Wahnsinn im Alltag


Wahnsinns-Idee: Pixelio.de – Gratis-Fotos für Redaktion und Werbung
September 28, 2009, 4:46 pm
Filed under: Wahnsinn im Alltag

Kostenlose Fotos für redaktionellen und kommerziellen Einsatz
In die Rubrik „geilste Ideen seit Erfindung des Urlaubs“ gehört für mich ganz ohne Zweifel die Website http://www.pixelio.de. Hier kann sich der User ohne viel Aufwand lizenzfreie Fotos herunterladen – zur redaktionellen Verwendung und, sofern die Bilder entsprechend gekennzeichnet sind, auch für kommerzielle Zwecke. Und das ganze kostet nix! Man muss nur den Fotografen und pixelio in der Bildunterschrift erwähnen.

Bild 8

Ich kenne dieses Angebot schon seit seiner Gründerzeit. Als wir anno 2003 mit der Seite http://www.tiergeschichten.de anfingen, hat mein Internet-Partner mit pixelio-Bildern ein paar Texte illustriert. Schon damals fand ich die Idee genial. Seitdem haben wir Hunderte der Fotos für unsere Internetseiten verwendet, die meisten davon für http://tiergeschichten.wordpress.com .

Geflügelte Hunde und Elefanten im Porzellanladen – pixelio hat’s!
Fast jeden Tag frage ich mich, was unsere Internetseiten ohne das Angebot von pixelio wären. Wahrscheinlich eine öde Textwüste. Egal, ob wir einen Hund mit Flügeln, einen Elefant im Porzellanladen, eine rotgetigerte Katze mit Eidechse oder irgendein exotisches Tier brauchen, von dem wir noch nie zuvor gehört haben und bei dessen Namen wir jeden Eid schwören würden, dass der Autor ihn sich selber ausgedacht hat – bei pixelio werden wir in aller Regel fündig. Ganz selten, wenn das Gesuchte extrem rar und außergewöhnlich ist, müssen wir auf andere Quellen zurückgreifen.

Oft genug hat man angesichts des gigantischen Bilderangebots die Qual der Wahl. Rund 300.000 Fotos hält pixelio zum Download bereit, und täglich werden es mehr. Da sitzt man dann da und klickt sich durch 45 Seiten mit Rindviechern, bis man schließlich die optimale Kuh-Aufnahme gefunden hat. Man nimmt ja nicht irgendein Motiv, das so halbwegs passt, wenn hinter dem nächsten Mausklick das perfekte Foto warten könnte! Nein, man will aus dem gesamten Angebot auswählen und kann nicht aufhören, bis man alles zu dem Thema gesehen hat. Ein gewisses Suchtpotential hat die Seite durchaus.

Bild 7

Wer die Wahl hat, hat die Qual: allein 45 Seiten mit Rindviechern!

Die Fotos, die von beachtlicher technischer und fotografischer Qualität sind, kann man nicht nur downloaden, ins Internet stellen oder für Druckerzeugnisse verwenden, man kann sie auch online kommentieren, bewerten und mit andern Nutzern im Forum über Fotografisches oder Gott und die Welt diskutieren.

Seit September 2008 gibt es unter http://poster.pixelio.deauch einen Postershop. Inzwischen sind hier über 12.000 Bilder verfügbar, die direkt bei dem Druckspezialisten myprinting als Poster oder hochwertiger Leinwanddruck bequem nach Hause bestellt werden können. Dieser Service ist kostenpflichtig. Auch im Internet kann es nicht alles umsonst geben.

Wer steckt hinter pixelio.de?
Irgendwann fragt man sich, wer sich eigentlich die ganze Arbeit macht, Abertausende von Fotos kostenlos bereitzustellen und sich mit Nutzungsbedingungen, Copyright, technischen Herausforderungen und User-Problemen herumzuschlagen. Und wer die Fotografen sind, die ihre Bilder aus Spaß an der Freud’ und für ein bisschen Anerkennung der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

Pixelio.de wurde im Oktober 2003 von dem Mediengestalter Markus Hein gegründet. Zunächst als privates Hobbyprojekt geplant, setzte sich das Konzept schnell durch und gewann so überwältigend an Bekanntheit, dass Hein im Jahr 2005 die pixelio media GmbH gründete. Bis heute wächst die werbefinanzierte Website unter seiner Führung kontinuierlich weiter und ist derzeit die größte Bilddatenbank für lizenzfreie und kostenlose Fotos im deutschsprachigen Raum. Seit April 2009 sind über 300.000 Bilder verfügbar, auf die 297.561 Mitglieder und monatlich rund 400.000 Besucher mit ca. 4 Mio. Seitenaufrufen zugreifen.

