ungereimtheiten. Eine Bekannte ihrer Mutter lässt ihr einen Umschlag zukommen, den diese ihr kurz vor ihrem Tod zur Aufbewahrung gegeben hat. Inhalt: Ein Schlüssel und ein Foto von Oma Charlotte mit einem Baby auf dem Arm. Das Bild trägt auf der Rückseite den Vermerk: „Wir beide in Hohehorst, März 1944“.

Hohehorst? Und wer bitte ist das Kind? Lilli kann es nicht sein, denn die war ein heller, blonder Typ, und das Kind auf dem Foto ist zweifellos dunkelhaarig. Um ein älteres Kind Charlottes kann es sich auch nicht handeln, denn das Baby auf dem Foto ist maximal vier Monate älter als Lilli. Das passt zeitlich nicht.

Lillis Geburtsurkunde, die Maja im Nachlass findet, trägt zusätzlich zur Verwirrung bei. Lilli ist im Mai 1944 in Hohehorst zur Welt gekommen. Nicht in Bremen, wie sie immer gesagt hat. Und es ist kein Kindsvater eingetragen. Aber Lillis Vater war doch Paul, Charlottes erster Ehemann, der als im Krieg vermisst gilt! Opa Gustav Benthin war „nur“ Majas Stief-Großvater. Ist Charlotte gar nicht mit Paul verheiratet gewesen?

So nach und nach dämmert es Maja, dass sie von ihrer Familiengeschichte rein gar nichts weiß. Hohehorst, das hat sie inzwischen herausgefunden, war ein Lebensborn-Entbindungsheim. Mit Sicherheit könnten die Lebenserinnerungen von Oma Charlotte Licht ins Dunkel bringen. Dass sie welche geschrieben hat, erfährt Maja zufällig am Telefon. Ein Verlag hat die ersten 50 Seiten davon zugeschickt bekommen und interessiert sich nun auch für den Rest. Nur hat Maja keine Ahnung, wo sich das Manuskript befindet. Und da der Verlag unwillig oder unfähig ist, ihr eine Kopie des Teils zuzuschicken, den er bereits vorliegen hat, ist auch von dieser Seite keine Aufklärung zu erwarten. Lillis Anwälte erweisen sich als ebenso unkooperativ und nutzlos.

Erst als Maja in Lillis Unterlagen einen Zeitungsausschnitt über einen 1950 verschwundenen Husumer Arzt findet, kommt ein wenig Bewegung in die Sache. Sie macht Roman Sartorius, den Sohn des Arztes, ausfindig. Vielleicht kann er ihr ja sagen, in welcher Beziehung sein Vater zu ihrer Mutter stand. Sie erfährt, dass Dr. Heinrich Sartorius von 1941 bis Kriegsende Belegarzt im Lebensborn-Heim Hohehorst war. Er muss also Großmutter Charlotte gekannt haben! Und sicher hat er auch gewusst, was es mit dem dunkelhaarigen und dem blonden Kind auf sich hat.

In Hohehorst muss Maja also ansetzen, wenn sie etwas über ihre Familiengeschichte erfahren will. Und Charlottes Manuskript muss sie finden. Das könnte das gewesen sein, was Lilli ihr kurz vor ihrem Tod noch hatte zeigen wollen. Aber das Rätsel ihrer Abstammung klärt noch immer nicht die Umstände, unter denen Lilli Sternberg zu Tode kam. Oder doch? Hängt beides zusammen?

Maja lässt nicht locker. Sie reist, sucht, recherchiert und befragt alle möglichen Zeitzeugen und Weggefährten ihrer Mutter und ihrer Großmutter. Doch wer die falschen Fragen stellt, bekommt auch nicht die richtigen Antworten. Nichts, was sie im Laufe ihrer Ermittlungen erfährt, passt zu dem Bild, das sie von ihrer Großmutter hatte. Erst ein unbedacht dahingesagter Satz einer Wiener Bekannten ihrer Mutter bringt Maja auf die richtige Spur …

Die Wahrheit ist ebenso simpel wie ungeheuerlich – und es gibt Leute, die würden alles tun, damit diese Wahrheit nicht ans Licht kommt.

Parallel zur Geschichte von Maja Sternbergs Spurensuche erhält der Leser Einblick in das verschollene Manuskript von Majas Großmutter. Wir erfahren die tragische Geschichte ihrer großen Liebe zu Paul, einem verheirateten Mann jüdischer Abstammung. Wir erleben mit, wie sie von ihrer Heimatstadt Königsberg ins Lebensbornheim Hohehorst bei Bremen kommt und wie sie schließlich nach traumatischen Erlebnissen allein mit Kind in Lindau am Bodensee landet. Dabei sind wir nicht wirklich klüger als Maja, die sich von diesem Manuskript Klarheit über ihre Familiengeschichte erhofft. Denn wir sitzen, ohne es zu bemerken, demselben Irrtum auf wie Maja Sternberg.

Erst ganz zum Schluss fallen die Puzzleteilchen an ihre Plätze und ergeben ein vollständiges Bild der Ereignisse während der Kriegs- und Nachkriegszeit. Und dieses Bild ist für keinen der Beteiligten schmeichelhaft. Nun erfahren wir auch, was es mit dem Titel des Buchs auf sich hat, HERBSTVERGESSENE … ein weiteres gruseliges Kapitel aus dem großen Buch der Familiengeheimnisse.

Die egozentrische Lilli und die eigenbrötlerische Maja machen es einem nicht leicht, sie zu mögen. Sympathisch an Maja ist allerdings ihre Ehrlichkeit. Sie macht sich keine Illusionen über ihre Macken und Eigenheiten. Und auch nicht über ihre Beziehungen zu Männern im Allgemeinen und die zu ihrem Lebensgefährten im Besonderen. Ob man die Hauptpersonen nun ins Herz schließt oder nicht – auf jeden Fall will man eine Erklärung für all die Widersprüche in Charlottes und Lillis Biographie haben. Und so verfolgt man mit Spannung Majas Recherchen und Oma Charlottes Erinnerungen. Bis sich alles zu einem Gesamtbild fügt.

Der hollywoodreife Showdown am Ende hätte nicht unbedingt sein müssen, aber just dieser Handlungsstrang hat die Geschichte ins Rollen gebracht, und auf diese Weise findet er eben seinen übermäßig dramatischen Abschluss. Eigentlich schade – und unnötig. Die Geschichte von Charlotte, Lilli und Maja wäre auch ohne diese aufgesetzte Action spannend und interessant genug gewesen.

Für alle, die in Sachen Lebensborn-Heime ähnlich unbewandert sind wie die Heldin: Das Lebensborn-Heim Hohehorst, Heim Friesland, gab es wirklich. Die Gebäude stehen noch und dienen heute als Therapiezentrum für Drogenabhängige. Hier ein paar Aufnahmen aus dem Jahr 2010:

Herrenhaus Hohehorst, Schwanewede

Zufahrt mit Torhäusern.

Laternenaufsätze der Torpfeiler.

Foto: Quarz. Die Bild-Dateien wurden unter der Lizenz „Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen Deutschland“ in Version 3.0 (abgekürzt „CC-by-sa 3.0/de“) veröffentlicht.

Die Autorin
Anja Jonuleit, 1965 in Bonn geboren, ist Übersetzerin und Dolmetscherin. Sie lebte und arbeitete in New York, Bonn, Rom, Damaskus und München. 1994 kehrte sie mit ihrer Familie an den Bodensee zurück. Sie ist Mutter von vier Kindern. Ihren ersten Roman DAS WASSER SO KALT veröffentlichte sie 2007. HERBSTVERGESSENE ist ihr zweiter Roman.

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
     
http:// edithnebel.wordpress.com



Kroatien Teil 8: Heimreise mit Prominenten-Begegnung

Bei Winnetou hat’s nie geregnet!
Kroatien/Krk vom 24.07. bis 03.08.2010

TEIL 8 von 8: DIENSTAG, 03.08 – DER PROMI AUF DEM FLUGPLATZ-KLO

ABREISE
Am Dienstag Früh waren wir schon um 9:15 Uhr gestiefelt und gespornt, hatten die Zimmerschlüssel abgegeben und gingen noch ein letztes Mal bei „unserem“ Barmann einen Kaffee trinken. Wir hatten ihm Fotos versprochen, die wir von ihm und der Hotelanlage gemacht hatten, und er gab uns seine Adresse.

Ziemlich pünktlich kam der Minibus, der uns zum Flughafen Rijeka bringen sollte. Außer dem Fahrer und uns war nur noch eine weiterer Urlauberin an Bord.

Der Typ vor uns in der Eincheck-Schlange musste in Stuttgart umsteigen und hat teirgendwelches Gedöns mit Übergepäck und mit seinen Papieren. Es dauerte jedenfalls ziemlich länglich, bis er abgefertigt war. Es ist schon was dran an dem „Gesetz“, dass die andere Schlange immer schneller vorankommt als die eigene.

Nachdem wir auch noch den richtigen Eingang zur Sicherheitskontrolle gefunden hatten, ging’s ab zum Gate. Mit nur 20 Minuten Verspätung startete unser Rückflug.

