Wahnsinn im Alltag


Vom Sinn rosaroter Kinderwagen

Worüber man sich nicht alles Gedanken macht, wenn man irgendwo dumm rumsitzt und nichts Besseres zu tun hat als Leute zu beobachten! In einem Restaurant an unserem diesjährigen Urlaubsort fiel mein Blick auf eine junge Mutter mit einem rosaroten Kinderwagen. Das Kind war auch ganz in Pink gewandet, also schlussfolgerte ich messerscharf: Es ist ein Mädchen.

Als praktischer Mensch fing ich an zu überlegen: Kauft man jetzt schon Kinderwagen passend zum Geschlecht? Und wenn das nächste Kind ein Junge ist, was macht man dann? Kann man die Karre irgendwie umspritzen lassen und die „Weichteile“ des Fahrzeugs austauschen? Denn ein kleiner Bub wird ja sicher einen blauen Kinderwagen haben müssen. Den kann man doch nicht in so eine rosafarbene Kitschkutsche legen, man kommt ja nicht mehr aus dem Erklären heraus: „Nein, das ist kein Mädchen, das ist ein Junge. Er trägt nur den rosaroten Kinderwagen seiner älteren Schwester(n) auf.“

Oder stellt man die pinkfarbene Karre in den Keller und kauft für den Jungen eine blaue dazu?

Man könnte den rosaroten Mädchentraum auch auf dem Kindersachenmarkt als Gebrauchtfahrzeug verkaufen … aber was ist, wenn nach dem Bub noch ein weiteres Kind kommt und das wieder ein Mädchen wird? Da muss man schon für alle Fälle gewappnet sein. Oder so viel Geld haben, dass man wieder ein neues pinkfarbenes Modell erwerben kann.

Vielleicht gibt’s auch einen Kinderwagen-Tauschring im Freundeskreis. Wer einen kleinen Jungen hat, nimmt die blaue Karre, wer ein Mädchen hat, die rosarote. Das könnte aber vom Timing her schwierig werden, da muss man sich gut absprechen.

Vermutlich sind die geschlechtsspezifisch gefärbten Kinderwagen nur was für Leute, die ganz genau wissen, dass sie garantiert kein zweites Kind haben wollen. In dem Fall gibt’s keinerlei Probleme. Sie kaufen eine Karre passend zu ihrem Kind und gut is’.

Und was macht man eigentlich bei Zwillingen? Gibt’s Kinderkarren, die auf einer Seite blau und auf anderen rosa sind?

Wie gesagt, es ist schon merkwürdig, worüber der Mensch nachdenkt, wenn er gerade nichts zu tun hat.



4. Drachenfest in Ostfildern

Irgendwie haben sie nie das ideale Drachenflugwetter, wenn Anfang Oktober im Scharnhauser Park Drachenfest ist. Entweder es pisst, oder es ist Flaute. Gestern war Sonnenschein und Flaute.

Und so hoben allenfalls kleine Sportdrachen ab oder die Mini-Exemplare der Kinder … wenn die Kleinen damit ordentlich über die Familienwiese rannten. Prachtexemplare wie die Facettendrachen der Schwaikheimer Flautenflieger gingen nur kurz in die Luft:

Aber auch am Boden sehen die Sterne klasse aus:

So halb unter den roten Facettendrachen zu kriechen bescherte mir dieses Foto – und dreckige Knie:

Auch die anderen Drachen sah man hauptsächlich in Ruhestellung. Und ich hätte sie doch so gerne fliegen gesehen!



So viele Flaschen …
Oktober 1, 2010, 8:01 am
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Irgendwer hat eine Batterie leerer Flaschen in der Kaffeeküche meines Arbeitgebers drapiert. Vermutlich weil er/sie keinen Bock drauf hatte, sie selbst zu entsorgen und dachte, dass vielleicht jemand anderer das Pfand kassieren möchte. Seit Tagen stehen die schon da rum, werden etwas ratlos von A nach B geräumt und keiner traut sich so recht, etwas damit zu veranstalten.

Ich seh die Schweinerei und sage erstaunt zu meiner Kollegin: „Sooo viele Flaschen!“
Sie: „Da kommt’s dann auf die paar in der Küche auch nicht mehr an.“

Öh … ja.



