Wahnsinn im Alltag


Video-Test
März 21, 2011, 9:50 am
Filed under: Tierisches


Der Wahnsinn im Alltag ist umgezogen!
November 25, 2010, 5:15 pm
Filed under: Wahnsinn im Alltag

Liebe Leserinnen und Leser,
weil wir andernorts mehr technische Möglichkeiten haben als hier, bin ich mit meinem Blog umgezogen. Der alltägliche Wahnsinn tobt jetzt hier: http://www.boxmail.de

Ein bisschen weht einem dort noch der Baustellenstaub um die Ohren, aber das neue Domizil ist durchaus schon begehbar.

Liebe Grüße

Edith

Foto: © insektivor212 (Thorben Wengert) / http://www.pixelio.de



Geburtstags-Nachlese

Ich hatte doch gesagt, dass meine Kollegen mir zu meinem Fünfzigsten eine Geburtstagskarte … na ja, eher ein Plakat … gestaltet und getextet haben. Das ist bei uns zu runden Geburtstagen und Firmenjubiläen so üblich. Und auch, den Jubilar dabei ein bissi durch den Kakao zu ziehen.

Ein wenig hab ich mich gefürchtet. Ich bin ja auch nicht zimperlich, erzähle viel und biete sicher eine Menge Angriffsflächen. Aber sie waren wirklich sehr nett und gnädig zu mir …

Das ganze ist eine Parodie auf ein Werbematerial, das ich mal getextet habe und foppt mich ein bisschen wegen meiner vielen privaten Pläne und Aktivitäten.

Aus, äh, organisatorischen Gründen (man hatte meinen 50sten vergessen) fand die feierliche Übergabe des Plakats ein wenig zeitverzögert statt. Jetzt hängt das Plakat an meinem Arbeitsplatz.

Wer sich jetzt fragt, was das für ein netter junger Hund ist, den man auf den Bildern über dem Plakat sieht: Der gehört nicht zu uns. Das ist Joey, ein junger Golden Retriever und sein erwachsener Artgenosse Ryno. Beide gehören meiner Freundin Kerstin D.

Und kurz nach meinem Geburtstag wurde ein Geschenk meiner Freundin Ute W. geliefert, … der gigantische Katzenkalender. Ein Katzenkalender zum Geburtstag ist schon Tradition bei uns. Er hängt immer in meinem Büro. Ich liiiiiebe Kalender, seit eine Klassenkameradin mir in den 70-er Jahren mal einen supertollen Kunstkalender zum Geburtstag geschenkt hat.

Wir haben’s aber einfach nicht früher geregelt gekriegt, die Aufnahmen zu machen. Und ich sag nicht, wie viele Aufnahmen meine Bessere Hälfte machen musste, damit es wenigstens eines gibt, auf dem ich nicht gar so blöd schau.



Jutta Profijt: Schmutzengel – Roman

Jutta Profijt: Schmutzengel, München 2010, dtv Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-21206-9, 285 Seiten, Softcover, Format: 12 x 19 x 2,5 cm, EUR 8,95 (D), EUR 9,20 (A)

„Erst in diesem Moment realisierte ich das ganze Ausmaß meines Problems. Meines katastrophal grandiosen Problems. Eine Leiche im Haus eines Kunden, in dem ich gestern aus lauter Doofheit vergessen hatte, die Tür zu schließen. Eine Leiche! (Seite 105/106)

Von einem Tag auf den anderen gerät das Leben der Werbekauffrau Corinna Leyendecker, 31, total aus den Fugen. Aus heiterem Himmel wird sie von ihrem Agenturchef betriebsbedingt entlassen und sofort freigestellt.

Wenn es im Vorfeld Warnzeichen gegeben hat, so hat sie sie nicht erkannt. So muss es auch in ihrer Beziehung gelaufen sein, denn als sie nach der Kündigung überraschend früh nach Hause kommt, erwischt sie dort ihren Lebensgefährten Greg mit seiner Kollegin im Bett. Der faselt was von „Liebe auf den ersten Blick“ und will, dass Corinna sofort auszieht. Doch so schnell geht das nicht, und so haust sie vorübergehend im ehemals gemeinsamen Arbeitszimmer, während Greg mit der Neuen die restliche Wohnung bewohnt.

Um aus dieser blöden Situation herauszukommen und sich eine eigene Wohnung leisten zu können, braucht Corinna wieder einen Job. Wer in der Werbebranche arbeitet, weiß, was jetzt kommt:
„Sie sind ja schon über dreißig!“
„Ja.“
„Das ist in der Werbung natürlich ein Problem.“
(Seite 24)

Mitten in einem Vorstellungsgespräch, das der potenzielle Vorgesetzte für ein ausgiebiges Telefonat zur Regelung seines Privatkrams unterbricht, hat Corinna einen Geistesblitz: Warum nicht auf die Werbebranche pfeifen und aus ihrem Organisationstalent anderweitig Kapital schlagen – mit einem Wohnungs-Rundumbetreuungsservice? Haben nicht schon ihre Agentur-Kolleginnen immer gespottet, Greg genieße bei ihr „betreutes Wohnen“?