Für Flugzeugfreaks hier die technischen Daten der Maschine:

Bezeichnung: Boeing 737-700
Sitzplätze: 144
Länge: 33,60 m
Höhe: 12,50 m
Spannweite: 35,80 m
Maximale Abflugmasse: 68.000 kg
Max. Reichweite: 6.110 km
Max. Reiseflughöhe: 12.500 m
Max. Standschub: 2 x 22.700 lbs
Reisegeschwindigkeit: 845 km/h

DER PROMI AUF DEM FLUGPLATZ-KLO
Der Rückflug verlief, genau wie die Hinreise, erfreulich ereignislos. Als wir nach der Landung in Stuttgart aus dem Flughafenbus ausstiegen und durch das Gebäude zur Passkontrolle gingen, entdeckte ich eine Dame im eleganten lila Kostüm und mit Hut in der Menge, die mir eigenartig bekannt vorkam. Irgendwie sah sie aus wie Marie-Luise Marjan, die deutsche Schauspielerin, die unter anderem seit über 20 Jahren in der Fernsehserie LINDENSTRASSE die Helga Beimer spielt.

Foto: Die Schauspielerin Marie-Luise Marjan (u. a. „Lindenstraße, April 2006 (2006-04) Fotograf: Michael Lucan. Diese Datei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren. Es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen Umschlagtext und keinen hinteren Umschlagtext.

Doch auch als langjähriger Lindenstraßen-Fan war ich mir nicht zu 100% sicher, ob sie es wirklich war. Im Fernsehen sehen die Leute halt doch ein bisschen anders aus als in natura und man kommt ins Grübeln – auch wenn man eine TV-Serie seit Jahrzehnten Woche für Woche verfolgt. Man stelle sich die peinliche Situation vor, statt eines vermeintlich Prominenten einen Wildfremden in ein Gespräch zu verwickeln, der sich aufgrund der Verwechslung vielleicht noch belästigt fühlt und die Polizei ruft. Meschuggene gibt’s ja genügend.

Ansprechen würde ich eine prominente Person in einer privaten Situation sowieso nicht, auch wenn ich sie zweifelsfrei identifizieren könnte. Und so habe ich auch nichts gesagt, als ich die Dame in Lila wenig später direkt vor mir aus einer Toilettenkabine des Stuttgarter Flughafens kommen sah. Nachdem ich ihre Stimme gehört hatte – sie machte eine ärgerliche Bemerkung, als ihr die Brille hinunterfiel – war ich schon ziemlich überzeugt davon, dass sie’s war. Aber auch Prominente haben ein Recht darauf, ungestört pieseln gehen und sich die Hände waschen zu dürfen.

Als die Dame dann draußen von einer Flughafenmitarbeiterin extrem zuvorkommend begrüßt wurde, und selbst Gerhard, der die LINDENSTRASSE nur vom Wegschauen kennt („Eh ich mir das anschau’, putz ich lieber das Katzenklo!“) davon überzeugt war, soeben „Frau Beimer“ gesehen zu haben, hatte ich gar keine Zweifel mehr an unserer Prominentensichtung.

Vielleicht hätte ich sie doch ansprechen sollen. Möglicherweise hätte sie sich sogar gefreut, dass ich ihre Arbeit so lange schon kenne und schätze. Ich hätte ja noch sagen können, dass ich seit 1990 Mitglied in einem Internetforum bin, das Woche für Woche ausgiebig genau diese Serie diskutiert. Mich würde es freuen, wenn meine Arbeit anderen Menschen so wichtig wäre. Aber weiß ich, wie Schauspieler das sehen? Man möchte ja niemanden belästigen.

Manchmal ist man einfach zu wohlerzogen.

*** Ende ***



Kroatien Teil 7: Malinska

Bei Winnetou hat’s nie geregnet!
Kroatien/Krk vom 24.07. bis 03.08.2010

TEIL 7 von 8: MALINSKA, STUHLBRUCH, STROMAUSFALL

SAMSTAG, 31.07: MALINSKA
Es regnete noch immer. Für den Fall, dass es je wieder aufhören sollte, beschloss ich am Samstag, über die Promenade nach Malinska zu gehen. 40 Minuten sollte man dafür brauchen. Es sieht eigentlich vom Hotel aus viel näher aus, aber man geht eben nicht Luftlinie, sondern zickzack am Ufer entlang. Gerhard musste passen, er konnte aufgrund der Bodenbeschaffenheit die Strecke nicht bewältigen. Es steckte ihm sowieso noch die Rennerei durch den Naturpark Plitvicer Seen in den Knochen.

O Wunder, im Lauf des Vormittags hörte es tatsächlich zu regnen auf und ich machte mich auf den Weg, im Gepäck die kleine Digitalkamera, Regenschirm, Sonnenbrille und eine Umgebungskarte. Nicht, dass man auf dem Weg etwas falsch machen konnte. Solange das Meer links von einem ist, ist alles in Butter. Aber es könnte ja sein, dass die Karte vor Ort von Nutzen ist, weil man sich außerhalb der Promenadenstrecke etwas anschauen möchte.

Weil ich unterwegs herumtrödelte, hier und da hochkletterte, fotografierte, mich auf Rentnerbänkchen unter Olivenbäume setzte und aufs Meer schaute, brauchte ich deutlich länger als 40 Minuten, um den Jachthafen von Malinska zu erreichen. Bei dem unbeständigen Wetter waren kaum Leute unterwegs, und das nutzte ich für menschenleere Landschaftsfotos.

Im Ort selber war schon sehr viel mehr los als auf der Promenade. Hier gab’s auch jede Menge Kneipen, Lädchen, Buden Stände und Boutiquen. Bei uns im Hotel hat’s nur einen winzigen Kiosk – und in 20 Gehminuten Entfernung gibt es einen nicht viel größeren Supermarkt. Das war’s dann an Einkaufsmöglichkeiten.

Auf der Suche nach interessanten Ansichtskarten für mein gutes altes Fotoalbum durchstöberte ich das Angebot der zahlreichen Souvenirstände. Doch anscheinend sind Postkarten eine ebenso unzeitgemäße Erscheinung wie Fotoalben mit realen, ausgedruckten Bildern. Es gibt überall nur die gleichen paar Motive, und die meisten sind nicht einmal schön. Ansonsten gibt’s an den Ständen das gleiche Gedöns wie auf allen Jahrmärkten: Klamotten aus Pakistan, Schmuck von den Philippinen und Kitsch aus Plastik.

Eine schön angelegte Promenade, bepflanzt mit exotischen Bäumen und Sträuchern haben sie in Malinska. Und jede Menge Jachten und Segelboote. Ich latschte durch den Jachthafen so weit es eben ging, setzte mich eine Weile auf einen Felsbrocken am Ende des Autoparkplatzes und schaute zu unserem Hotel hinüber. Der Versuch, die Anlage über die Bucht hinweg zu fotografieren, gelang mehr schlecht als recht. Ich hatte nur die kleine Digitalkamera dabei, und bei Sonneneinstrahlung und mit Sonnenbrille auf der Nase ahnt man auf dem Display mehr als dass man sieht, was man gerade fotografieren möchte. Aber der Spaß kostet nichts und man kann ja drölfzig Versuche machen, in der Hoffnung, dass wenigstens einer davon ansehnlich wird.

Nach einer Weile spazierte ich gemütlich wieder zurück zum Hotel. Erstaunlich wenig Gäste heute, fiel mir auf. Auch später beim Abendessen. Vermutlich war „Urlauber-Schichtwechsel“ und am späten Abend würden die „Frischlinge“ ankommen, die dann ebenso ratlos durch die Gänge irren müssten wie wir die Woche davor. In diesem Labyrinth sollte man wirklich Lotsen haben, die den Neulingen den Weg zum Restaurant zeigen. Wenn schon eine eindeutige Beschilderung nicht machbar zu sein scheint.

Von unserer Rückflugbestätigung war noch nichts zu sehen, wie eine Nachfrage an der Rezeption ergab. Ich bezweifelte, dass hier irgend jemand irgendwas aus eigenem Antrieb machen würde, und wir beschlossen, am folgenden Tag den Reiseleiter abzufangen und ihn kurz nach der Bestätigung zu fragen.

STUHLBRUCH UND STROMAUSFALL
Nach all den Regentagen war es nun wieder heiß. Das ideale Wetter, um ein paar Stunden am und im Wasser zu vertrödeln.

Dass unser Hotel nicht nur ein kleines bisschen chaotisch war sondern regelrecht heimtückisch und gefährlich sein konnte, das merkten wir am Nachmittag. 😉 Ein junger Mann, der vielleicht 75, höchstens 80 kg wog, schnappte sich einen der weißen „Gartenstühle“, die immer um den Pool herumstehen, wohl für den Fall, dass die Liegestühle zu knapp werden. Er setzte sich arglos drauf. Rumms, zack, brachen die Hinterbeine und die Rückenlehne des Stuhls ab, das Möbel kippte hintenüber und der Herr landete unsanft auf dem Rücken. Zum Glück kam er mit dem Schrecken davon und rappelte sich gleich wieder auf. Oder er hat vor lauter Schreck erst später gemerkt, dass er sich irgendwas gezerrt oder geprellt hat. Was wir nicht hoffen wollen.