Die ambitionierten Hobby- und Amateurfotografen, die ihre Bilder über pixelio zum Download anbieten, sind im Alter von 18 bis 62 Jahren und zeigen großes Interesse an Fotografie- und Bildbearbeitungsthemen.

Eine Konkurrenz für Berufsfotografen?
Wie immer, wenn engagierte „Hobbyisten“ eine Leistung anbieten, die sonst von Profis gegen Entgelt erbracht wird, steht die Frage im Raum, ob hier vielleicht kommerziellen Anbietern Konkurrenz gemacht wird.

„Viele Aufnahmen sind qualitativ so hochwertig, dass auch renommierte Verlage und Markenunternehmen die Fotos von pixelio gerne nutzen“, sagt Gründer und Geschäftsführer Markus Hein. Die Bilder werden u.a. auf zahlreichen Webseiten, in Firmenbroschüren, Katalogen, Zeitungsartikeln und TV-Sendungen verwendet.

In der Prä-Internet-Ära hat man diese Medienerzeugnisse mit Abbildungen aus kostenpflichtigen Bilddatenbanken bestückt. Diese Veränderung im Nutzerverhalten dürften die kommerziellen Anbieter durchaus spüren. Trotzdem werden die professionellen Fotografen wegen Anbietern wie pixelio nicht arbeitslos. In Redaktionen und Werbeagenturen sind die Anforderungen an Bildmaterial oftmals so speziell, dass man immer noch fotografieren lässt oder sich spezialisierter kostenpflichtiger Anbieter bedient. Das zumindest kann ich aus meinem eigenen Arbeitsumfeld berichten (Verlag, Werbung). Hier spielt pixelio eine eher bescheidene Nebenrolle.

Pixelio wird häufig dann zum Einsatz kommen, wenn sich die Frage stellt: „Abbildungen oder keine Abbildungen?“, weil der, der die Fotos einsetzen will, sich eine kostenpflichtige Lösung gar nicht leisten kann. Eine befreundete Graphikerin verwendet pixelio-Fotos für Vereinsbroschüren, die sie ehrenamtlich erstellt. Und mein Tiergeschichten-Partner und ich illustrieren damit unsere privaten und nichtkommerziellen Internetseiten.

Ohne pixelio hätten wir kaum Bilder auf unseren Seiten – es sei denn, die Autoren liefern uns Fotos oder Zeichnungen mit. Insbesondere unser Tiergeschichten-blog wäre ohne die pixelio-Fotos und –Illustrationen nur halb so unterhaltsam. Und deshalb sind wir – und ganz bestimmt nicht nur wir – froh und dankbar, dass es dieses tolle Angebot im Internet gibt.

Werbeanzeigen


Von Pflanzen, Farben und Hasen

Die Farben des Herbstes

Ob ich den Herbst mag, wurde ich neulich in einem Internetforum gefragt. Abgesehen von der Stress-Hochsaison im Job, anhalternder Dunkelheit und Pisswetter, doch, schon. Wenn’s denn mal Tag ist, mag ich das Licht und die Farben, die Pflanzen und den Geruch auf den Feldern.

Filderebene

Die Filder-Ebene

Kuerbisbluete

Kürbisblüten am Feldrand

Maisfeld

Ein Maisfeld neben der Stadtbahn-Strecke

Maiskolben

Maiskolben

Vogelbeeren

Vogelbeeren

Kunst im Park

Die Sitz- und Flitzhasen, ein Skulpturenensemble aus glasfaserverstärktem Kunststoff und Stahl auf Fundamenten, wurden von der Stuttgarter Künsterlin rosalie (geb. 1953) für die Landesgartenschau Ostfildern 2002 geschaffen.

Rosalies Langohren erinnern an die Feldhasen, die es früher häufig im Scharnhauser Park gab. Die Hasenfiguren ähneln Comicfiguren. Für ihre künstlerischen Arbeiten benutzt Rosalie prinzipiell Materialien und Farben aus unserer Zeit.

