Wahnsinn im Alltag


Es hat geschneit …
Januar 28, 2010, 7:59 pm
Filed under: Tierisches

Solange die Sonne scheint, finden’s Cooniebert (grau), Yannick (rot) und Indie (dunkel gestreift) ja im Schnee ganz gemütlich. Aber Schneeflocken im Fell und ein nasskalter Hintern und eisige Pfoten sind nicht so toll.

Da schafft man sich doch lieber einen gemütlichen Schlafplatz im Bücherregal.



Christa Schütt: Die Pferde sind an allem schuld
Januar 28, 2010, 6:12 pm
Filed under: Bücher

Christa Schütt: Die Pferde sind an allem schuld, Norderstedt 2008, Books on Demand GmbH, ISBN 978-3-8370-3037-2, 212 Seiten, Softcover, Format: 13,5 x 21,3 x 1,5 cm, EUR 14,80.

Auf 40 Jahre Reit- und Pferdeerfahrung sowie auf 50 veröffentliche Pferdebücher für Kinder und Jugendliche kann die Autorin zurückblicken. Sie weiß also, wovon sie spricht, und sie kann mitreißend, mit viel Sinn für Humor und Situationskomik, erzählen. So ist es auch für erwachsene Leser ein Vergnügen, Spannendes und Unterhaltsames über die Turbulenzen und Abenteuer zu erfahren, die ein Leben mit Pferden mit sich bringt.

Eigentlich können die Pferde ja nichts dafür, dass Christa Schütt als Kind in den 60-er Jahren mit der „Pferderitis“ infiziert wurde und unbedingt reiten lernen wollte. Doch dieser “Virus Equus“ beeinflusst fortan ihr Leben.

Der Wunsch nach Reitstunden stößt in ihrem Elternhaus zunächst auf wenig Gegenliebe. Ihr Vater, ein Kapitän, hält das Reiten für elitär – auch wenn die Lehrmethoden und die Ausrüstung der Reiter im Vergleich zu heute weniger exklusiv als primitiv waren. Mit Mutters Hilfe kommt Teenager Christa doch noch zu ihrem Reitunterricht. Weder Anfangsschwierigkeiten noch die zweifelhafte Pädagogik des Reitlehres, eines Ex-Militärs, können sie entmutigen.

„Freizeitreiter“ gilt damals noch als Schimpfwort, Ponys und Kleinpferde betrachtet man mit einer gewissen Herablassung. Westernreiter und die Reiter von Islandpferden werden für Spinner gehalten. Es ist schon einiges anders als heute.

Auch wenn manch einer gedacht haben mag, Christa lernt’s nie: Nach einiger Zeit darf sie selbst Ausritte führen – was nicht immer ohne Zwischenfälle abgeht. Doch die junge Reiterin hat den Satz „Das kann ich nicht“ aus ihrem Wortschatz verbannt und nimmt jede Herausforderung an. Auch wenn ihr so manches, was von ihr erwartet wird, eine Nummer zu groß erscheint.

Wir fiebern mit ihr mit, als sie im Auftrag von Bauer Peter ihren ersten Alleinritt meistern muss und Stute Flora ihren eigenen Kopf hat. Noch mehr zittern wir mit ihr beim Traktorfahren. Sie, die seit ewigen Zeiten nicht mal mehr Auto fährt, soll einen Trecker mit zwei vollbeladenen Anhängern von der Wiese zum Hof fahren. Alles geht gut, bis sie ins Dorf kommt, wo sie rechts abbiegen soll …

Aber das Landleben kann man lernen. Und Christa bleibt gar nichts anderes übrig, denn unter anderem sind die Pferde daran schuld, dass sie ihr Leben irgendwann konsequent und radikal umkrempelt. Mit ihrer Stute Winnie und deren Tochter Lindy zieht sie aufs Dorf, gibt ihr Stelle als Buchhändlerin auf und lebt fortan vom Schreiben. Einen Hund hat sie jetzt auch.

Ihre Pferde hält sie, zur Überraschung und zum Entsetzen mancher Zeitgenossen, in einem Offenstall. Doch der Erfolg gibt ihr Recht. Den Tieren geht es gut, und die Pferdeherde wird immer größer. Der Wallach Rebell kommt dazu, ein 16-jähriger Haflinger-Mix, und die Norweger-Stute Mara, die furchtlos ist aber „biegsam wie eine Eisenbahnschwelle“ (S. 80).