Ein großes Wunder war diese Bruchlandung des Urlaubers nicht. „Was du hier in die Hand nimmst, ist hin“, grollte mal ein Urlaubsgast. Es gab z.B. keinen einzigen Sonnenschirm am Pool, der in Ordnung war. Alle hatten gebrochene Streben und mancher ließ sich gar nicht erst aufspannen. Ist was kaputt, bleibt es auch kaputt. Das interessiert da keine S@u.

Als wir zum Abendessen gingen, stand unten in den Katakomben eine Tür offen und wir sahen einen Haustechniker in einem riesigen Schaltkasten herumwirschaften.
„Au weia, das geht bestimmt wieder schief“, unkte meine bessere Hälfte.

Wie sagt man im Schwäbischen, wenn einer ein Unglück berufen hat? „Grad mach i ’s Maul zua!“ Gegen 22 Uhr tat’s auf einmal einen Schlag und der Strom war weg. Dieses Mal war nicht nur unser Zimmer betroffen, sondern der ganze „B-Block“ des Hotels, inklusive der Außenbeleuchtung. Es war also drinnen wie draußen stockfinster, und auch der Trick mit dem Bewegungsmelder funktionierte nicht, denn der war ja gleichfalls in Mitleidenschaft gezogen. Und da es auch diesmal zu dunkel war, um das Telefon zu sehen, geschweige denn die Nummer der Rezeption zu wählen, konnte man nicht mal die Rezeption verständigen.

Man sollte ja annehmen, dass den Verantwortlichen der Stromausfall in einem ganzen Gebäudeflügel inzwischen aufgefallen wäre. Aber ganz sicher konnte man da nicht sein. Ich öffnete die Zimmertür um mal zu horchen, was die anderen Hotelgäste zu dem Stromausfall sagten. „Mama, wir haben keinen Strom im Zimmer“, rief eine Stimme. Und wir hörten via Flurfunk, dass die Hotelleitung schon von dem Problem wusste und daran arbeitete. Aha.

Nach einer gefühlten Ewigkeit, die bei Lichte betrachtet maximal 5 Minuten gedauert haben konnte, wurde es wieder hell. Weiß der Geier, was das Hotel hat. Vielleicht ist das Sicherungssystem mit dem ganzen technischen Klimbim, der ein Hotel ausmacht, einfach überfordert. Schließlich hätte die Anlage ja ursprünglich gar kein Hotel werden sollen.

An dem Abend erfuhren wir auch, wie das mit dem Rückflug laufen würde: Am Dienstag Früh um 10:15 Uhr würden wir abgeholt und zum Flughafen gebracht werden. Um 11:55 Uhr sollte unser Flug starten, und dann würden wir unser Chaos wieder selber machen können.

SELBSTBEDIENUNG
Der Montag verging unter anderem mit letzten Einkäufen und dem Kofferpacken. Um Hektik am Abreisemorgen zu vermeiden, beschlossen wir, schon jetzt am Abend auszuchecken und am Dienstag Früh nur noch die Zimmerschlüssel abzugeben. Und weil wir nach dem Auschecken gerade in der Lobby waren, setzten wir uns in die Lobby-Bar.

Der junge Barmann musste anderswo im Hotel Personalvertretung machen, weil eine Kollegin ein paar Tage frei hatte. (Gerhard weiß so was, weil die Leute ihm das erzählen. Manchmal mehr, als er wissen will.) Hat einer frei dort, rotiert das ganze Personal – in mehrfacher Hinsicht. Ich sagte ja schon, dass die krass unterbesetzt sind.

Die Lobbybar schließen wollten sie für die paar Tage wohl nicht, also betreute der Chef des Servicepersonals die Bar nebenher mit … also neben seinen üblichen Aufgaben. Das sah dann so aus, dass er machte, was er sonst immer macht und sich alle dreiviertel Stunde mal in der Lobbybar sehen ließ. Das war natürlich blöd, wenn jemand unterdessen bestellen oder bezahlen wollte.

Gerhard erwog schon, sich selbst hinter die Bar zu stellen. Bier zapfen und mit diesem Raumschiff da Kaffee kochen kann er. Aber muss Personal in Bars und Restaurants nicht irgendwelche aktuellen Gesundheitszeugnisse haben? So etwas hat er nicht. Und ich war mir nicht sicher, ob’s nicht Ärger gibt, wenn sich plötzlich ein Unbefugter hintern Tresen stellt. Also doch lieber keine Selbstbedienung.

Und nun wären wir gerne gegangen. Aber ohne zu bezahlen? Das haben wir uns nicht getraut. Ich habe schließlich eines dieser Mäppchen von der Bar genommen, in dem die Kellner den Gästen die Rechnung präsentieren. Von einem Notizblock, der auf dem Tresen lag, riss ich ein Blatt ab, notierte darauf unsere Zimmernummer und was wir getrunken hatten und legte den abgezählten Geldbetrag samt Zettel in das Rechnungsmäppchen. Das platziere ich neben der Kasse. Und ich hoffe, dass sie das Geld gefunden haben und zuordnen konnten. Beschwerden kamen auf jeden Fall keine.



Kroatien Teil 6: Naturpark Plitwicer Seen

Bei Winnetou hat’s nie geregnet!
Kroatien/Krk vom 24.07. bis 03.08.2010

TEIL 6 von 8: FREITAG, 30.07. – NATURPARK PLITWICER SEEN

Dank der Aktion vom Vorabend hatten wir unser Handy weckbereit und die Rezeption hatte auch noch angeboten, uns telefonisch zu wecken. Sicher ist sicher, und um 6 Uhr klingelte beides: das Handy und das Telefon. Wir machten uns „reisefertig“, kramten unser noch fehlendes Zeug zusammen und gingen um 7 Uhr in Richtung Speisesaal zum Frühstück. Der Samowar war noch nicht betriebsbereit, also gab’s Tee aus der Isolierkanne … in der vorher mal Kaffee gewesen war. Igitt. So muss Lebertran mit Tinte schmecken! Aber mangels Alternativen konsumierten wir eben das, was da war.

Gegen 8:30 Uhr wurden wir von einem Kleinbus abgeholt, in den ca. 20 Leute passten. Wir freuten uns schon, dass das so eine überschaubare Gruppe sein würde. Doch dann erfuhren wir, dass dies lediglich der Zubringerbus für einen großen Reisebus sei, der vor der Brücke in Rijeka auf uns wartete. Erst aber sammelten wir noch an mehreren Wartepunkten Mitreisende aus anderen Hotels auf.

Irgendwann war auch das geschafft, und wir schlossen uns der großen Reisegruppe an. Die Reiseleiterin war wieder Marina, die ihre Informationen erneut in englisch, deutsch und italienisch präsentierte. Mit ein paar Brocken russisch dazwischen.

In Crikvenica sammelten wir die letzten Gäste auf, und dann ging’s endlich los. 2 Stunden würde die Fahrt bis an die Plitvicer Seen dauern, 10 Minuten vor dem Ziel würden wir eine halbstündige Mittagspause machen. Bis da hin hatte Marina jede Menge Zeit, uns etwas über das Land und die Gegend, durch die wir fuhren zu erzählen. (Meine eigenen Notizen habe ich im folgenden ergänzt durch Informationen aus Wikipedia.)

Zum Beispiel erfahren wir etwas über die Stadt, die wir gerade passierten: Crikvenica (wörtlich Kirchlein) ist eine Stadt an der kroatischen Adriaküste, etwa 37 km von Rijeka entfernt und eines der großen Tourismuszentren in der Region. Der Volkszählung von 2001 zufolge beträgt die Einwohnerzahl von Crikvenica 11.348 Einwohner.

Jüngste Ausgrabungen zeigen, dass diese Siedlung im 1. Jahrhundert vor Christus eines der größeren Siedlungszentren der Region war. Archäologen fanden bei Grabungen hier eine der größten Keramikmanufakturen dieser Zeit. Die gefundenen Reste von Amphoren deuten auf einen eigenen Stil der hier gefertigten Amphoren hin, die so nirgendwo anders gefunden wurden.

Überreste römischer Villen wurden auch in den Stadtteilen Dramalj und Jadranova gefunden. Dramalj wurde außerdem bekannt durch paläontologische Funde in Vrtare Male Cave. Dort wurden gut erhaltene Skelette von Elefanten, Höhlenlöwen, Rhinozerossen und einigen anderen heute ausgestorbenen Spezien entdeckt. Diese Skelette haben ein Alter von ungefähr 30.000 Jahren.

Sie erklärte uns auch, warum die Berge in der Region so kahl sind: Vom Velebit-Gebirge weht der Wind Bura herab und bläst Salz(wasser) aus dem Meer auf den Boden, und schon wächst da nichts mehr.

Wir erfuhren auch etwas über die Geschichte der FKK-Badekultur in Kroatien. Angeblich habe das 1936 angefangen, als König Edward von England mit seiner Gattin Wallis Simpson auf die Insel Rab kam. Die beiden waren Freunde des Nacktbadens und ersuchten um diesbezügliche Erlaubnis. Da man das Paar als Werbeträger für den Inseltourismus ansah, haben die Autoritäten ihr Okay gegeben. Und seitdem gibt’s FKK-Baden in Kroatien.

Wir kamen durchs Velebit-Gebirge. Es wurde düster und neblig. Der Velebit (in etwa „Großes Wesen“) ist ein Gebirgszug an der Küstenregion Kroatiens. Er ist zum Naturpark erklärt worden.