Sitzhase: ca. 2,4 m x 2,3 m x 0,8 m
Flitzhase: ca. 2,2 m x 3,1 m x 0,6 m
Karotte: ca. 7,0 m x 1,4 m.

Sitzhasen01

Sitzhasen02

Dummerweise wurde das Kunstwerk seinerzeit innerhalb des Landschaftsschutzgebietes „Mittleres Körschtal“ aufgebaut, warum auch immer, und konnte dort auf Dauer nicht bleiben.

Über mehrere Jahre hinweg lief die Diskussion zwischen der Stadt, der Naturschutzbehörde des Landkreises und den Naturschutzverbänden: Können die Hasen aus Kostengründen nicht doch da stehen bleiben? Wenn nicht: Müssen sie ganz weg oder kann man sie versetzen? Im Sommer 2008 hat man die Skulpturengruppe dann ein paar hundert Meter weiter nach Süden umgesiedelt. Jetzt stehen sie außerhalb des Landschaftsschutzgebiets.

Der Hasenumzug hat, laut Presse, rund EUR 21.000,- gekostet.

Sitzhasen03

Sitzhasen04

Sitzhasen05

Sitzhasen06

Eine Siebenmetermöhre



Geschmackssache
September 25, 2009, 7:58 am
Filed under: Hausfrauen-Poesie

Ein Kater aus nördlichen Breiten
Lässt zu seltsamem Tun sich verleiten:
Er trinkt aus dem Klo.
Das mag er halt so.
Geschmackssach’! Was soll man da streiten?

CoonieKlo

Foto: Edith Nebel



Strom kaputt
September 20, 2009, 5:33 pm
Filed under: Wahnsinn im Alltag

Na, das war ja wieder eine Woche! Sie ging schon gut los. Am Montag um die Mittagszeit kam ein Anruf meiner besseren Hälfte: „Du, wir haben da ein Problem.“
Mit der Frage: „Was ist denn jetzt kaputt?“ liegt man bei uns erfahrungsgemäß nicht verkehrt.
„Der Strom ist kaputt. Auf der ganzen linken Seite der Küche tut sich nix. Ich hab schon den Kühlschrank ausgeräumt und vorgerückt und dies und das und jenes probiert … aber ich hab keine Ahnung, woran es liegt.“
„Öh – wie jetzt? Wie hast du das denn gemerkt? Mir müsste schon das Eiswasser entgegenplätschern, bis ich merke, dass der Kühlschrank nicht mehr kühlt.“
„Ich war in der Küche und hab die Post durchgeschaut. Auf einmal macht das Radio „bssss“ und alle Lämpchen gingen aus. Da hab ich dann sicherheitshalber gleich in den Kühlschrank geschaut …“

Na, Freude! Seit Dezember ist immer irgendwas. Abwechselnd ist etwas kaputt oder jemand ist krank. Manchmal auch beides.

„Und was soll ich jetzt hier vom Büro aus machen?“, frage ich ratlos.
„Gar nix. Ich ruf nachher den Elektriker an.“, sagt der Mann. „Ich werde jetzt alles, was ihm in der Küche und im Flur im Weg sein könnte, in Boxen verpacken und im Schlafzimmer und Wohnzimmer verteilen. Im Büro steht schon was.“

Wieder hab ich also meinen Hausrat in Kisten und Kasten in der ganzen Wohnung herumstehen und es schaut bei uns aus, als sei ein Zimmer explodiert. Ich hasse das. Das mit den Boxen ist schon bald der Default-Zustand unserer Behausung. Es ist fraglos notwendig und ich bin ja auch sehr erleichtert, dass er daheim ist und sich um den ganzen lästigen Kram kümmert. Allerdings wäre es mir entschieden lieber, „der Strom“ wäre gar nicht erst kaputt gegangen.

Stromkaputt2

Stromkaputt1

Der Hausrat in Boxen. Ein vertrauter Anblick in unserer Hütte.

Der Elektriker kommt, wie es sich herausstellt „am Dienstag Vormittag“. Zur Sicherheit wird die Sicherung für die Küche ausgeschaltet. Der Witz ist: Dank kreativer Elektrik habe ich nun auch keinen Strom im vorderen Teil des Flurs, im Klo und im Bad. Alles duster wie im Kino. Sollen wir jetzt wie die DARMOL-Männchen mit den Kerzen wandeln?