Hinter jeder erfolgreichen Frau …
September 30, 2010, 7:36 am
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… steht ein Mann, der ihr auf den Arsch glotzt. Das ist nicht von mir, obwohl es sich zweifellos nach den Sprüchen anhört, die ich so von mir gebe. Das steht auf einem Werbeplakat für die Fernsehserie „Mad Men“, die auf ZDF Neo läuft.

Solche Wörter kennt man beim biederen ZDF? Und schreibt sie auch noch auf Plakate? Unfassbar! 😀

Zum Wahrheitsgehalt des Spruchs kann ich nicht viel sagen. Bin ja kein Mann. Aber vermutlich ist davon auszugehen, dass Kollegen durchaus ihre Meinung zu den Allerwertesten ihrer Kolleginnen haben. Solange sie diese für sich behalten, soll mir das Wurscht sein. Denken darf immer noch jeder, was er mag.

Verzeiht mir die Bildqualität. Das Plakat hängt an „meiner“ Stadtbahnhaltestelle und ich hab’s gestern so im Vorbeigaloppieren mit der kleinen Kamera aufgenommen. Die Leute haben zwar ein bisschen komisch geschaut und sich vermutlich gefragt, was ich hier treibe, aber sei’s drum. Wenn sie hier in den Blog schauen, wissen sie’s jetzt.



Zwetschken mit k!

Mein Kollege hat mir Marmelade aus Österreich mitgebracht – als Dankeschön dafür, dass ich seine Katzen gehütet habe. Ich liebe Marmelade. Und eine besondere, wenn auch späte Genugtuung bereitete mir die Aufschrift auf dem Etikett:

Zwetschke – mit k!

So schreibt man das in Österreich. So hat es auch meine Mutter auf Heerscharen von Marmeladen- und Einweckgläser geschrieben. Und so schrieb ich es Mitte der 60-er Jahre in der Grundschule. Und siehe da: Was in Österreich richtig war, war in Deutschland auf einmal falsch. Hier schreiben sich die Zwetschgen mit g. Und ich bekam einen Fehler angerechnet und eine schlechtere Note.

Von regionalen Schreibweisen verstand ich damals noch nichts. Das hab ich erst als Teenager gelernt. Sonst hätte ich ja damals schon mit der Lehrerin verhandeln können: „Hören Sie, da, wo ich herstamme, schreibt man das aber mit k. Ich will mich gern umgewöhnen, aber wenn ein ganzes Land die Zwetschken mit k schreibt, kann es ja nicht vollkommen verkehrt sein.“

Statt dessen verstand ich die Welt nicht mehr. Wenn meine Eltern, die bis dahin für mich in allem die Autorität schlechthin waren, das Wort mit k schrieben, musste es doch richtig sein. Oder? Sie waren doch meine Eltern und für mich als Kind praktisch allwissend. Wie konnte es sein, dass die Lehrerin etwas besser wusste als meine Mutter? Oder hatte sie in Wahrheit keine Ahnung und brachte mir hier Unfug bei?

Und so ließen mich ein paar schnöde Zwetschgen und ein simples k erstmals im Leben am Sachverstand der Autoritäten zweifeln.

Das ganze ist jetzt weit über 40 Jahre her und ich hab’s nie vergessen. Und immer, wenn ich seither irgendwo die Zwetschken mit k geschrieben sehe, fällt mir meine Grundschullehrerin ein und ich denke: „Sehen Sie, Frau H., das Wort gibt es wirklich. Nicht nur handschriftlich auf ein paar Gläser mit selbstgekochter Marmelade gekritzelt. Sondern so richtig offiziell auf Etiketten gedruckt. Meine Mutter hatte doch Recht!“



Von Äpfeln bis Zigarren
September 17, 2010, 8:27 am
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Mein Bild vom Herbst ist anscheinend überwiegend essbar. Das ist mir aufgefallen, als ich die wunderschönen Herbstblumenfotos einer Freundin gesehen habe. Blumen sind bei mir eher selten auf dem Bild. Dafür aber Äpfel, Mais und Tomaten. Ich bin ein Landei und werde eins bleiben.

So makellos wie die im Laden sind diese Äpfel nicht.

Die Kastanien rüsten sich auch schon zum Absprung.

Der Mais braucht noch ein bisschen Zeit.

Mit den Tomaten ist’s heuer nicht weit her. Grüne gibt’s genügend. Aber rote?