Mit 145 km Länge ist der Velebit das längste Massiv der Dinariden. Die Breite beträgt zwischen 10 bis 30 km, die Gesamtfläche etwa 2200 km2. Höchster Gipfel ist der Vaganski Vrh mit 1.757 m.

Der Velebit ist an der dem Festland zugewandten Ostseite vorwiegend dicht bewaldet. Auf der Küstenseite ist die Vegetation größtenteils spärlich. Der berüchtigte kalte Fallwind Bura (ital. Bora) hat in diesem Teil der Adria seinen Ursprung.

Das Velebit-Massiv hat für die Kroaten eine ähnliche Bedeutung wie der Olymp für die Griechen oder der Fujiyama für die Japaner. Um das Massiv ranken sich zahlreiche Mythen, Sagen und alte Volksweisen wie z. B. die der „Vila Velebita“ (Fee vom Velebit). Auf dem Velebit befinden sich Drehorte von einigen Karl-May-Filmen.

Velebit ist, was den Bestand an Pflanzen und Tieren betrifft, das bedeutendste kroatische Gebirge, und zwar sowohl hinsichtlich der Gesamtzahl der Arten als auch hinsichtlich der Anzahl der endemischen Arten, also solcher, die man nur in diesem Gebiet vorfindet.

Wir kamen durch „Senj, die älteste Stadt in der oberen Adria, in der Gespanschaft Lika-Senj. Senj bildet den größten Ballungsraum an der kroatischen Küste zwischen Rijeka und Zadar. Das Gebiet der Stadt umfasst die Küste in einer Länge von 76 km und befindet sich zwischen dem Meer und den Gebirgszügen Kapela und Velebit.

Senj besteht seit über 3000 Jahren, es ist damit eine der ältesten Siedlungen an der kroatischen Adriaküste. Zur Römerzeit war Senia ein bedeutendes Zentrum und Municipium der Provinz Liburnien, wovon zahlreiche archäologische Funde zeugen. Der bekannteste Denkmal von Senj ist die Festung Nehaj.“

„Die Festung Nehaj befindet sich auf dem Berg Nehaj in der Stadt Senj in Kroatien (Gespanschaft Lika-Senj). Sie ist eine gut erhaltene Festung aus dem 16. Jahrhundert und war Hauptsitz der Uskoken, einer militärischen Gemeinschaft christlicher (mehrheitlich katholischer) Kriegsflüchtlinge.

Die Stadt Senj war bis ins 15. Jahrhundert im Besitz der kroatischen Familie der Frankopanen. Ob zu dieser Zeit auf dem Berg bereits eine mittelalterliche Burg stand, ist unbekannt. Die Festung Nehaj wurde 1558 unter der Leitung des Kapitäns und Generals der kroatischen Militärmark Ivan Lenkovic und des Kapitäns Herbart Auersperg VIII. erbaut.

Bei der Rekonstruktion der Festung im Jahre 1965 fand man die Überreste der Kirche des heiligen Juraj aus dem 11.-12. Jahrhundert. Sie war bei einem Türkenüberfall 1520 abgebrannt und die Reste beim Festungsbau abgerissen worden. Bei den Ausgrabungen fand man die so genannte Tafel von Senj, eine Tafel in glagolitischer Schrift aus der Zeit um 1100, die zu den ältesten kroatischen Schriftdokumenten zählt.

Die Anlage hat einen quadratischen Grundriss mit einer Seitenlänge von 23,5 m und eine Höhe von 18 m. In drei Wehrgeschossen sind 100 Schießscharten für Handfeuerwaffen und 11 Geschützscharten angeordnet. Im zweiten Wehrgeschoss und auf der Dachplattform gibt es an allen 4 Ecken vorkragende Halbtürme (Echauguette), die die Bestreichung der Flanken ermöglichen. Im Inneren der Festung gibt es einen engen Innenhof.

Eng verbunden mit der Geschichte der Burg ist die Gemeinschaft der Uskoken, einer um 1500 entstandenen Gemeinschaft von Heiducken, die von den Osmanen aus ihren angestammten Gebieten vertrieben wurden. Ihr Hauptsitz war zunächst Klis. Nach der Eroberung von Klis durch die Türken im Jahr 1537 wurde Senj der Hauptstützpunkt der Uskoken. Bis zu 1000 Bewaffnete konnte die Gemeinschaft aufstellen. An der Grenze des Habsburgerreiches angesiedelt, genossen sie als halbmilitärische Organisation zur Grenzsicherung die Unterstützung des deutschen Kaisers. So konnten sie über hundert Jahre ihre Unabhängigkeit bewahren. Im Kampf gegen die Fremdherrschaft waren ihre Gegner einerseits die Türken des Osmanischen Reiches und andererseits die Republik Venedig, die an der dalmatinischen Küste über ausgedehnte Gebiete verfügte.

Die Festung Nehaj befindet sich heute in staatlichem Besitz und dient als Museum und Ausflugsziel.“

Bekannt wurde die Burg auch durch den Kinderbuch-Klassiker „Die Rote Zora und ihre Bande“ von Kurt Held. Auch in dessen Verfilmung ist die Burg zu sehen.“ (Auszüge aus Wikipedia)

Ganz nebenbei erfuhren wir auch noch Interessantes über die Landeswährung: Die Kuna (kroatisch kuna „Marder“) ist die kroatische Währungseinheit. Eine Kuna entspricht 100 Lipa (kroatisch lipa „Linde“). Der internationale Währungscode ist HRK, aber in Kroatien wird meistens die Abkürzung kn verwendet.

Der Name stammt von der mittelalterlichen Verwendung von Marderfellen für den Handel sowie der Zahlung von Abgaben in den kroatischen Provinzen Slawonien und dem Küstenland (heute Kvarner und Istrien). Die kroatische Währung Kuna wurde auf der Insel Cres in der kleinen Stadt Osor das erste Mal 1018 als Zahlungsmittel der Kroaten erwähnt. Ein kleines Denkmal in Form eines Marders bzw. Wiesels erinnert heute noch daran.

Seit 1994 gibt es die Münzen in den Einheiten zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Lipa sowie 1, 2 und 5 Kuna. Die beiden Münzen mit dem geringsten Wert, 1 Lipa und 2 Lipe, befinden sich für gewöhnlich nicht im regulären Umlauf. Alle Münzen bestehen aus verschiedenen Metallen und Legierungen, unterscheiden sich im Gewicht, im Durchmesser und der Dicke der Platinen (Rohlinge), wobei der Rand der Münzen bei Lipa glatt und bei den Kuna-Münzen geschliffen ist. Auf den Kuna-Münzen sind einheimische Tiere abgebildet, auf den Lipa-Münzen einheimische Pflanzen. Die 50-Lipa-Münze zeigt eine endemische Pflanze, die Velebit-Degenia, ein Kreuzblütengewächs.

Faszinierend und ein bisschen unheimlich war die Fahrt durch die Hochebene von Lika. Ein menschenleeres Gebiet, nur ab und zu sah man mal eine Siedlung, und die noch durchsetzt von zerschossenen oder abgebrannten Ruinen aus dem Krieg. Gelegentlich stand auch mitten in einer gottverlassenen Gegend ein einzelnes Haus. Hätte mich interessiert, wo die da in der Einöde Strom und Wasser herbekommen. Uralte Hütten aus vergangenen Jahrhunderten waren das nämlich nicht.

Auch 15 Jahre nach Kriegsende sieht man noch deutlich die Spuren. Auszusteigen und die Ruinen zu fotografieren empfiehlt sich eher weniger … es gibt dort noch Landminen. Fotos aus einem fahrenden Bus heraus, insbesondere bei Regenwetter, gelingen erfahrungsgemäß selten, also stammen die folgenden zwei Bilder aus Wikipedia:

Fotograf beider Bilder: Perun. Diese Datei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren. Es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen Umschlagtext und keinen hinteren Umschlagtext.

Die Gespanschaft Lika-Senj (kroat. Ličko-senjska županija) ist eine Gespanschaft im Nordwesten Kroatiens. Sie reicht von der nördlichen Adria im Westen bis zur Grenze zu Bosnien-Herzegowina im Osten. Sie umfasst den südlichen Teil des Kroatischen Küstenlandes (kroat. Hrvatsko Primorje) um die Stadt Senj, den nördlichen Teil der Insel Pag und die im Landesinneren gelegenen Landschaft Lika. Sie hat ein Fläche von 5.350 km² und 53.677 Einwohner (Volkszählung von 2001). Verwaltungssitz ist Gospić.

Die Lika ist eine historische Landschaft im Westen Kroatiens. Sie wird im Westen vom Velebit-Gebirge und im Osten vom bosnischen Mittelgebirge begrenzt.

Die Lika ist dünn besiedelt und strukturschwach. Seit der Fertigstellung der Autobahn A1 Zagreb–Split siedelten sich Unternehmen an. Große Flächen bestehen aus Weideland. In der Region leben hauptsächlich Kroaten, im Osten gibt es jedoch eine bedeutende serbische Minderheit.

Aus der Lika stammen qualitativ besonders hochwertige Kartoffeln (kroatisch Lički krumpir). (Schwaben, erkennt ihr eure „Grombiera“?)