Christa nimmt Ferienkinder auf, die viel Spaß bei Reiterspielen und Ausritten haben und denen besonders ein Ausritt im dichten Nebel in Erinnerung bleiben wird …

„Lernen kann man nie genug“ (S. 88), sagt sich die erfahrene Pferdefreundin und besucht die verschiedensten Lehrgänge und Kurse. Da sie mit Liebe und Sachverstand dabei ist und sich auch für Neues begeistern kann, lernt sie sehr viel. Und davon profitieren ihre Pferde, ihre Reitschüler – und ihre Leser.

Wäre es nicht wunderbar, mal wieder Fohlen zu haben? Was für eine Frage! Christa und ihre Freundin Ute kaufen sich je einen Absetzer. Christa bekommt die temperamentvolle Bonny, Ute die vorsichtige Kyra. Ihren vierbeinigen „Pflege-Opa“ suchen sich die beiden Stütchen selbst aus: den alten Wallach Rebell. Er freut sich, weil er wieder eine Aufgabe hat und blüht sichtlich auf. Die beiden Frauen raufen sich derweil die Haare, denn es hat ganz den Anschein, als gebe Rebell den Kleinen Tipps aus seinem reichen Erfahrungsschatz – in Sachen Blödsinn und Schabernack.

Christa und Ute träumen davon, die beiden jungen Fuchsstuten eines Tages vor eine Kutsche spannen zu können. Sie besuchen eigens einen Fahrkurs. Und der hat es in sich: „Allein schon sich die tausend Teile zu merken, die zum Geschirr gehörten, war ein abendfüllendes Programm (…) Das Glanzstück der Begriffe war ohne Zweifel die Oberblattstrupfenschnallstößeldornspitze!“ (S. 135) Diesem Kurs hat die Autorin einen ausführlichen, humorvollen Rückblick gewidmet – in Reim und Vers. Eine tolle Leistung!

Doch Kurs hin oder her – Stute Bonny hat einfach keinen Bock, eine Kutsche zu ziehen. Um nicht alles zu vergessen, was sie mühsam gelernt haben, fahren Christa und Ute einmal die Woche mit unterschiedlichen Stutengespannen einer Bekannten. Als sie jedoch ein Brautpaar zur Kirche kutschieren solle, wird das zu einem nervenzerfetzenden Abenteuer …

Wesentlich erfreulicher verläuft zumeist das Abenteuer „Wanderreiten“. Eine Gruppe von Reitern geht auf einen mehrtägigen Ausritt, sucht im Vorfeld die beste Strecke heraus und legt Tagesetappen sowie Quartiere fest. Dass dann selten etwas so läuft wie geplant, ist das Aufregende an diesen Unternehmungen. Auch wenn die Reiter und ihre Tiere auf ihrer Tour durch die Natur mit der Zeit wie die Vagabunden aussehen, werden sie überall freundlich und neugierig empfangen und sind mancherorts ein regelrechte Attraktion.

Auf jeden Fall ist so ein Wanderritt Lebensfreude pur: „Unsere schönsten Tage brachen an, als wir in die Magdeburger Börde kamen. Es war August, das Korn war von den Äckern verschwunden und überall um uns herum gab es riesige, kilometerlange Stoppelfelder. Felder bis zum Horizont und noch darüber hinaus. Paradiesische Zustände. Reiter wie Pferde packte gleichermaßen die große Lauflust. (…) Davon hatte ich mein Leben lang geträumt.“ (S. 181/182) Spätestens hier wird auch einem Leser, der noch nie auf einem Pferderücken saß, deutlich, was die Faszination des Reitens ausmacht.

Christa Schütt unterhält uns bestens mit ihren mitreißenden und amüsanten Geschichten aus dem Reiterleben. Man ahnt, dass manche er heiteren Erlebnisse nur im Rückblick komisch sind, wenn eine geübte Erzählerin uns davon berichtet. Live und vor Ort war manches sicher gar nicht zum Lachen. Doch wie dem auch sei: Der Leser amüsiert sich königlich und könnte noch ewig in die Geschichten um Winnie, Lindy, Rebell und Co schwelgen. Und ob Experte oder Laie: Wohl jeder lernt bei dieser Lektüre noch dazu.