Am nächsten Morgen bin ich so frei und schalte die Sicherung wieder ein. Im Dunkeln kann ich einfach kein Frühstück richten, die Viecher versorgen und mich bürofein machen. Beim Rausgehen schalte ich das Dingens wieder aus. Abfackeln soll die Bude ja nicht …

Der Elektriker kommt tatsächlich gegen halb neun. Bei der Fehlersuche werden noch ein paar Bilder abgehängt und Regalbretter geleert, und nach einer Stunde ist alles wieder im Lack. Rechnung folgt.

Dafür hab ich die Probleme jetzt im Büro: Das Netzwerk spinnt total, mein Computer arbeitet nur noch halbtags und ich sehe meine Drucktermine den Bach runtergehen. Nie werde ich es schaffen, mich auf den Standpunkt zurückzuziehen: „Ich kann’s nicht ändern, und die Konsequenzen sind mir egal. Is’ ja nicht meine Firma.“

Zum hundertsten Mal frag ich mich allerdings, ob’s nicht besser wäre, ich würde endlich (m)eine Katzenpension eröffnen. Dazu bräuchte ich keinen Laptop und kein Netzwerk, sondern eine Mistschaufel und einen Dosenöffner. Werkzeug, das nicht den Hang zum Abstürzen hat und auch keine teuren Techniker benötigt.

Mit Hängen und Würgen kriegen wir das Computerproblem vorläufig und provisorisch in den Griff. Aber es ist trotzdem jeden Tag eine Zitterpartie: Packt’s das System oder kackt es jetzt endgültig ab?

Auch wenn mir wieder ein pflichtenreiches Wochenende bevorstand: Dieses Mal dachte ich wirklich: „Thank God it’s Friday!“ Und hab’s am Sonntag sogar zu einer kleinen Runde durch den frühherbstlichen Scharnhauser Park geschafft.

Mais200909

“Kukuruz“ sagt meine Familie zum Mais.

Weg200909

Gewitterwolken und erste gelbe Blätter

Allee200909

Die Kastanienallee auf dem ehemaligen Gartenschau-Gelände.

Seerosen200909

Rosen200909

Rosen und Seerosen in den Bürgergärten

Manchmal wäre mir eine etwas langweilige Phase in meinem Leben ganz Recht. Auf Chaos, Katastrophenmeldungen, Krankheiten und Kurzarbeit könnte ich gern ein Weilchen verzichten.



Cooniebert hat Post gekriegt
September 16, 2009, 9:48 am
Filed under: Tierisches

PostTierarzt

Eine nette Katzenpostkarte von der Tierärztin!

Eine Erinnerung von der Tierarztarzpraxis hatten wir gestern im Postfach: Coonieberts Gesundheitsuntersuchung und Impfung steht an. Normalerweise verliere ich bei so was nicht so leicht den Überblick, aber Cooniebert, der im Februar erst in der Klinik und dann noch mal wegen der Ohren zwischendrin beim Vet war, den hätte ich jetzt eigentlich erst zusammen mit den anderen Monstern im kommenden Winter wieder in die Praxis geschleppt.

Naja, wenn Frau Dr. meint … schaden kann es ja nicht. Allenfalls unserem Hausrat und unseren Händen und Unterarmen, denn wie ich aus Erfahrung weiß, wird sich „der Bertl“ wieder bis zu unserem letzten Blutstropfen zur Wehr setzen. Ich denk da an unsere Geschichte „Cooniebert hat Impftermin“, die man hier nachlesen kann: https://edithnebel.wordpress.com/2009/01/15/cooniebert-hat-impftermin/

Jetzt schauen wir mal, wie wir das nervlich und terminlich unterkriegen. 😉

Cooniebert095Ba

So dürr Cooniebert auch ist … Kraft hat er schon!

Cooniebert073Bo

Wenn er es erst mal geschafft hat, sich hinter die Bücher zu flüchten, haben wir versch*ssen.



Maja Franklin: Bei dir fand ich das Paradies – Liebesroman
September 15, 2009, 9:30 am
Filed under: Bücher

Maja Franklin: Bei dir fand ich das Paradies, Liebesroman aus der Reihe ROMANA, Hamburg 2009, CORA-Verlag GmbH & Co. KG, Band 1801, Taschenheft, 156 Seiten, Format 12,5 x 18,2 x 0,7 cm, EUR 2,40 (D), EUR 2,50 (A), CHF 5,00 (CH).