Die „Zigarren“ sind auch schon fertig. Wie heißt die Pflanze eigentlich richtig? Schilf?

Und hier noch ein Foto von den Landschaftstreppen im Scharnhauser Park. So ziemlich die einzige Stelle dort, bei der man sicher sein kann, dass sie keinen Häuserblock hinbauen. Oder zwei oder drei oder drölf.



Is’ das Kunst oder kann das weg?
September 15, 2010, 8:14 am
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Kunst ist es nicht, allenfalls Handwerk: Unser heimisches Balkongeländer und die Beine vom Blumentisch. Ich fand einfach, dass das klasse ausschaut. Ich liebe ja solche Aufnahmen von Gebäudeteilen, die ein bisschen nach abstrakter Kunst aussehen.

Und wenn ich nicht dauernd in unserem Firmengebäude drinsitzen würde, würde ich mal mit der „guten“ Kamera drumherumwuseln und fotografieren, was das Zeug hält. Ich finde das Gebäude nämlich ganz toll … von außen. 😉 Für solche Aufnahmen ist es wie geschaffen. Deswegen rennen auch andauernd Fotografen und Filmleute dort herum.



Da schnitten sie die Zeitschrift klein …

Wie lange bin ich jetzt in der Druck- und Verlagsbranche zugange? Rund dreißig Jahre. Und immer wieder gibt’s was, das mich überrascht:

Gestern bekam ich mein Abo-Exemplar der Zeitschrift „Geliebte Katze“, das Oktoberheft. ‚Ach‘, dachte ich, ‚haben die das Format geändert?‘ Die Zeitschrift ist im Vergleich zu den alten Heften so schmal!

Doch dann hab ich reingeschaut ins Heft. Nix verkleinert – beschnitten haben sie’s! Am rechten Rand einfach 17 mm abgetrennt. Entweder hat jemand bei der Druckverarbeitung eine Maschine falsch eingestellt, oder sie haben das Heft mit Absicht kleingehackt, damit es in die (zu klein gelieferte?) Versandhülle passt und noch rechtzeitig an die Abonnenten rausgeht.

Gut gemeint, aber – Entschuldigung – eine absolute Hirnfurzidee! Denn nun fehlt nicht nur der weiße Rand, auf den man notfalls verzichten könnte – nun fehlt links und rechts auch Text. Und eine Zeitschrift die man nicht lesen kann, kann man eigentlich wegschmeißen. Deswegen hab ich sie aber nicht abonniert (und bezahlt). Ich freu mich seit rund 20 Jahren jeden Monat auf die neue Ausgabe, weil ich sie einfach gerne lese. Und dann isses natürlich schade, wenn man genau das damit nicht machen kann …



Herbst wird’s …
August 30, 2010, 7:18 am
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… die Kastanien reifen und die Katzen kuscheln sich zu dritt auf einen Sessel, obwohl es ausreichend Schlafmöglichkeiten für sie gibt. Das gibt warm. Am Samstag wurde im Supermarkt die Aktionsfläche für die Weihnachtsware freigeräumt. Und im Büro hab ich die Heizung aufgedreht.

Das mit den Kastanien ist ja noch okay, aber der Rest? Hey, Kinder, was soll der Quatsch? Es ist AUGUST!



Flammende Sterne und ein flammend roter Kater
August 23, 2010, 8:49 am
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„Ostfildern und Feuerwerk gehört inzwischen zusammen wie der Eifelturm und Paris“, heißt es auf der Seite http://www.flammende-sterne.de. „Vom 20. bis 22. August 2010 steigen bei den „Flammenden Sternen“ zum achten Mal die weltbesten Feuerwerker in den Ring. (…)“

Es gab Bands, Feuerartisten und ein umfangreichen Kinderprogramm – und am frühen Abend starteten Heißluftballons und kehrten bei Dunkelheit zum Ballonglühen in den Park zurück.

Den Start der Ballons konnten wir am Samstag Abend vom Balkon aus sehen:

Mit dem Nadelbaum im Vordergrund schaut’s ein bisschen nach Weihnachtsdeko aus. 🙂

Am Sonntag haben wir nur vom Feuerwerk was mitgekriegt. Den Rest der Veranstaltung haben wir verpasst. Statt flammender Sterne haben wir einen flammend roten Kater bewundert: Merryborn’s Merlin.