„Die Namensbezeichnung Lika entstammt der Überlieferung nach vom Wort Lik, was im kroatischen ikavischen Dialekt das Wort für Medikament darstellt und sich auf die zahlreich vorkommenden Heilkräuter bezieht. Anderen Quellen zufolge stammt die Bezeichnung von der griechischen Bezeichnung likos = „Wolf“.

Ein Teil der Lika war im Kroatien-Krieg von 1990 bis 1995 als Teil der Republik Serbische Krajina serbisch kontrolliert. Die kroatischen Bewohner wurden vertrieben oder umgebracht und deren Häuser geplündert und niedergebrannt. Nahezu sämtliche katholische Kirchen wurden zerstört.

Dieser Teil weist heute noch große Zerstörungen auf, darunter auch solche, die erst bei der Eroberung dieses Gebietes durch kroatische Polizei und Militäreinheiten im Rahmen der Militäroperation Oluja angerichtet wurden. Während der Operation wurden mindestens 150 Serben getötet, Tausende wurden vertrieben oder flüchteten, so dass nach 1995 große Gebiete vorübergehend völlig unbesiedelt waren und zum Teil bis heute sind. Dabei ist bis heute nicht erwiesen, ob es sich um geplante Vertreibungen von Seiten der kroatischen Streitkräfte gehandelt hat oder diese die Massenflucht der Serben lediglich in Kauf genommen hat. Die politische Führung der Krajina-Serben hatte angesichts der sich abzeichnenden Niederlage die Evakuierung angeordnet. Danach wurden jedoch zahlreiche der verlassenen serbischen Häuser vernichtet oder es wurden dort kroatische Flüchtlinge aus Bosnien angesiedelt, was die Rückkehr der serbischen Bevölkerung bis heute sehr schwierig macht.

Das Bevölkerungswachstum in der Lika war schon vor dem Kroatienkrieg rückläufig. Als alternativlos angesehene Landflucht oder Emigration führte seit Jahrzehnten zu einem Bevölkerungsrückgang. In der Gespanschaft Lika-Senj lebten 2001 noch insgesamt 53.677 Einwohner. Das sind 37 % weniger als 1991.

Auch wenn der Anteil der kroatischen Bevölkerung in den Dörfern Likas in der Regel höher ist als der serbische, stellt sich dem Beobachter oft ein anderes Bild dar. Viele der Kroaten sind in ihren Heimatorten polizeilich noch gemeldet, sie arbeiten und wohnen jedoch längst in den Großstädten, in touristischen Zentren an der Adria oder in Mitteleuropa.“ (Wikipedia)

Otočac (ung. Otocsán; dt. Ottocan) ist eine Stadt in der Region Lika, Kroatien. Sie ist Sitz der gleichnamigen Großgemeinde. Otočac liegt am Fluss Gacka, im westlichen Teil des Karstfeldes der Gacka (kroatisch: Gacko polje) zwischen dem Velebit-Gebirge und der Mala Kapela, auf einer Höhe von 459 Metern. Die Stadt liegt südöstlich von Senj, nordwestlich von Gospić und westlich der Plitvicer Seen. Der Fluss Gacka ist wegen seiner reichen Forellenvorkommen bei Sportanglern beliebt. Es gibt einen kleineren Sportflughafen.

Unsere Mittagspause machten wir, wie angekündigt, im Camp Borje. Die Anlage wurde 2007 erbaut. Sie liegt 15 km vom Eingang Nr. 2 des Nationalparks Plitwicer Seen entfernt. Das ist die Südseite des Parks. Es gibt ein Selbstbedienungs- und ein a-la-carte-Restaurant, einen kleinen Laden und öffentliche Waschräume. Schnell-schnell haben wir im Selbstbedienungsteil etwas gegessen und dann ging es endlich an die Plitwitcer Seen.

BEI WINNETOU HAT’S NIE GEREGNET!
In den Karl-May-Filmen, die im Nationalpark Plitvicer Seen gedreht wurden, hat immer die Sonne gescheint. Bei unserem Ausflug dort hin hat es von morgens bis abends geschüttet wie aus Kübeln. Einige Ausflugsteilnehmer haben vor Eintritt in den Park noch schnell im Laden billige Regencapes erworben, die eine gewisse Ähnlichkeit mit rosaroten Mülltüten hatten – und auch ungefähr so strapazierfähig waren. Am Ende des Tages hing so manches Teil in Fetzen. Wir dachten, wir kämen auch mit Jacke, Schirm und Mütze über die Runden und haben vom Erwerb eines Mülltütencapes abgesehen.

Marina erläuterte das Tagesprogramm: 45 Minuten hatten wir für die unteren Seen. Die rannten wir in einem Affenzahn ab, um unser Boot zu erwischen, das uns zur zweiten Etappe bringen sollte. Nach der Bootstour hatten wir weitere 45 Minuten Zeit, zu Fuß die oberen Seen zu erkunden. Und dann würde es mit dem Parkbus (Unimog mit Anhängern) wieder zurück zum Reisebus gehen.

Gesagt, getan. Gesehen haben wir jede Menge Wasser: von oben, von unten und von den Seiten. Türkisblaue Seen, atemberaubende Wasserfälle – und Regen. Gut, dass wir festes Schuhwerk anhatten. Die Stege, die durch den Park führen, waren doch recht glitschig. Das ganze war eine große Herausforderung für den Mann mit dem kaputten Knie, der dann auch noch Tage später meinte, den Ausflug spüre er noch in den Knochen. Einigermaßen fit und gut zu Fuß sollte man für diese Tour schon sein.

Alsbald waren wir „durchwichen“ und die ersten Wanderer träumten schon vom Slivovic. Als wir aussahen wie eine Mischung zwischen Schlammringer und Kanalratten, sagte ich mir: Nässer als nass und dreckiger als dreckig können wir nun nicht mehr werden, also pfeif auf Schirm und Vorsicht, jetzt latschen wir ohne Rücksicht auf Verluste durch den Matsch. Jetzt ist es vollends egal. Ob wir den Dreck jemals wieder aus den Klamotten gewaschen kriegen, das wird sich daheim in Deutschland zeigen.

DATEN UND FAKTEN
Der Nationalpark Plitvicer Seen (kroat. Nacionalni park Plitvička jezera, umgangssprachlich Plitvice) ist der von der Fläche her größte Nationalpark Kroatiens und zugleich auch der älteste Nationalpark Südosteuropas. Er wurde 1949 gegründet und befindet sich im hügeligen Karstgebiet Mittelkroatiens unweit der Grenze zu Bosnien und Herzegowina. Das geschützte Nationalparkgebiet umfasst 296,85 Quadratkilometer.

Die Gesamtfläche der Seen beträgt 2 Quadratkilometer. Davon entfallen nahezu 80 Prozent auf die beiden größten Seen, das Prošćansko jezero und den See Kozjak. Diese Seen sind gleichzeitig auch die tiefsten Seen mit jeweils 37 und 47 Meter Tiefe. Auf dem Kozjak verkehren geräuscharme und umweltfreundliche Elektroboote. Von den übrigen Seen ist keiner tiefer als 25 Meter. Der Höhenunterschied zwischen den Seen beträgt 133 Meter.

Die insgesamt 16 oberirdischen Seen werden in die zwölf Oberen Seen (Gornja jezera) und die vier Unteren Seen (Donja jezera) gegliedert.

Graphik: Plitvice Lakes System. Urheber: Raffaello. Diese Datei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren. Es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen Umschlagtext und keinen hinteren Umschlagtext.

Die Plitvicer Seen wurden 1979 als eines der ersten Naturdenkmäler weltweit in das UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen. Im deutschsprachigen Raum bekannt geworden ist der Park unter anderem durch die Karl-May-Verfilmungen. Einige See- und Wasserfallszenen wurden in diesem Nationalpark gedreht.

Trotz der unmittelbaren Nähe zur mediterranen Klimaregion herrscht an den Plitvicer Seen ein gemäßigtes Gebirgsklima vor. Dies liegt an der Velebit-Bergkette, die eine strikte klimatische Trennlinie bildet und das Küstengebiet vom Hochplateau der Lika trennt.

Von großer Bedeutung für das Wasseraufkommen und die Artenvielfalt auf dem Gebiet ist die Beschaffenheit des Terrains. Die Plitvicer Seen sind von zahlreichen Bergen umgeben. Das Nationalparkgebiet wird im Westen durch den Gebirgszug Mala Kapela begrenzt und im Osten durch das Plješevica-Gebirge, welches zudem die Grenze zu Bosnien bildet. Die bewaldeten Gebirgshänge dienen als Wasserspeicher und sind gleichzeitig Zufluchtsort vieler Tierarten. Der große Höhenunterschied auf engem Raum zwischen den Anhöhen im Süden und dem Fluss Korana im Norden ist ein weiteres Kriterium für die Artenvielfalt in dieser Region. Über das gesamte Gebiet des Nationalparks gerechnet beträgt der Höhenunterschied 912 Meter (die höchste Erhebung, der Seliški vrh, liegt 1279, der niedrigste Punkt 367 m.ü.M. bei der Brücke über die Korana).