Paradies-Cover

Auf eigene Rechnung fliegt die blutjunge freie Journalistin Ashley Riverside auf die Malediven. Ihr Ziel ist es, den Meeresbiologen Joshua Thompson ausfindig zu machen, der vor drei Jahren nach einem Skandal um unterschlagene Forschungsgelder verschwunden ist und hier auf einer der Inseln leben soll. Sie will herausfinden, was damals wirklich geschehen ist und den Artikel darüber an das Lifestyle-Magazin CITY PEOPLE verkaufen.

Sie hat vorbildlich recherchiert, der Mann ist schnell gefunden. Doch ihre erste Begegnung verläuft nicht eben viel versprechend. Als Ashley sich seiner Behausung nähert, tritt sie in einen Seeigel und Thompson muss ihr notgedrungen zu Hilfe kommen. Ein griesgrämiger, bärtiger Einsiedler, der ausgesprochen ruppig reagiert, als Ashley sich im Verlauf des Gesprächs als Journalistin zu erkennen gibt.

Auch wenn Ashley attraktiv, intelligent und sympathisch zu sein scheint, von Frauen und Journalisten hat der Joshua Thompson auf Grund vorangegangener Erfahrungen erst einmal die Nase voll. Da zieht er die Gesellschaft der Meeresbewohner, allen voran der Delfine, deren Lautsprache er derzeit erforscht, entschieden vor. Doch so schnell gibt Ashley nicht auf. Aus ihrer Zeit als Klatschreporterin hat sie eine gehörige Portion Beharrlichkeit zurückbehalten.

Es kommt zu einer Art Waffenstillstand zwischen dem Meeresbiologen und der Journalistin. Über seine Vergangenheit will er nicht sprechen, mit dem großen Enthüllungsartikel wird es also einstweilen nichts werden. Aber er ist bereit, Ashley bei einer Reisereportage zu helfen. Er bringt ihr das Tauchen bei und vermittelt ihr das für ihren Artikel nötige Wissen über die Unterwasserwelt.

„Wenn ich sie mit Informationen versorge, überlegte er, steht dort zumindest fundiertes Fachwissen drin. Und es gab einen Artikel weniger, über den sich Leute, die sich mit der Materie auskannten, ärgern mussten.“ (S. 36) Das ist natürlich nur ein Teil der Wahrheit. Auch wenn Joshua Thompson es nicht zugeben will: Er genießt Ashleys erfischende Gesellschaft und träumt alsbald von einer Beziehung, zumindest aber von einer Affäre mit ihr. Doch sie ist Journalistin, und damit, bei aller Sympathie und Attraktivität, der natürliche Feind eines Menschen mit dunkler Vergangenheit.

Auch Ashley muss sich bald eingestehen, dass sie sich in den einsiedlerischen Wissenschaftler verliebt hat, räumt der Geschichte aber genau so wenig Zukunft ein wie er. Auch sie hat eine Vorgeschichte, die es ihr schwer macht, an Liebe, Glück und Vertrauen zu glauben. Und außerdem: Wenn sie hier auf der Insel bliebe, was würde dann aus ihrem Traum von einer großen Karriere als Journalistin werden?

Doch momentan genießt Ashley ihren Aufenthalt auf der Insel wie einen Urlaub. Sie arbeitet mit Joshua Thompson zusammen, sie flirten miteinander und er bekocht sie mit einem unsagbar romantischen Abendessen. Doch beide sind sich ganz sicher, dass keine Beziehung daraus werden kann, darf und wird.

Schlagartig vorbei ist es mit der paradiesischen Urlaubsstimmung, als einer von Thompsons Delfinen schwer verletzt angeschwommen kommt. Ashley hilft Joshua dabei, das Tier zu verarzten und kann nicht fassen, was der Meeresbiologe als Erklärung für die Verletzung liefert: „Hier sind schon länger Tierfänger unterwegs. Sie haben es auf seltene Fische und Korallen abgesehen, aber oft verletzen sie durch ihre Netze oder mit ihren Boten auch Delfine.“ (S. 65)

Die Wasserschutzpolizei, so erfährt Ashley, ist machtlos gegen die Bande. Am liebsten würde Joshua den Tierfängern selbst das Handwerk legen. Eine gefährliche Äußerung, wenn man sie gegenüber einer ehrgeizigen jungen Journalistin macht! Als Ashley erfährt, auf welcher der kleinen Inseln das Versteck der Tierfänger vermutet wird, begibt sie sich, bewaffnet mit Kamera und Diktiergerät, klammheimlich dort hin. Doch sie hat ihre Gegner gründlich unterschätzt. Bei ihrem leichtsinnigen Besuch in der Höhle des Löwen gerät sie in tödliche Gefahr.

