Wahnsinn im Alltag


Der Texter-Schutzschirm
März 29, 2010, 12:31 pm
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Vor fast genau einem Jahr hat mein Arbeitgeber die neuen Büroräumlichkeiten bezogen. Fotografen, Journalisten und Architekten wuseln seitdem beständig ums Haus und bewundern das Design. Schick isses, das Gebäude, aber besonders zweckmäßig isses leider nicht. Wie Amber Sayah in der Stuttgarter Zeitung so schön schrieb: „Hinter der Tür endet alle Architektur“.

Ich sag nur: Großraumbüro – und pro Fensterfront ein Rolladen. Den kann man nicht segmentweise herunterlassen, nur am Stück. Entweder ist es für alle Kollegen hell oder für alle dunkel. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, was da los ist! Den einen scheint die Sonne ins Gesicht, den anderen auf den Bildschirm, aber wenn man den Rolladen auch nur teilweise herunterlässt, sitzen die Kollegen, die aufgrund baulicher Gegebenheiten kein Blendproblem haben, den ganzen Tag bei Kunstlicht. Bei denen in der Zelle wird es dann nämlich zappenduster. Und das ist natürlich auch nicht witzig.

Um Streit zu vermeiden, hatte ich erst einen „individuellen Blendschutz“ aus einem Papp-Umschlag und diversen Blättern Kopierpapier an meinen Hauptbildschirm gebastelt. Hausfrauenmechanik mit dem Hang zur Slum-Optik. Und wie ich da so am Optimieren meiner schirm-artigen Konstruktion bin, fällt mein Blick auf den Schirmständer. Da ist sie doch, die Instant-Lösung! Ein Regenschirm, aufgespannt hinter die Bildschirme geklemmt, wäre doch der perfekte individuelle Blendschutz!

Unser Chef fragte, ob’s in meinem Büro regnet. Nee, eben nicht. Die Sonne blendet. Und einen meiner Kollegen hat die Konstruktion an Carl Spitzwegs „armen Poeten“ erinnert und er hat mir eine Aufnahme des Gemäldes geschickt.

Abbildung: Carl Spitzweg: „Der arme Poet“. Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Stimmt, da ist was dran. Okay, dann bin ich eben die arme Poetin. Mit Schutzschirm.



Wird Indie die Katze des Monats?
März 24, 2010, 3:59 pm
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Ich kann’s ja nicht lassen, auf der Internetseite vom „Literarischen Katzenkalender“ immer mal wieder Fotos von unseren Viechern einzureichen – für die Wahl zur „Katze des Monats“. Und in der Hoffnung, dass es mal eins unserer Fotos in diesen wunderbaren Kalender schafft.

Unser Indie hat’s zumindest in die Auswahl für März 2010 geschafft. Das hab ich schon Anfang des Monats überprüft, als ich noch in Barcelona war. Aber vor lauter Hektik vergessen zu erwähnen.

Hier könnte man für ihn – oder für einen Artgenossen eigener Wahl – abstimmen, wenn man wollte: http://www.literarischer-katzenkalender.de/katzen/photodesmonats/

In Wahrheit geht’s bei der Internet-Abstimmungsaktion um nix. Denn wie das so ist bei den online-Abstimmungen: Es gewinnt der, der am meisten Internetkumpels zum Mitmachen motivieren kann. Da aber in der Redaktion des Schöffling-Verlags ausgebuffte Profis sitzen, pfeifen die aus großer Höhe auf die Abstimmungsergebnisse und sichern sich die Abdruckrechte für genau die Bilder, die sich aus inhaltlicher, künstlerischer und qualitativer Hinsicht für eine Veröffentlichung in ihrem Kalender eignen. Ich hab den „Literarischen Katzenkalender“ seit Jahren zu Hause und hab mal nachgeprüft, welche Bilder aus der Internetaktion tatsächlich gedruckt erscheinen. Das sind nicht zwangsläufig die Abstimmungs-Sieger. Und das ist auch gut so.