Kein Wunder, dass der Autorin über Jahrzehnte hinweg nie der Stoff für ihre Jugendbücher ausging – bei einer solchen Inspiration! Wenn die Pferde an diesem außergewöhnlichen privaten und beruflichen Werdegang „schuld“ sind, dürfen sie diesen Vorwurf getrost als Kompliment betrachten.

Die Autorin
Christa Schütt lebt seit 1979 als freie Autorin mit Pferden und Hund am Rande der Lüneburger Heide im Aller-Leine-Tal. Sie hat neben 50 Kinder- und Jugendbüchern, darunter 4 Sachbücher, auch Artikel für Zeitschriften geschrieben und über 20 Jahre das Ensslin-Reitertaschenbuch herausgegeben.



Cornelia Read: Es wartet der Tod, Kriminalroman
Januar 18, 2010, 4:12 pm
Filed under: Bücher

Cornelia Read: Es wartet der Tod, Kriminalroman, OT: The Crazy School, Deutsch von Sophie Zeitz, München 2009, Deutscher Taschenbuchverlag dtv, ISBN: 978-3-423-24753-5, Klappbroschur, 336 Seiten, Format 13,2 x 21 x 3,2 cm, EUR 14,90 (D), EUR 15,40 (A)

„Letztes Jahr“, sagte ich, „hat jemand, den ich sehr geliebt habe, versucht, mich umzubringen.“ (…)
„Hast du Angst, dass er es wieder versucht?“, fragte sie.
„Nein“, sagte ich.
„Bist du dir sicher?“, fragte sie. „Solche Verhaltensmuster …“
„Ich habe ihm aus nächster Nähe zwei Ladungen Schrot in den Hals gepumpt. Sein Kopf war so gut wie ab.“
(S. 81)

Massachusetts, 1989: Madeline Dare, 26, hat ein traumatisches Erlebnis hinter sich*. Wenigstens hat sie es geschafft aus Syracuse, dem stinklangweiligen Heimatort ihres Ehemanns Dean, wegzukommen. Für die Zeitung schreibt sie auch nicht mehr. Jetzt unterrichtet sie Geschichte an der Santangelo Academy, einem teueren privaten Internat für schwer erziehbare Jugendliche. Ob sie sich damit wesentlich verbessert hat, ist die Frage. Aber wählerisch kann sie nicht sein: Ihr Mann ist trotz hervorragender Qualifikationen arbeitslos. Sie sind auf ihren Verdienst angewiesen.

Madeline, die nicht gerade ein Ausbund an political correctness ist, hält Schulleiter David Santangelo für einen Scharlatan und aufgeblasenen Schwätzer und das pädagogische Konzept der Schule für Psychogelaber und Hippie-Bullshit. Die Kids haben eine Meise, die Lehrer haben eine Meise – der ganze Laden ist in Madelines Augen „ein Mekka für Ornithologen“ (S. 259). Trotz dieser schnoddrigen Analyse tun ihr die Schüler Leid. Sie sind dem dubiosen Psychosektenquatsch wehrlos ausgeliefert und hätten Besseres verdient.

Die einzige Verbündete, die Madeline an der Schule hat, ist ihre Kollegin Lulu, eine bodenständige Farmerstochter. Der Rest des Personals ist, vorsichtig formuliert, ein wunderlicher Haufen: Dekanin Dhumawati, die früher einmal Gloria hieß und unter dramatischen Umständen ihre Tochter verlor, der ehemalige Mathe-Professor Gerald, der aus unerfindlichen Gründen seine gut dotierte Stelle aufgab und in Santangelo anfing, Pete, der suizidgefährdete Ex-Musiker, Tim das Weichei und Mindy, eine weinerliche Alptraum-Tussi in Rosarot. Und natürlich der undurchsichtige guruhafte Chef des ganzen, David Santangelo, der nicht nur seine Schüler, sondern auch deren Eltern und sein Lehrpersonal zum Psychiater schickt. Das haben zweifelsohne alle nötig, aber was in diesen Sitzungen abgeht, ist eindeutig kontraproduktiv. Sieht fast so aus, als würde der Chef Spannungen, Misstrauen und Feindseligkeiten gezielt schüren.

Auch wenn Madeline Zweifel daran hat, ihrem Job gewachsen zu sein – schließlich hat sie keine pädagogische Ausbildung – fassen einige der Schüler Vertrauen zu ihr: der paranoide Sitzman, der Pyromane Wiesner sowie das Liebespaar Mooney und Fay. Vielleicht spüren Sie Madelines Aufrichtigkeit, vielleicht liegt’s auch daran, dass sie ihre Sprache spricht.