Das Gebiet der Plitvicer Seen gilt hinsichtlich der vorkommenden Pflanzen- und Tierwelt als eines der biologisch bedeutsamsten Gebiete Kroatiens. In den teilweise urwaldähnlichen Buchen- und Tannenwäldern haben zahlreiche andernorts seltene Tierarten, wie zum Beispiel der Braunbär, überlebt. Auf den Plitvicer Seen existieren weiterhin alle Tierarten, die bereits vor dem Auftreten des Menschen dort beheimatet waren. Dies ist weltweit ausgesprochen selten.

Der Park ist einer der wenigen Orte in Europa, an dem es noch Bären und Wölfe gibt. Außerdem Luchs, Uhu, der europäische Iltis und Bergmolche. Es gibt hunderte von Schmetterlingsarten und zahlreiche Insekten. Zahlreiche seltene Amphibien wie Wald- und Smaragdeidechsen, verschiedene Schlangenarten (Kreuzottern, Würfelnattern) und sogar Schildkröten sind hier zu hause. Auch findet man die seltenen Grottenolme in den Karsthöhlen und Grotten.

Die Vogelwelt u.a. mit Steinadlern und Wasseramseln ist ebenfalls bemerkenswert, außerdem leben einigen Fledermausarten an den Plitvicer Seen. Bach- und Seeforellen leben ebenfalls in den Seen. Es sind auch eingewanderte Fischarten zu finden wie Döbel, Elritzen und Rotfedern. Außerdem Saiblinge aus dem Alpenraum und Rogenbogenforellen. Flusskrebse, die fast ausgestorben waren, leben ebenfalls wieder sehr zahlreiche an den Seen.

Wissenschaftliche Untersuchungen der Pflanzenwelt führten zu einer Auflistung von insgesamt 1267 unterschiedlichen Pflanzenarten aus 109 Gattungen. 75 von den im Park vorkommenden Pflanzenarten sind endemisch, das heißt sie wurden zuerst in diesem Raum oder unweit davon entfernt beschrieben und klassifiziert. Beispiele für die endemischen Pflanzen sind Amethyst-Blaustern und die Schmalblättrige Krugglocke. Andere zumindest recht seltene Pflanzen sind der Gelbe Frauenschuh und der Sibirische Goldkolben sowie das Gemeinde Fettraut, eine fleischfressende Pflanze. Eine Vielzahl der Arten sind gesetzlich geschützt. Im Nationalpark gibt es 55 unterschiedliche Orchideenarten.

MEHR ZEIT HÄTTE MAN HABEN SOLLEN …
Man hätte mehr Zeit und besseres Wetter haben sollen, dann hätte man die überaus eindrucksvolle Landschaft noch viel besser genießen können. So rasten wir bei Sauwetter unserer Reiseleiterin hinterher, immer darum bemüht, nur ja nicht den Anschluss an die Gruppe zu verlieren und nicht zwischen andere Reisegruppen zu geraten, die gleichzeitig im Park unterwegs waren. Dabei wollten wir möglichst noch etwas von der Landschaft mitkriegen und das eine oder andere Foto machen – ohne dabei anderen Fotografen mitten ins Bild zu latschen. Das ist alles nicht so einfach. Vor allem, wenn man einen Heini in der Gruppe hat, der seine posierende Emma vor jedem Baum und vor jedem Strauch ablichten muss.

Vielleicht wäre es besser, diesen Ausflug in Eigenregie zu machen. Da hat man zwar keinen kundigen Reiseleiter dabei, aber kann sich die Zeit fürs Schauen und Motivsuchen nehmen, die man braucht. In einer Gruppe hat so eine Veranstaltung immer den Charakter von Viehtrieb.

Und besseres Wetter sollte man sich aussuchen. Bei uns war alles nass. Die Klamotten, wir, die Rucksäcke samt Inhalt, sogar meine Analogkamera, die in einer Tasche im Rucksack gesteckt hatte. Selbst mein Notizbuch für die Mitschriebe, das ich auf Reisen immer in meiner Kängurutasche mit mir führe. Nur die Schuhe haben es gut überstanden. Dreckig aber nicht durchweicht. Nasse Füße bekamen wir keine.

Gegen 15:30 Uhr ging es wieder in Richtung Bus. Der Fußmarsch zum Busparkplatz zog sich ordentlich in die Länge. Aber nässer, wie gesagt, konnten wir ja nicht mehr werden.

Alles krabbelte in den Bus und die Scheiben beschlugen. Es gab unterwegs noch einen kurzen Halt an einem Stand mit Slivovic, Honig und Käse, aber ich hatte kein Interesse mehr an Einkäufen. Ich wollte nur noch trocken werden. 13 °C hatte es bei der Abfahrt vom Naturpark. Je näher wird dem Meer kamen, desto wärmer wurde es.

An der Rijeka-Brücke stiegen wir wieder um in den Kleinbus der Firma Gulliver Travel, der uns zurück in unsere Hotels brachte. Marina musste den Bus allerdings erst herbeitelefonieren. Es zog wie Hechtsuppe und wir froren in unseren nassen Klamotten. Krank geworden sind wir zum Glück nicht. Am Hotel angekommen hatte es schließlich 22°C.

Gegen 19 Uhr, nach Ablieferung sämtlicher Mitreisender in ihren Unterkünften, – wir waren die letzten – waren wir wieder zurück in unserem Hotel. Endlich konnten wir uns aus den nassen Klamotten schälen und uns etwas Sauberes und Trockenes anziehen. Zum Essen gingen wir erst zur zweiten Schicht, um 20:30 Uhr. Für „unsere“ Schicht um 18:30 Uhr war es definitiv zu spät. Wir hatten niemandem im Restaurant wegen dieses Schichtwechsels Bescheid gesagt, denn wir gingen davon aus, dass das denen vollkommen gleichgültig war und ohnehin keiner einen Überblick hatte, wer von den Gästen wann zum Essen kam.

Und so war’s auch. Das ist keiner Menschenseele aufgefallen. Wir staunten, wie wenige Leute um diese Uhrzeit zum Essen gingen. Bei der „Frühschicht“ war alles viel trubeliger und rappelvoll.

Naja, bei näherer Betrachtung war das nicht so verwunderlich. Es waren eben sehr viele Leute mit kleinen Kindern da, und für die wäre ein Abendessen um halb neun Uhr definitiv zu spät. Für mich eigentlich auch. Im Urlaub gibt’s bei uns in der Regel kein Mittagessen, und da wäre mir vom Frühstück bis 20:30 Uhr die Zeit zu lang. Zumal das für mich als Frühaufsteher mitten in der Nacht ist. Da schlafe ich ja überm Nachtisch ein!



Kroatien Teil 5: Stromausfall

Bei Winnetou hat’s nie geregnet!
Kroatien/Krk vom 24.07. bis 03.08.2010

TEIL 5 von 8: ABENDS, WENN DER STROM AUSFÄLLT …

WIR BASTELN UNS EINEN BALKON
Weil in diesem Hotel offenbar die meisten Zimmer keinen (brauchbaren) Balkon haben, wurden die Hotelgäste erfinderisch. Sie trockneten ihre Badetücher und –klamotten über dem Geländer des nicht überdachten Treppenaufgangs.

Und wenn auf dem kleinen Vorplätzchen vor unseren Zimmer ein Tisch und Stühle stünden, wäre das ein durchaus annehmbarer Balkonersatz. Auch wenn man da nur Aussicht auf die Tiefgaragenausfahrt hat.

Diese Idee hatten andere offenbar auch. Auf einmal stand ein runder Bistrotisch samt Aschenbecher und ein zwei Sessel aus Hotelzimmern auf dem provisorischen Balkon. Die Polstermöbel wurden allerdings am nächsten Morgen vom Hotelpersonal wieder entfernt. Na ja, klar, wenn’s draufregnet, sind die Möbel hinüber. Muss ja nicht sein. Stattdessen stellten sie einen ausrangierten Korbsessel hin. Wunderbar! Passt doch.

Ich habe diesen Ersatzbalkon in den folgenden Tagen öfter kurz zum Lesen, Haare trocknen lassen und Notizenmachen genutzt. Irgendwie arrangiert man sich eben mit dem, was da ist.

UND DANN GINGEN DIE LICHTER AUS …
Der 29.07. war ein Regentag, den wir irgendwie so vertrödelt haben. Nach dem Abendessen hatten wir plötzlich keinen Strom mehr auf dem Zimmer. Bei der Rezeption anrufen ging auch nicht, weil es ja so kuhnacht war, dass man das Telefon nicht sah und schon gar keine Nummer wählen konnte. Also machte sich Gerhard auf die Expedition zur Rezeption. Treppauf, treppab, linksrum, rechtsrum, push and pull.

Nach einer Weile kam er mit dem Herrn von der Rezeption wieder, der ein bisschen hilflos im Sicherungskasten herumfummelte und weder eine Ahnung noch eine Taschenlampe hatte. Er leuchtete mit dem Display seines Handys in den Kasten, während er gleichzeitig versuchte, mit einem Haustechniker zu telefonieren. Wenn er gerade am Handy sprach und nicht mit dem Display in den Kasten funzeln konnte, mussten wir die Zimmertür öffnen und draußen mit den Armen über dem Kopf herumwedeln, um für ein paar Sekunden den Bewegungsmelder und damit das Notlicht im Flur zu aktivieren. So sah unser Mann am Sicherungskasten wenigstens schemenhaft, was sich dort tat. Was ihm das sagte, was er da sah, wissen wir nicht.

