Wahnsinn im Alltag


Zwei Coonies im Korb …
Februar 21, 2010, 6:31 pm
Filed under: Tierisches

Als Kater Yannick (rot) noch klein war, sah es ja ganz gemütlich aus, wenn Cooniebert und er  sich im Korb zusammengekuschelt haben. Die beiden folgenden Bilder sind vom Sommer 2007.

 

 

 Wenn Yannick jetzt zu Cooniebert in den Katzenkorb steigt, ist der Graue platt. Die folgenden drei Fotos sind vom Februar 2010.

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Yaddayaddayadda

„Weißt du, er ist absolut nicht mein Typ“, blökt eine durchdringende Frauenstimme. „Und er hat auch einen ganz komischen Frauengeschmack. Lauter so langweilige blonde Durchschnittsdeutsche im Sekretärinnenkleidchen. Aufgeknöpfte Bluse, hohe Stiefel … Männertraum eben. Und was die sich immer einbilden! Alle so von oben herab.“

Eine junge Frau lässt sich mir gegenüber auf den Stadtbahnsitz plumpsen. Ich schaue erschreckt von meinem Buch auf. Och, bitte, nee! Ich habe einen langen und nervigen Arbeitstag hinter mir, ich will jetzt nicht eine halbe Stunde lang zwischen einem Rudel schnatternder Freundinnen sitzen! Ich will in Ruhe meinen Roman lesen!

Die anderen beiden Plätze unserer Sitzeinheit bleiben jedoch leer. Weit und breit keine Freundinnen in Sicht. Erzählt die junge Dame diesen Stuss etwa mir? Sie fuchtelt mit beiden Armen, ein Handy kann sie sich also nicht ans Ohr halten. Etwa eine meschuggene Person, die lauthals in der Öffentlichkeit Selbstgespräche führt? Muss ich mich fürchten?

Ich schau genauer hin. Ach so … sie hat einen kleinen Kopfhörer auf und allerhand Kabelgedöns um den Hals hängen. Sie telefoniert also und hat anscheinend ganz vergessen, dass sie nicht ihrer Gesprächspartnerin gegenübersitzt, sondern sich in einem Stadtbahnwaggon voller wildfremder Leute befindet, die sich für ihren Privatscheiß höchstwahrscheinlich null die Bohne interessieren.

Ich versuche, mich wieder auf mein Buch zu konzentrieren. Ich will jetzt wissen, ob meine Romanhelden nun endlich herausgekriegt haben, in welche Schweinerei sie sich unabsichtlich verstrickt haben. Doch ich kann mich nicht auf die Abenteuer von Jack und Louise konzentrieren, weil die junge Frau so vehement ihr WG-Leben in unser aller Ohren trötet.

„Du weißt ja, ich schlaf auf dem Sofa“, erfahren nun alle Insassen unseres U7-Waggons, ob sie wollen oder nicht. „Wenn ich ihn mal nicht sehen kann oder will, dann kann ich mich höchstens ins Bad verziehen. Eine WG mit einem Mann ist irgendwie anders als mit einer Frau. Neulich hat er mich gefragt, was Frauen so wollen … ich meine, im Bett. Und da hab ich es ihm gesagt. Und dann meint er, ey, das macht mich voll an. Voll widerlich, echt. Er ist ja echt nicht mein Typ, überhaupt gar nicht. Eine echte Nullnummer, der Typ. Genau wie mein Chef …“ .

Yaddayaddayadda.

Oliver Kalkofe hat mal gefordert, dass man seine Privatgespräche doch besser daheim in der eigenen „vermufften Furzbude“ führen solle. Diesem Aufruf schließe ich mich vorbehaltlos an.

Was für ein Glück, dass es Tunnel und Funklöcher gibt! Irgendwann bricht das Telefongespräch ab und es herrscht Ruhe im Waggon. „Ich hasse Bahnfahren“, knurrt die Schöne. Ja, ich manchmal auch. Nur aus dem entgegengesetzten Grund: Ich bin genervt, weil ich mir fremder Leute nichtsnutziges Gequassel anhören muss. Sie ist genervt, weil sie aus technischen Gründen ab und zu eine Zwangsquasselpause einlegen muss.

Himmel, Harsch und Firn! Leute, wenn ihr schon nix Interessantes zu erzählen habt, dann macht’s wie ich: Legt euch ein Blog zu und labert dort! Das ist für die Umwelt leichter zu ignorieren und macht wenigstens keinen Krach.

Foto: © dido-ob (Dieter Schütz)/ http://www.pixelio.de



Knuddelbert
Februar 9, 2010, 12:50 pm
Filed under: Tierisches

Kater Cooniebert ist selten auf unseren Fotos drauf. Wenn er die Kamera sieht, rennt er davon. Er will einfach nicht vom Blitzlicht geblendet werden. Aber gestern haben wir ihn erwischt … beim Schmusen.