Am Morgen nach der Feier von Fays 18. Geburtstag macht Lehrer Gerald eine schreckliche Entdeckung: Mooney und Fay liegen tot auf dem Dachboden – vergiftet! Ein Doppelselbstmord? An dieser bequemen Theorie bestehen schnell Zweifel.

Derweil liegt Madeline mit schweren Vergiftungssymptomen bewusstlos im Schnee. Doch weil ihre Fingerabdrücke auf den Gläsern der toten Teenager sind, sie Fays Halskette in ihrer Jackentasche hat und die Polizei herausfindet, dass Madeline vor einem Jahr in Notwehr einen Mann getötet hat, gerät sie umgehend unter Mordverdacht.

So leicht ist Madeline nicht unterzukriegen – es gibt ja noch den „Klüngel“. Die Familie ihrer Mutter ist vermögend und einflussreich. Patenonkel Alan, ein Jurist, schickt seiner Nichte den jungen Anwalt Markham D. Stuyvesant: in Boston ansässig, in den Südstaaten aufgewachsen und mit allen Wassern gewaschen. Madeline findet ihn spontan sympathisch. Und der junge Mann versteht sein Geschäft! Was Markham und seine Mitarbeiter über die Vorgänge an der Santangelo Academy herausfinden, lässt einem die Haare zu Berge stehen. Doch es sind noch weitere Todesfälle zu beklagen, bis endlich offenbar wird, was tatsächlich hinter den Morden steckt.

Und dann sieht es so aus, als würde es einem der Verbrecher gelingen, sich klammheimlich aus der Verantwortung zu stehlen. Aber vielleicht findet sich ja noch jemand, der ihm rechtzeitig in die Suppe spuckt …

Cornelia Read und ihre kodderschnäuzige Heldin Madeline Dare polarisieren. Die einen mögen oder verstehen ihren sarkastischen Witz nicht, die anderen sind von der kritischen und respektlosen jungen Frau begeistert. Die einen langweilen sich bei der fast schon satirischen Schilderung gesellschaftlicher Zustände und hätten lieber mehr Krimi. Die anderen lesen Cornelia Reads Bücher vor allem als bissige Gesellschaftsromane und könnten auf die Krimihandlung zur Not verzichten. So genau kann man bei Cornelia Reads Büchern nie sagen, ob man nun ein belletristisches Werk vorliegen hat oder einen Krimi. Ihre Bücher sind immer ein wenig von beidem, und das kann natürlich bei Lesern, die mit einer bestimmten Erwartung an die Lektüre herangehen, zu Enttäuschungen führen.

ES WARTET DER TOT ist in der ersten Hälfte eine bitterböse Abrechnung mit dem New-Age-Psychogequatsche der 70-er Jahre und mit einem Schulkonzept, das mehr darauf aus ist, reichen Eltern gegen gutes Geld ihre problembeladenen Kinder vom Hals zu halten als den Jugendlichen wirklich zu helfen. Das ist, bei aller Tragik und Ernsthaftigkeit des Themas, wunderbar lebendig und unterhaltsam erzählt.

In der zweiten Hälfte des Buchs steigern sich zwar Spannung, Erzähltempo und Leichenaufkommen, aber die Auflösung des Falls ist nicht so recht überzeugend. Dafür kann die Geschichte am Schluss noch mit einem hübschen Knalleffekt aufwarten.

Man sieht: Die Rezensentin bevorzugt den belletristischen Teil des Buchs und mag das lose Mundwerk der rebellischen Madeline Dare. Es werden sich jedoch mit Sicherheit auch Leser finden, die „das ganze Schulgedöns“ schrecklich öde finden und dafür den Krimiteil lieben und loben.

Auch wenn vorne im Buch der obligatorische Disclaimer steht: „Die Namen, Figuren, Orte und Vorkommnisse in diesem Buch sind fiktiv. Jede Ähnlichkeit mit wirklichen Personen oder Ereignissen wäre rein zufällig.“, liegt die Vermutung nahe, dass reale Erlebnisse die Autorin zu diesem Buch inspiriert haben. Die Widmung lautet nämlich: „Für die Schüler der Desisto School, besonders die, die ich unterrichtet habe. (…)“ Recherchiert man ein wenig, stößt man auf die DeSisto School in den Berkshires, Massachusetts, die man 2004 mit der Begründung geschlossen hat, dass sie Gesundheit und Sicherheit ihrer Schüler gefährde. Diese Institution hatte anscheinend mit Cornelia Reads fiktiver Santangelo Academy nicht nur die geographische Lage gemein.