So sieht die Abstimmungsseite aus, wenn niemand unseren Indie optisch heraushebt:



Gina Mayer: Die verlorenen Schuhe – Roman
März 16, 2010, 9:43 am
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Gina Mayer: Die verlorenen Schuhe, Roman, Stuttgart 2010, Thienemann-Verlag, ISBN 978-3-522-20073-8, Hardcover, 379 Seiten, Schutzumschlag, 2 Landkarten von Roman Lang, EUR 18,- (Deutschland), EUR 18,50 (Österreich), CHF 32,90 (Schweiz).

„Ich glaube, es gibt kein Ziel. Ich glaube, dass das Leben immer weitergeht, bis es einmal zu Ende ist. Man ist immer unterwegs.“
„Aber das wäre ja furchtbar.“
(S. 338)

Gut Hohenau bei Bankau, Schlesien, 1944: Inge Baken, die Tochter des Hauses, steht kurz vor dem Abitur, träumt von einem Studium am Konservatorium in Breslau und von einer Ehe mit dem Nachbarssohn Wolfgang von Brandt.

Die gleichaltrige Polin Wanda Masowiecki, die als Zwangsarbeiterin auf Gut Hohenau lebt und dort als Pferdeknecht arbeitet, hat Inge einiges an negativer Lebenserfahrung voraus. Wanda war bis vor kurzem noch eine behütete Professorentochter in Krakau, die gerne mit ihrer Familie in die Oper und ins Theater ging – bis die Deutschen den Polen die Teilnahme am kulturellen Leben unmöglich machten. Als Wanda eines Abends trotz des Verbots ausgeht, gerät sie in eine Razzia und wird als Zwangsarbeiterin nach Deutschland verschleppt. Sie denkt, dass sie verraten wurde. Seither vertraut sie nichts und niemandem mehr – keinem Menschen, keiner Ideologie und keiner Religion. Dass sie fließend deutsch spricht, weiß niemand auf Gut Hohenau. Wanda verheimlicht es vorsichtshalber.

„Die Sonne geht im Osten auf. Der Führer geht im Osten unter“, spottet Hilfslehrer Witschorek (S. 46) – was ihm schlecht bekommt. Inge Baken ist schockiert. Sie glaubt ihrem Verlobten Wolfgang, der von einer Wunderwaffe spricht und ihr versichert, dass alles gut werden wird. Es bleibt ihr auch nicht viel anderes übrig, als sich auf Hörensagen zu verlassen. Informationen und Diskussionen werden von „dem Kind“ systematisch ferngehalten.

Im Januar 1945 wird Inges Vater eingezogen und sie selbst kehrt wieder nach Kreuzburg an die Schule zurück. Doch die Front rückt näher, die Schule wird bereits nach wenigen Tagen wieder geschlossen. Vernünftig wäre es nun, wenn Inge von Kreuzburg aus in Richtung Westen fliehen würde. Doch es zieht sie nach Hause, in Richtung Osten. Als sie auf dem elterlichen Gut ankommt, ist die Familie schon fort. Der Hund liegt erschossen im Hof und der einzige Mensch, den sie noch antrifft, ist ausgerechnet die polnische Zwangsarbeiterin Wanda.

Inge hält Wanda für einen mürrischen Trampel, Wanda hält Inge für ein weltfremdes, verwöhntes Prinzesschen. Doch beiden ist klar: Sie müssen hier weg, ehe die Russen kommen. Und auch, wenn sie einander nicht ausstehen können, haben sie bessere Chancen, wenn sie sich zusammentun. Sie spannen Inges Pferd Gustav vor den Wagen, raffen alles zusammen, was ihnen für ihre Flucht nützlich erscheint und machen sich auf den Weg nach Westen. Um Wanda nicht zu gefährden, geben sie sie auf der Flucht als Inges ältere Schwester Waltraud aus.

Man kann nur grob zusammenzufassen was Inge und Wanda/Waltraud auf ihrem rund 800 km langen Weg in den Westen erleben. Sie trennen sich und finden wieder zusammen, sie schließen sich einer Gruppe an, werden bestohlen, betrogen und übervorteilt, abgewiesen und enttäuscht, überfallen und gerettet. Sie erleiden Hunger und Verzweiflung – und stellen mit der Zeit fest, dass sie gar nicht so verschieden sind, wie sie anfangs dachten. Das ist nicht weiter erstaunlich, denn jetzt, da auch Inge alles verloren hat, gleichen sich die Erfahrungen und Lebensumstände der beiden jungen Frauen mehr denn je: zwei höhere Töchter, entwurzelt und auf sich selbst gestellt, die über Nacht dazu gezwungen wurden, alle bisherigen Vorstellungen und Illusionen über Bord zu werfen und erwachsen zu werden.