Haarige Gesellen
Februar 7, 2010, 7:52 pm
Filed under: Tierisches

Indie thront wieder mal auf der Dusche und verschafft sich einen Überblick über das Geschehen im Haushalt. Hat er nicht schöne Ohrpinselchen?

Na, Indie, suchst du den Weg zu deinen Verwandten in Bernhausen?

Indie und Yannick warten auf ein Fax.

Ich hab den Urlaub nicht nur mit Putzen verbracht, ich war auch beim Friseur und schau jetzt frisurtechnisch nicht mehr aus wie ein Zwischending zwischen Harry Potter und Daniel Küblböck.



Hausfrauen-Albtraum: Waschmaschine kaputt!
Februar 6, 2010, 6:43 pm
Filed under: Wahnsinn im Alltag

Nach beinahe 8 Jahren treuer Dienste und ziemlicher Beanspruchung hat gestern Abend – natürrrlich Freitag abends, wann den sonst? – meine Waschmaschine den Geist aufgegeben.

Wir haben bei den Wiederbelebungsversuchen zweimal das frisch geputzte Bad unter Wasser gesetzt. Und das, wo ich nach zweieinhalb Wochen Hausputz jetzt so langsam den Putzlappenkoller habe und Eimer, Wischmopp und Lappen nicht mehr sehen kann.

Eine korrekt abgearbeitete Waschmaschinenladung konnten wir ihr noch entlocken, dann fing sie wieder hysterisch zu piepsen an und weigerte sich, das Wasser abzupumpen.

Nach zwei Stunden Geschraube und Gemurkse haben wir’s dann aufgegeben. Ich hab das stehende Wasser von Hand in eine Pfanne ablaufen lassen und stand dann da mit einem Korb patschnasser, zur Hälfte gewaschener Wäsche.

Was macht man damit? Kurzzeitig erwog ich, meine Tante nebenan zu fragen, ob ich die Klamotten bei ihr fertig waschen darf. Sie hätte sicher nicht nein gesagt. Aber ihre Maschine steht im Keller. Sie hätte mir sicher die Funktion ihres Modells erklären und zusehen wollen, was ich mache. Aber bis die gute Frau (86 und nicht mehr gut zu Fuß) im Keller drunten ist … nee, das wollte ich ihr nicht zumuten. Also habe ich die Wäsche in Plastiktüten gepackt und am Samstag Nachmittag zu meinem Vater mitgenommen, um sie dort noch mal zu waschen. Hab vorsichtshalber mein eigenes Waschmittel eingepackt, weil ich nicht weiß, was er für ein aggressives Zeugs daheim hat. Und dann hat er sich beschwert, mein Flüssigwaschmittel würde so arg schäumen. 😀

Na, jedenfalls, die Wäsche ist gewaschen und saust jetzt in meinem Trockner herum.

Das ist ja alles kein Drama, aber ich nehme solche Dinge immer sehr persönlich. Wenn irgendwer oder irgendwas sich erdreistet, mein Leben noch umständlicher und komplizierter zu machen, als es ohnehin schon ist, schwanke ich zwischen Wutanfall und Panikattacke. Ich hab heut Nacht von Bettwäsche im Schleudergang geträumt! Hätte nicht viel gefehlt, und ich wäre um 2 Uhr in der Nacht aufgestanden und hätte in meinem Ordner geschaut, ob ich irgendwo die Telefonnummer vom Kundendienst finde.

Das hab ich dann am Samstag Früh erledigt. Ich bin bei so was ja genau und hebe allen Kram auf. Die Rechnung war da, die Telefonnummer war da und ich hab auch eine Liste mit Angaben gefunden, die der Kundendienst schon am Telefon braucht, ehe er überhaupt ausrückt.

Die nötigen Angaben befinden sich auf einem Aufkleber, der sinnigerweise auf der Rückseite der Waschmaschine angebracht ist, wo man sie so wunderprächtig lesen kann. Erst hab ich versucht, mir der Digicam da hinzuknipsen, aber das hat nicht funktioniert. Nach diversen anderen untauglichen Versuchen hing ich schließlich mit einem Kosmetikspiegel bewaffnet kopfüber über der Maschine und hab versucht, mit meiner Gleitsichtbrille im richtigen Winkel auf die Geräte-Rückseite zu schielen, mir die spiegelverkehrten Zahlenkolonnen zu merken und zu notieren.

Gedöns, Gedöns, Gedöns!

Am Dienstag zwischen 11 und 14 Uhr kommt der Monteur. Bloß gut, dass ich da noch Urlaub habe. Und wenn seine Diagnose Exitus lautet, kauf ich mir am Mittwoch eine neue Waschmaschine. Zur Arbeit muss ich ja erst wieder am Donnerstag. Da träum ich dann vom Exodus … vom Auszug aus der Sklaverei. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.