Gruseliger als die gesamte Krimihandlung ist die Vorstellung, dass es Zustände, wie sie in dem Buch geschildert werden, so oder ähnlich tatsächlich gegeben haben soll.

*) Cornelia Read: Schneeweißchen und Rosentot, dtv 2008, 978-3-423-24668-2



Lieblingsplätze
Januar 13, 2010, 9:59 am
Filed under: Tierisches

Es ist ja schon erstaunlich, welche Sitzplätze und Liegepositionen unsere Katzen für bequem halten!

Gibt’s einen Grund dafür, dass sich der größte Kater in den kleinsten Korb quetscht?

Hoch das Bein! Indie hängt auf dem Wohnzimmerschrank ab und kann in dieser Position tatsächlich schlafen. Derweil macht Cooniebert im Korb neben ihm Yoga. Oder reinigt gerade die Waffen, was weiß ich.

Nach 20 Jahren ist wieder mal ein Tier auf die Idee gekommen, dass man von der Waschmaschine aus auf den oberen Rand der Dusche springen kann. Dort sitzt Indie jetzt jeden Morgen und schaut mir beim Zähneputzen und Frisieren zu. Steigt ein Mensch in die Dusche, schaut er eine Weile verständnislos zu und trollt sich dann. Sich freiwillig nass zu machen, das findet er offensichtlich ziemlich abartig. Und der Gefahr, versehentlich auch ein paar Spritzer abzubekommen, geht er vorsichtshalber aus dem Weg.



Liebeserklärung an die Katze
Januar 12, 2010, 8:47 am
Filed under: Tierisches

Eine Liebeserklärung an die Katze sollte ich schreiben – für die Februar-Ausgabe der Zeitschrift „Geliebte Katze“ anlässlich des Valentinstags. „Klar,“ sag’ ich, „machen wir alles!“ Wobei der Text das geringste Problem war. Schreiben ist schließlich mein Job. Aber ein Foto wollten sie auch. Nicht nur von unseren Katzen – was ebenfalls eine leichte Übung gewesen wäre -, sondern von mir mit Katze. Vor einer Kamera erstarre ich wie ein hypnotisiertes Kaninchen und schau blöd. Immer. Das war also eine echte Herausforderung.

Das Motiv „Mensch mit Katze“ war nicht verhandelbar. Und damit fing eine hektische nächtliche Fotosession an mit einem unfotogenen Menschen und drei Katzen, von denen keine einzige Bock darauf hatte, Model zu spielen und geblitzt zu werden. Genommen hat die Redaktion schließlich ein älteres Foto von Cooniebert und mir.

Dass es auch anders geht, zeigt einer der Autoren aus unserem Tiergeschichten-Blog mit seinen zwei Pelzmonstern … Mike mit Miezka und Mowgli. Von den dreien hat offenbar niemand ein Kamera-Problem. Das Foto ist klasse.



Edmund Schauer: Agent TQ, Band 5: Pharaos E-Mail. Krimi für Kinder
Januar 7, 2010, 11:14 am
Filed under: Bücher

Edmund Schauer: Agent TQ, Bd. 5: Pharaos E-Mail, gewaltfreier Krimi für Kinder, A-Zillingdorf 2009, ATQ-Verlag, ISBN 978-3-9502360-1-9, Softcover, 246 Seiten, Format: 14,7 x 21 x 1,2 cm, EUR 12,90.

Ein Archäologe wird entführt
Bei Recherchen in der Bibliothek des ägyptischen Katharinenklosters stößt der österreichische Hobbyarchäologe Lukas von Neufeld auf ein ungewöhnliches Lesezeichen: Auf die Rückseite eines alten Fotos sind Hieroglyphen gekritzelt, die auf eine mögliche archäologische Sensation schließen lassen. Von Neufeld wagt es nicht, das Lesezeichen mitzunehmen, also fotografiert er es. Dabei wird er beobachtet und wenig später entführt – von organisierten Grabräubern, die an seiner Entdeckung großes Interesse haben.