Keine Frage, dass das mit der Reparatur so nichts wurde.

Einen Elektriker bekomme er heute nicht mehr her, sagte der Herr von der Rezeption. Die hatten um 17 Uhr Feierabend gemacht und nun sei’s ja schon nach neune. Sie würden sich morgen um den Stromausfall kümmern.

Ach du Schande! Für den nächsten Tag war unser Ausflug in den Naturpark Plitwitzer Seen geplant. Sollten wir uns und unseren Kram im Dunkeln richten? Und wie kämen wir an unser Zeug im Safe? Die Kameras, das Geld, den Beleg für die Ausflugsbuchung? „Der Safe funktioniert mit Batterie“, sagte der Hotelmensch. Das sei trotz Stromausfalls kein Problem. Wir probierten es aus, und in der Tat, das ging.

Der Hotelmensch ging dann auch und ließ uns im Dunkeln sitzen.

Als Wecker dient uns im Urlaub das Handy. Und das musste dringend für den morgigen Ausflugstag aufgeladen werden. Aber wo, wenn wir keinen Strom haben? Gerhard schnappte Handy und Ladegerät und marschierte damit erneut an die Rezeption. Wenn sie uns schon keinen Strom besorgen konnten, nutzten wir eben so lange ihren.

Ich suchte bei offener Zimmertür, und ab und zu den Bewegungsmelder draußen anwedelnd, im Finstern mein Zeug zusammen und ging dann ins Bett. Was hätte ich auch anderes tun sollen, wo’s doch stockdunkel war?

Nach einer Weile klopfte es an der Tür – und der General Manager stand mit einem Techniker auf der Matte. Und ich stand im Nachthemd vor ihnen. Na, klasse!

Gerhard hatte an der Rezeption nochmals Dampf gemacht in Sachen Stromausfall, und nun waren sie hier. Während der Haustechniker – der auch keine Taschenlampe dabei hatte – im Sicherungskasten herumwurstelte, stand der Manager im Flur und hampelte mit den Armen, um via Bewegungsmelder die Notbeleuchtung in Gang zu setzen.

Irgendwie war das saukomisch.

Auf einmal wurde es wieder hell. Die beiden Herren diskutierten, woran es denn wohl gelegen habe und murksten noch einmal an jeder einzelnen Sicherung herum. Das Licht blieb an. Sehr schön! Warum auch immer es wieder funktionierte, sie versicherten mir, dass nun alles wieder in Ordnung sei. Ich bedankte mich artig bei den beiden Herren und hoffte, dass der Strom uns nun erhalten bliebe.

Nun stand dem Ausflug am kommenden Tag nichts mehr im Wege. Dumm nur, dass für den morgigen Tag das gleiche Pisswetter vorausgesagt war wie für den jetzigen.



Kroatien Teil 4: Krk Inselrundfahrt

Bei Winnetou hat’s nie geregnet!
Kroatien/Krk vom 24.07. bis 03.08.2010

TEIL 4 von 8: MONTAG, 26.07.2010: KRK-INSELRUNDFAHRT

Kurz nach 9 Uhr wurden wir vorm Hotel abgeholt. Die Reisegruppe im Bus war international, und so sprach Reiseleiterin Marina abwechselnd englisch, deutsch, italienisch und teilweise auch russisch. Und manchmal in der Eile auch alles durcheinander. Wir haben sie sehr dafür bewundert, dass sie ihre Daten und Fakten auf Kommando in so vielen Sprachen parat hatte!

Als erstes ging es in die Inselhauptstadt Krk (5.500 Einwohner). Das einstige römische Municipium und Sitz der Fürsten Frankopan ist einer der ältesten und beliebtesten Ferienorte an der Adria. Einst war die Stadt Krk auch eine Hochburg der dalmatischen Sprache.

INSELHAUPTSTADT KRK
Die Stadt Krk liegt in einer weiten, vor der Bora gut geschützten Bucht an der Südseite der Insel knapp 30 km von der Brücke entfernt. Sie ist das kulturelle Zentrum der Insel mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Die autofreie Altstadt erstreckt sich um den malerischen Fischer- und Jachthafen mit zahlreichen Cafés und Restaurants. Obwohl in neuerer Zeit um die Altstadt moderne Siedlungen entstanden sind, wirkt das mittelalterliche Stadtzentrum auch heute noch wie eine mächtige Festung am Meer.

Bereits zu römischer Zeit wurde Krk als „Splendissima Civitas Curictarum“ (herrlichste Stadt Curictarum) gerühmt. Damals hatte Krk bereits 15.000 Einwohner und besaß mehrere Thermenanlagen. Im 6. Jh. wurde Krk zur Bischofsstadt erhoben. Ihr heutiges, mittelalterliches Stadtbild entstand in der Blütezeit der Frankopanen (1115-1480).

Schon im Jahre 1866 gab es die ersten Ansichtskarten der Stadt, so dass dieses Jahr als Anfang des Tourismus auf der Insel betrachtet wird. Krk ist das historisch-administrative, politische, wirtschaftliche und religiöse Zentrum der Insel Krk. Schutzpatron der Stadt ist der Heilige Quirin.

Der Bus hielt in der Nähe des Hafens und wir gingen an den Booten vorbei in den Stadtpark, in dem jede Familie der Stadt einen Baum pflanzen soll. Viele tun es tatsächlich. Eine längliches Wasserbecken entpuppte sich als „Waschmaschine“ aus früheren Zeiten: Als öffentlicher Platz zum Wäschewaschen.

Auf der Vela placa, dem einstigen Forum, mit Cafés und hohem Stadtbanner, fällt als erstes das römische 24-Stunden-Ziffernblatt am Viereckturm des einstigen venezianischen Rathauses ins Auge. Heute ist in dem Turm ein Café untergebracht.

Auf dem Platz befindet sich auch das wappenverzierte städtische Rathaus aus dem 15.Jh. An diesem Gebäude ist eine Tafel aus dem 3. oder 4. Jahrhundert angebracht, in dessen lateinischer Inschrift die Stadt Krk erstmals erwähnt wird.

Der Renaissancebrunnen ist nach dem Heiligen Quirin, dem Schutzpatron der Stadt benannt.

„Das römische Munizipium Curicum war traditionell kultureller, wirtschaftlicher und verkehrstechnischer Mittelpunkt der Insel“. Zahlreiche Überfälle und Zerstörungen führten zu pernamenten wehrhaften Verstärkungen, deren bastionartige Wälle sehr gut erhalten sind.“ So steht’s in meinem Reiseführer. Werner Lips: Kroatien, 2009, Reise Know-How-Verlag, Peter Rump GmbH, ISBN: 978-3831717804.

Beim Frankopanenkastell (1407) haben wir durch ein Tor aufs Meer runtergeschaut – und runterfotografiert.

Da wir erst im Hotel die „Kunis“ eingewechselt hatten und noch nicht viele Chancen zum Geldausgeben gehabt hatten, besaßen wir nicht genügend Kleingeld für die Postkarten, die wir kaufen wollten. Die Verkäuferin konnte auf die größeren Scheine, die wir hatten, nicht herausgeben. Zwei „Kunis“ fehlten. Die junge Dame gab uns die Karten trotzdem. Fanden wir sehr nett. Hoffentlich bekam sie keinen Ärger deswegen.

Als bedeutendstes Bauwerk von Krk gilt die Marienbasilika, die Kirche Mariä Verkündigung, eine dreischiffige Kirche mit Zwiebelturm. Sie wurde im 5./6. Jh. auf römischen Thermen errichtete und im im 15./16. Jh. sukzessive vergrößert und erneuert.

Die Frankopani-Kapelle (15. Jh.) im linken Seitenschiff vorne zeigt in den Schlusssteinen des gotischen Netzgewölbes die Brot verschlingenden Löwen und das ältere Wappen der Krker Fürsten, den sechseckigen Stern. Direkt angebunden sind die Quirins-Kirche aus dem 10. Jahrhundert, der Glockenturm aus dem 16. Jahrhundert sowie der erzbischöfliche Palast.

Auf dem Dach der Marienbasilika befindet sich die Statue eines Engels mit einer Trompete. Heute ist er aus Kunststoff, damit der Blitz nicht darin einschlägt. Einheimische erkennen an der Richtung, in die der Engel trötet, wie das Wetter wird. Der Engel als Wetterhahn.

KLOSTERINSEL KOSLJUN
Nach einer kurzen Pause, die wir für einen Zwischenstopp in einem Café nutzten, um in der Hitze schnell etwas zu trinken, ging es um die Mittagszeit weiter nach Punat, einem Schickimicki-Ferienort für die Oberen Zehntausend mit Sandstrand und dem ältesten Jachthafen Kroatiens. Dort hielten wir uns allerdings nicht lange auf, sondern gingen an Bord eines Bootes das uns zur Klosterinsel Košljun brachte, die gerade mal 750 m von Punat entfernt ist

Auf der 6.400 m2 großen Insel haben im 13. Jahrhundert Benediktinermönche eine Abtei errichtet, die im 15. Jahrhundert von den Franziskanern übernommen wurde. Jetzt leben nur noch 4 Mönche auf der Insel.