Inge schneidet sich die langen Haare ab und macht eine Beobachtung: „Es hatte etwas mit dem Kopf zu tun. Wenn sie ihn nun bewegte, fühlte er sich so leicht an, so frei und beweglich. (…) Mit einem so unbeschwerten Kopf konnte man in alle Richtungen denken. Mann konnte sich sogar selbst betrachten.“ (S. 205). Und sie erkennt, dass sie sich bisher in vielerlei Hinsicht etwas vorgemacht hat. Nicht nur in Bezug auf den Charakter ihres Verlobten.

Berührend und besonders lebendig geschildert ist die Episode, in der die beiden nach Jauer kommen und dort Unterschlupf bei der blinden und verwirrten Resi finden. Man meint, den muffigen Geruch zu riechen, der in diesem verwahrlosten Haus steht. Einmal mehr ist Wanda von Inges Taten und Reaktionen überrascht. „Je tiefer sie und Inge in Not gerieten, desto mehr erfuhren sie voneinander. Und desto mehr erfuhren sie auch über sich selbst.“ (S. 235)

Sie landen im Flüchtlingslager in Hirschberg und finden Arbeit in einer Tuchfabrik. Mehr oder weniger durch Zufall kommen die beiden jungen Frauen im Frühjahr 1945 ins schwäbische Nördlingen. Wanda hat inzwischen einen deutschen Pass auf den Namen Waltraud Baken. Pragmatisch wie sie ist, hat sie sich in ihrem neuen Leben eingerichtet. Inge dagegen ist immer noch auf der Suche nach einem Ziel, einem Zuhause.

Dass die Vergangenheit sie in Gestalt alter Bekannter einholt, das ist allerdings ein Schock. Fliegt Wandas falsche Identität nun auf?

„Ich habe versucht, Inges und Wandas Geschichte nicht nur zu erzählen, sondern wirklich erlebbar zu machen. So dass man die Farben sieht, das schlesische Essen schmeckt, die Kälte und den Hunger spürt. Ich wollte meinen Lesern ein Gefühl davon geben, wie das ist, wenn man von einem Moment zum anderen alles verliert, was vorher sicher war: Heimat, Eltern, Geschwister, Freunde. Wenn man plötzlich auf Gedeih und Verderb auf Wildfremde angewiesen ist“, sagt die Autorin in einem Interview.

Das ist ihr mit Sicherheit gelungen. Man hofft, bangt und leidet mit den beiden Mädchen. Das geht sicher nicht nur der jugendlichen Zielgruppe so, für die das Buch geschrieben wurde, und die sich mit den Erlebnissen von Altersgenossen erfahrungsgemäß besonders gut identifizieren können. Auch längst erwachsene Leserinnen und Leser lassen sich von dieser Geschichte mitreißen.

Aufschlussreich dürfte der Roman vor allem für Leser sein, deren Vorfahren in Folge des Zweiten Weltkriegs zu Flüchtlingen und Heimatvertriebenen wurden. Wenn Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern überhaupt aus jener Zeit berichten, bekommt man die Episoden von abgeklärten Erwachsenen erzählt, die eine Distanz von Jahrzehnten zu dem Erlebten haben. Und die nur das berichten, was sie erzählen wollen und verkraften können. Ein vollständiges Bild der Ereignisse ergibt sich auf diese Weise kaum. Zudem kann man sich nur schwer vorstellen, dass die Urgroßmutter ein Teenager war, als sie in den Strudel dieser Ereignisse geriet. Da identifiziert man sich leichter mit einer Romanfigur im entsprechenden Alter, die alles in diesem Moment zu erleben scheint.