Was die Entführer übersehen haben: Von Neufeld hat ein Multimedia-Handy bei sich. Und damit schickt er in einem unbeobachteten Moment eine verschlüsselte Nachricht an Freunde in seiner Heimat: an Edi Cooper, Agent der geheimen Regierungsorganisation COBRA und seinen Agentenkollegen TQ, den sprechenden Siamkater. Von Neufeld ist überzeugt davon, dass die beiden nichts unversucht lassen werden, um ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien. Und er behält Recht.

Auf zur Rettungsmission nach Ägypten!
Schnell sind alle Urlaubspläne vergessen: Die Agenten müssen umfangreiche Reisevorbereitungen treffen, um nach Ägypten zu fliegen und ihren Kumpel zu retten. Wobei eine von TQs Hauptsorgen die Gewährleistung einer angemessenen Verpflegung ist.

Agent Cooper kümmert sich um die technische Ausrüstung und kontaktiert die richtigen Leute vor Ort. Kenner der Reihe wissen, dass der umgängliche Cooper für jede Lebenslage die passenden persönlichen Kontakte hat. Sein Mann in der Wüste ist der Beduine Zahi.

Für die Zeit ihrer Abwesenheit organisieren die beiden COBRA-Agenten eine Vertretung. Die Agentinnen Mara und Shirin Lennox samt Hündin Upendi werden sich an Coopers und TQs Stelle um ein illegales Cannabis-Feld und dessen Besitzer kümmern.

Cooper macht sein Flugzeug startklar, eine alte JU52. Agent Mark Wolf fungiert als Co-Pilot, TQ ist als Passagier an Bord – und einen blinden Passagier haben sie, wie sich bald herausstellt, auch noch. Der ist auf Abenteuer aus und hat sich mit dem Gepäck an Bord geschmuggelt.

TQs göttlicher Auftritt
Die Suche nach dem entführten Hobbyarchäologen führt die Agenten in die Gänge und Kammern unter halb der Sphinx und der Cheops-Pyramide. Doch sie sind nicht allein: Eine paar der Grabräuber sind gerade dabei, gestohlene Kunstwerke aus einem Versteck zu holen. Cooper und Zahi können sich verstecken, doch den Kater verraten seine Fußspuren und er wird entdeckt. Zum Glück sind die Grabräuber unbedarfte Zeitgenossen und abergläubisch: Sie halten TQ für den Katzengott Mafed und erfüllen ihm den Wunsch, zu seinem entführten Landsmann Lukas von Neufeld gebracht zu werden.

Jetzt sind der Hobbyarchäologe und der tierische Agent in der Gewalt der Ganoven. Wird der Roboter BigDog, den Edi unverzüglich auf die Spur seines Kollegen setzt, Agent TQ finden und ihm helfen können?

Die Tücken der Technik …
Auch zu Hause in Österreich laufen die Ermittlungen nicht rund. Mara, Shirin und die Hündin Upendi observieren das Cannabis-Feld und warten auf die dazugehörigen „Landwirte“. Doch nicht nur die COBRA-Agenten sind mit dem neuesten technischen Schnickschnack ausgerüstet, die Ganoven sind es auch. Und sie wissen hervorragend damit umzugehen. Da hilft es den beiden jungen Agentinnen auch nichts, dass sie Unterstützung einer sehr erfahrenen Fachfrau haben einer Privatdetektivin im Ruhestand. Sie patzen bei der Observation, und Mara wird von den Drogenhändlern gefangen genommen.

Werden die COBRA-Leute Mara befreien können? Und wird es ihnen gelingen, die Rauschgifthändler dingfest zu machen? Wie sich herausstellt, birgt dieser Fall mehr als nur eine Überraschung …

Währenddessen kämpfen auch die Agenten in Ägypten mit den Tücken der Technik und setzen alle Hebel in Bewegung, den vermissten Hobbyarchäologen und den Agentenkater zu retten – und, wenn möglich, auch die Grabräuber den Behörten zu überantworten. Wird ihre Mission erfolgreich verlaufen?

Sympathische Helden mit Wissen, Witz und Werten
Sympathische Helden erleben hier spannende, amüsante und gewaltfreie Abenteuer. 99 Fußnoten erklären kurz und knackig wichtige Begriffe aus den Bereichen Geschichte, Archäologie und Technik, die in dem Roman vorkommen. Und so erweitert man beim Lesen ganz nebenher sein Wissen.