Auf der Insel befindet sich – neben der Marienkirche mit ihrem mehrteiligen Altargemälde – ein Museum mit ethnografischer Sammlung, das etliche Gegenstände von Krker Fischern und Bauern sowie Volkstrachten von der ganzen Insel Krk zeigt. Das Kloster besitzt auch eine reiche zoologische Sammlung: eine große Muschelsammlung und einzigartige Exemplare von Tieren, wie z. B. ein Lamm mit nur einem Auge. Das ist der etwas gruseligere Teil der Kollektion.

Doch an eine ungestörte Besichtigung der Insel gar nicht zu denken. Schon in Punat waren jede Menge Polizeiautos, Schwarze Limousinen und sonnenbebrillte „Men in Black“ in teuren Anzügen und mit Headsets aufgefallen. Prominentenalarm! Irgend jemand Wichtiges musste hier um den Weg sein! Brad Pitt und Angelina Jolie? George Clooney? Paris Hilton? Das nun nicht, aber die kroatische Premierministerin Jadranka Kosor, die zur lgeichen Zeit die Insel Košljun besichtigen wollte wie wir. Und die ein Geschwader von Bodyguards, Polizisten, Journalisten, Fotografen und Kameraleuten um sich herum hatte. Und wir mussten andauernd „dem Protokoll“ weichen. Wir standen an der Krippe, die hinter Glas im Freien aufgebaut ist, und Marina setzte gerade zu der Erklärung an, dass die Krippe schon einmal eine kroatische Briefmarke zierte, da hieß es, wir müssten hier weg. „Die Ministerin kommt!“ Also ab in die Kirche. Marina fing wieder an zu erklären, und schon hieß es wieder: „Zackzack, raus hier, die Ministerin kommt!“ Ein bisschen was hatten wir zum Glück schon mitbekommen:

Katarina Frankopan – aus dem Krker Fürstengeschlecht – vermachte der Kirche testamentarisch 1000 Dukaten. Diesen – für damalige Verhältnisse – großen Betrag gab sie unter der Bedingung, auf Košljun begraben zu werden, «in der Erde ihrer Väter». Beim Eingang in die heutige Kirche befindet sich ihr Grab mit originaler Grabplatte.

Ausgrabungen aus dem Jahre 1991 ergaben, dass sich unter dem Boden der jetzigen Kirche das Fundament der einstigen dreischiffigen Kirche der Hl. Maria befindet. Die heutige Südwand der Kirche ist teilweise die Wand der früheren benediktinischen Kirche. In ihr ist noch immer die Tür ihres Klosters sichtbar. Die Dachbalken der heutigen Kirche sind mit originalen Zeichnungen verziert, mit Wappen der Familien Frankopan.

Das Polyptychon in der Kirche stammt von Girolama da s. Croce (1535). Gemäß den damaligen Bräuchen verewigte er die Spender: Katarina und Ivan Frankopan, in Person der hl. Katarina und Johannes des Täufers. Zwischen ihnen ist der Schutzpatron der Stadt Krk: hl. Quirin, der erste Bischof von Sisak.

Schleunigst verließen wir die Kirche – wer will sich schon mit den Men in Black anlegen? –und eilten ins Museum. Später ging’s dann wieder zurück in die Kirche und zur Krippe. Das war leider alles ein bisschen chaotisch. Und alles wegen der Ministerin! Ach, Mensch, die wohnt doch da! Hätte sie nicht auch an einem anderen Tag nach Košljun kommen können?

Gleich nach der Bootsanlegestelle, auf dem Weg zur Kirche, steht auf einem Podest eine Bronze-Statue des Heiligen Franziskus mit einem Wolf. Man sagt, wenn man ein Ohr der Wolfsstatue berührt und sich etwas wünscht, so ginge das in Erfüllung. Die Ohren der Figur sind auch entsprechend abgegrabbelt.

Mit einem Augenzwinkern versicherte uns Reiseleiterin Marina, dass sie es schon probiert habe und dass es wirklich funktioniere. Wir sind zwar nicht abergläubisch, aber wenn’s schon nichts nutzt, schaden kann es nicht. Also haben auch wir den Wolf bei den Ohren gepackt und uns was gewünscht. Es gibt gerade genügend gute Freunde, die ein bisschen Glück und Auftrieb gebrauchen könnten. Ob’s etwas geholfen hat? Man kann’s schlecht sagen. Aber man könnte es meinen.

DUNAT IN PUNAT
Gegen 14 Uhr ging’s wieder mit dem Boot zurück nach Punat und weiter in Richtung Vrbnik. Aus dem Bus heraus zeigte uns Marina eine schlichte, aus unbehauenem Stein erbaute Kuppelkirche. Sie erklärte, das sei ein bedeutendes Denkmal altkroatischer Baukunst. Die Gelehrten streiten sich darüber, ob sie im 9., 10. Oder 11. Jahrhundert erbaut wurde. Auf jeden Fall sei diese Kapelle dem Heiligen Dunat geweiht.

Ich fürchte, wir haben beide zu viel Dilbert-Cartoons konsumiert, denn obwohl wir den Namen Dunat/Donat kennen, dachten wir spontan an „Donuts“, diese amerikanischen Krapfen. Der Heilige Donut. So weit kommt’s noch!

KEIN VERGLEICH MIT REUTLINGEN!
Unser nächstes Ziel war, wie gesagt, Vrbnik, die Wein-Hauptstadt Kroatiens – und die Heimatstadt unserer Reiseleiterin, was man unter anderem daran merkte, dass sie fortwährend irgend jemanden grüßte. Ich fand’s nett.

Im Weinkeller Nada , einem Familienbetrieb, gab es eine kleine Weinprobe und wir kauften als Mitbringsel eine Flasche Weißwein, von dem wir annahmen, dass er meinem Vater schmecken würde. Ein bisschen was wissen wir natürlich auch über den Wein:

In Vrbnicko polje werden jährlich auf etwas mehr als 100 Hektar Fläche über 120 Waggons Trauben der Sorte Zlahtina gepflückt, die zum bekannten Weißwein, Schaumwein oder destillierten Wein verarbeitet werden. Vrbnicka Zlahtina ist eine bekannte autochthone Sorte der Insel Krk, die spezifisch für diese Region ist und in keinem anderen Gebiet angebaut wird.

Die Sorte wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf die Insel Krk gebracht, und Vrbnicko polje entstand erst zwischen den zwei Weltkriegen. Der Name des Weins, Zlahtina, stammt vom Adjektiv Zlahten, was in slawischen Sprachen edel heißt. Der Wein hat eine hellgelbe bis strohgelbe Farbe, ein sanftes Aroma und einen feinen spezifischen Geschmack. Und man sagte uns, Zlahtina passe am besten zu Schafskäse und Fischspezialitäten.

Das schreibt Wikipedia: „Vrbnik ist eine kleine, aber, wie viele Gemeinden auf der Insel Krk auch, sehr alte Ortschaft. Sie liegt im zentralen Teil an der Nordostküste der Insel und hat einen kleinen Hafen. Bemerkenswert ist, dass sie sich auf einem Karstberg in 49 Meter Höhe über dem Meer befindet, so dass man, wenn man den Hafen erreichen will, einen sehr steilen Abhang hinunter laufen muss.

Wegen seiner exponierten Lage auf einem Berg unmittelbar gegenüber dem Festland, sind die Bewohner, insbesondere im Winter, häufig der „Bura“ ausgesetzt, einem starken Fallwind, der an den Hängen des Velebitgebirges auf dem Festland entsteht.

Obwohl der Ort sehr klein ist, hat er erstaunlich viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Größtes Wahrzeichen ist ohne Zweifel die Gemeindekirche, welche der heil. Maria geweiht ist. Ihr Kirchturm, der in seiner heutigen Form im Jahr 1527 erbaut worden ist, überragt den gesamten Ort. Die Kirche selbst ist im Jahre 1347 errichtet worden und wurde im Jahre 1859 umgebaut. Fachleute können heute noch erkennen, dass sie ursprünglich einen anderen Grundriss hatte. Daneben gibt es noch einige weitere kleine Kirchen und Kapellen. Alle sind sehr schön und reichhaltig ausgeschmückt und wer die sakralen Objekte dieses Ortes besichtigen möchte, braucht sicherlich mehr als einen Tag.

Auch der Ort selbst ist sehenswert, weil er ursprünglich auf dem Hügel über dem Meer erbaut worden ist. Dadurch ist eine Architektur entstanden, die dazu geführt hat, dass es ganz enge Strassen und Gassen gibt. In der Nähe des Marktplatzes gibt es eine Gasse – das Gässlein Klancic (Engpass) –, durch die mit Sicherheit nicht jeder Besucher laufen kann. Es soll angeblich die engste Gasse der Welt sein.“ </i

Ist es nicht! Die Spreuerhofstraße in Reutlingen misst nur 31 Zentimeter Breite und ist damit ins Guinness Buch der Rekorde gekommen. Damit rauben die Reutlinger nun dem italienischen Ort Ripatransone den Titel und verweisen auch die Vrbnik auf den zweiten Platz – beide hatten „nur“ 40 Zentimeter schmale Gassen zu bieten.

Also: Wer hat die engste Gasse? Die Schwaben!

Vrbnik war die letzte Station unserer Inselrundfahrt, und nun ging es wieder zurück ins Hotel.