Wird sie den kriminellen Tierfängern entkommen können? Und wie wird Joshua Thompson auf die Nachricht der CITY PEOPLE-Redaktion reagieren, die an Ashley gerichtet und gar nicht für seine Augen bestimmt ist? Es ist ein Versehen, dass er sie zu Gesicht bekommt. Und es ist eine Katastrophe …

Man fühlt sich wie im Urlaub, wenn man diesen Roman liest. Das ist auch das Konzept der Reihe ROMANA. Und es ist fast nicht zu glauben, dass die Autorin nie selbst Taucherurlaub auf den Malediven gemacht hat, sondern all ihr Wissen und all die farbigen und plastischen Stimmungsbilder allein das Ergebnis gründlicher Recherchen sind.

Dass die Heldin des Romans gar nicht so ein abgebrühtes Luder ist, wie der Klappentext vermuten lässt, sondern eigentlich viel zu unerfahren und zu ehrlich für den Job der taffen Enthüllungsreporterin ist, macht sie sympathisch. Und nur so kann die Geschichte auch funktionieren. Eine mit allen Wassern gewaschene Journalistin, so eine richtige eiserne Lady, wäre für die romantische Stimmung, die von dieser Geschichte ausgeht, vermutlich gar nicht empfänglich.

Die Rezensentin hatte das Liebesroman-Genre als todernst und dramatisch in Erinnerung und war erfreut, dass es Maja Franklin gelungen ist, neben Romantik, Spannung und Erotik auch humorvolle kleine Szenen und Dialoge in der Geschichte unterzubringen. So entwickelt sich Ashleys ungewöhnliche Kaffee-Vorlieben zu einer Art running gag.Und auch dass sie Joshuas wissenschaftliche Ausführungen über das, was beim Abendessen auf dem Teller liegt, mit der Bemerkung abwiegelt: „(…) Ich glaube, ich möchte (…) diesen Krabbencocktail einfach nur genießen, ohne zu erfahren, was die Krabben vorher gemacht haben“ (S. 45) bringt einen zum Schmunzeln. Man kann Ashley diesen Wunsch ja nachfühlen!

Dass der Roman ein Happy End hat, das ist vom Genre vorgegeben. Doch wie die Helden zum Ziel kommen, das ist frisch und zum Mitfiebern spannend erzählt.

Maja Franklins Roman „Bei dir fand ich das Paradies“ ist über http://www.cora.de
zu bestellen. Direktlink zum Roman: https://www.cora.de/product_info.php/info/p6363_bei-dir-fand-ich-das-paradies.html



Schlüssel-Erlebnisse
September 13, 2009, 6:28 pm
Filed under: Wahnsinn im Alltag

Irgendwie such’ ich immer mein Zeug. Es ist nicht so, dass ich von Natur aus schusselig oder chaotisch wäre. Meine Buchhaltung ist stets tipptopp und mein Elefantengedächtnis für Zahlen und Job-Details ist berüchtigt. Ich habe im Lauf meiner Berufstätigkeit nur ein einziges Mal einen Besprechungstermin vergessen. Damals hatte ich bereits gekündigt, und das weitere Firmengeschehen war mir schon Wurscht.

Was ich mir aber ums Verrecken nicht merken kann: Wohin ich meine Schlüssel, Handtasche, Sonnenbrille etc. schmeiße, wenn ich zur Wohnungstür hereinkomme. Und wo ich meine Schuhe ausgezogen habe. Meine bessere Hälfte kriegt jedes Mal die Meise, wenn wir aus dem Haus gehen wollen und ich erst das Suchen anfange: „Kreisch! Ich find’ meinen Hausschlüssel nicht! Und wo hab’ ich nur meine Handtasche hingeschmissen? Ich hatte mir doch alles schon gerichtet! Und hat jemand meine roten Schuhe gesehen? Ohne mein Zeug geh’ ich nicht aus dem Haus!“

BrilleSchluessel

Ewig suche ich Schlüsselbund und Sonnenbrille. Und nicht nur das!