Was die Helden so erfreulich lebensnah macht, sind ihre kleinen menschlichen (und tierischen!) Schwächen sowie die eingestreuten Anekdoten aus ihrem Privatleben. Hier gibt’s keine Superhelden. Neugier und Nahrungsaufnahme, das ist das, was Kater TQ hauptsächlich antreibt. Agent Cooper kämpft beständig mit einem kleinen Gewichtsproblem. Seine Ehefrau Nandi hält Haus und Hof in Schuss und sorgt dafür, dass ihre Herren Agenten erst dann auf Verbrecherjagd gehen, wenn zu Hause alles in Ordnung ist. Ganz nebenbei erfahren wir in Band 5, dass Nandi Cooper in jungen Jahren eine begeisterte Autoschrauberin war. Die liebevoll-resolute Chefin des Hauses kann also mehr als nur gut organisieren und hervorragend kochen.

Potential hat eine Nebenfigur, die in Band 5 erstmals in Erscheinung tritt: Sophie Winter, die Privatdetektivin im Unruhestand, die durch technisches und mathematisches Geschick verblüfft und zwischen Funkverkehr- und Videoüberwachung noch schnell einen Gugelhupf backt. Eine gerissene Detektivin, die sich von gegnerischer Seite als harmlose Oma unterschätzen lässt, könnte den COBRA-Agenten auch künftig eine wertvolle Hilfe sein. Vielleicht liest man ja noch mehr von ihr …

Neben packender Unterhaltung und technischem und historischem Fachwissen vermitteln die TQ-Krimis auch positive Werte. Familie und Freundschaft, Respekt und Zusammenhalt sind dem Autor augenscheinlich wichtig, und entsprechend gehen seine Helden miteinander um. Die geheime Regierungsorganisation COBRA funktioniert beinahe wie ein Familienbetrieb: Lebenspartner, alte Freunde, Eltern, Kinder und Schwiegerkinder verschreiben sich der Organsiation und deren idealistischen Zielen. Kein Wunder, dass die Mitglieder so füreinander einstehen!

Verbrecherorganisationen dagegen funktionieren in Edmund Schauers Büchern ganz anders. Da gibt es einen Boss, der befiehlt, und seine Leute, die aus Eigennutz oder Angst gehorchen. Die Ganoven werden von Habgier getrieben und zur Erreichung ihrer Ziele ist ihnen jedes Mittel recht. Und das führt, so vermittelt uns der Autor, pfeilgerade ins Verderben. Genau wie der Drogenkonsum. Die Bücher der TQ-Reihe kann man Kindern getrost in die Hand geben (und auch mit großem Vergnügen selber lesen).

Faszinierend sind die 95 schwarz-weiß-Abbildungen, die das Geschehen illustrieren. Es gibt Karten, Illustrationen und Graphiken sowie Fotografien und Bildmontagen, die wie Standfotos eines Films die Geschichte bebildern. Das lässt auch die phantastischsten Handlungselemente verblüffend real erscheinen. Wer noch mehr über Agent ATQs aktuellen Fall wissen will, der findet auf der Seite http://www.atq.at GPS-Koordinaten der wichtigsten „Tatorte“ sowie farbige Abbildungen. Videoclips zu dem Fall sind angekündigt.

Der Autor
Edmund Schauer, geboren 1948, ist Elektroniker und Buchautor und lebt in Österreich. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und fünf Enkelkinder. Inspiriert durch seinen Siamkater Simba, geboren 2002, entstand die Romanfigur Agent TQ. Der vierbeinige Detektiv löst in der Romanserie heikle Kriminalfälle.



Bekrabbelt, benagt und bezaubert
Januar 4, 2010, 4:22 pm
Filed under: Tierisches

Wir waren wieder mal zu Besuch in der Merryborn-Cattery, haben den aktuellen L-Wurf bewundert – und fotografiert: Leonardo, Laura und Leonie. Aber fragt mich bitte nicht, wer von den drei kleinen Coonies nun wer ist …

Bitte alle mal schön schauen!

Tante Fammi (die Tochter unseres Katers Yannick) passt auf, dass den Kleinen nichts geschieht.

Was hat Gerhards Jacke doch für einen leckeren Reißverschluss!

Und der Finger schmeckt auch gut.

Ich fühl mich so bekrabbelt!

Schluss mit dem Gewusel! Jetzt bitte alle mal ordentlich zum Fotograf gucken!

Sind die kleinen Krieger müde, kuscheln sie sich an Mama.

Da wohnen die kleinen Coonies: http://www.merryborn.de