Von den beiden Heldinnen ist Wanda wohl die interessantere Figur. Inge entwickelt sich im Verlauf der Geschichte vom naiven, behüteten Töchterchen zur selbständigen, erwachsenen Frau. Bei Wanda entdeckt man erst nach und nach, was hinter dem schweigsamen und gnadenlos realistischen weiblichen Pferdeknecht steckt. Ihre Geschichte enthüllt sich häppchenweise in Rückblicken.

Gerne hätte man noch mehr über das weitere Schicksal von Wanda und Inge erfahren. Aber ihr ganzes Leben zu erzählen, das hätte den Rahmen dieses Buchs gesprengt. Wanda, die vernünftige und unsentimentale, wird ihren Weg sicher gemacht haben. Ob ihre Nachkommen jemals ihre wahre Geschichte erfahren haben? Und ob Inge ihre Flucht-Erlebnisse wirklich verarbeiten konnte? Dass man sich als Leser Gedanken über den weiteren Lebensweg fiktiver Figuren macht, zeigt, wie sehr deren Erlebnisse einem nahe gehen und wie nachhaltig sie einen beschäftigen.

Ein ausführliches Glossar, Kartenmaterial, auf dem man den Weg der beiden verfolgen kann sowie ein Interview mit einer Zeitzeugin liefern dem jugendlichen Lesepublikum ergänzende Informationen.

Ob wohl noch mehr Leser bei der Beschreibung Wandas das Bild der polnischen Schauspielerin Anja Antonowicz vor Augen haben? Nicht nur wegen deren roter Locken! Diese Mischung aus mürrischer Abgebrühtheit, Pragmatismus und Verletzlichkeit, garniert mit einem Hauch von Arroganz – Anja Antonowicz könnte das! Sollte wirklich jemand auf die Idee kommen, aus dem mitreißenden und bewegenden Roman ein „Historien-Roadmovie“ fürs Kino oder Fernsehen zu machen, möge er bitte Gefühl und Sachverstand walten lassen. Diese Geschichte hat eine sensible Umsetzung verdient.



Mein Geldbaum blüht!
März 9, 2010, 6:13 pm
Filed under: Wahnsinn im Alltag

Jetzt hab ich den Geldbaum schon fast 20 Jahre … und auf einmal blüht er! Dass er das kann, ist jetzt kein großes Wunder, ich hab nur noch nie einen gesehen, der es tut. Einige Kollegen und Kolleginnen im Büro haben oder hatten einen. Vielleicht sind das sogar Ableger von ein- und derselben Pflanze. Meiner zumindest ist eine Zweigstelle des Geldbaums aus dem Sekretariat. Und der einzige von denen, der bislang Blüten hatte.

Vielleicht hat ein blühender Geldbaum ja eine Bedeutung. Ein gutes Omen, vielleicht? Ich sollte Lotto spielen!

Nicht auf einen Lottogewinn, sondern auf den Frühling warten unsere drei Maine-Coon-Kater Cooniebert, Yannick und Indie. Na, Jungs, kommt er da schon um die Ecke? Oder kommt eher der Weihnachtsmann zurück? Man sollte es meinen!

Naja, irgendwann wird er schon dahergeschlichen kommen, der Frühling. Diesem Ereignis kann man entspannt und gelassen an der Heizung entgegenschlafen. Zumindest Cooniebert kann das.

Und wer von den drei Monsterkatern ist vom Kratzbaum auf den Wäscheständer gesprungen und hat das Teil vollkommen ruiniert? Der Tiefe des „Kraters“ nach könnt’s Yannick gewesen sein. Wenn sich plusminus 9 kg Lebendgewicht aus einem halben Meter Höhe auf so ein lumpiges Metallgestell plumpsen lassen, hat so ein Wäscheständer nur noch Schrottwert.



Zurück von der Geschäftsreise
März 8, 2010, 5:33 pm
Filed under: Wahnsinn im Alltag

In unserem Tiergeschichtenblog hatte ich vor meiner Abreise Bescheid gesagt, hier nicht: Ich war vom 28. Februar bis einschließlich 5. März auf Geschäftsreise in Barcelona.

Was kann ich euch erzählen? Nichts über geschäftliche Inhalte, denn das darf ich nicht. Bilder von uns bei der Arbeit und beim Essen darf ich euch auch nicht zeigen, auch wenn Kollege Lukasz tolle Fotos geschossen hat. Und zum Sightseeing hab ich keine Zeit gehabt.