Ihrer punkigen Freundin und Ex-Kollegin, der Texterin Tabea „Troll“ Trollinger, muss sie ihre Geschäftsidee erst erklären: „Ich will Menschen, die keine Zeit haben, sich um ihren Haushalt zu kümmern, genau das abnehmen. Das Kümmern.“ (Seite 48) Tabea bleibt skeptisch, bietet aber an, die Werbemaßnahmen für Corinnas Startup-Unternehmen zu konzipieren. Sie ist es auch, die auf den Firmennamen „Schmutzengel“ kommt.

Wenn Corinna Rat und Hilfe braucht, geht sie nicht zu ihren Eltern, sondern zu ihrer patenten und jung gebliebenen Oma. Die hat auch gleich die perfekte Mitarbeitern für die Schmutzengel parat: Lisbeth Baues, 57, eine erfahrene Hauswirtschafterin, die derzeit ihr Leben privat und beruflich neu ordnet.

Die Schmutzengel legen los und erweisen sich bald als Erfolgskonzept. Die Idee ist gut, der Markt ist da – und Tabeas originelle Werbekampagne haut voll rein. Wie sie ein Speeddating zur Promotion-Veranstaltung umfunktioniert, das ist ebenso saukomisch wie wirkungsvoll.

Die Erfolgsgeschichte mutiert jedoch zum Horrortrip, als Corinna, gesundheitlich schwer angeschlagen, eines Abends vergisst, bei Rüdiger Lauenstein die Tür zum Kühlhaus zu schließen. Am nächsten Tag fährt sie hin um das Versäumte nachzuholen. Es soll sich ja kein Unbefugter Zugang verschaffen können. Doch als sie bei Lauenstein ankommt, ist genau das bereits geschehen: Im Kühlhaus liegt die Leiche eines Obdachlosen! Wie soll sie das nur ihrem Auftraggeber erklären, ohne dass der gute Ruf der Schmutzengel zum Teufel geht? Am besten gar nicht. Die Leiche muss weg!

Corinna lädt den Toten in den Kofferraum ihres Autos und macht sich vom Acker. Doch den Mann loszuwerden erweist sich ausgesprochen schwierig. Die Jungunternehmerin hat so viel um die Ohren, dass sie einfach nicht die Zeit findet, sich um die Leichenentsorgung zu kümmern. Und so kutschiert sie den Verstorbenen mit von Termin zu Termin – und ist heilfroh, dass die Temperaturen derzeit im Minusbereich liegen und die Leiche nicht zu riechen anfängt.

Es ist aber auch wie verhext! Einer ihrer Akquisetermine beschert ihr die kostenlose Teilnahme an einem Business-Stilseminar, bei dem’s ungefähr so herb zur Sache geht wie bei der Fernsehshow „Germany’s Next Topmodel“. Tabea schleppt Corinna zu einer Werbeveranstaltung, das Fernsehen steht auf der Matte und will einen Beitrag über die Schmutzengel drehen, die Familie rückt unangemeldet an – und zu niemandem kann man sagen: „Hör mal, ich habe gerade keine Zeit, ich muss dringend eine Leiche loswerden.“ Und dann wird auch noch das Auto abgeschleppt! Wenn Corinna nicht so erkältet und fiebergeschwächt wäre, würde sie vielleicht zur rechten Zeit eine glaubhafte Ausrede finden. Aber so kann sie kaum klar denken und lässt sich willenlos durch die Ereignisse treiben.

Als sie schon nicht mehr damit rechnet, ergibt sich eine Lösung für ihr Leichenproblem. Doch jetzt fängt das Chaos erst richtig zu toben an. Wie hätte Corinna auch ahnen können, dass es jemanden gibt, der den Toten unbedingt haben will? Jetzt ist er fort. Seine Wiederbeschaffung erweist sich als mindestens so aufwändig wie seine Entsorgung. Gibt es einen Ausweg aus dieser Situation? Wird Corinnas Leben jemals wieder in normalen Bahnen verlaufen?

Die Geschichte ist hochgradig gaga – und ausgesprochen amüsant, nicht nur für Leute aus der Werbebranche. Für die ist noch der eine oder andere Extra-Lacher drin, wenn sie branchentypische Marotten wiedererkennen – und vielleicht sogar einen Kollegen …

Zum Kichern ist, wie die rüpelhafte Tabea das Speeddating aufmischt … wie dieser theatralische Wurzelzwerg von Stilberater die Teilnehmerinnen mit seinem taktlosen Geschwätz fix und fertig macht … wie hyperaktive Fernsehteams in die bodenständige Welt der Schmutzengel einbrechen … und wie Lisbeth mit einem Universitätsprofessor über das Saubermachen philosophiert. Hier muss ich wieder meine übliche Warnung aussprechen: Dieses Buch bitte nicht in der Öffentlichkeit lesen! Oder die Reaktionen der Umwelt hinnehmen. Denn es kann durchaus sein, dass man bei der einen oder anderen Szene breit grinsen oder gar laut loslachen muss.

