Wahnsinn im Alltag


Der Sackbearbeiter ;-)
Oktober 7, 2010, 7:17 am
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Unsere Katzen kennen den Versandkarton von zooplus, in dem ihr Futter geliefert wird. Lesen können sie vermutlich nicht, also nehme ich an, dass der Karton eben nach Futtermittel riecht. An den Dosen haben sie sich noch nie vergriffen, aber sowie Indie des Trockenfuttersacks habhaft wird, beißt er Löcher hinein und bedient sich selbst. Die anderen Katern profitieren dann von seiner Vorarbeit – und ich fluche wegen der Schweinerei. Die Trockenfutterhäppchen sind kugelrund und kullern dann durch die ganze Hütte.

Aber ehe Indie sich als „Sackbearbeiter“ betätigen kann, muss er erst mal in den Karton hineinkommen. Den Deckel anzuheben, während sein viel größerer und schwererer Onkel Yannick draufsitzt, verstößt gegen die geltenden Gesetze der Physik. Also bohrt und gräbt und wirtschaftet Klein-Indie so lange, bis es Yannick zu ungemütlich wird und er sich trollt.

Geschafft! Mit-Kater vertrieben, Deckel geöffnet, freie Bahn für den Sackbearbeiter!

„Alles meins!“

PS: Leider ist der bescheuerte Begriff „Sackbearbeiter“ nicht auf meinem Mist gewachsen. Das kam raus, als der US-amerikanische Schauspieler Robert Lyons in einer deutschen TV-Serie „Sachbearbeiter“ sagen sollte. Und ich hatte das Gefühl, danach haben sie ihm das Wort erst recht oft ins Script geschrieben. Sie hätten ihn auch einfach nur „Beamter“ sagen lassen können.



Das Miezhaus
Juni 30, 2010, 2:29 pm
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Im Juni hatten wir wieder für zwei Wochen unsere Gastkatzen hier, Ivan und Olga. Zweimal jährlich urlauben sie bei uns, während ihre Menschen auf Reisen sind. Mittlerweile sind sie so in unseren häuslichen Ablauf integriert, dass das nicht mal mehr Stoff für eine Katzengeschichte gibt.

Das einzig Erwähnenswerte ist die morgendliche Abfütterungsaktion. Ivan besteht darauf, sein Frühstück auf dem Balkon einzunehmen, Olga bekommt ihres in unserem Büro, und unsere drei Coonies mampfen, wie gewohnt, in der Küche.

Theoretisch.

Praktisch sieht es so aus, dass ich morgens nach dem Aufstehen direkt in die Küche gehe. Alle gehen mit. Das heißt, sie latschen mir mit viel Gemaunze und Gegurre vor den Füßen rum. Ich wate quasi durch Fell.

Ich spüle die Näpfe unserer Coonies und gehe auf den Balkon, Ivans Fressnäpfchen einsammeln. Alle gehen mit. Ich trage Ivans Näpfe in die Küche. Alle gehen mit. Ich gehe ins Büro, um Olgas Näpfe zu holen. Sie ahnen es: Alle gehen mit. Ich bringe Olgas Näpfe in die Küche. Alle gehen mit – und sitzen dann erwartungsvoll um mich herum, während ich das Katzenfrühstück vorbereite. („Cooniebert, wenn du zwei Millimeter rücken würdest, könnte ich hier was arbeiten und es würd’ viel schneller gehen!“ – „Indie, wenn du im Napf stehst, wie soll ich da was reinfüllen?)

Ich stelle unseren Coonies das Futter in die Küche und trage Ivans Napf auf den Balkon. Alle gehen mit. Ich geh zurück in die Küche, um Olgas Näpfe ins Büro zu expedieren – und alle gehen mit.

Danach verteilt sich die Katzenbande auf der Etage. Yannick und Indie fressen Olgas Frühstück, Ivan und Cooniebert mampfen in der Küche und gehen dann gucken, was es auf dem Balkon und im Büro zu futtern gibt. Und während die Katerbande ihr Futter-Zirkeltraining absolviert und jeder mal aus jedem Napf frisst, um festzustellen, dass in allen das gleiche drin ist, geht Olga in aller Ruhe in die Küche und verspeist das Frühstück unserer Coonies.

Den Versuch, unseren Katern ihre Hausmarke zu servieren und den Gastkatzen das ihnen vertraute Futter, habe ich schon bei ihrem ersten Besuch bei uns aufgegeben. Es frisst doch eh jeder, was er will. Das Chaos ist unkontrollierbar. Jetzt gibt es abwechselnd an einem Tag unser Futter, am anderen Tag ihres. Keine Frage, dass immer das der anderen besser schmeckt. Am „Energiesparfutter“ (Diät-Trockenfutter) der Gäste hat ausgerechnet unser dürrer Cooniebert einen Narren gefressen.

Da bis jetzt aber noch kein Vierbeiner in unserem „Miezhaus“ vom Fleisch gefallen ist, wird das mit dem Fress-Chaos schon in Ordnung sein.

British-Kurzhaar-Kater Ivan hängt auf dem Kratzbaum ab

Olga schaut aus dem Schlafzimmerfenster, was sich auf der Straße tut. Nicht viel. Wir sind hier aufm Land.

Unsere drei Katern, Yannick, Cooniebert und Indie (v.l.n.r.) haben sich zu einem Fellknödel zusammengerollt und pennen auf dem Balkon.

Yannick thront auf dem Blumentisch …

… und besetzt den ganzen Katzenkorb. Der dürre Cooniebert braucht nur halb so viel Platz.