Kollegen aus anderen Ländern haben sich da cleverer angestellt: Die haben sich am späten Nachmittag von der Veranstaltung abgeseilt, haben ein paar Sehenswürdigkeiten besucht und sind um 10 Uhr abends wieder zurückgekommen. Dafür haben sie dann bis nachts um halb drei an ihren Unterlagen gearbeitet. Aber wenigstens hatten sie ein bisschen „Gaudi“.

Mich hat’s gleich am zweiten Tag mit einer Erkältung umgehauen. Dass die das aber auch mit der Klimaanlage nicht in den Griff kriegen! Es hatte gefühlte 15 Grad in den Besprechungsräumen, und es zog von früh bis spät wie Hechtsuppe. Hat man an der Rezeption was gesagt, haben die geschwind rumgefummelt an der Anlage. Dann wurde es kurze Zeit besser und gleich darauf wieder arschkalt. Jetzt hab ich nicht nur neue Kontakte, interessante Erkenntnisse und ein paar hoffnungsvolle Entwürfe von der Veranstaltung mitgebracht, sondern auch eine fette Bronchitis.

Doppelt ärgerlich, wenn ich bedenke, dass mein Kollege und ich nur an der Geschäftsreise teilnahmen, weil vier andere Kollegen keine Zeit hatten. Notgedrungen mussten sie also uns schicken. Eigentlich gebührt meine Erkältung ja den anderen. 😉

Das Hotel war schick … Dass der Internetanschluss so langsam war, als sei er pedalbetrieben, lag laut Auskunft meines Kollegen nicht am Hotel sondern an meinem alten Gurkenhobel von Laptop.

Aber macht man in einem 5-Sterne-Hotel so was?

Ich bin garantiert nicht pingelig, aber beim Bezug des Hotelzimmers einen Schmierfilm im Waschbecken vorzufinden, das find ich nicht so angenehm. Da juckt’s einen als schwäbische Hausfrau in den Fingern, nach Scheuermittel und Putzlumpen zu greifen und denen mal zu zeigen, wie das geht. Am dritten Tag war der Schmierfilm dann weg. Da haben sie es wohl von selber gemerkt. Gesagt hatte ich nix. Ich wollte kein Theater machen, weil ich weiß, dass die Zimmermädchen im Akkord durch die Räume rasen und kaum was verdienen.

Hotelschmutzwäsche für 24 Stunden im Zimmer eines Gastes zu parken, gehört sicher auch nicht zu den Standards eines 5-Sterne-Hotels. Aber, wie gesagt, ich wollte die Mädels nicht in die Pfanne hauen.

Fliegen wird ganz sicher nie mein Hobby. Zu langwierig, stressig und umständlich. Beim Hinflug via Zürich war ich dem Herzkasper nahe, weil es zeitlich so arschknapp zuging, dass ich schon dachte, ich krieg den Anschluss nicht mehr. Man muss ja in Zürich beim Umsteigen noch mal durch den ganzen Sicherheitsschmonzes durch, und als ich die kilometerlange Schlange sah, dachte ich, das reicht nie, das Securitygedöns dauert mindestens bis Pfingsten! Man hat mich dann zu einem Expressschalter geleitet, wo’s ein wenig schneller ging. Aber hätte das Flugzeug nicht eh eine halbe Stunde Verspätung gehabt, hätte mir das nie gereicht. Ich hasse das!

Auf dem Heimflug hatte ich alle Zeit der Welt, es war auch ein Direktflug. Aber es gibt immer mindestens einen Geschäftsschnösel an Bord, der sich unendlich wichtig vorkommt, in allem eine Extrawurscht gebraten haben will, das Personal auf Trab hält und seinen Mitreisenden gehörig auf den Sack geht. Das war diesmal natürlich nicht anders. „Grrrr“, möchte man da knurren, „jetzt mach doch mal halblang, Alter!“

Ich zähle jedes Mal die Minuten bis zur Landung in Stuttgart. Daheim ist daheim.

Wenn ich Pech hab’, muss ich im Juli schon wieder …