So abgedreht und unwahrscheinlich die Geschichte auch ist, sie vermittelt doch eine Botschaft: „Mädels, verliert eure Wünsche und Träume nicht aus den Augen! Und lasst sie euch nicht von Dummschwätzern ausreden, die sich auf eure Kosten ein bequemes Leben machen wollen!“ Lisbeth hat rund 30 Jahre gebraucht, um sich privat und beruflich aus solchen parasitären Beziehungen zu befreien. Corinna lernt ihre Lektion zum Glück schon früher. Aus dem ausgenutzten Hascherl wird peu a peu eine selbstbewusste Geschäftsfrau. Oma hat schon Recht, wenn sie schließlich feststellt: „Du siehst plötzlich so … erwachsen aus.“ (Seite 276) Und das liegt nicht nur daran, dass Corinna ein paar Ratschläge des durchgeknallten Stilberaters umgesetzt hat. Da hat ein Reifeprozess stattgefunden.

Leserinnen mit einer Affinität zu Zahlen werden sich fragen, wie denn eine 57-jährige Oma eine 31-jähige Enkelin haben kann. Und einen Enkel, der zwischen 40 und 50 ist. (Erwähnt wird nur, dass Corinnas Bruder um so vieles älter ist als sie, dass er ihr Onkel sein könnte.) Corinnas Mutter wäre laut Buch 40. Das kann auch nicht sein. Entweder hat sich die Autorin verrechnet oder das Lektorat hat am Alter der Figuren so lange herumkorrigiert, bis gar nichts mehr zusammenpasste. Das ist für die Geschichte nicht weiter wichtig, aber Zahlenmenschen stören solche Ungereimtheiten.

Doch davon abgesehen: Die Geschäftsidee der Schmutzengel ist genial! Wenn sie nicht nur für Männer arbeiten würden – Frauen sind ihnen in Haushaltsdingen zu kritisch – würde ich sie sofort engagieren. Bei uns auf dem Grundstück liegen auch garantiert keine Leichen herum. Höchstens mal eine tote Maus …

Die Autorin:
Jutta Profijt wurde 1967 in Ratingen geboren. Nach dem Abitur ging sie ins Ausland, arbeitete als Exportmanagerin im Anlagenbau und war jahrelang selbstständige Unternehmerin. 2003 veröffentlichte sie ihren ersten Kriminalroman. Heute lebt sie als freie Autorin in der niederrheinischen Provinz.

Kater lieben Manuskripte.

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
     
http:// edithnebel.wordpress.com



Der abwesende Mann

In der aktuellen Ausgabe der Fernsehzeitschrift GONG wurde in einem Artikel auf Renate Brackhahn-Witts Buch „Der abwesende Mann“ hingewiesen.

Zu diesem Werk sagt amazon: „Renate Brackhahn-Witt beschreibt auf witzige Art und Weise den ganz normalen Beziehungswahnsinn und deckt die oft weit zurückliegenden Muster auf, die dazu führen.“ Okay. Passt in mein Beuteraster, will ich haben. Unser Großhändler hat’s nicht mehr, also bin ich bei booklooker.de rein. Und hab mich beömmelt über die Logik der Google-Anzeige: „Sie suchen einen Mann?“

Wenn der Mann abwesend ist, braucht die Person sicher einen neuen.😀



Die schönen Seiten des Novembers

Zum Glück besteht der November nicht nur aus Pisswetter und Düsternis. Es gibt auch sonnige Tage wie die am vergangenen Wochenende.

Christrosen und Chrysanthemen im Garten meiner Eltern.
Die Christrosen wachsen neben unserem Briefkasten, seit ich zurückdenken kann. Die hat noch meine Mutter, wenn nicht gar meine Großmutter gepflanzt.

Chrysanthemen hatten wir früher, als meine Mutter noch lebte, in Gelb und Weiß, Rosa und Rostrot. Die rostroten hatten für mich immer was Asiatisches. Ich nehme an, dass ich irgendwann mal in meiner Kindheit ein asiatisches Kunstwerk gesehen habe, auf dem solche Chrysanthemen abgebildet waren. Wie sonst käme ich darauf?

Jetzt ist von all der Farbenpracht noch eine einzige gelbe Chrysantheme übrig.

Das wird heute wohl für eine Weile der letzte Sonntagsspaziergang bei Sonnenschein gewesen sein. Deshalb bin ich noch Mal mit der Kamera losgezogen.

Stadtbahnschienen

Allee im Scharnhauser Park

Ein Firmengebäude …
… mit und ohne Herbstblätter

Bunte Blätter



Yannick und die Schuhe
November 9, 2010, 6:43 pm
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„Nicht schreien! Im Fernsehen sagt er doch immer, wenn die Schuhe nicht passen, kann man sie kostenlos wieder zurückschicken.“