Der Mann verdreht die Augen. „Ich hab’s dir schon hundert Mal gesagt. Es ist ganz einfach: Leg dein Gelumpe immer an den selben Platz, dann musst du es nicht immer suchen!“

Ich bin sicher, dass er damit Recht hat. Und dass meine Großeltern das gleiche schon vor 75 Jahren ihren Kindern gepredigt haben. Trotzdem suchen meine Verwandten väterlicherseits ihr Leben lang Schlüssel, Geldbörsen, Taschen, Brillen und Schuhe. Vielleicht haben wir alle einen Gen-Defekt. Wir haben irgendwas mit dem Suchen-Ge(h)n …

Das Problem ist, dass das Fallenlassen von Schlüsseln und anderem lästigen Zeug kein bewusster Akt ist. Ich komme zur Tür herein, hab den Kopf voller Termine und zu-erledigen-Posten, renne schnurstracks in die Küche, ins Büro oder meinetwegen ins Schlafzimmer um mich umzuziehen und deponiere alles, was ich gerade nicht in den Händen gebrauchen kann, auf der nächst gelegenen horizontalen Fläche. Das geht ganz automatisch, ich nehme nicht wahr, dass ich das mache und kann es mir deshalb auch nicht merken.

Meine bessere Hälfte hat mir ein Schlüsselbrett gekauft und es neben der Wohnungstür an die Wand montiert. Da hängen seitdem diverse Ersatzschlüssel dran. Es wird doch wohl niemand im Ernst erwartet haben, dass ich mich auf so einen Fummelkram konzentriere, während ich beim Hereinkommen darüber nachdenke, dass die Waschmaschine nun fertig sein müsste …dass ich zu warm angezogen bin … dass ich die Konten überprüfen muss, weil mir beim Überfliegen der Ausdrucke etwas komisch vorgekommen ist … dass ich die Katzen auf den Balkon hinauslassen will … und dass mir nun endlich eingefallen ist, in welchem Kochbuch das Rezept steht, das der Mann so verzweifelt sucht.

Bei alledem habe ich Hausschlüssel, Handtasche und Schuhe einfach nicht auf dem Schirm.

Ich zische wie eine Flipperkugel durch die Wohnung, versuche, so viel wie möglich zu erledigen, und finde, bevor ich zum nächsten Termin weiter eile, nach vielem Kreischen und Suchen die Latschen im Flur, die Schlüssel auf dem Kratzbaum, die Handtasche auf dem Wohnzimmersessel und die Sonnenbrille auf dem Küchentisch.

Die Arbeitswoche über kann ich mich zumindest in punkto Schlüssel überlisten. Der hängt an einer Kette an meiner Arbeitstasche und bleibt auch dort. Es sei denn, ich müsse nach Feierabend noch schnell in den Keller. Dann, siehe oben, geht das Gekreische und Gesuche wieder los.

Haargenau das gleiche Gezicke habe ich mit Scheren und Kugelschreibern. Die werden irgendwo benötigt, benutzt, liegen gelassen und vergessen. Und dann kassiere ich einen Anschiss, weil alle Kulis im Büro und keiner mehr in der Küche ist. Weil die Nagelschere auf der Waschmaschine liegt und ich die Küchenschere zum Paketöffnen ins Wohnzimmer verschleppt habe.

In der Firma habe ich so einen Zirkus gar nicht. Meine Bürozelle ist kaum größer als mein Schreibtisch, da kann ich gar nichts verlegen. Da kommt auch die Schlüsselkarte, die uns die Büroräume öffnet, konsequent morgens mit einem Clip an die Klamotten und abends wieder in das Seitenfach meiner Arbeitstasche. Zwei Vorgänge, die ich gerade so in Schach halten kann. Nur mit Dingen, die ich drölfzigmal am Tag in die Hand nehmen, von A nach B tragen und dann wieder ablegen muss, habe ich ein Problem. Damit bin ich überfordert.

Vorhin habe ich Handtasche, Brille und Schlüsselbund auf die Schuhschrank gelegt, um für diesen Text Fotos davon zu machen. Ich bin gespannt, ob ich das nachher, wenn ich wieder aus dem Haus muss, noch weiß …